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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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Fußball

Moser hilft 2016 – Sachspenden erwünscht 

Den Spendenauruf der Phönix Sons, im Namen unseres vor 10 Jahren verstorbenen Freundes, veröffentliche ich sehr gerne und bitte um eure Hilfe! Gemeinsam für eine gute Sache.  


Auch in diesem Jahr sammeln wir im Rahmen von Moser hilft! wieder Sachspenden für Bedürftige. Die Spenden werden wir dann je nach Bedarf auf Einrichtungen wie die Bahnhofsmission oder die Flüchtlingshilfe Karlsruhe aufteilen.
Benötigt werden:

Rucksäcke
Schlafsäcke

Herrenbekleidung für Jugendliche

Jeans, Sneaker und Sandalen für Herren

Skateboards und -zubehör sowie Schützer

Kinderartikel: Kinderspringseile, Bälle (möglichst aufblasbar), Luftpumpen für Bälle, Kindermalbücher, Buntstifte, Straßenmalkreide, Sonnencaps bzw. Baseballmützen, Babynahrung in Pulverform oder Gläschen, Pampers

Pflegeartikel wie Duschgel, Seife, Shampoo, Kinderzahnbürsten, Zahnputzbecher, Kinderzahnpasta, Sonnencreme

Es ist selbstredend, dass die Kleidung noch tragbar und die Spielsachen noch benutzbar sein sollten. Hygieneartikel und Nahrungsmittel dürfen wir nur ungeöffnet entgegennehmen.

Die Spenden können an folgenden Tagen bei uns abgegeben werden:

KSC-Fürth (03.12.) und KSC-Braunschweig (17.12.): Vor dem Spiel im Fanprojekt oder am Container hinter der Gegengerade
Im Fanprojekt ab 18 Uhr: 06.12. / 03.12. (Moser rockt!) / 13.12.

Heidenheim – KSC 2:1 oder Die Saison in 90 Minuten 

Nach dem Schlusspfiff stand ich ratlos im Block. „Jetzt verlieren wir schon die Spiele in denen wir über weite Strecken besser sind“. Um mich herum gab es wenige Diskussionen, was hätte man auch sagen sollen. 

Wer dieses Match live im Stadion oder zu Hause im TV gesehen hat, kennt das ganze bisherige Dilemma der Saison 2016/2017. Wieder gefällig gespielt, wieder verloren. 

Die Aufstellung, welche Tomas Oral wählte fand Anklang auf den Rängen, so ziemlich jeder hätte genau so die Truppe auf die Ostalb geschickt. 

Der Beginn war gut. Wir kamen schnell an im Spiel und beherrschten die Gastgeber. Heidenheim kratzt diese Saison an den Top Drei, also alles andere als Laufkundschaft. Eine eingespielte Mannschaft mit dem ehemaligen Karlsruher Schnatterer als Herz des Teams. Es war also eher überraschend, dass der KSC die Partie dominierte.

Unsere Elf kämpfte, rannte und setzte die Gastgeber schon früh unter Druck. Wir waren ballsicher und spielten über Yamada, Torres und Stoppelkamp schnell nach vorne. Das sah nicht nur gefällig aus, wir erarbeiteten uns auch einige gute Strafraumszenen, leider nicht wirklich viele richtig gute Torchancen. Nach einer Ecke und einem erkämpften zweiten Ball köpfte uns Yamada (!!!) verdient mit 0:1 in Führung. 

In den folgenden Minuten hatten wir nicht das Gefühl, dass die Mannschaft das Spiel aus der Hand geben wird. Eine starke Leistung von allen ermöglichte es, dass die Heidenheimer nicht in die Partie fanden. Bis zu einem ominösen Pfiff des Schiedsrichters. Elfmeter für die Gastgeber nach einem angeblichen Foul von Torres. Saublöd ging er zum Ball, aber trotzdem war es kein Foul. Der Schiri sah dies leider anders und so stand es zur Pause 1:1 statt 0:1 oder gar 0:2. 

Ja, es war wieder unglücklich, aber zuvor sind wir auch nicht in der Lage nachzulegen und unsere Führung trotz Überlegenheit auszubauen. An was dies liegt? Keine Ahnung! Wir spielten ja weiter nach vorne, aber wirklich zwingend sind wir nicht. Rückblickend auf die letzten beiden Runden war dies schon da unser Problem. 2014/2015 hatte Rouwen Hennings seinen unglaublichen Lauf, wenn er nicht traf wurde es auch eng. In der letzten Saison taten wir uns offensiv auch schwer. 

