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Der Funke sprang nicht über

Morgen ist das Derby gegen den VFB Stuttgart nun eine Woche her. Der Frust und der Ärger sind bei mir aber noch nicht verschwunden. Es geht dabei weniger um die Niederlage meines Karlsruher SC als vielmehr darum wie diese von der Mannschaft einfach hingenommen wurde.

Als Tabellenletzter reist die Mannschaft am 28.Spieltag zur Mutter aller Schlachten, zumindest für uns Fans, in den Talkessel und nimmt dort in keiner Minute den Kampf auf dem Rasen an. Nur in der Nachspielzeit der ersten Hälfte war so etwas wie Fußball zu erkennen. In diesen drei Minuten drängte der KSC den VFB in die eigene Hälfte und hatte durch Kamberi auch eine gute Chance und jeder im Stadion sah, wie anfällig der VFB eigentlich ist.

Ansonsten wurde der Ball versucht in den eigenen Reihen zu halten, quer gespielt oder spätestens nach dem zweiten Pass in Richtung gegnerisches Tor verloren. Gaetan Krebs, der ewige Mittelfeldspieler in Blau-Weiß, war noch die auffälligste Figur in unserem Trikot. Dies nach seinem Kreubandriss und wenig Spielpraxis. Bezeichnend für diese desolate Truppe die derzeit unsere Farben spazieren trägt.

Die Lage des Vereins und vor allem die Spielweise dieser Ballartisten erinnert mich sehr an die Saison 1999/2000 als wir mit 27 Punkten nach 34 Spieltagen in die Regionalliga Süd abstiegen. Damals waren wir ab dem 17.Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz und blamierten uns Spieltag für Spieltag.

Wer erinnert sich noch an solche Chorephäen wie Marc Arnold, Marc Kienle, Christian Fährmann, Darko Jozinovic oder Patrick de Napoli?

In diesen illustren Kreis gesellen sich gerade alle zum derzeitigen Kader gehörenden Spieler und werden so auch irgendwie unsterblich werden in der Geschichte des Karlsruher SC.

Was wurde da nur für eine fußballerisch schlechte Mannschaft zusammengestellt vor der Saison?! Warum ausgerechnet entdecken wir einen Kameruner, der vier Jahre in Tunesien gespielt hat? War bisher wohl noch niemand aufgefallen, dass er über internationale Klasse verfügt?! Lächerlich! Kom ist ein guter Typ und kämpft und rennt, aber das war es dann auch.

Thoelke vermisste stets einen starken Nebenmann wie Gordon, Gulde oder Mauerberger und war mit seiner Rolle in der Innenverteidigung von Spieltag 1 an ebenfalls überfordert.

Valentini hat das HSV-Trauma wohl nie überwunden und trifft kaum noch einen Ball seitdem. Letzte Saison konnte dies noch irgendwie kaschiert werden, weil die Mannschaft einfach stärker war, jetzt tritt es offen zu Tage.

Kinsombi ist ein junger Mann, der keine Zeit bekam sich an die zweite Liga zu gewöhnen und dermaßen ins kalte Wasser geschmissen wurde, dass er der Liga nie gewachsen war.

Stoppelkamp wurde als Leader geholt, verrannte sich aber buchstäblich in Alleingängen im Dickgicht der gegnerischen Abwehrbeine und war nie der Spieler, welcher den Unterschied ausmachen kann.

Figueras, der langsamte Spanier seit dem letzten langsamen Spanier in unseren Reihen, der gleichzeitig noch unter dem Verdacht der Spielmanipulation steht. Ohne Worte, so einen verpflichtet auch nur der KSC!

Mit Oral dann einen Trainer zu holen, der als Fachmann anerkannt aber als Typ schwierig ist, war ebenfalls ein Schuß in den Ofen. Ihm gelang es nie dieses heillose Durcheinander im falsch zusammen gestellten Kader in eine Bahn zu lenken. Im Gegenteil, er würfelte die Startaufstellung jeden Spieltag wohl aus und wer heute noch spielte saß nächste Woche auf der Tribüne oder umgekehrt. Da waren Monate Zeit eine neue sportliche Leitung zu verpflichten und der KSC zaubert Tomas Oral aus dem Hut und gibt ihm noch einen Dreijahresvertrag. Wenn es nicht so bitter wäre, man müsste den ganzen Tag nur darüber lachen. Als es dann spätestens rund ums Spiel in Kaiserslautern mit dem kleinen Vulkan eskalierte, wurde wohl jedem klar, dass an eine weitere Zusammenarbeit nicht zu denken ist.

Die Posse um unseren Kurzeit-Star-Trainer Mirko Slomka lasse ich hier mal komplett unerwähnt.

Zurück zum Derby und einem Spiel, welches nur auf den Rängen seinem Ruf gerecht wurde. Stuttgart zu Beginn mit einer riesigen Choreo und die Cannstatter Kurve war komplett in weiß gekleidet. Auf unserer Seite dominierten die Farben Blau und Weiß mittels Plastik-Ponchos zum überstreifen, welche das ganze Spiel vom Auswärtsblock getragen wurden.

Unser harter Kern gab sich alle Mühe um den berühmten Funken von den Rängen auf unsere Mannschaft überspringen zu lassen und zündete was das Zeug hält. Dem einen oder anderen kam der Funke sogar bedrohlich nahe, aber selbst hier war es vergebene Liebesmühe. Die KSC-Spieler dachten nicht daran den Funken von den Rängen aufzunehmen und gegen den drohenden Abstieg zu kämpfen. Einfach eine leblose und stink langweilige Truppe.

