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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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Kauczinskis Eleven vs. Düsseldorf am Rhein 1:1

Das Eleven ist in diesem Fall über mehr als 2/3 des Spiels die bestimmende Zahl an diesem Sonntag Nachmittag. Denn nach der roten Karte gegen Tah spielte der KSC mit 11 gegen 9. Warum gegen9? Ganz einfach: Tah ging vom Feld und Lumpi Lambertz stand in der Startelf der Gäste.

Was man mit der numerischen Überzahl so anfangen sollte wusste keiner so recht. Auf dem Rasen nicht und auf den Rängen schon dreimal nicht. Eine komische Stimmung, irgendwo zwischen Winterschlaf und Frühjahrsmüdigkeit. Schliesslich wollte man die Ballstafetten der eigenen Mannschaft bei gefühlten 118% Ballbesitz nicht stören.

Diese Mannschaft in Blau-Weiß begeistert durch tolle Technik und unheimlich gute Fußballer. Sobald man ihnen aber so gar keinen Raum lässt, ist unsere Mannschaft etwas irritiert. Da wir die „Brechstange“ mangels „Brecher“ nicht können, spielten wir immer schön den Ball einander zu. So wäre es noch bis in den Abend hinein gegangen, wir hätten kein Tor aus dem Spiel heraus erzielt.
Yamada, der wieder überall umherwusselte, war nach einer knappen Stunde nur durch ein Foul im 16er zu stoppen. Rouwen Hennings verwandelte sicher.
Erst mal kam so etwas wie Stimmung auf. Der Wildpark tanzt, ja schon, aber eher „Steh-Blues“.
Düsseldorf kam nahezu postwendend nach einem Freistoß zum Ausgleich. Fink verlängerte eine Liendl Flanke. Das war der einzige Torschuß der clever verteidigenden Buben von Oli Reck.

Auch nach dem Schlusspfiff wusste bei uns niemand ob man klatschen oder gleich gehen soll. Unsere Mannschaft tappte auch etwas unsicher auf dem Rasen herum und entschied sich dann doch schüchtern zum klatschen an den Zaun zu kommen.

Der Kaos-Choreo auf unserer Seite, die farbenfroh und mit viel Konfetti daher kam, folgte eine müde Vorstellung der Kurve. Die Düsseldorfer mit ihrem traditionell sehr schick beflaggten Block zündeten zu Beginn ein Licht an auf dem Zaun und ließen gegen später noch ein paar Raketen steigen. Ansonsten schrien sie ihre in Unterzahl agierende Mannschaft zum Punktgewinn. Sicher ein Auswärtsspiel der besseren Sorte für den Anhang.

Wir haben wieder gut gespielt, wenn auch alles irgendwie komisch lief. Toll wie sich Sallahi einfügte, wie klasse Yamada wieder spielte und wie gut ein Meffert geworden ist. Diese Mannschaft macht mir so viel Spaß, dass ich morgen mal was verrücktes mache und nach Heidenheim fahre.  Auswärtssieg!!!

MaD

KSC-Düsseldorf

Danke: Selcuk Alibaz

Nach Koen van der Biezen verlässt ein weiterer Aufstiegsheld unseren KSC. Selcuk Alibaz hat seinen Vertrag aufgelöst und wird künftig im Erzgebirge nach Punkten graben.
Auch er war 2 1/2 Jahre bei uns unter Vertrag. Von Regensburg gekommen, entschied er sich damals gegen die 2.Liga mit den Bayern um bei uns Teil dieser tollen Mannschaft in der 3.Liga zu werden.
Im Mittelfeld bildete er mit Hakan ein geniales Duo und erfreute uns mit seiner guten Technik und gefährlichen Freistößen. Das Freistoßtor im DFB-Pokal gegen den HSV bleibt für immer unvergessen.
Dem Aufstiegsjahr folgte dann ein ganz gutes in der 2.Bundesliga. Leider hatten wir sehr oft das Gefühl, das Selcuk eigentlich mehr zeigen kann und es aus mir unbekannten Gründen nicht tat. Zu selten blitzte diese Genialität auf, die er ohne Zweifel zu bieten hat. Er ist einer, der an guten Tagen immer den Unterschied ausmachen kann.
Diese Runde blieb er zu oft hinter den Erwartungen zurück. Dann kam erschwerend hinzu, dass sich mit Nazarov ein Neuzugang in die Stammformation spielte und immer weniger Einsatzzeiten für Alibaz raussprangen.
Als im DFB-Pokalspiel beim Viertligisten Offenbach in eine vogelwild und grottenschlecht agierende Mannschaft eingewechselt wurde und auch da noch abfiel war es irgendwie vorbei. Danach war er an einigen Spieltagen nicht mal mehr im Kader.
Egal wie es am Ende lief. Selcuk Alibaz, du bleibst für immer einer der Protagonisten des Aufstiegs aus der 3.Liga und damit unvergessen und immer im Herzen der KSC-Fans fest verankert.
Ich wünsche dir alles Gute in Aue!