Es kam natürlich genauso wie es mein Nebenmann schon Minuten vorher immer wieder in seinen nicht vorhandenen Bart hinein murmelte. Heidenheim erzielte aus dem Gewühl den Siegtreffer. Es war wohl Abseits und René Vollath war dermaßen in Rage, dass er sich noch die gelbe Karte abholte. 

Und genau hier liegt der große Unterschied zu den beiden vorher genannten Spielzeiten. Wir sind defensiv nicht mehr stabil und fangen uns gerne mehr Tore als wir schießen. Dass wir zu Null spielen hat Seltensheitswert. Es fängt im defensiven Mittelfeld an und hört bei der nicht tauglichen Innenverteidigung auf. Natürlich sind Gulde, Meffert und Gordon nicht 1:1 zu ersetzen, dass wir hier aber unseren Kader mit Chorephäen wie Figueras und Kinsombi aufgefüllt haben ist lächerlich. Noch in der Winterpause diesen Jahres gehörte Jan Mauersberger zu uns. Er wollte ebenso beim KSC bleiben wie Daniel Gordon. Beide Innenverteidiger genügen gehobenen Ansprüchen der 2.Liga. Einer kickt nun wieder in München, der andere in Sandhausen. Beide unumstrittene Stammspieler! Beim verfassen dieser Zeilen muss ich unweigerlich wieder den Kopf schütteln über so viel Dummheit, beide gestandenen Verteidiger gehen zu lassen. 

Thoelke war stark letzte Runde, wenn er entweder Gulde oder Gordon neben sich hatte. Stoll stand als zuverlässiger Backup parat. Nun hat Thoelke die Hauptlast der Verantwortung zu tragen. Stoll ist leider öfter verletzt und die beiden anderen kannst in der Pfeife rauchen. Auf Links bleibt Sallahi weiter ein einziger Reinfall. Da Kempe sich leider regelmäßig verletzt, sind wir auch hier nicht konstant gut aufgestellt. 

Prömel macht es auf der 6-er Position zwar richtig gut, es fehlt aber der Abräumer, die „Drecksau“. Einer der zuverlässig die gegnerischen Angreifer im Mittelfeld stellt und zum Wahnsinn treibt. Einer wie Peitz zu seiner besten Zeit. Kom hat sich hier bisher auch als schicke Fehlbesetzung entpuppt. War er in Heidenheim überhaupt im Kader? Leute warum sollten denn auch ausgerechnet wir einen Spieler entdecken, der vier Jahre lang in Tunesien spielte. Wäre er ne Granate hätte er dort nicht so lange gekickt, wäre statt dessen schon längst in Frankreich aufgetaucht. Zugegeben, dass ist etwas „bauernschlau“, aber der Gegenbeweis wurde auf dem Platz bisher nicht angetreten. 

Am Ende standen wir wieder ohne Punkt da und dies obwohl wir vor allem die erste Halbzeit dominierten. Wenn man solche Spiele verliert steigt man ab, murmelte mein Nebenmann wieder vor sich hin. Ich widersprach ihm nicht im Nieselregen von Heidenheim. 

MAD

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Derbyrückblick: Karlsruher SC – VFB Stuttgart oder Sunday Bloody Sunday 

Am letzten Sonntag im Oktober diesen Jahres stieg eines der heißesten Derbys in Fußballdeutschland. Mein Karlsruher SC empfing die Nacktmulle aus dem Talkessel. „Tag X“ war da, wie ein tausendfach auf YouTube angesehenes Video schon Wochen vorher beschwor. 

Ich kann, selbst angesichts der Niederlage, bis heute nicht aufhören darüber zu grinsen, dass dieses Duell 2016/2017 nur statt findet, weil der VFB aus der 1.Bundesliga abgestiegen ist. Es sind diese kleinen Freuden, die das Leben lebenswert machen. 😎

Die Karlsruher Szene war schon früh an diesem trüben Sonntag Morgen auf den Beinen um sich zum Derbymarsch im Fanprojekt zu versammeln. Dass dies kein normales Spiel ist, merkte man nicht nur an der Anzahl der Anwesenden. Die Stimmung war angespannt, es kribbelte bei allen, es war laut, teils hektisch und man sah auch wieder Gesichter, die man nur bei derlei Begegnungen sieht. 

Der Marsch startete mit viel Pyro und lautstarken Gesängen. Über tausend KSC-Fans bahnten sich ihren Weg, vorbei an den Hochhäusern der Nordstadt bis zum abgesperrten Adenauerring. Unsere Berliner Freunde sprachen uns und den Jungs, welche von den kurz vorher ausgesprochenen SV betroffen sind via Spruchband von einer Brücke aus Mut zu. Danke für eure Freundschaft und dass ihr die ersten 10 Minuten des Derbys mit uns verbracht habt, bevor ihr zu eurem Spiel nach Hoffenheim weiter gefahren seid. 

