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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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Pokalfight Deluxe

Wenn die Zwei-Klassen höher spielende Mannschaft nach 60 Minuten in Überzahl ihren 4:5 Pokalsieg feiert, als wäre es der Weltmeistertitel, dann hast du als Verlierer einiges richtig gemacht.

Die zweite Mannschaft des Karlsruher SC geriet in der ersten Runde des BFV-Rothaus-Pokals recht schnell in Unterzahl (…ach du hattest schon Gelb, hätte ich dies gewusst, hätte ich dir jetzt keine gegeben – ich liebe unsere Schiris…) und musste über eine Stunde der ersten Mannschaft aus Blankenloch Parolie bieten. Dies gelang über weiter Strecken sehr gut. Wenn es einen Punkt zur Kritik gibt, dann ist es die Chancenverwertung.

Blankenloch war genau in diesem Punkt besser und überließ dem KSC II ansonsten die Partie, obwohl man in Überzahl agierte.

Auf dem Platz 8 im Wildparkstadion hatten sich etwas mehr als 200 Zuschauer eingefunden und sie sollten dies nicht bereuen. Bei Bratwurst (von der Metzgerei Brath – Support your locals), Bier und herrlichem Sonnenschein entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, welches der KSC II dominierte. Blankenloch agierte clever und ließ die Karlsruher kommen, um dann ihre Chancen eiskalt zu nutzen. Dies macht den Klassenunterschied dann eben auch aus. Ansonsten versuchte Blankenloch nur das Spiel nicht zu verlieren und war gegen 10 Karlsruher meist mit allen Spielern in der eigenen Hälfte gebunden. In den Schlussminuten war bei Blankenloch viel „Mimimimi“ und „wundliegen“ angesagt. *zwinkersmiley*

Leider war der KSC II nicht abgezockt genug vor dem Tor, kam aber nach 2:5 Rückstand noch auf 4:5 heran. Als Rüdiger Hermann den Ball zum 4:5 unter die Latte drosch, war der Jubel auf Platz 8 riesig und es keimte wieder Hoffnung auf. Kurz darauf war leider Schluß.

Wie schon 2020 scheiterte der KSC II ganz knapp gegen einen höherklassigen Gegner, lieferte aber wieder einen super Pokalfight und macht damit Lust auf die bald beginnende Saison in der C1.

MaD

Karlsruher SC – 1.FC Nürnberg 0:1

Heute Nachmittag trafen auf der Baustelle Wildparkstadion zwei Gründungsmitglieder der Bundesliga aufeinander. Die Duelle zwischen dem KSC und dem Glubb aus Nürnberg waren immer hitzig, auf und neben dem Platz. Zwei Traditionsvereine, die schon lange den ständigen Platz in der 1.Bundesliga abgeben mussten und sich seitdem meist in Liga 2 treffen. An Brisanz verloren haben diese Begegnungen dadurch nicht.

An diesem wunderbaren Frühlingstag im Februar, Klimawandel sei Dank, sahen wir ein umkämpftes Match. Es wurde um jeden Meter Boden gekämpft und die beiden Teams arbeiteten sich aneinander ab. Torchancen waren Mangelware und nur ab und an stockte uns kurz das Herz. Nürnberg hatte die beiden besten Szenen in der ersten Halbzeit, da waren Glück und Marius Gersbeck (obwohl du ein Ding selbst verursacht hast *g) für uns zur Stelle.

Bei uns ging nicht wirklich viel nach vorne und auch bei den Standards ließen wir unsere gewohnte Gefährlichkeit vermissen. Trotz allem war es nie langweilig und mit jedem neuen Angriff bestand auf beiden Seiten immer die Möglichkeit, dass mal ein Ball durchrutscht und es gefährlich wird.

In der Nachspielzeit kam es dann zum Showdown. Vorne vergab Malik Batmaz die 100%ige Chance auf das 1:0, er zögerte viel zu lange mit dem Schuß und so konnte der Nürnberger Keeper den Gegenzug einleiten. Dieser war eigentlich in unserem Strafraum schon geklärt, als sich unsere Spieler gegenseitig anschoßen und der Ball wie eine Billardkugel durch den Strafraum fetzte. Alles Weitere ist Geschichte und kann am Endergebnis abgelesen werden.