MaD

Dieses Ereignis wird immer mit dir verbunden sein:

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Danke: Koen van der Biezen

Fußball ist Tagesgeschäft. Dies musste dieser Tage nun auch unser Mittelstürmer Koen van der Biezen erfahren. Nach 2 1/2 Jahren löste der KSC den Vertrag mit ihm auf.
Sein Weg wird ihn, so sagen es Gerüchte, zu Arminia Bielefeld führen. Der Tabellenführer der 3.Liga sucht dringend einen erfahrenen Stürmer als Nummer 2 hinter Fabian Klos.
Koen war über 2 Jahre eine feste Größe unserer Mannschaft. Vor allem in der 3.Liga schoß er sich mit seinen 15 Toren in unsere Herzen. Ein Mittelstürmer alter Prägung, der vorne den Ball halten konnte, geschickt seinen wuchtigen Körper einsetzte und mit nur einem Ballkontakt zum Torerfolg kam. Im 1:1 gegen den Torwart war er fast immer erfolgreich.
Nach dem Aufstieg in die 2.Bundesliga wurden seine Einsatzzeiten zwar etwas weniger, was auch mit der Systemumstellung auf einen Stürmer im Laufe der Saison zu tun hatte, aber er präsentierte sich weiterhin treffsicher. Acht Tore und zwei Vorlagen standen für vergangene Saison zu Buche.
Mit der Verpflichtung von Yamada und dem festhalten am System mit einem Stürmer wurde diese Saison die Luft für Koen leider dünner. Hinter dem sehr starken Rouwen Hennings und Iljan Miczanski war er nur die Nummer drei.
Kein Spiel von Beginn an machte er für den KSC. Van der Biezen tat sich immer schwer nach seinen Einwechslungen. Dies ist offensichtlich auch nicht sein Ding. Er muss von Anfang an spielen und das Vertrauen des Trainers genießen, selbst wenn es mal nicht läuft. Es reichte einfach nicht mehr für Koen um in die Stammelf zu kommen. Zu spielstark präsentiert sich der KSC momentan und Rouwen Hennings ist unumstritten und zurecht unser Stürmer Nummer Eins.
Ich hoffe für ihn, dass er bei seinem nächsten Verein wieder durchstartet und sich treffsicher wie in den ersten beiden Spielzeiten bei uns präsentiert.

Koen van der Biezen, ich wünsche dir von Herzen alles erdenklich Gute! Deine Nummer 28 stand immer für vollen Einsatz – Danke!

MaD

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KSC – FSV Frankfurt oder Seepferdchen im Wildpark