Das Stuttgarter Maskottchen wurde noch einem Feuertest unterzogen und fiel glatt durch. Tiefschwarzer Rauch stieg aus dem Inneren des Krokodils hervor und man bekommt unweigerlich Angst davor, dass es in einer Fabrik welche diese Viecher herstellt mal brennt. Und die Frage welche Chemie da drin steckt, stelle ich mal besser nicht. Wenn jeder aus der Cannstatter Kurve allerdings so ein Stofftier zu Hause hat, erklärt es wiederum einiges. 

Im Stadion wurden die letzten Vorbereitungen zur Choreo getroffen. Wochenlange Arbeit lag hinter den Ultra-Gruppen und alle wollten die Choreografie nun der Öffentlichkeit zeigen. Über die komplette Gegengerade erstreckte sich die zweiteilige Choreo, die in den Karlsruher Stadtfarben begann und in die Aufforderung mündete das Schlachtfeld heute als Sieger zu verlassen. Die Mühe hat sich wirklich gelohnt. In der Karlsruher Mittagssonne erstrahlte die Gegengerade in vollem Glanz. 

Bilder findet ihr hier: http://ultra1894.de/11-spieltag-ksc-schaben/

Im Auswärtsblock stieg roter Rauch auf und die Nacktmulle machten sich sehr lautstark bemerkbar. Die alte Gelbfüssler Fahne wurde auch wieder ausgegraben. Es waren knapp 4.000 Stuttgarter im Stadion die sehr laut ihre Mannschaft unterstützten und zu Beginn der zweiten Halbzeit noch eine kleine Pyroshow veranstalteten. 

Auf dem Spielfeld begann der KSC sehr engagiert. Die Jungs wussten um was es uns bei diesem Spiel geht. Es war und ist nichts weniger als das Spiel des Jahres für alle KSC Fanatiker. Natürlich erklang hier auch „Tod und Hass dem VFB“! Ganze Generationen von KSC Fans schmetterten diese Zeilen schon durch den Wildpark und das Neckarstadion. Anfang der 90er Jahre wurde dies untermalt mit schwarzem Rauch auf einem riesigen Bettlacken in der Untertürkheimer Kurve präsentiert. Da war es niemandem auch nur eine Erwähnung wert. War eben eine andere Zeit. Damals unterstützen uns sogar noch dutzende Frankfurter in schwarzen Bomberjacken. Aber lassen wir die alten Geschichten, das erinnert nämlich an „Opa erzählt vom Krieg“. 😏 

Das der VFB nach 10 Minuten das 0:1 erzielte war tragisch und ich merkte an mir selbst wie die Hoffnung auf einen Derby-Sieg sehr schwand, da ich es unserer Mannschaft nicht zutraute dies noch zu drehen. Im Rückblick denke ich, dass es wohl nicht nur mir so ging, denn der Support hatte nach dem Gegentor nicht mehr die Energie wie davor. 

Es war ein Spiel mit sog. „offenem Visier“. Beide Mannschaften waren sehr engagiert bei der Sache, der VFB wirkte dabei stets den einen Tick besser. Trotzdem hatten wir zwei sehr gute Möglichkeiten um den Ausgleich zu erzielen. Wir sind aber vor dem Tor nicht konzentriert oder auch gut genug und so machten wir die heiß ersehnte Bude eben nicht. 

In der zweiten Halbzeit präsentierte der L-Block ein kleines Theaterstück mit „Äffle und Pferdle“ und einem vermeintlichen „Angsthasen“. Dabei erlebten die beiden schwäbischen Protagonisten ihr blau-weißes Wunder. FSK ab 6 Jahren!

Wir erlebten leider einen schlimmen Auftakt nach der Pause. Der VFB in Person von Terrodde erzielte gegen unsere überforderte Innenverteidigung das 0:2. Der Stuttgarter Stürmer stand in der Luft und Figueras/Kinsombi konnten nur zuschauen. Sie können es leider nicht besser. Was im Auswärtsblock daraufhin los war muss ich hier wohl nicht wiedergeben, jeder kann es sich denken. 

Es war nun aber gut zu beobachteten wie der KSC weiter Gas gab und die Spieler alles versuchten um das Ding noch zu drehen. Und wie aus heiterem Himmel ergab sich dann auch die Chance auf einen eigenen Treffer. Handelfmeter für unsere Farben und Stoppelkamp verwandelte sicher zum 1:2. Der Jubel war sehr groß auf unserer Seite, Fäuste wurden geballt und die Mannschaft in den Minuten danach versucht so lautstark als möglich zu pushen. 