Abseits des Rasens tat sich natürlich nicht viel, wie auch ohne Zuschauer. Ein Spruchband der Ultra-Szene war für mich das Ereignis des Tages. Eine Geste für Freundschaft und Zusammenhalt.

Unser alter Freund „Acker“ durchlebt momentan keine einfachen Zeiten und die Szene schickte ihm heute für alle sichtbar eine blau-weiße Aufmunterung in die Klinik. Viele Fahrten erlebten wir gemeinsam, viele Feste feierten wir. Und wir werden dies wieder tun lieber „Acker“, wir halten Dir deinen Platz im Block frei. FORZA ACKER!

MaD

Wildpark für immer!

Abschied und Neubeginn liegen im Wildparkstadion in Karlsruhe momentan nahe beieinander. Dieser Ort ist für mich so geschichtsträchtig und voll emotionaler Erinnerungen. Ich könnte stundenlang im Innenraum oder auf dem Dach stehen und Spiele Revue passieren lassen.

Seit meinem ersten Match in der Saison 1992/1993 habe ich hier viel erlebt. Große Siege und noch mehr bittere Niederlagen. Abende, die mich im Schein des Flutlichts in eine Gefühlswelt katapultierten, die man nicht beschreiben kann, man muss sie erlebt haben.

An keinem anderen Ort konnte ich so viel spüren, Glück und Schmerz. Das Kollektiv des Blocks mit seiner Ekstase oder seinem entsetzten Schweigen.

Eine Masse aus so vielen Individuen mit so viele Geschichten, Wünschen und Plänen. Menschen die im alltäglichen Leben vielleicht nie zusammen gefunden hätten. Hier an diesem Ort wurden sie eins, klatschten zum Takt der Trommeln, formten Worte zu einem Schrei und sangen aus vollem Herzen Lieder voller Pathos und Liebe zu ihrem Verein und ihrer Kurve.

Während auf dem Rasen Spieler flankten, rannten und grätschten, nichtsahnend mit welchen Hoffnungen und Träumen ihre Aktionen in der Kurve verbunden waren.

Vielleicht hatten sie eine Ahnung davon wenn sie jubelnd auf den Block zurannten und eine eskalierende Menge sahen. Wahrscheinlich wurde es ihnen aber eher deutlich wenn sie sich im Abstiegskampf befanden und die Kurve 24/7 alles mit Leidenschaft daran setzte um den Abstieg zu verhindern. Da merkten viele Spieler sicherlich, dass es dieser anonymen Masse der „Karlsruher Gegengerade“ um mehr geht als sich unterhalten zu lassen oder einfach nur ein Teil des Spektakels zu sein. Die Kurve bekam ein Gesicht in vielen heißen Gesprächen und Aktionen.

Dieser Ort ist mehr als nur ein Fußballstadion. Er hat so viel mit Leidenschaft, Freundschaft und Emotion zu tun. Ohne die Menschen auf den Rängen, dieser Masse die das Spiel nach vorne peitscht und für die es mehr ist als nur ein Spiel, ist es letztlich nur ein Spiel. Ein Spiel dem man sich vielleicht eine kurze Zeit zuwendet und dann wieder anderen Angelegenheiten nachgeht. Ein Spiel, welches dann mit der Zeit obsolet wird.

Wir werden wieder zurück kommen! Werden die Stufen unseres neuen Wildparks bevölkern und dem Spiel wieder Leben einhauchen. Die vielen Individuen werden wieder das Kollektiv bilden und zum Takt der Trommeln klatschen. Worte zu einem Schrei formen und aus vollem Herzen Lieder singen. Ein neues Kapitel wird aufgeschlagen und es wird große Siege und noch mehr bittere Niederlagen geben. Gemeinsam werden wir all die Emotionen aufsaugen, weil es für uns mehr ist als ein Spiel.

Wildpark für immer!

MaD

Schnitzel ohne Pommes

Der Karlsruher SC eilt in der 2.Liga gerade von Sieg zu Sieg und wir sind nicht dabei. Zumindest nicht im Stadion, in der Kurve, im Block. Die KSC-Familie versammelt sich statt dessen vor dem Bildschirm und postet ihre KSC-TV-Bilder in den Insta-Stories.

