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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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Kempinho und das vollkommene Chaos

Welch denkwürdiges Wochenende liegt hinter uns. Am Samstag feierten wir die wunderbare 40 Jahre andauernde Freundschaft mit den Anhängern von Hertha BSC im ausverkauften NCO Club in Karlsruhe. Stunden später entstieg Kempinho im Wildparkstadion wie ein Phönix aus dem bisherigen Chaos dieser Saison. 

Gefühlt spielten gerade noch The Offenders und feierten zu Dance- und Partymucke die bunte Mischung aus Karlsruher und Berliner Fans, samt Freunden aus Graz und Strasbourg, da war es schon wieder Mittag und der KSC trat zum ersten Rückrundenspiel an. 

Die Berliner waren zu ihrem Auswärtsspiel in Freiburg längst aufgebrochen, da nahm die Chaos-Choreo über die gesamte Gegengerade im Wildpark seinen Lauf. Untermalt von dem auf unseren Verein bezogenen schönen Satz „Auch ein perfektes Chaos ist etwas Vollkommenes“! 

Das erste Spiel unter unserem neuen Trainer Mirko Slomka ging gleich gegen eine direkte Konkurrentin im Abstiegskampf. Die punktgleiche Arminia aus Bielefeld war zu Gast und brachte sicherlich ca. 500 Anhänger mit. Die meisten versammelten sich mittig hinter der Local Crew Fahne, standen kompakt und machten einen ordentlichen Support. Der Gästeblock war mit altbekannten Bannern gut geschmückt. 

Das Zuschauerinteresse hätte aufgrund der Brisanz des Spiels größer sein müssen, aber so ist es eben in Karlsruhe. Sobald schlechter Fußball geboten wird, sind die Leute weg. Da wird schnell vergessen, dass vier (!!!!) sehr gute Spielzeiten mit den Platzierungen 1,5,3 und 7 gerade hinter uns liegen. Im Gedächtnis von so manchem Fan ist dies wohl schon Dekaden her. 

Was geschah in Halbzeit eins? Wir sahen das selbe Gestolpert wie unter Oral. Mutlos, kraftlos und mehr Bolzen als gepflegter Fußball. Die Arminia hätte schon nach zwei gespielten Minuten führen müssen, doch Schütz donnerte den Ball aus 16m nur an den Pfosten. Klos hatte zuvor den Ball im Strafraum seelenruhig zurück legen können. 

In die Pause ging wohl kein KSC Fan mit einem guten Gefühl. Wie um alles in der Welt wollte unsere Truppe hier ein Tor erzielen? Was direkt nach Wiederbeginn geschah, bestätigte alle Befürchtungen. Unser ehemaliges Mittelfeld-Ass Reinhold Yabo spielte seine ganze Stärke aus und bediente Fabian Klos, der zum 0:1 einschob. 

Ernüchterung machte sich breit im weiten Rund und keiner rechnete damit was nun geschah. Die Spieler nahmen ihre elf blau-weißen Herz in beide Hände und spielten ihre beste Halbzeit der Saison. Sie kämpften um jeden Meter und um jeden Ball. Slomka stellte die Taktik etwas um und wir agierten nun aus einem kompakten Mittelfeld heraus in dem Yamada den Ton angab. Eine Ecke führte dann zum Ausgleich. Figueras setzte sich gegen Klos durch und der Ball senkte sich ins Bielefelder Netz. 

Keine Atempause gönnte unsere Mannschaft nun den Armininen. Der Wildpark war schon etwas aus dem Dämmerschlaf erwacht, aber Dennis „Kempinho“ Kempe unser Linker-Verteidiger weckte ihn nun komplett auf. Ob er selbst wusste was er da tat und wo eigentlich der Ball war?

