Der Karlsruher SC eilt in der 2.Liga gerade von Sieg zu Sieg und wir sind nicht dabei. Zumindest nicht im Stadion, in der Kurve, im Block. Die KSC-Familie versammelt sich statt dessen vor dem Bildschirm und postet ihre KSC-TV-Bilder in den Insta-Stories.
Es gibt auch einige Fans, die das Geschehen nur aus der Ferne verfolgen. Manchmal nicht mal wissen wer unser nächster Gegner ist und wann das Spiel statt findet. Leute, die in den letzten Jahren kaum ein Spiel versäumten, sind nun wandern am Spieltag oder mit den Kids auf dem Spielplatz.
Wie verrückt und surreal die momentane Situation doch ist.
Jeder der schon mal länger mit einem Verein und der aktiven Szene unterwegs gewesen ist, weiß was am Samstag in Osnabrück an der Bremer Brücke los gewesen wäre als Hofmann kurz vor Schluß das Siegtor erzielte. Auch zu Hause hätte das Wildparkstadion gebebt, trotz Baustelle, bei den tollen Spielen unserer Mannschaft.
Wir sind aber nicht dabei, wir stehen nicht mal draussen in einem Polizeikessel, haben Stadionverbot oder sind mal wieder zu spät mit dem Bus losgefahren.
Der Song zur Fandemo im Jahr 2002 lautete „Schnitzel ohne Pommes“ und bezog sich darauf, dass Fußball ohne Fans eben genau so ist. Und wer von uns isst schon gerne Schnitzel (egal ob vom Schwein oder vom Tofu) ohne Pommes?!
Die Siege unseres KSC fühlen sich für mich an wie dieses besungene Schnitzel, eben ohne Pommes. Ich kann unser Team nicht nach vorne peitschen, kann bei den Gegentoren kein trotziges „Kämpfen Karlsruh´kämpfen“ in den Himmel schreien und kann die eigenen Tore und die Siege nicht ausgelassen feiern.
Statt dessen schaue ich mir die Instagram Beiträge der anderen an, verschicke selbst ein paar Jubel-Nachrichten und schaue mir nochmal die Tore in der Zusammenfassung an. Alleine, im Jogger, auf der Couch.
Stell dir vor deine Lieblingsband spielt auf der Festivalbühne den Gig ihres Lebens, aber du hast dich auf dem Zeltplatz schon so zugerichtet, dass du den Weg zur Bühne nicht mehr findest.
Oder es liegt der beste Neuschnee in den Alpen und deine Freunde sind mit ihren Boards auf dem Weg, du liegst zu Hause und hast den Fuß gebrochen.
Weder am Konzert noch am Neuschnee kannst du dich so wirklich freuen und so geht es mir und sicherlich auch einigen anderen gerade mit dem Fußball.
Natürlich freue ich mich über unsere Siege und gönne es der Mannschaft, dem Trainer und auch uns von Herzen, aber diese Euphorie fehlt. Es fehlen die Menschen mit denen man genau dies feiern kann was gerade passiert. Meine alten Kumpels von PS99 fehlen mir, mit denen ich ansonsten im Stadion leide und auch vor Freude eskaliere. Die Jungs von der Armata, den Wild Boys und Rheinfire, die ChicKAs und viele andere alt bekannte (früher hätte man „Freibiergesichter gesagt“) und liebgewonne Menschen der Karlsruher Szene.
Was passiert gerade mit uns? Gestern war ich mir mit jemand einig, dass es schlimm wäre, wenn wir diese Saison aus Versehen aufsteigen. What The Fuck! Aber ja, wir könnten nicht dabei sein, nicht im Stadion unser Team zum Aufstieg begleiten und vielleicht den entscheidenden Kick geben.
Wie wird es werden, wenn wir wieder in der Kurve stehen? So wie es war? Wir legen den Schalter um, alle Hände in die Höhe und dann einklatschen für Karlsruhe und ein „Hier regiert der KSC“ (habe gerade Gänsehaut als ich dies schreibe, ihr seid live dabei) ins weite Rund gebrüllt und zwar so laut wie noch nie. So laut, dass auch der Doc auf Anhieb zufrieden ist?!
Ich bin unsicher was mit uns und anderen Kurven noch geschieht, gleichzeitig ist die Vorfreude immens, wieder gemeinsam mit allen unterwegs zu sein. Stellt euch mal die erste Auswärtsfahrt vor nach einer Pause von wahrscheinlich mindestens 1 1/2 Jahren. Sind alle schon dicht in Bruchsal oder müssen wir uns erst wieder zusammen finden?