Leider ergab sich keine weitere Torchance mehr. So sehr der KSC es auch versuchte, am Strafraum war Schluss und der VFB machte in der 87. Minute mit dem 1:3 den Sack zu. In deren Block wurde sogleich ein vorbereiteter Derbysieger Lappen präsentiert. 

Unsere Mannschaft hat alles gegeben. Sie kämpften, rannten und ackerten und versuchten das Spiel zu gewinnen. Oral hatte sie gut eingestellt. Es reicht aber eben nicht. Aus meiner Sicht war es sogar die beste Saisonleistung bis dahin und mehr ist nicht drin. Wir haben zu sehr an Qualität verloren und sind zu ungefährlich vor dem Tor. Dies war die letzten Jahre schon nicht unsere Stärke, da konnten wir uns aber auf eine bärenstarke Defensive verlassen. Wenn ich mir beim Derby unsere Neuzugänge Figueras und Kinsombi da hinten anschaue bekomme ich Drehschwindel und bei jedem gegnerischen Angriff wird mir Angst und Bange. Gegen eine Truppe wie sie die Nacktmulle haben, besteht da kaum eine Chance. Ist leider so. Zum kotzen was die Verantwortlichen Todt und Wellenreuther hier angerichtet haben. 

Der erwartete blutige Sonntag blieb auch aus und alle 27.600 Zuschauer konnten unversehrt den Heimweg antreten. Ob darüber wohl alle glückwilich waren, dass es doch keine Krawalle gab? Die Medien hätten sicherlich gerne Krawall und Remidemmi präsentiert. Verkauft sich einfach besser als ein friedliches Derby. 

Dazu lest bitte diesen sehr guten Artikel: http://ultra1894.de/wie-man-ein-kuenstliches-horror-szenario-heraufbeschwoert-teil-2/

Nun mal im Ernst Stuttgarter: Der Kevin Grosskreutz machte für euch im Vorfeld und auch danach verbal die „Assi-Nutte“. Diese Blitzbirne hat Dortmund tätowiert, er ist der BVB und er lebt diesen auch. Jetzt biedert er sich aufs übelste bei euch an und labert etwas von der Stadt und der Region. Er tut so als wäre er ein Ur-Stuttgarter und in Cannstatt geboren. Weiß der überhaupt in welchem Bundesland er spielt? Ist euch dies nicht zu dumm? Mit Dortmund an sich könnt ihr ja auch nicht wirklich. Braucht ihr das? Und nein, wir sind nicht neidisch darauf, das wir momentan keinen Typen wie Kevin im Kader haben. 

@Moritz Stoppelkamp: Danke für dein Tor im Derby und den unermüdlichen Einsatz. Was du aber nicht machen musst, ist nach dem Tor vor unsere Kurve zu laufen und dir mit voller Inbrunst auf unser Logo zu schlagen. Du bist erst paar Monate da und wir brauchen solche Gesten nicht von einem Spieler der unseren Verein noch nicht wirklich kennt und liebt. 

MAD 

P.S. Ich war Freitags auf nem Ska Nighter. 😜

Derby!

Es kribbelt, das Adrenalin bahnt sich so langsam seinen Weg durch alle Fasern des Körpers, die Nervosität steigt in alle Haarspitzen – es ist Zeit für das DERBY!

Seit Tagen ist die Anspannung in ganz Karlsruhe spürbar. Ob auf der Straße oder bei der Arbeit, wenn man als KSC-Anhänger bekannt ist, wird man dieser Tage nur auf das Spiel der Spiele angesprochen.

Es erwartet den  Fußballfan ein ausverkaufter Wildpark, bestes Fußballwetter, zwei hochmotivierte Teams und fanatische Kurven die stimmlich und optisch alles aufbieten werden was geht.

Ein Derby entsteht nicht in den Medien oder am Reißbrett vermeintlich regionaler Gegebenheiten. Derbys entwickeln über Jahrzehnte ihren Charakter, sie wachsen und die gegenseitige Abneigung zementiert sich. Der erste Blick im Kalender gilt dem Derby, wann fahren wir zu ihnen, wann kommen sie zu uns. Monate vor diesem Ereignis beginnen die Vorbereitungen.

Derbys sind Spiele über die man in Jahren noch voller Emotionen spricht. Siege schmecken besonders süß, Niederlagen bitter wie Wermut.

Sobald die Derbywoche angebrochen ist, kreisen alle Gedanken um diese 90 Minuten. Die Vorbereitungen erhalten den letzten Feinschliff, das Team wird eingeschworen auf das Spiel des Jahres für die Fanszene und parallel dazu dreht die Presse regelmäßig am Rad und schreibt den Untergang des Abendlandes herbei. Sie verwandelt Gerüchte in Tatsachen, stellt Vermutungen an und schürt gezielt Angst.