Es gibt auch einige Fans, die das Geschehen nur aus der Ferne verfolgen. Manchmal nicht mal wissen wer unser nächster Gegner ist und wann das Spiel statt findet. Leute, die in den letzten Jahren kaum ein Spiel versäumten, sind nun wandern am Spieltag oder mit den Kids auf dem Spielplatz.

Wie verrückt und surreal die momentane Situation doch ist.

Jeder der schon mal länger mit einem Verein und der aktiven Szene unterwegs gewesen ist, weiß was am Samstag in Osnabrück an der Bremer Brücke los gewesen wäre als Hofmann kurz vor Schluß das Siegtor erzielte. Auch zu Hause hätte das Wildparkstadion gebebt, trotz Baustelle, bei den tollen Spielen unserer Mannschaft.

Wir sind aber nicht dabei, wir stehen nicht mal draussen in einem Polizeikessel, haben Stadionverbot oder sind mal wieder zu spät mit dem Bus losgefahren.

Der Song zur Fandemo im Jahr 2002 lautete „Schnitzel ohne Pommes“ und bezog sich darauf, dass Fußball ohne Fans eben genau so ist. Und wer von uns isst schon gerne Schnitzel (egal ob vom Schwein oder vom Tofu) ohne Pommes?!

Die Siege unseres KSC fühlen sich für mich an wie dieses besungene Schnitzel, eben ohne Pommes. Ich kann unser Team nicht nach vorne peitschen, kann bei den Gegentoren kein trotziges „Kämpfen Karlsruh´kämpfen“ in den Himmel schreien und kann die eigenen Tore und die Siege nicht ausgelassen feiern.

Statt dessen schaue ich mir die Instagram Beiträge der anderen an, verschicke selbst ein paar Jubel-Nachrichten und schaue mir nochmal die Tore in der Zusammenfassung an. Alleine, im Jogger, auf der Couch.

Stell dir vor deine Lieblingsband spielt auf der Festivalbühne den Gig ihres Lebens, aber du hast dich auf dem Zeltplatz schon so zugerichtet, dass du den Weg zur Bühne nicht mehr findest.

Oder es liegt der beste Neuschnee in den Alpen und deine Freunde sind mit ihren Boards auf dem Weg, du liegst zu Hause und hast den Fuß gebrochen.

Weder am Konzert noch am Neuschnee kannst du dich so wirklich freuen und so geht es mir und sicherlich auch einigen anderen gerade mit dem Fußball.

Natürlich freue ich mich über unsere Siege und gönne es der Mannschaft, dem Trainer und auch uns von Herzen, aber diese Euphorie fehlt. Es fehlen die Menschen mit denen man genau dies feiern kann was gerade passiert. Meine alten Kumpels von PS99 fehlen mir, mit denen ich ansonsten im Stadion leide und auch vor Freude eskaliere. Die Jungs von der Armata, den Wild Boys und Rheinfire, die ChicKAs und viele andere alt bekannte (früher hätte man „Freibiergesichter gesagt“) und liebgewonne Menschen der Karlsruher Szene.

Was passiert gerade mit uns? Gestern war ich mir mit jemand einig, dass es schlimm wäre, wenn wir diese Saison aus Versehen aufsteigen. What The Fuck! Aber ja, wir könnten nicht dabei sein, nicht im Stadion unser Team zum Aufstieg begleiten und vielleicht den entscheidenden Kick geben.

Wie wird es werden, wenn wir wieder in der Kurve stehen? So wie es war? Wir legen den Schalter um, alle Hände in die Höhe und dann einklatschen für Karlsruhe und ein „Hier regiert der KSC“ (habe gerade Gänsehaut als ich dies schreibe, ihr seid live dabei) ins weite Rund gebrüllt und zwar so laut wie noch nie. So laut, dass auch der Doc auf Anhieb zufrieden ist?!

Ich bin unsicher was mit uns und anderen Kurven noch geschieht, gleichzeitig ist die Vorfreude immens, wieder gemeinsam mit allen unterwegs zu sein. Stellt euch mal die erste Auswärtsfahrt vor nach einer Pause von wahrscheinlich mindestens 1 1/2 Jahren. Sind alle schon dicht in Bruchsal oder müssen wir uns erst wieder zusammen finden?