Aufgrund der momentanen Situation sieht man auch nicht mehr alle Leute regelmässig bzw. manche sogar überhaupt nicht. Früher hockte man jedes Wochenende aufeinander und nun beschränkt es sich auf den engsten Kreis. Sind noch alle da, wenn es wieder los geht?
Ich möchte an dieser Stelle gar nicht das Faß aufmachen was der Fußball eigentlich wert ist ohne Fans, ohne Zuschauer im Stadion. Ein zum Teil seelenloses Gekicke bei dem es nur ums TV-Geld geht und das kranke System am Leben gehalten wird.
Könnt ihr noch so richtig mitfiebern am TV, fehlt euch dabei nicht der Kick alle Emotionen raus lassen zu können? Ist das Spiel noch dasselbe, wenn es ohne Fans gespielt wird? Könnten wir auch Skispringen oder Tennis anschauen? Beides funktioniert für mich übrigens genauso ob mit oder ohne Zuschauer.
Mir geht es in erster Linie um uns. Um die, welche den Fußball letztlich groß gemacht haben. Wir, die leidenschaftlichen Zuschauer mit Herzblut für den Verein, haben diesen Sport erst zum Spektakel gemacht und zwar überall auf der Welt. Und nahezu überall auf der Welt sind keine Zuschauer im Stadion oder nur sehr wenige.
Ich hoffe, dass es wieder so wird wie es war und dass ihr alle wieder dabei seid. Dass wir gemeinsam mit unserem KSC leiden und feiern. Vielleicht ist es auch gerade einfach nur unser „Schicksal“ als KSC-Fans, dass wir bei solch einer Siegesserie kollektiv ausgesperrt sind, würde mich auch nicht wundern. *zwinkersmiley*
Nur der KSC!
MaD
Für alle die es nicht kennen:
Gastbeitrag von einem Karlsruher Allesfahrer, der beruflich im Pflegebereich tätig ist:
Angesichts von G15 Treffen (mit HSV und Hoffenheim, Hahaha) und
Rummeniggeschem Gefasel von Fehde-Handschuhen habe ich mich mal gefragt, wie es eigentlich mit der im Frühjahr gebetsmühlenartig beteuerten Demut des Profifußballs aussieht.
In Sachen Verteilungskämpfe ums Geld wurde der Beweis ja gerade eindrücklich geliefert wie es um die Demut bei den Clubs bestellt ist.
Wie sieht es mit dem Umgang mit Corona selbst aus?
Dass Corona und Profisport nur unter dem Bewertungsmaßstab Geld betrachtet werden kann, hat ja neulich des Zentralorgan des modernen “Geldfußballs“ (Kicker) bewiesen, indem es in den Beschlüssen der Aussetzung des Amateurfußballs und des Zuschauerausschlusses im Profifußball erkannte, dass hier der Profifußball einen Rückschlag durch politische Beschlüsse erleidet.
Inwiefern dies den Amateursport betrifft, nämlich viel härter, oder das es womöglich dem Infektionsschutz dient (oder auch ob es das überhaupt tut) – nebensächlich.
Insofern sind Sinnlos-Länderspiele trotz infizierter Spieler (aktuelles Bespiel „Nations-League“: Deutschland-Ukraine) und Länderspielreisen/Europapokalspiele (wenn man das, was davon übrig geblieben ist, überhaupt noch mit dem guten alten Europapokal vergleichen kann) in Risikogebiete bei ansonsten bestehenden Reisebeschränkungen und Quarantänepflichten auch nicht mehr verwunderlich.
Wie es bei den Clubs bei denen aktuell (fast) der ganze Kader in Quarantäne oder gar positiv getestet ist, weitergeht, kann man sich ausrechnen:
Hoffenheim wird so lange getestet, bis die Befunde negativ sind, zur Not bleibt der ein oder andere Spieler in Quarantäne, aber gespielt wird nach der Pause wieder.
Meppen dagegen bleibt halt einfach so lange in Quarantäne, bis 14 Tage nach der letzten festgestellten Infektion vergangen sind und solange werden die Spiele abgesagt. Würde ich einen hohen Betrag drauf wetten.
Interessant ist, wie in den verschiedenen Ligen mit festgestellten Infektionen umgegangen wird (wenn ich richtig recherchiert habe):
Bundesliga: Bisher keine Spielabsage, weil entweder infizierte Spieler irgendwie nie Kontaktpersonen 1. Grades haben, oder sich im Nachtest (!) herausstellt, dass der Positivbefund falsch war.
2. Liga: Bei 8 fraglichen Infektionen kam es immerhin 2 mal zur Absage, aber 6x konnte trotzdem am Wochenende gespielt werden, aufgrund der gleichen Herangehensweise und zufälligen Nicht-Kontakten wie in der Bundesliga.