Am Sonntag zählt es für den KSC! Das Derby gegen die Nacktmulle aus dem Talkessel steht an und es zählt nur der Sieg. Im fairen sportlichen Wettkampf, das versteht sich ja von selbst. 😉

Alle ins Fanprojekt zum Derbymarsch! Stimmen wir uns gemeinsam ein und singen uns warm für die wichtigsten 90 Minuten des Jahres 2016!

Wie liebe ich solche Spiele!

MaD – on fire

Innenverteidiger gesucht – Stelle sofort anzutreten 

Mit dem in der Vergangenheit dauerverletzten Vorsah als Testspieler nimmt die Suche nach einem neuen Innenverteidiger kroteske Züge an beim Karlsruher SC.

Sören Gonther konnten wir vom FC St. Pauli wohl nicht loseisen und ansonsten machten viele Gerüchte die Runde ohne das etwas konkret wurde.

Wir suchen einen Spielertyp wie Daniel Gordon (SV Sandhausen 🙉🙈) und Jan Mauersberger (1860 München).

Nicht das wir beide Spieler unlängst noch unter Vertrag hatten und ohne Not ziehen ließen. Beide wären gerne geblieben nach ihrer eigenen Aussage. Daniel Gordon wählte sogar den SV Sandhausen um wohnortnah (Karlsruhe!) weiter zweite Bundesliga spielen zu können.

Warum wir den Nationalspieler Jamaikas so mir nichts dir nichts gehen ließen ist mir nicht begreiflich. Ich hatte schon erwartet, dass wir in diesem Fall zeitnah zu Beginn der Wechselfrist einen adäquaten Ersatz präsentieren. Da habe ich mich leider geirrt.

Mit Kinsombi, Stoll und Thoelke haben wir nur drei Innenverteidiger am Start zum Ende der Saisonvorbereitung. Davon hat einer (Kinsombi) keine Zweitligaerfahrung und Martin Stoll ist eigentlich nur als Nummer vier vorgesehen. Stand heute wird es auf unseren Routinier diese Saison wohl mehr denn je ankommen.

MaD – macht sich schon mal warm falls er gebraucht wird

Das Phänomen Will Grigg

Gastbeitrag von „Robelix“:

Er ist in aller Munde, obwohl er für sein Land Nordirland keine einzige Minute bei der EM 2016 in Frankreich gespielt hat. Die Rede ist von Will Grigg oder vielmehr von dem Song über ihn, den nicht nur Nordirlands Fans singen, sondern mittlerweile Fußballanhänger aus ganz Europa grölen, sogar die sonst doch eher sehr stark muttersprachlich orientierten Franzosen: „Will Grigg‘s on fire“.

Angefangen hat alles mit Will Griggs überragender Saison im Trikot der Wigan Athletics. Will Grigg, für 1 Mio. Pfund von Brentford gekommen, feuerte Absteiger Wigan Athletic in der Saison 2015/16 mit 25 Toren in 40 Spielen direkt wieder zurück in die Championship (2. englische Liga). Wettbewerbsübergreifend waren es sogar 28 Tore von Will Grigg, die komplett hier zu sehen sind:

Obwohl ein Neuzugang der Latics in der zurückliegenden Saison war schon bald ein spezielles Will Grigg Lied geboren, wie in England nicht unüblich bei sehr beliebten (oder auch verhassten) Spielern. Zur Melodie von „Freed from desire“ von der italienischen Sängerin Gala entstand die Grigg-Hymne „Will Grigg’s on fire“. Die Lawine losgetreten hat dann der Wigan-Fan Sean Kennedy, der den Song im Mai 2016 „aufgenommen“ und auf youtube hochgeladen hat:

Ein englisches House-Duo („Blonde“) hat eine „discokompatible“ Version daraus gemacht, die die britischen Download-Charts bis auf Platz 7 erstürmte. Die Briten hören diesen Song auf den Radiostationen des Landes in der Dauerschleife. Sogar gegnerische Mannschaften, denen Grigg kräftig eingeschenkt hatte, besingen nach eigenen Erfolgen den früheren Gegner. So geschehen bei Barnsley nach deren Triumph in den Play-off finals zum Aufstieg in die 2. Liga – Will Grigg hatte gegen Barnsley in der zurückliegenden Saison insgesamt 3 Tore geschossen.