Aufgrund der momentanen Situation sieht man auch nicht mehr alle Leute regelmässig bzw. manche sogar überhaupt nicht. Früher hockte man jedes Wochenende aufeinander und nun beschränkt es sich auf den engsten Kreis. Sind noch alle da, wenn es wieder los geht?

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht das Faß aufmachen was der Fußball eigentlich wert ist ohne Fans, ohne Zuschauer im Stadion. Ein zum Teil seelenloses Gekicke bei dem es nur ums TV-Geld geht und das kranke System am Leben gehalten wird.

Könnt ihr noch so richtig mitfiebern am TV, fehlt euch dabei nicht der Kick alle Emotionen raus lassen zu können? Ist das Spiel noch dasselbe, wenn es ohne Fans gespielt wird? Könnten wir auch Skispringen oder Tennis anschauen? Beides funktioniert für mich übrigens genauso ob mit oder ohne Zuschauer.

Mir geht es in erster Linie um uns. Um die, welche den Fußball letztlich groß gemacht haben. Wir, die leidenschaftlichen Zuschauer mit Herzblut für den Verein, haben diesen Sport erst zum Spektakel gemacht und zwar überall auf der Welt. Und nahezu überall auf der Welt sind keine Zuschauer im Stadion oder nur sehr wenige.

Ich hoffe, dass es wieder so wird wie es war und dass ihr alle wieder dabei seid. Dass wir gemeinsam mit unserem KSC leiden und feiern. Vielleicht ist es auch gerade einfach nur unser „Schicksal“ als KSC-Fans, dass wir bei solch einer Siegesserie kollektiv ausgesperrt sind, würde mich auch nicht wundern. *zwinkersmiley*

Nur der KSC!

MaD

Für alle die es nicht kennen:

Das kranke System Profifußball

Gastbeitrag von einem Karlsruher Allesfahrer, der beruflich im Pflegebereich tätig ist:

Angesichts von G15 Treffen (mit HSV und Hoffenheim, Hahaha) und
Rummeniggeschem Gefasel von Fehde-Handschuhen habe ich mich mal gefragt, wie es eigentlich mit der im Frühjahr gebetsmühlenartig beteuerten Demut des Profifußballs aussieht.

In Sachen Verteilungskämpfe ums Geld wurde der Beweis ja gerade eindrücklich geliefert wie es um die Demut bei den Clubs bestellt ist.

Wie sieht es mit dem Umgang mit Corona selbst aus?

Dass Corona und Profisport nur unter dem Bewertungsmaßstab Geld betrachtet werden kann, hat ja neulich des Zentralorgan des modernen “Geldfußballs“ (Kicker) bewiesen, indem es in den Beschlüssen der Aussetzung des Amateurfußballs und des Zuschauerausschlusses im Profifußball erkannte, dass hier der Profifußball einen Rückschlag durch politische Beschlüsse erleidet.

Inwiefern dies den Amateursport betrifft, nämlich viel härter, oder das es womöglich dem Infektionsschutz dient (oder auch ob es das überhaupt tut) – nebensächlich.

Insofern sind Sinnlos-Länderspiele trotz infizierter Spieler (aktuelles Bespiel „Nations-League“: Deutschland-Ukraine) und Länderspielreisen/Europapokalspiele (wenn man das, was davon übrig geblieben ist, überhaupt noch mit dem guten alten Europapokal vergleichen kann) in Risikogebiete bei ansonsten bestehenden Reisebeschränkungen und Quarantänepflichten auch nicht mehr verwunderlich.

Wie es bei den Clubs bei denen aktuell (fast) der ganze Kader in Quarantäne oder gar positiv getestet ist, weitergeht, kann man sich ausrechnen:

Hoffenheim wird so lange getestet, bis die Befunde negativ sind, zur Not bleibt der ein oder andere Spieler in Quarantäne, aber gespielt wird nach der Pause wieder.

Meppen dagegen bleibt halt einfach so lange in Quarantäne, bis 14 Tage nach der letzten festgestellten Infektion vergangen sind und solange werden die Spiele abgesagt. Würde ich einen hohen Betrag drauf wetten.

Interessant ist, wie in den verschiedenen Ligen mit festgestellten Infektionen umgegangen wird (wenn ich richtig recherchiert habe):

Bundesliga: Bisher keine Spielabsage, weil entweder infizierte Spieler irgendwie nie Kontaktpersonen 1. Grades haben, oder sich im Nachtest (!) herausstellt, dass der Positivbefund falsch war.