Bei strömendem Regen war der FSV Frankfurt am 19.12.2014 zu Gast im Wildpark. Die 57 Gästefans und unsere beiden Jungs auf dem Zaun machten an diesem Abend ihr Seepferdchen. Mindestens bis auf die Knochen waren alle nass.
In der A-Kurve verloren sich noch eine handvoll Leute im Regen, im A1 und A4 drängten man unters Dach.
Die Party zum Jahresabschluss nahm auf dem Rasen ihren Lauf. So überlegen wie der KSC den FSV herspielte, das war schon eine Demonstration. Wir spielten wunderbar Fußball und die Abschlussquote stimmte auch.
Rouwen Hennings nagelte den Ball per Fernschuß zum 1:0 ins gegnerische Tor und Reinhold Yabo erhöhte wenig später auf 2:0.
In unserem Block nahm die Party auch Fahrt auf. Solch eine Feierstimmung war schon lange nicht mehr. Ausgelassen tobte alles durch die Gegend, es wurde laut supportet und überall strahlten die Gesichter. Manchen merkte man auch schon an, dass an diesem Abend noch steil gegangen werden sollte. Schließlich gabs im Fanprojekt noch eine Jahresabschlussparty, andere gingen auch noch auf Kneipentour durch die Stadt.
Vielleicht waren die ChiKAs neben mir gar nicht betrunken, vielleicht waren sie ja Manuel Neuer?!
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Hennings klaute dem Frankfurter Torwart Klandt kurz nach der Pause elegant den Ball und schob lässig zum 3:0 ein. Solch ein Tor sieht man auch nicht alle Tage und die Feierei steuerte unaufhaltsam ihrem Höhepunkt entgegen.
Nazarov per Elfmeter zum 4:0 und nun stimmte der Wildpark tausendfach in unser „Europapokal-Lied“ ein. In mehreren Intervallen und mit immenser Laustärke wurde mit diesem Lied unsere Mannschaft für ein tolles Fußballjahr 2014 gefeiert.
Sie fingen sich noch das 4:1, was einige erst nach dem Abpfiff mitbekamen, so vertieft war man im Singen dieses sensationellen Liedes.
Alle die damals schon dabei waren hatten bestimmt wieder die Bilder dieser Schlachten vor Augen. Mir ging es jedenfalls so.
Der KSC ließ sich nicht lumpen. Erst taten die Spieler so als ob sie nur kurz zum winken kommen würden, erste ungläubige Pfiffe ertönten schon. Dann drehten sie um und machten kollektiv den „Diver“ um danach mit der Gegengerade zu feiern!
Im Clubhaus angekommen traute ich meinen Ohren nicht. Siegestrunken und glücklich sangen alle „Oh wie ist das schön“. Ja, so etwas hat man auch im Clubhaus des KSC „lange nicht gesehen“.

Danke an unsere Mannschaft für ein (fast) perfektes Fußballjahr 2014!

MaD

Union Berlin – KSC 2:0 (Alte Försterei, 16.12.2014)

Zum bestmöglichen Termin startete die Rückrunde der 2.Bundesliga. An einem Dienstag Abend trat der KSC bei Union Berlin an. Kann man schon mal machen so einen Trip, falls der Chef Urlaub gewährt oder man die Unterschrift der Eltern gut nachahmen kann.
Trotz allem fanden sich viele Karlsruher in Köpenick ein. Zusammen mit unseren Freunden von der Hertha waren wir knapp 1000 Unterstützer der Mannschaft von Markus Kauczinski.
Am Einlass dauerte es ewig und einige schafften es nicht pünktlich zum Anpfiff ins Stadion, obwohl sie schon 30 Minuten vor Beginn da waren. Bis man abgefummelt wurde war man fast am Boden fest gewachsen und zu allem Überfluss durfte ich noch meine Umhängetasche nicht mit ins Stadion nehmen. Also Fotoapparat, Handy, Bonbons und Schlüssel rausgenommen und eine komplett leere Tasche zur Verwahrung gegeben. Macht natürlich Sinn Union!
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Nach 70 Sekunden war das Spiel leider schon gelaufen. Jan Mauersberger rutschte als letzter Mann bei einem Rückpass auf ihn aus. Die Unioner schalteten schnell und es stand 1:0. Die Alte Försterei jubelte. Es war bis zum 2:0 das letzte Mal, dass man die Unioner hörte.
Still stand die voll besetzte Gegengerade da und schaute sich das Spiel an. Hinterm Tor hampelten 100 Leute rum, aber ausser diesem harten Kern in der Blockmitte tat sich so gut wie nichts.
Auch hier (leider) zu sehen wie etwas medial zum Kult aufgebauscht wird und in Wirklichkeit wird es in Sachen Stimmung immer schlechter bei Union. Parallelen zum FC St.Pauli drängen sich förmlich auf.
Hauptsache die ganzen zugezogenen Hipster mit ihren Jute-Taschen gehen zu Union und fühlen sich kultig.