Er fing den Befreiungsschlag der Bielefelder in deren Hälfte ab, umkurvte Yabo und drehte sich in den Bielefelder Verteidiger am 16er hinein, wobei er den Ball zweimal mit der Sohle mitnahm um ihn dann über Hesl hinweg zum 2:1 aus halblinker Position ins Glück zu schießen. Das Wildparkstadion befand sich irgendwo zwischen „Habe ich dies gerade geträumt“ und purer Ekstase. Es war einer dieser Momente, die man nie vergisst. 

Der KSC wäre aber nicht der Chaosclub der er nun mal ist, wenn er sich nicht zwei Minuten später den Ausgleich fangen würde. Eine Freistissflanke aufs lanke Eck segelte an allen vorbei und es stand 2:2.

Wunder Nummer zwei sollte nun folgen, denn wir kamen abermals zurück. Dieses Mal durch unseren quirligen Stürmer Jimmy Hoffer, der zwar stets ackert sich bisher aber auch nicht als Tormaschine entpuppte. Einen abgewehrten Eckball nahm er an der Strafraumgrenze auf und drosch das Leder aufs Tor. Trotz Vollversammlung vor dem Bielefelder Tor fand der Ball den Weg Richtung Gehäuse. Hesl war noch dran, bugsierte ihn aber geschickt an dem auf der Linie stehenden Fabian Klos vorbei ins Tor. 

Dass wir dieses Spiel mit 3:2 gewannen, verdanken wir Sekunden vor dem Schlusspfiff Kinsombi. Unser junger Verteidiger setzte im eigenen 16er zu einer waghalsigen Rettungstat an und bekam gerade noch den Fuß vor Klos an den Ball, der ansonsten völlig frei vor Vollath gestanden wäre. Chapeau für diese Flugeinlage! 

Am Ende standen drei Punkte und drei geschossene Tore auf der Habenseite an diesem 29.01.2017 vor ca. 13.500 Zuschauern und irgendwie keimt nach dieser zweiten Halbzeit etwas Hoffnung auf besseren Fußball unserer Truppe unter Mirko Slomka. 

Abstieg ist jedenfalls keine Option!

Mit Fabian Reese (Schalke), Stefan Musoga (1860 München), Benedikt Gimber (Hoffenheim) und unserem Heimkehrer Jonas Meffert (SC Freiburg) verstärkten wir unseren Kader auf Leihbasis für den Abstiegskampf. Zuvor verpflichteten wir schon Oskar Zawada vom VFL Wolfsburg. 

Auf gehts KSC – 16x gilt es nun diese zweite Halbzeit zu bestätigen für unseren Chaosverein. 