In Nordirland haben einige lustige Zeitgenossen der lokalen Feuerwehr einen Telefonstreich gespielt: einer der I(h)ren rief den Notruf an und auf die Frage „and what´s on fire?“ entgegnete er: „Will Grigg“. Die Call-Center Frau bei der Feuerwehr fragte nach: „Will Grigg’s on fire?“ und dann ging es ab…

https://twitter.com/WillGriggFire/status/743483157169709057/video/1

Gesänge der Fans zu einzelnen Spielern haben in England eine lange Tradition und sie wird auch umfassend „gepflegt“. Der typisch britische Humor und eine große Portion Selbstironie finden sich auch sehr häufig in diesen, von den Fans erdachten Texten. Kaum ein Stadion, in dem nicht der wichtigste Spieler des Erzrivalen einen eigenen Schmähgesang zu hören bekommt. Einige schöne, aber auch einige hämische Fangesänge finden sich hier:

Sean Kennedy ist bei der Geschichte übrigens auch nicht komplett leer ausgegangen: von Wigans Präsident David Sharpe bekam er via Twitter eine Dauerkarte für die kommende Saison avisiert: „For inventing the best chant ever known to man, you’ve earned yourself a free season ticket for next season @KennoUTJ. Will Griggs on fire ”.

Relegation abschaffen! 

Die vier schlechtesten Fußballspiele der BuLi-Saison kamen also zum Schluss. Grauenhafter Fußball, geprägt durch viel Existenzangst.
Meine Kurzanalyse zur Relegation:

Vom Spektakel auf den Rängen (vor allem beim Duell Frankfurt-Nürnberg) her ist das Werbung für den Erhalt der Relegation.

Alle Mannschaften konnten eindrucksvoll ihre Untauglichkeit für die Zugehörigkeit zur eigenen Liga bzw. für den Aufstieg in die höhere Klasse unter Beweis stellen.

Kein begeisternder Offensivfußball, von keinem Team. Alles geprägt von Angst. Es geht einfach um zu viel in nur zwei Spielen.

Nürnberg verzichtet in zwei Spielen auf jeglichen Torschuss, spielt destruktiv und lässt alles spielerische vermissen. Dem MSV Duisburg versagen komplett die Nerven und sie zeigen zur besten Sendezeit warum sie die ganze Saison unten standen.

Frankfurt in beiden Partien feldüberlegen, aber einfallslos und Würzburg macht schlicht hinten dicht, kämpft um jeden Ball und das Spielglück ist auf ihrer Seite.

Ich bin für die Rückkehr zum alten System. Drei Teams steigen auf und drei ab. Dies bildet nach 34 Spieltagen eine Saison ab und die Tabelle lügt bekanntlich nicht. Schluss mit diesen Ausscheidungsspielen auf „Leben und Tod“, welche nur der Befriedigung des TV dienen unter dem Deckmantel der Spannung.

MaD

Relegation – Gedanken eines Duisburgers

Gastbeitrag eines Freundes aus Meiderich:

Hallo Ihr KSC Fans, deren Verein sich seit längerem langsam und heimlich in mein Herz geschlichen hat. Ihr, die im letzten Jahr in letzter Sekunde in der Relegation unterlegen seid. Ihr werdet mich verstehen, wenn ich Relegation erwähne! Ihr, in deren Augen ich nach dem 1:2 schauen musste und deren Schmerzen ich körperlich fassen konnte.

Ihr werdet mich verstehen! Nein, es ist kein Endspiel, es sind zwei! Aber im Endspielmodus befinde ich im Grunde schon seit 12 Spielen. Aber wie lange halten das die Nerven der Spieler durch. Wie lange kann das so noch gutgehen? Seit Wochen gibt es nur noch 1 Tag Durchatmen nach dem Spiel und dann wieder 6 Tage Bangen, rechnen und hoffen. Ich bin den Tag anwesend und mache meine Arbeit so gut es eben geht und erwische mich dabei, dass ich alte Gewohnheiten jetzt nicht mehr ändere oder schon mal #allesfürLiga2 konstatiere.

Mein Magen dreht schon wieder Kreise und wenn ich morgen und am Dienstag im Stadion stehe, dann denke ich an Euch. Mit dem Wunsch auf ein besseres Ende für mich. Positiv denken, es gibt noch ne Chance, alles ist drin…. Ich möchte es so gerne glauben, aber die Angst ist jetzt so richtig greifbar. Wir hören uns am Dienstag Abend, entweder völlig betrunken oder in Tränen aufgelöst.

Ja, das Leben wird auch danach weitergehen. Das rechte Bein wird dem linken folgen, aber der Geist bliebe träge zurück!

