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winni schäfer

Derbyzeit: KSC – Kaiserslautern 2:2 (29.03.2014) – Ausverkauft

Derby ist, wenn die Fans es sagen und auf den Rängen zeigen. In einer Zeit in der medial jedes Spiel zum „Derby“ oder „Klassiker“ erhoben wird und in der selbst das Spiel Dortmund – Schalke nur noch (Medien-)Klamauk ist, muss man die echten Derbys suchen.
Ende März in Karlsruhe war es aber mal wieder soweit. Kaiserslautern war zu Gast im Wildpark. Beide Fanlager waren heiß und zeigten dies kurz vor Spielbeginn sehr anschaulich.
Auf Karlsruher Seite eine Choreo in den Farben des Vereins und der Stadt in der das ganze Stadion einbezogen wurde. Die Pfälzer legten an diesem sonnigen Samstag Mittag eine tolle Pyro Action hin und untermalten unsere Choreo so mit ihrer Lichtshow.
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Derby ist auch, wenn nach etwas zähem Beginn auf den Rängen (viele Leute waren zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder mal im Stadion) der Song „Scheiß Kaiserslautern“ von allen Blöcken und der Tribüne mitgetragen und dieser der Startschuß für richtig guten Support wird.
Die Kartoffeln konnte pflanzen wer wollte, die halbe Pfalz zog es zum Spiel, es ging ja auch um nichts geringeres als den Aufstieg in die Bundesliga.
Und so begannen sie auch schon vor dem Spiel kräftig zu singen um dann doch etwas nachzulassen, bedingt durch die Leistung ihrer Mannschaft. Da spielte eine Truppe von sehr guten Einzelspielern, aber irgendwie jeder für sich.
Der KSC dagegen berappelte sich nach etwas schwächeren Auftritten in der Rückrunde und brachte viel Kampf und Leidenschaft auf den Rasen. Da war sie wieder die Truppe der Vorrunde, die alles gibt und kämpft.
Folgerichtig ging der KSC dann auch in Führung und erspielte sich weitere gute Chancen.
Das Manko ist und bleibt aber, dass wir nicht nachlegen können.
Halbzeit zwei läutete Lautern noch mal mit Pyro ein. Angemerkt sei aber, dass es einfach Scheisse ist mit Leuchtspur zu schießen und auch Böller braucht kein Mensch. Dies zu regulieren muss eine Szene in der Lage sein. Also bitte GL und PI!
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Wie aus dem Nichts stand es dann auf einmal 1:1 und es war vor der Partie schon klar, wer Protagonisten eines Gegentores sein würden. Dick flankt und Zoller trifft. Zwei ehemalige Spieler des KSC natürlich. Über Dick lasse ich nichts kommen, er verhielt sich immer sehr respektvoll, was aber Zoller ritt sich heute so zu benehmen frage ich mich echt. Das ging beim anzetteln der „Rudelbildung“ in Halbzeit 1 los und endete bei seinem mehr als provokantem Torjubel als er mehr die Zuschauer beleidigte als mit seinen Mannschaftskameraden zu jubeln.
Wie die Axt im Walde präsentierte er sich bei seinem ehemaligen Verein in dem er groß wurde und machte so jegliche Möglichkeit der Rückkehr zunichte. Für immer! Klar, jetzt momentan braucht er den KSC nicht, aber auch seine Karriere wird nicht immer nur nach oben gehen und vielleicht wäre er in ein paar Jahren mal froh bei uns noch etwas Fußball spielen zu dürfen. Intelligenz zeichnet einen Simon Z. wohl nicht gerade aus. Soll doch froh sein, wie die letzten beiden Jahre bei ihm gelaufen sind.

Kurze Zeit später stand es 1:2 für Kaiserslautern und es wurde ruhig im Wildpark. Warum wir zurücklagen wusste eigentlich niemand, die Tore fielen eher aus heiterem Himmel. Bis dahin hatte der KSC alles im griff. die nächsten 10-15 Minuten tat sich nicht mehr viel. Lautern verpasste es den Sack zuzumachen und Karlsruhe war etwas platt ob des Spielverlaufs.
Ab der 80.Minute wollte es der KSC dann noch mal wissen. Nazarov war gekommen und trieb das Spiel wieder an.
Er war es dann auch, der in der Schlussminute nach einer Ecke mit einem strammen Schuß den verdienten Ausgleich erzielte. Auch das ist Derby. Dem Erzrivalen in letzter Sekunde zwei Punkte klauen.
Ein toller Fußballnachmittag für alle Beteiligten. Es war ein echtes Derby, vor allem auf den Rängen.
Gerne mehr davon in der nächsten Zweitligasaison.