MaD

Road Trip Karlsruhe-Berlin-Braunschweig

Zum letzten Heimspiel der Hertha war es uns eine Freude die Berliner gegen Frankfurt unterstützen zu können. Wir machten uns am frühen Mogen mit dem Auto auf ins dicke B und zwar so rechtzeitig, dass es noch zu einem Zwischenstopp bei CoreTex Records in Kreuberg reichte.
Einfach ein Muss dort zu stöbern und draussen auf der Bank noch ein Bier zu trinken. Irgendwie war es auch gleichzeitig die Eistimmung auf das abendliche Konzert im Astra von Deez Nuts und Stick To Your Guns.
Aber erst mal war Fußball angesagt, wobei dieser auf dem Feld absolut zu kurz kam an dem Nachmittag. Einen üblen Kick mussten die 60.000 Zuschauer über sich ergehen lassen.
Support auf Berliner Seite trotz allem sehr stark und abwechslungsreich. Die Ostkurve zog gut mit. Der Spieler Ben-Hatira verbrachte auch ne ganze Zeit unten im Heimblock.
Frankfurt mit ner sehr schönen Choreo zu Beginn und viel Feuerwerk zur Feier des letzten Auswärtsspiels der Saison nach der Halbzeit. Vielen Dank auch für das laute „Karlsruh, Karlsruh, wir scheißen euch zu“. Fast zu viel der Ehre, dass dies mit der lauteste Gesang der Gäste an dem Nachmittag war. So viel falsch kann eine Szene dann nicht gemacht haben, wenn die Eintracht selbst in Berlin hier geschlossen und laustark diese „beleidigt“.
Das 0:0 war am Ende folgerichtig und bildete prima das Niveau ab. Kalou hätte lässig das 1:0 für die alte Dame erzielen können, scheiterte aber an sich selbst.
So ist kurz vor dem letzten Spieltag sogar noch die winzige Möglichkeit auf Relegation für die Berliner möglich, was wir dann doch aber nicht hoffen wollen.
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Am Abend dann ab ins Astra um zu sehen wie Stick To Your Guns einen prima Abend erwischten und die Halle auseinander nahmen. Schöner Moshpit fast bis nach hinten, jeder hatte Lust zu tanzen. Nur wenn man mit Bierbechern wirft mag er gar nicht der Sänger. So stand das Konzert schon nach den ersten Takten vor einem Eklat, als er von der Bühne ging und dem Typen aus der ersten reihe eine scheuerte. Wieder on stage hielt er einen Vortrag darüber dass man dies nicht machen sollte, aber der Typ gerne hier bleiben kann und man nachher noch mal drüber reden kann.
Deez Nuts taten sich nach dem furiosen Auftritt von STYG etwas schwer und brachten das Astra nicht so in Wallung. Erst bei „Band Of Brothers“ drehten alle richtig am Rad und die Bühne war voll mit feierwütigen Leuten.
Ein rundum gelunger Abend.
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Weiter gings am nächsten Morgen in Richtung Braunschweig und wieder mal die Lehre, dass man einfach rechtzeitig losfahren sollte. Schon am Berliner Ring standen wir im Stau. letztlich schafften wir es gerade noch so zum Anpfiff, hatten aber paar graue Haare mehr.
Die Reaktion nach dem Spiel gegen Darmstadt interessierte uns alle. Der KSC machte das war er am besten kann, kompakt stehen. Brausnchweig biss sich daran etwas die Zähne aus und bei unseren wenigen Vorstößen waren wir gefährlicher. Das 0:1 durch Rouwen Hennings  kurz vor der Pause ließ unseren Block toben. Die Spielstände auf den anderen Plätzen waren ja ebenfalls bekannt.
In halbzeit zwei ein intensives Spiel mit Vorteilen für Braunschweig. Das 1:1 lag mehr als nur in der Luft. Dann spielte uns eine Rangelei in der Hälfte des KSCH in die Hände. Rot für den Braunschweiger Reichel und gelb-rot für unseren Peitz(er). Dies brachte die Gastgeber mehr aus dem Rhythmus als uns. Hennings schloß einen Konter in der 87.Minute mit einem strammen Schuß ins kurze Eck ab. Sein linker Fuß ist einfach Gold wert und so siegten wir mit 0:2. Der Mannschaft merkte man an, wie geil sie auf diesen Sieg waren. So gibt es nun ein richtiges Finale am Wildpark. Darmstadt verlor in Fürth und K´Lautern spielte nur 0:0 in Aue. Der KSC hat mit einem Heimsieg gegen 1860 München Platz 3 sicher, alles weitere wäre Zugabe.
Was für eine sensationelle Saison!
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MaD

Anhang 2

Hertha, Madball, Umse und die Wörz

Die letzten Wochen waren arbeits- und ereignisreich. Wäre dies alles nicht genug, zog doch eine unnatürliche und penetrante Müdigkeit in meine Knochen und nistete sich dort ein. So habe ich den Schlaf eines Monats innerhalb einer Woche geschlafen und bin immer noch müde.
Wenn man spürt wie einzelne Finger müde und schlapp sind, wie jede Faser des Körper nach Ruhe schreit, sollte man dem einfach nachgeben. Habe ich getan und tue ich weiterhin. Reduzierung des Alltags auf schlafen, essen, trinken – es könnte schlimmeres geben.
Vor einige Tagen schaffte ich es aber immer noch zur Rebellion Tour ins Universum. Dieses war ausverkauft, was bei dem Line-Up nicht verwunderte.
Madball, Strife, Rise Of The North Star und Backtrack.
Madball IMadball III
Von Backtrack sah ich leider nur 3 Songs, die hatten es aber in sich.
Die unglaublich tolle Fotografin Martina Wörz hat den Abend im Bild fest gehalten. Genießt den Abend durch ihre Linse:

http://martinawoerz.tumblr.com/  – tolle Bilder! Kompliment!!!!!