Union lief die frühe Führung natürlich rein. Sie verteidigten geschickt und unserem KSC fehlten die Ideen. Rouwen Hennings hatte das 1:1 auf dem Fuß, aber das rechte Bein wollte nicht so wie er wollte und so sah das ganze etwas nach Slapstick aus. Schade, so wären wir mit einem 1:1 in die Pause und dann hätte das Spiel noch mal von vorne starten können.
Wir gaben auf den Rängen gleich Gas nach der Halbzeit und der KSC ebenso. Gute 15 Minuten drängten wir die Berliner richtig schön hinten rein, aber so wirklich zwingend waren wir nicht. Der berühmte letzte Pass kam nie an.
Billig ließen wir uns dann auskontern und per Kopf erzielte Union das 2:0. Da war sie dann wieder die Alte Försterei, aus dem Schlaf erwacht. Ich bin fast erschrocken, hatte ich doch fast vergessen, dass hier ganz gut besucht war. Die können ja auch Lärm machen und nicht nur Weihnachtslieder trällern.
Als vor dem Spiel ein älterer Unioner in der Bahn was von „14 Spiele nicht mehr zu Null gespielt“ faselte, hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Der KSC ist ja immer gerne gesehen, wenn es darum geht solche Serien zu brechen. Mit einem Heimsieg gegen den FSV Frankfurt konnte man das Fußballjahr 2014 trotz dieser Niederlage noch sehr erfolgreich ausklingen lassen.

Was den Abmarsch unseres Blocks vom Stadion betrifft gibts im Netz genügend Material zum nachlesen.

U.N.V.S.U.!!!!

MaD

Karlsruher SC – Wismut Aue 1:0 (12.000 Zuschauer; 23.11.2014)

Es darf wieder getanzt werden im Wildpark. Endlich der zweite Heimsieg der Saison und dieser war hochverdient. Der KSC zeigte alle seine Stärken und Schwächen in einem Spiel. Die Stärken liegen in der sehr kompakt stehenden Defensive, dem strukturierten Spielaufbau über Yabo und unermüdlichem Kampf und Einsatz, gepaart mit spielersicher Stärke eines Yamada, Torres, Yabo und auch Meffert und Hennings. Valentini stabilisert sich immer mehr auf der rechten Seite, welche wieder zur Waffe wird, da Torres offensiv seinen Gegnern regelmässig davon läuft.
Womit wir auch schon bei den Schwächen wären. Wir erzielen zu wenig Tore aus unserer Überlegenheit. Torres flankte unzähliche Male in den Strafraum und nie wurde es so richtig gefährlich. der überragende Auer Keeper Männel pflückte den Ball einfach herunter.
Auch gegen Hennings (2x) und Micanski reagierte er sensationell und bewahrte die Gäste vor einer höheren Niederlage.
Hätten wir den Elfemter nicht zugesprochen bekommen, wir wären wahrscheinlich mit einem torlosen Remis aus der Partie gegangen. Dies wäre zwar unfassbar gewesen, gemessen an Tormöglichkeiten, Eckbällen und Spielanteilen, aber zeigt eben auch wo es Bedarf gibt sich zu verbessern.
Nazarov verwandelte in der 74.Minute ins linke untere Ecke. Männel ahnte sie zwar, aber da fehlen ihm einfach ein paar Zentimer Körpergröße.
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Eigentlich hatte sich Micanski den Ball schon geschnappt und wollte den Straßstoß treten. Wie ein kleines Kind wehrte er sich gegen seine Mannschaftskameraden, die ihm diesen abnehmen wollten. Es mussten erst Gordon und Yabo kommen, damit er den Ball abgab. Nazarov rechtfertigte das Vertrauen und verwandelte.
Micanski muss gar nicht beleidigt sein. Wenn man solche Chancen wie seine beim Eins:Eins Duell gegen Männel nicht macht, dann schießt man auch keine Elfmeter. Etwas mehr Mannschaftsgeist wünsche ich mir hier. Er soll sich lieber darauf konzentrieren regelmässig zu treffen.
Im Wildpark war ne tolle Stimmung. Das Publikum honorierte den engagierten Auftritt des KSC, wenn man auch lange auf das Tor warten musste. Unermüdlich spielten die Blau-Weißen nach vorne. Aue änderte nach 30 Minuten die Taktik und spielte defensiver, was uns noch mehr Räume gab, die wir leider nicht zu nutzen wussten.
Am Ende steht ein verdienter Sieg und der KSC ist auf gutem Wege sich im oberen Drittel der Tabelle zu etablieren.Wichtig ist, dass nach unten nichts anbrennt und dies scheint momentan auch so zu sein.
Wir werden die erste Mannschaft, welche in Darmstadt gewinnt am Freitag und gegen Braunschweig steigt dann das Spitzenspiel im Wildpark in 14 Tagen. Ich bin da optimistisch!