MaD

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Nachspielzeit: 20 Jahre Valencia

Am Abend nach dem Dresden Spiel stand ein weiterer Höhepunkt an. Im KSC-Clubhaus ließen wir gemeinsam mit Edgar“Euro-Eddy“Schmitt und Jörg Dahlmann das 7:0 gegen CF Valencia aus dem Jahr 1993 Revue passieren.
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Die beiden stehen stellvertretend für das was an jenem Dienstag Abend in Karlsruhe passierte, als ein Stadion bei den vier Toren von Euro-Eddy förmlich abhob und Jörg Dahlmann diesem Spiel mehr als nur seine Stimme lieh. Noch 20 Jahre später verbindet man ihn genauso mit dem Spiel wie die Mannschaft des KSC die damals auf dem Platz stand und das Trainergespann um Winnie Schäfer. Beide machten sich an diesem Abend im Fußball unsterblich und werden überall mit diesem Spiel in Verbindung gebracht. Welchem Fußballer und welchem Reporter ist so etwas schon vergönnt? Edgar Schmitt stellte dem Publikum die Frage wer sich an das Halbfinale der Champions-League zwischen Dortmund und Real Madrid erinnern könne und das Ergebnis des Hinspiels wüsste. Die Reaktionen waren sehr zögerlich. Das es wohl irgendwie mit drei oder vier zu eins für Dortmund ausging wurde getippt. Passierte da sonst noch etwas außergewöhnliches? Keiner kam drauf. Lewandowski schoß alle vier Tore! So schnell lebig ist die Zeit geworden. Nur Monate später wissen dies viele Fußballfans nicht mehr. Dankbar für das 7:0 und dass man ihn und den KSC noch heute damit in Verbindung bringt ist Edgar Schmitt. Dieses Spiel war ein Geschenk. Für ihn und für den KSC. Auch 20 Jahre später noch ist der KSC in Europa über diesen einzigartigen Sieg bekannt. Edgar Schmitt wurde an diesem Abend zum Star. Zum Glück aber zu einem bodenständigen und nahbaren. Wir sahen zum Teil an diesem Abend auch einen sehr nachdenklichen Euro-Eddy, der die meisten seiner Kämpfe außerhalb des Platzes ausgetragen hat und damit dem Fußball an sich wieder den richtigen Platz im Leben einräumte. Diesen Kampf abseits des Platzes hatte Jörg Dahlmann auch schon. Bei ihm war es der Darmkrebs wie er gerne offen zugibt. Seitdem engagiert er sich in der Prävention und war deshalb sehr positiv gestimmt als ich ihn vor der Veranstaltung fragte ob man ihn darauf ansprechen darf. Es war ein sehr launiger Abend mit zwei tollen Typen in Plauderlaune. Sie kennen sich eben auch gut, sind befreundet und spielten sich verbal die Bälle oft selbst zu. Viele meiner Fragen konnte ich abhaken, da die beiden es beim munter drauf los plaudern schon gesagt hatten. Super Ding! Jörg Dahlmann war an jenem Abend 1993 mehr Fan als Reporter. Einige Zeit später jubelte er mit der KSC-Mannschaft in der Kurve im Olympiastadion in Rom und einige der Spieler von damals waren auch auf seiner Hochzeit eingeladen. Man kann sagen, dass dieser sensationelle Sieg damals ihn und den KSC zusammengeschweisst hat. Valencia IIIValencia II

Dabei ging er an das Rückspiel gar nicht so euphorisch ran. Valencia war Tabellenführer in Spanien und hatte eine tolle Mannschaft. Das nach dem Tor von Schmitt in Valencia zum 3:1 kurz vor Schluss evtl. doch noch eine Chance bestünde war ihm schon klar, aber die ganz große Hoffnung hatte er nicht. Ganz anders dagegen Edgar Schmitt. Schon nach seinem Tor in Spanien sagten sie in der Kabine dass „wir sie im Wildpark weghauen“. Warum war sich die KSC-Mannschaft da so sicher? Euro-Eddy sagte, dass er nach seinem Tor in die entsetzten Gesichter der Gegenspieler geschaut und die bedrückende Stille im Stadion gespürt hätte. Da war klar, dieses Ding ist zu drehen. Auch als im Rückspiel Valencia zu Beginn gute Chancen hatte war ihm nicht Bange. „Selbst wenn die in Führung gegangen wären, hätten wir sie gepackt“ so Edgar Schmitt. Und was für einen Charakter dann unsere Mannschaft an den Tag legte. Nach ihrem Sieg machten sie sich Gedanken wie es ihren Kollegen wohl in der Heimat ergehen würde. „Uns war klar, dass so ein Ergebnis dort einiges auslösen kann. Das wünscht man keinem Fußballer“ erzählte Euro-Eddy. Überhaupt prach er sehr gut über viele ehemalige Kollegen. Auch die Wichtigkeit des Trainers Schäfer beim Erfolg der damaligen Mannschaft sollten wir alle nicht unterschätzen. „Der ließ uns in Ruhe“, das war ihm ganz wichtig. Ob wir dann hoch stehen oder früh drauf gehen, dass besprachen wir kurz mit Manni Bender, Schütte und Wolfgang Rolff auf dem Platz. Wie geil und heute unvorstellbar. Valencia I

Noch viel mehr dieser Anekdoten auch abseits des Valencia Spiels wurden in zwei Stunden von Schmitt und Dahlmann zum Besten gegeben. Jörg Dahlmann durfte mit Fritz Walter mal einen Gang durchs Berner Wankdorf Stadion machen, bei dem dann beiden die Tränen kamen. Überragend! Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Abend und es war mir eine sehr große Freude daran aktiv mitwirken zu dürfen. Euer MaD

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