3. Liga: Bei mittlerweile 18 (plus dem Pokalspiel Waldhof-Freiburg) Fällen/Clustern kam es 9x zur Absage, 10x wurde trotzdem gespielt. Dass sich im Nachtest ein Befund als falsch herausgestellt habe bzw. dass es überhaupt einen Nachtest gegeben hat, habe ich hier „nur“ noch einmal
gelesen.
Offensichtlich sind Profifußballer, je höher die Liga ist, umgekehrt proportional häufig (Super-)Spreader. Oder es geht einfach um mehr Geld, je höher die Liga ist….
Nachtests sind ein gutes Stichwort: Die Begründung, dass die
Testkapazitäten, die der Profifußball abruft, zur Verfügung stehen, ohne dass diese der Bevölkerung vorenthalten werden, war im Frühjahr schon Bullshit, weil damals eben entsprechend der geltenden Testkriterien viele, die hätten getestet werden müssen (Kontaktpersonen ohne Symptome, Kranke ohne nachgewiesenen Kontakt, Risikogebiets-Rückkehrer ohne Symptome usw.), trotzdem nicht getestet wurden.
Nur deshalb war damals bei den ohnehin viel zu knappen Testressourcen so viel Testkapazität übrig. Und wie sieht es heute aus?
Die Testkriterien wurden wieder verschärft, die Ärztin vom Gesundheitsamt, mit der ich in den letzten Wochen mehr zu tun hatte, als mir lieb war (mehrere Mitarbeiter erkrankt und positiv getestet, weitere
Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne als Kontaktperson, Wohnheim unter Quarantäne gestellt, wieder Besuchs- und Ausgangsverbot), formulierte zynisch und übertreibend wie folgt: „Wir dürfen nur noch die testen, die eh schon ne Lungenentzündung haben!“
Tatsache ist: Bei deutlich erhöhter Testkapazität wird mittlerweile eben wieder nicht mehr jeder getestet, der getestet werden müsste:
Kontaktpersonen 1. Grades müssen 14 Tage in Quarantäne, aber getestet werden sie frühestens dann, wenn sie Symptome bekommen.
Abgesehen von der Verzögerung, die das für die Kontaktverfolgung bedeutet und ganz abgesehen davon, was Quarantäne für den Betroffenen bedeutet.
Jeder Arbeitgeber freut sich sicherlich ein 2. Loch in den Arsch, wenn der Mitarbeiter 2 Wochen in Quarantäne ist und am Ende stellt sich raus, er hatte gar nix und das hätte man auch schon vor 10-14 Tagen rausbekommen können. Wenn Home-Office geht, na meinetwegen, geht ja aber nicht überall. Stichwort: Pflegeberufe!
Erkrankte werden nicht mehr nachgetestet, um zu sehen, ob sie wieder gesund sind. Wenn nach 14 Tagen Quarantäne mindestens die letzten 2 Tagesymptomfrei waren, geht man davon aus (!), dass derjenige nicht mehr ansteckend ist.
Aber für Reiserückkehrer aus Risikogebieten haben wir die Ressourcen.
Und für den Profifußball natürlich.
Dass bei ca. 1,3 – 1,4 Millionen Tests pro Woche auf die ca. 8000 Tests für die 3 Profiligen nicht unbedingt ankommt, ist mir auch klar. Aber wenn mir das Gesundheitsamt sagt, dass es mittlerweile vermehrt zu falschen Befunden kommt und mutmaßlich die Überlastung der Labore der Grund hierfür ist, dann könnte hier vielleicht die entscheidende Stellschraube liegen. Zumal eben mittlerweile Schnelltests zur Verfügung stehen, die nicht ins Labor müssen. Aber die haben ja nur 90% Genauigkeit, dass ist dann schon eher was für Pflegeheime und nicht für den Profifußball!
Ob ich will, dass der Spielbetrieb im Profifußball eingestellt wird, bis die Bevölkerung durchgeimpft ist, mit allen Auswirkungen, die das wirtschaftlich auf die Existenz der Vereine, incl. und insbesondere unseres Vereines, hätte?
Wahrscheinlich nicht. Aber die Arroganz, mit der der Profifußball noch nicht mal darüber nachdenkt, ob es aus gesellschaftlicher Verantwortung, oder auch „nur“ aus Verantwortung gegenüber der Gesundheit der Spieler, nötig wäre, etwas an der aktuellen Handhabung zu ändern, widert mich einfach nur noch an.
Ich schaue jeden Tag auf den Webcams, wie unser Stadion wächst. Aber wenn die noch ein bisschen so weiter machen, schaffen sie es, dass ich da am Ende gar nicht mehr rein will, sondern nur noch zur 2. Mannschaft gehe…
Warum habe ich hier schon so lange nichts mehr über den KSC geschrieben? Ich hatte das Gefühl dass alles gesagt worden ist was zu sagen war. Alles zu seiner Zeit, in guten und schwierigen Tagen meines Vereins.