Zum Abschied alles Gute

15 Jahre war er im Verein, davon 4 komplette Spielzeiten als Cheftrainer der Profis. Gestern nun drehte Markus Kauczinski seine letzte Runde im Wildparkstadion. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Ehrenrunde. Den Applaus von über 18.000 Zuschauern für seine großartige Amtszeit konnte er genießen und bekam ihn absolut zurecht.

Markus Kauczinski stabilisierte unseren Verein sportlich nach dem Gang in die 3.Liga und führte den KSC nicht nur wieder zurück in die 2.Bundesliga, sondern auch fast ganz nach oben. Er hielt eine Mannschaft zusammen, keiner war abgeschrieben bei ihm. Für eine Startaufstellung zählte alleine die Leistung und über eine gute Trainingswoche konnte sich jeder Spieler wieder für den Startelfeinsatz empfehlen. Kauczinski war immer sehr klar in seinen Analysen und entwaffnend ehrlich. Wenn wir einen Spieler auf dem Feld als unterirdisch bewerteten, dann konnte man davon ausgehen, dass Kauczinski dies nicht schön redete, sondern selbst enttäuscht war.

Mit „Agi“ Giannikis bildete er ein tolles Trainertandem indem jeder seine Rolle fand. Giannikis leitete oft das tägliche Training und gab auch während eines Spiels von draussen Anweisungen. Einen Komptenzkonflikt zischen dem Chef und seinem Co war nie auszumachen, sie wirkten sehr aufeinander abgestimmt und harmonisch bei dem was für uns sichtbar war.

Kauczinski war für den KSC genau der richtige Mann zur richtigen Zeit. Nach dem Abstieg in die 3.Liga war er es, der einen Kasten Bier in die Kabine schleppte und für seine Spieler da war um gemeinsam den Blick wieder nach vorne zu richten. Er behielt auch die Ruhe als die Drittligasaison nicht gleich so anlief wie es im Umfeld alle erwarteten. Als der Erfolg sich dann einstellte konnte er diesen natürlich genießen, verfiel aber nie in zu große Euphorie und war sich der Schwachstellen in der Mannschaft immer bewusst. Seine Spielweise kristallisierte sich in der 2.Bundesliga auch für den Laien schnell heraus. Kaucze legte viel Wert auf eine stabile Defensive und das 4-2-3-1 System überwiegte. Der Erfolg gab ihm recht, der KSC war immer ein sehr unangenehmer Gegner und die meisten Mannschaften hatten Mühe sich gegen uns viele Torchancen zu erspielen.

Wie er die Truppe in der Relegation gegen den HSV um den Aufstieg in die 1.Bundesliga einstellte war sein Meisterstück. Gerade in Hamburg trat der KSC über weite Strecken unglaublich dominant auf und lief die Hamburger in Grund und Boden. Auch dies ein Merkmal der Kauczinski Ära. Unsere Mannschaften liefen enorm viel, machten damit Räume für den Gegner dicht und gingen auch keinem Zweikampf aus dem Weg.

Die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg verflog, glaube ich ganz persönlich, nie so ganz bei Markus Kauczinski, vielleicht auch mit ein Grund warum er sehr frühzeitig in dieser Saison ankündigte den KSC zu verlassen. Er und die Mannschaft schafften es aber den Hebel wieder umzulegen und nach einem katastrophalen und teilweise unglücklichen Saisonstart den KSC in das gesicherte Mittelfeld zu führen. Sicherlich war dies auch einer absolut intakten Mannschaft zu verdanken, die über Jahre gewachsen war und erst jetzt nachhaltig ihr Gesicht verändern wird.

Nun ist es Zeit DANKE zu sagen. Nicht nur unserem großartigen Trainer Markus Kauczinski und seinen beiden Co-Trainern Argirios Giannikis und Patrick Westermann. Alles Gute für euch in Ingolstadt und damit in der 1. Fußball Bundesliga. Ich werde euren Weg immer sehr wohlwollend verfolgen.

Mit Dominic Peitz und Daniel Gordon gehen zwei Säulen unserer Mannschaft. Seit 4 Jahren gingen sie mit dem KSC einen erfolgreichen Weg von der 3.Liga bis ins obere Drittel der 2.Bundesliga. Ihr Einsatz und ihre Leidenschaft für unseren Verein war immer spürbar. Auf und neben dem Platz zwei absolute Vorbilder für junge Spieler. Sie brachten immer ihre Leistung und wenn es mal nicht so lief und Fehler gemacht wurden, dann lag es zumindest nicht an mangelndem Einsatz. Vor allem „Peitzer“ zeichnete dies natürlich aus. Er legte sich nicht nur einen großen Sympathievorrat bei den Fans des KSC zu, sondern auch eine ansehnliche Sammlung an gelben Karten. „Peitzer“ du bist absolut zurecht in einer Reihe mit Spielern wie Gunther Metz und Maik Franz zu nennen und wirst immer einen Platz im Herzen der Gegengerade haben. Alles Gute für dich bei Holstein Kiel.