2. Liga: Bei 8 fraglichen Infektionen kam es immerhin 2 mal zur Absage, aber 6x konnte trotzdem am Wochenende gespielt werden, aufgrund der gleichen Herangehensweise und zufälligen Nicht-Kontakten wie in der Bundesliga.

3. Liga: Bei mittlerweile 18 (plus dem Pokalspiel Waldhof-Freiburg) Fällen/Clustern kam es 9x zur Absage, 10x wurde trotzdem gespielt. Dass sich im Nachtest ein Befund als falsch herausgestellt habe bzw. dass es überhaupt einen Nachtest gegeben hat, habe ich hier „nur“ noch einmal
gelesen.

Offensichtlich sind Profifußballer, je höher die Liga ist, umgekehrt proportional häufig (Super-)Spreader. Oder es geht einfach um mehr Geld, je höher die Liga ist….

Nachtests sind ein gutes Stichwort: Die Begründung, dass die
Testkapazitäten, die der Profifußball abruft, zur Verfügung stehen, ohne dass diese der Bevölkerung vorenthalten werden, war im Frühjahr schon Bullshit, weil damals eben entsprechend der geltenden Testkriterien viele, die hätten getestet werden müssen (Kontaktpersonen ohne Symptome, Kranke ohne nachgewiesenen Kontakt, Risikogebiets-Rückkehrer ohne Symptome usw.), trotzdem nicht getestet wurden.

Nur deshalb war damals bei den ohnehin viel zu knappen Testressourcen so viel Testkapazität übrig. Und wie sieht es heute aus?

Die Testkriterien wurden wieder verschärft, die Ärztin vom Gesundheitsamt, mit der ich in den letzten Wochen mehr zu tun hatte, als mir lieb war (mehrere Mitarbeiter erkrankt und positiv getestet, weitere
Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne als Kontaktperson, Wohnheim unter Quarantäne gestellt, wieder Besuchs- und Ausgangsverbot), formulierte zynisch und übertreibend wie folgt: „Wir dürfen nur noch die testen, die eh schon ne Lungenentzündung haben!“

Tatsache ist: Bei deutlich erhöhter Testkapazität wird mittlerweile eben wieder nicht mehr jeder getestet, der getestet werden müsste:

Kontaktpersonen 1. Grades müssen 14 Tage in Quarantäne, aber getestet werden sie frühestens dann, wenn sie Symptome bekommen.
Abgesehen von der Verzögerung, die das für die Kontaktverfolgung bedeutet und ganz abgesehen davon, was Quarantäne für den Betroffenen bedeutet.

Jeder Arbeitgeber freut sich sicherlich ein 2. Loch in den Arsch, wenn der Mitarbeiter 2 Wochen in Quarantäne ist und am Ende stellt sich raus, er hatte gar nix und das hätte man auch schon vor 10-14 Tagen rausbekommen können. Wenn Home-Office geht, na meinetwegen, geht ja aber nicht überall. Stichwort: Pflegeberufe!


Erkrankte werden nicht mehr nachgetestet, um zu sehen, ob sie wieder gesund sind. Wenn nach 14 Tagen Quarantäne mindestens die letzten 2 Tagesymptomfrei waren, geht man davon aus (!), dass derjenige nicht mehr ansteckend ist.

Aber für Reiserückkehrer aus Risikogebieten haben wir die Ressourcen.

Und für den Profifußball natürlich.

Dass bei ca. 1,3 – 1,4 Millionen Tests pro Woche auf die ca. 8000 Tests für die 3 Profiligen nicht unbedingt ankommt, ist mir auch klar. Aber wenn mir das Gesundheitsamt sagt, dass es mittlerweile vermehrt zu falschen Befunden kommt und mutmaßlich die Überlastung der Labore der Grund hierfür ist, dann könnte hier vielleicht die entscheidende Stellschraube liegen. Zumal eben mittlerweile Schnelltests zur Verfügung stehen, die nicht ins Labor müssen. Aber die haben ja nur 90% Genauigkeit, dass ist dann schon eher was für Pflegeheime und nicht für den Profifußball!