Die gute alte Dame Hertha wollte auch noch unterstützt werden bei einem ganz wichtigen Spiel gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Die Berliner kämpften 90 Minuten und hatten durch Nico Schulz die Chance des Spiels. Leider vergab er, würde ja sonst auch nicht bei der Hertha spielen. Das wäre es gewesen. Ein Sieg mit unseren Freunden im Talkessel.
Anhang 2
Deren Kurve saht optisch wie immer gut aus, akkustisch an dem Abend aber mit viel Luft nach oben. Die Abstiegsnagst kriecht ihnen eben auch in jede Pore. Wenn der VFB in meinem 40.Lebensjahr wieder absteigen würde, hätte dies ja was.

Wenn man so zu Hause liegt freut man sich über jede Ablenkung, vor allem wenn die Post lang ersehnte Ware bringt. Vinyl meine Freunde flatterte mir ins Haus. Jakarta Records lieferten die Instrumentals zu Umse „Kunst für sich“. Produziert und unterschreiben von Deckah! Bäm!
Deckah

Passt auf euch auf, ich poste noch nen Song der Woche und geh dann wieder schlafen.

MaD

P.S. Karlsruhe sagt Nein zu Red Bull und einen Lügner erkennt man daran, dass er nicht die Wahrheit spricht!

Ein fettes "HaHoHe – Hertha BSC" in Südbaden

Auswärts mit unseren Freunden von der Hertha im beschaulichen Freiburg. Die Harlekins hatten eine schöne Choreo für Fangerechte Anstoßzeiten vorbereitet, welche zu Beginn der zweiten Halbzeit gezeigt wurde.
(Sehr nette Theorie bzgl. der alten Forderung von ProFans zur Auswärtskilometerregelung von 300km gehört. Diese sollte nur Anwendung finden, wenn Vereine aus einer attraktiven Stadt in eine unattraktive fahren müssen. Im Beispiel Hertha BSC und Freiburg wäre dies dann so, dass Freiburg locker an einem Freitag in Berlin spielen könnte, da sie ja eh ein verlängertes Wochenende in der Hauptstadt einlegen für Touri-Programm. Was wollen aber Berliner in Südbaden? Eben! Deshalb muss dieses Spiel schön an einem Samstag statt finden.)
Freiburg mit einigen Spruchbändern und dem üblichen Support.
Laut wurde es nur bei den Toren zum 1:0 und 2:1. Der Berliner Block zollte als Gesamtheit dann doch etwas dem eher schlechten Spiel der eigenen Mannschaft Tribut.
Die letzten Minuten rissen den Abend dann aber doch noch heraus. Ronny machte seinen zweiten Treffer des Abends per Freistoß. Wir schrieben die 5.Minute der Nachspielzeit und der Freistoß war auch etwas umstritten. Die Herthaner störten die Mauer des SCF und Ronnys Schuß wurde noch unhaltbar zum 2:2 abgefälscht.
Im Block der Hauptstadt wurden nun keine Gefangenen mehr gemacht. Sensationeller Torjubel mit kollektivem Pogo und Bierdusche. Ein gefühlter Sieg begleitete unsere Berliner sicher nach Hause.
Apropos „sicher nach Hause“. Da unsere Autos auf wundersame Weise in der Halbzeit den Weg direkt vor den Gästeblock fanden, war die Abreise im Konvoi gesichert.

MaD

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P.S. Ein junger Mann aus KA durfte Jogi Löw vor Beginn des Spiels auch noch mitteilen, was er von seiner damaligen Trainertätigkeit beim KSC hielt.

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