Danke auch dir „Gordi“, der du als Kapitän unsere Mannschaft zum letzten Saisonspiel gegen Bielefeld (1:1) auf das Feld führtest und wieder mal auch als solcher auf dem Platz agiertest. Mit deiner Ruhe, Übersicht und Kopfballstärke warst du wieder ein Garant der stabilen Defensive. Und dass du manchmal auch etwas den „Bruder Leichtfuß“ gabst, machte dich umso sympathischer. Ein Nationalspieler Jamaikas darf dies.

Danke auch an Jonas Meffert, Manuel Gulde, Sascha Traut, Mohamed Gouaida und Dimitrij Nazarov.

Welch Qualität da unseren Karlsruher Sport Club verlässt. Wie gerne habe ich Manuel Gulde und Jonas Meffert zugesehen. Beide Spieler dürfen nun ihr Bundesligaformat auch in dieser Liga unter Beweis stellen. Ich gönne ihnen beiden den Sprung und hoffe darauf, dass sie sich durchsetzen und zeigen was sie bei uns gelernt haben.

Dimitrij Nazarov du talentierter Mittelfeldspieler, warum nur konntest du dein Potential so selten abrufen. Wie genial spieltest du in beiden Spielen gegen Hamburg, wenn doch nur dein 30 Meter Schuß den Weg damals ins Tor gefunden hätte. Deinen späten Ausgleich im Derby gegen Kaiserslautern wird mir auch immer in Erinnerung bleiben. Schade, dass es mit uns irgendwie unvollendet zu Ende geht.

Wie gehts es nun weiter mit dem KSC in der nächsten Saison? Dies ist bisher das große Geheimniss der Verantwortlichen. Unser Prunkstück, die Abwehr, ist gesprengt nach den Abgängen und hier stehen bisher nur Stoll, Thoelke und Kinsombi als Innenverteidiger unter Vertrag. Ich hoffe hier auf einen Plan unseres neuen Trainer Tomas Oral. Wenn es diesen nicht gibt war es fahrlässig Daniel Gordon nur einen lächerlichen Einjahresvertrag zu reduzierten Bezügen anzubieten und ihn damit in die Arme eines anderen Vereins zu treiben.

Die Offensive steht soweit. Hier gibt es noch ein Fragezeichen hinter der Rückkehr von Köpke aus Aue. Er hat dort maßgeblich zum Aufstieg beigetragen und viele Tore erzielt. Ich würde ihn nicht für die berühmte Kombination „Apfel und Ei“ ziehen lassen und Aue kann sicherlich nicht viel mehr bezahlen. Köpke hat bei uns Vertrag und sich nun warm gespielt. Wir müssen ihn zurück holen und wenn es dann doch nicht für die 2.Liga reicht, kann man ihn im Winter immer noch ausleihen oder abgeben.

Tomas Oral übernimmt nun von Markus Kauczinski. Er tritt in große und erfolgreiche Fußstapfen. Eine Chance hat er verdient. Der ganze Verein und die Fans müssen hinter dem neuen Trainer stehen, der durch seine Art polarisiert und sicherlich nicht jedermanns Freund wird. Was zählt ist letztlich aber „aufm Platz“ und wenn hier der Erfolg da ist, dann passt es schon. Selten habe ich es im Vorfeld erlebt, dass eine neuer Trainer so kritisch beäugt wurde, nachdem seine Verpflichtung fest stand. Es liegt nun an ihm und auch an uns aufeinander offen zuzugehen.

Diese 2.Liga wird der Traditionshammer nächste Saison. Während in der Bundesliga Ingolstadt gegen Hoffenheim und Red Bull gegen Wolfsburg spielt und eh wieder klar ist das der FC Bayern München locker Meister wird, begegnen sich bei uns Stuttgart, Hannover, Nürnberg/Frankfurt, Kaiserslautern, Braunschweig, 1860 München, Düsseldorf, Bochum, Union Berlin und vlt. auch Duisburg wenn sie die Relegation packen. Fußball(tradition)herz was willst du mehr?!

Die Gegengerade blickt mutig vorwärts und dankbar auf die letzten 4 Jahre zurück!

MaD

P.S. Warum unser Präsident Ingo Wellenreuther lieber im Urlaub weilte als unseren Trainer zu verabschieden ist eine Frage die nicht nur ich mir stellte gestern Nachmittag.



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