Momentan durchleben wir wieder eine eher düstere sportliche Zeit. Auf dem Rasen sieht es mau aus, der Sportdirektor scheint ohne Plan und der Vita unseres „glorreichen“ Präsidenten droht der dritte Abstieg in seiner Amtszeit.
Ein Verein bzw. eine KgaA ohne Plan und Vision.
In dieser düsteren Zeit, dachte ich an dieses Video. Egal wo ihr gerade seid, ob in der Uni, im Büro, in eurer Werkstatt oder auf der Straße, singt es laut! Laut und voller Inbrunst für Blau-und Weiß, für unseren Karlsruher SC!
MaD
Die Geschichte meines Kollegen hierzu:
Beim rum räumen fand ich eine alte Eintrittskarte:
Fugazi im Oktober 89 in Berlin. War ein sehr intensives Konzert und ist in den Top Ten meiner besuchten Konzerte. (Anspieltipp: Turnover)
Aber ich driftete noch ein paar Jahre weiter in die Vergangenheit und blieb bei RLYL hängen. Das war eines meiner ersten Konzerte in Berlin.
Muss gegen Ende ’85 gewesen sein.
An das Konzert selbst habe ich nur positive Erinnerungsfetzen. Aber was davon und danach war, keine Ahnung!
(Wer in den 80ern dabei war und sich erinnern kann, hat sie nicht erlebt…….💩)

MaD
Gestern bin ich in Pforzheim im Rahmen der langen Nacht der Museen auf ein wunderbares Medienprojekt gestoßen.
Die Porträts von Jugendlichen aus Pforzheim wurden in und auf die Bäume im Stadtgarten projektiert.
Das Projekt wurde vom Stadtjugendring Pforzheim in Zusammenarbeit mit der Fotografin Linda Wendel, The Artpole und dem für die musikalische Untermalung Verantwortlichen Daniel Steinfels ins Leben gerufen.
Die Jugendlichen sind Besucher des örtlichen Haus der Jugend. Die meisten von ihnen waren auch persönlich anwesend und sichtlich stolz auf ihre Porträts in den Bäumen.
Eine magische Nacht im Stadtgarten Pforzheim.
MaD





Sonntag Abend zum Abschluss eines langen Musikwochenendes waren Guns‘n‘Roses angesagt. Um den Auftritt dieser außergewöhnlichen Band zu sehen brach ich das Southside Festival ab. Sollte sich dies lohnen?
Bei allem was man über Axel und Co. sagen und hören kann und wie oft er sich in den vergangenen Jahren auch zum Obst gemacht hat, es war ein sensationeller Abend.
3 1/4 Stunden eine musikalische Reise durch ihr ganzes Schaffen und vor der Bühne standen Jung und Alt, Metalfreak und SWR-Hörer, Mutter und Tochter, ergraute Freundescliquen mit bunten Cocktails und bierbäuchige Lederkutten. Diese Art des Rockkonzerts wird es irgendwann mal nicht mehr geben.
Was für tolle Musiker standen da auf der Bühne und wie viele wunderbare Songs haben diese Jungs geschrieben. Was Slash und Co. mit ihren Instrumenten machten war herausragend und alles saß auf den Punkt. Dazu ein Sänger der sichtlich Bock hatte und zu über 90% keine Wünsche offen ließ.
Das er ab und an mal stimmlich nicht mehr das bringen konnte wie man es gerne hätte (z.b. Sweet Child O Mine) ist geschenkt.
Da setzt sich Axel an das Klavier und zockt vor über 50.000 Leuten November Rain und Slash steht im Scheinwerferlicht und spielt den berühmten Gitarrrenpart und schwups war man wieder zurück in die 90er katapultiert.
Das 10 Minütige Gitarrensolo von Slash ließ uns mit offenem Mund vor der Bühne stehen. Ihm mal direkt auf die Finger sehen zu können war phänomenal.
Ich bin auch heute noch schwer begeistert.
29 Songs, schnelle und langsame, epische Balladen und zackige Kracher. Alle hatten das gewisse Etwas und die Gunners schafften es immer wieder aufs Neue das gesamte Publikum einzufangen und zu begeistern. Dies ist eine große Kunst und Axl, Slash und Co. spielten alle Karten dieser Kunst an diesem Abend in Mannheim aus.
Als die ersten Klänge von Paradise City erklangen reckten tausende Menschen jubelnd die Hände in die Luft und strahlten über das ganze Gesicht.
Danke dafür sagt
MaD