Ich will hier gar nicht (schon wieder) darüber lamentieren wie ein halbwegs normal tickender Verein Spieler wie Gordon, Mauersberger und Peitz einfach wegschicken kann und damit unsere komplette Defensive, welche unser Prunkstück war, auflöst. Danke Ingo! Unsere Führung tickt eben nicht normal!

So siegte ein harmloser VFB an diesem Sonntag im April 2017 lässig mit 2:0 und musste sich dazu nicht mal das Trikot schmutzig machen.

Schuld an der Misere ist natürlich, wen wunderts, niemand bzw. wenn schon, dann eben Jens Todt, der längst Manager beim HSV ist.

Nun ist der Abstieg bei noch sechs ausstehenden Spielen kaum noch aufzuhalten und die Frage stellt sich schon was aus dem KSC in Liga 3 werden soll. Sind wir am Arsch, wenn wir nicht sofort wieder aufsteigen? Gehen wir dann den Weg anderer Traditionsvereine wie Essen, Waldhof Mannheim oder Alemannia Aachen?

Macht unser Sugar Daddy vielleicht doch mal richtig den Geldbeutel auf und entschuldet den KSC? Wird schon jetzt eine Mannschaft für die dritte Liga zusammen gestellt, also rechtzeitig geschaut? Wer bleibt vom jetzigen Kader? Hoffe mal nicht zu viele dieser Ballschieber, aber mit Orle, Krebs und Kempe, die charakterlich alle einwandfrei sind, wird zu rechnen sein. Hinter Vollath, Bader und Kinsombi mache ich mal ein Fragezeichen. Sie wären aber willkommen für einen Neubeginn.

Aufgeben ist (noch) keine Option so lange rechnerisch der Relegationsplatz möglich ist, aber mal ehrlich wer glaubt noch dran? Wenn ich hinten pro Spiel zwei Tore fange und vorne mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keines schieße, wie soll ich dann fünf von sechs Partien gewinnen?

Klar im Fußball ist alles möglich und irgendjemand hat auch schon Pferde kotzen sehen…….in diesem Sinne Europapokal, Europapokal!

MaD

P.S. Pyro sollte im Block bleiben!!!

Ansonsten halte ich es mit Orle, der sinngemäß zum Ausdruck brachte, dass das größte Problem des KSC momentan nicht die Fans sind.

Bilder gibt’s hier http://ultra1894.de/bilder/304

Hier alles aus Sicht eines lässigen Amerikaners – https://youtu.be/UUS3paRE9Xg

European Qualifiers: Deutschland – Gibraltar 4:0 (14.11.2014, Nürnberg)

Ein schöner Tag in Franken hätte die Überschrift auch lauten können, denn er bot bestes Reisewetter, leckeres Essen, viele nette Gespräche, Sightseeing, eine neue Band und ach ja Fußball.
Mit dem Ox-Fanzine auf dem Schoß und Musik im Ohr vertrieb ich mir die Zeit im Intercity bis nach Nürnberg. Was hängen bleiben wird von diesem Tag ist meine neue Bandentdeckung. Die „Cosmic Psychos“ aus Australien. Für Freunde des Garage Punk´n´Roll einfach Pflicht mal reinzuhören. Nach dem interessanten Interview mit der Band, welches ich im Ox las, musste ich mir via Youtube gleich mal einige Lieder anhören und ich war begeistert. Da wummerte ein 2-Saiter von Bass in bestem Fuzz-Style und krakelte eine derbe Stimme aus meinem Handy – hervorragend!
Nürnberg bei bestem Sonnenschein erreicht, ging es im Auftrag der Geschichte zum Reichsparteitagsgelände. Schon oft bin ich in Nürnberg gewesen, aber ich hatte mir noch nie das Zeppelinfeld angesehen, geschweige denn war ich im Doku-Zentrum. Ein historischer Ort Deutscher Geschichte. Hielt doch die NSDAP auf diesem Gelände von 1933 bis 1938 Reichsparteitage ab.
An diesem Freitag übten Skater waghalsige Manöver auf den Stufen der Tribüne und filmten diese. Mit einem Lächeln konnte ich mir dies ansehen, ist es doch um so viel besser als alles was diese Tribüne bisher gesehen hat.
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Das Stadion liegt in Sichtweite und so konnte ich problemlos hinüber wechseln um das Spiel unserer Nationalmannschaft gegen Gibraltar zu verfolgen.
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Wen interessiert schon die genaue Einwohnerzahl des Felsens oder die Platzierung in der Fifa-Weltrangliste?! Ja, alle Einwohner Gibraltars hätten an diesem Abend locker Platz im Frankenstadion gefunden und es wären immer noch viele Plätze frei geblieben. Und ja, es sind Amateure und sie üben zum großen Teil „normale“ Berufe aus.
Im Vorfeld war es ja nicht mehr auszuhalten welche Geschichten über die Spieler und die Insel da ausgegraben wurden. Das sind keine Exoten, dies sind stink normale Jungs, die gerne kicken. Vielleicht sind dann doch eher unsere Millionäre die Exoten?!
Bei Exoten handelt es sich qua Definition um „fremd anmutende oder außergewöhnliche Menschen“. Unsere Jungs sind außergewöhnlich gute Fußballer, sie sind Weltmeister. Mir muten sie manchmal fremd an mit ihren Millionen, ihren Models, ihrem Lebenstil.
Die Jungs von Gibraltar sind wie du und ich, ganz normal, alles nur keine Exoten.
Wie dem auch sei, unsere Exoten gewannen gegen die Jungs vom Felsen mit 4:0 und keiner war zufrieden, ausser die vermeintlichen Verlierer. „Unser Matchplan“ ist voll aufgegangen hieß es da hinterher. Jogi Löw, der Trainer der Sieger, war bedient – irgendwie exotisch so etwas.

Für euch in Nürnberg war
MaD

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