Ob ich will, dass der Spielbetrieb im Profifußball eingestellt wird, bis die Bevölkerung durchgeimpft ist, mit allen Auswirkungen, die das wirtschaftlich auf die Existenz der Vereine, incl. und insbesondere unseres Vereines, hätte?

Wahrscheinlich nicht. Aber die Arroganz, mit der der Profifußball noch nicht mal darüber nachdenkt, ob es aus gesellschaftlicher Verantwortung, oder auch „nur“ aus Verantwortung gegenüber der Gesundheit der Spieler, nötig wäre, etwas an der aktuellen Handhabung zu ändern, widert mich einfach nur noch an.

Ich schaue jeden Tag auf den Webcams, wie unser Stadion wächst. Aber wenn die noch ein bisschen so weiter machen, schaffen sie es, dass ich da am Ende gar nicht mehr rein will, sondern nur noch zur 2. Mannschaft gehe…

Der Traum von einer besseren Zeit

Warum habe ich hier schon so lange nichts mehr über den KSC geschrieben? Ich hatte das Gefühl dass alles gesagt worden ist was zu sagen war. Alles zu seiner Zeit, in guten und schwierigen Tagen meines Vereins.

Momentan durchleben wir wieder eine eher düstere sportliche Zeit. Auf dem Rasen sieht es mau aus, der Sportdirektor scheint ohne Plan und der Vita unseres „glorreichen“ Präsidenten droht der dritte Abstieg in seiner Amtszeit.

Ein Verein bzw. eine KgaA ohne Plan und Vision.

In dieser düsteren Zeit, dachte ich an dieses Video. Egal wo ihr gerade seid, ob in der Uni, im Büro, in eurer Werkstatt oder auf der Straße, singt es laut! Laut und voller Inbrunst für Blau-und Weiß, für unseren Karlsruher SC!

MaD

We Call It Ä Klassiker – Nicht

Keine Ahnung ob Franz Beckenbauer für das Duell Karlsruhe SC gegen Werder Bremen II seinen berühmten Satz wieder raus kramen würde, er passt aber so herrlich zu diesem unnötigsten Spiel der Saison.

Im Vorfeld der Partie bemühten wir oft lachend den Begriff Klassiker um dem Sinnlosen irgendwie ironisch eine Bedeutung zu geben.

Marvin Wanitzek sagte am Mittwoch Abend anlässlich der Interviewreihe „Nachspielzeit“, dass es ein Pflichtsieg gegen die U23 des SV Werder geben müsse. Sensationell dass ausgerechnet er dann mit seinem platzierten Fernschuss das entscheidende 1:0 erzielte. Der junge Mann aus Ubstadt ließ sich zurecht feiern im Kreis der Trainer, Spieler und Betreuer. Dies sind die wichtigen Tore in Spielen bei denen es allen Beteiligten, selbst den Fans, schwer fällt sich zu motivieren.

Kampf und Leidenschaft prägten auf unserer Seite wieder das Spiel nur der Offensivdrang ließ im Laufe der 90 Minuten etwas zu wünschen übrig. Chancen konnte die Reserve der Hanseaten kaum heraus spielen, zu stabil war unsere Verteidigung, aber kurz vor Schluss krachte doch noch ein Ball an unsere Querlatte.

Mir wäre wesentlich wohler gewesen, wenn wir das 2:0 erzielt hätten, so lebte die Partie bis zum Schluss von der Spannung.

Auf Seiten der Werderaner spielte unser ehemaliger Kicker Barry, dessen Frisur noch bescheuerter ist als bei uns damals. Im Zusammenhang mit diesem Vogel ist zu bemerken, dass die medizinische Abteilung im hohen Norden wohl nicht so viele Ansprüche stellt als die in Fürth, dort fiel er beim Medizincheck durch.

Dieser Spieltag wurde bundesweit als Aktionsspieltag der Fankurven genutzt um für die Erlaubnis zur Nutzung aller Fanutensilien (Fahnen, Trommeln, Megaphon, Doppelhalter etc.) in den Stadien bundesweit zu kämpfen. Überall gelten andere unsinnige Regelungen, werden Fahnenabgemessen und für zu lang befunden, völlig willkürlich werden ganz normale Utensilien verboten und man erfährt dies oft nur sehr kurzfristig.

Das Premiumprodukt Fußball lebt von der akustischen und visuellen Unterstützung der Fankurven. Der Verband und die Vereine müssen sich bewegen, wollen sie ihren (TV-) Kunden weiterhin ein stimmungsvolles Stadion Erlebnis bieten um immer noch mehr Geld zu scheffeln.

In den ersten 12 Minuten wurde auch im Wildpark nur akustisch (ohne Anlage) unterstützt um dann zu zeigen wie schön bunt eine Kurve doch sein kann, wenn alle Materialien zum Einsatz kommen.

Ein Pflichtsieg gegen die U23 des SV Werder, mal sehen wohin uns die Reise noch hinführt.

MaD

Ein Sieg der Leidenschaft

Ich habe lange gebraucht um in die Saison zu finden und mich wieder mit der aktuellen Mannschaft des Karlsruher SC zu identifizieren. Zu viele Enttäuschungen der vergangene zwei Jahre haben an mir genagt.

Der gestrige Tag und hier vor allem die 86. Minute waren wie ein Befreiungsschlag. Cello Mehlem jagte das dreckverschmierte Leder aus 8 Metern unter die Latte zum 2:1 gegen Unterhaching. Im strömenden Regen von Karlsruhe startete er seinen Jubellauf und rutschte über den völlig aufgeweichten Rasen.

Dieser junge Mann ist seit Wochen der beste Spieler im blau-weißen Trikot und verkörpert alles was der Fußballfan liebt. Wille, Leidenschaft und der unermüdliche Kampf um jeden Ball. Marcel „Cello“ Mehlem, der kleine Bruder von Marvin der in Darmstadt spielt, geht im Mittelfeld unglaubliche Wege über die gesamten 90 Minuten. Er verkörpert gemeinsam mit jungen Spielern wie Muslija, Wanitzek und dem überragenden Uphoff im Tor einen KSC mit dem man sich wieder identifizieren kann.

Die Mischung stimmt momentan. Erfahrene (und teure) Spieler wie Bülow und Stroh-Engel haben ihre Rolle auf der Bank angenommen. Andere wie Gordon und Pisot haben sich in der Innenverteidigung gefunden und tragen mit ihrer Routine zur Stabilität der Defensive bei. Sie können die jungen Spieler wie Bäder und Föhrenbach führen.

Anton Fink spielt hinter unserem Goalgetter Fabian Schleusener (Torschütze zum 1:0) groß auf und ist immer für eine geniale Aktion gut. Gestern war es der gefühlvolle Heber an die Unterkante der Querlatte der Münchner Vorstädter.

Schwerer Boden, Dauerregen und eine gute Mannschaft aus Unterhaching verlangten am gestrigen Samstag unserer Mannschaft alles ab. Und diese ging den harten Weg und gab nicht auf. Chance um Chance wurde heraus gearbeitet, der Ball wollte aber nicht über die Linie. Bis zu dieser 86. Minute als der eingewechselte Stroh-Engel ein Kopfballduell am Strafraum gewinnt und den Ball schön ablegt. Den Rest erledigt Mehlem und lässt den Wildpark ausflippen.

Muslija erhöhte in der Nachspielzeit noch auf 3:1 und krönte damit seine Leistung.

Diese Mannschaft hat sich mit Leidenschaft und Wille ins Herz der KSC-Fans gespielt. Nach dem total verkorksten Saisonstart war dies so nicht mehr unbedingt zu erwarten. Alois Schwartz hat den Scherbenhaufen den Marc-Patrick Meister hinterlassen hat nicht nur zusammen gekehrt, sondern eine tolle Mannschaft geformt.

Danke dafür an ihn und Dimi Moutas seinen Co-Trainer, der die Region aus seiner erfolgreichen Zeit beim 1.FC Pforzheim bestens kennt.

Forza KSC!

MaD

Moser rockt 2017

Am 02.12.2017 steigt die jährliche Feier der Karlsruher Fussballszene zum Gedenken an alle, die nicht mehr mit uns in der Kurve stehen. Moser rockt ist aber weit mehr. Wir feiern an diesem Abend mit unseren Freunden auch das Leben, die Freundschaft und unsere gemeinsame Leidenschaft.

Kommt zahlreich zu diesem besonderen Anlass.

Für Mucke, Suff und Co. ist gesorgt!

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