Euer Mad

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Zwei Abende im Oktober mit dem KSC

Zwei Abende im Oktober zum Vergessen. Es hätte eine der besten Wochen des Jahres für und mit dem KSC werden können. Nach dem tollen 4:0 Auswärtssieg beim FC St.Pauli stand Dienstag das Spiel im DFB-Pokal beim Regionalligisten Kickers Offenbach an.
Drei Tage später ein Heimspiel in der Liga gegen den SV Sandhausen.
Ein Sieg auf dem Bieberer Berg würde die nächste Runde im DFB-Pokal bedeuten und damit eine sichere Einnahme von mind. 500.000 Euro. Dazu Reputation und Werbung für unseren Sport-Club.
Nachlegen in der Liga dann gegen den SVS und die Stimmung rund um unseren Verein wäre bombig.
Hätte alles so schön sein können.
Fußball ist aber leider meist mehr von unerfüllten Hoffnungen geprägt und so blamierten wir uns nach besten Kräften im DFB-Pokal auf dem Bieberer Berg.
Keine Torchance in der zweiten Halbzeit, kein Spielaufbau, kein Kampf, keine Emotionen auf dem Platz. Yabo fehlte an allen Ecken und Enden.
2500 mitgereiste Karlsruher trauten ihren Augen nicht. Das Spiel des Jahres in finanzieller Hinsicht wurde abgeschenkt. Im ganzen weiteren Saisonverlauf ist es unmöglich so viel Geld für unseren klammen Verein herein zu holen, egal wie gut man spielt. Bitter!
Gleichzeitig stellt man sich als jemand hinterm Zaun dann doch die Frage ob unser Trainer die Mannschaft hierfür richtig eingestellt hat oder ob er auch dachte, dass dieser Sieg lässig mitgenommen wird? Als Varnhagen in der Startelf auftauchte und nicht Meffert, drängte sich dieser Verdacht fast auf. In Liga 3 noch eine Stütze, kam Silvano Varnhagen leider nie in der zweiten Bundesliga an und hat keine Spielpraxis. Sie ihm in diesem Spiel zu geben – fahrlässig. Wenn es, wie geschehen, schief geht bietet so eine Aufstellung einfach zu viel Raum für Spekulation.
Offenbach stand tief, war aber aggresiv im Zweikampf und kaufte uns den berühmten Schneid ab. Dazu kamen individuelle Fehler und so fiel das Tor für die Kickers fast folgerichtig.
Danach war zu keiner Sekunde spürbar, dass wir hier noch was reißen sollten. Ein wirklich bitterer Abend für unseren Karlsruher SC. Verlieren kann man immer, auf das „wie“ kommt es an.
Wir sind wahrscheinlich der unkommerziellste Verein im ganzen Land. Immer wenn es etwas zu verdienen gibt, verweigern wir uns. Erfolg wird einfach hier nicht groß geschrieben.

Tristesse pur dann Freitag Abend gegen den SV Sandhausen. Die meisten Gespräche drehten sich noch um das Pokalaus. Man merkte förmlich wie es an den Leuten nagt und wie groß doch der Ärger darüber noch war.
An dem Abend kämpfte unsere Mannschaft aber wenigstens, wenn auch spielerisch mal wieder kaum etwas ging, zumindest in der ersten Halbzeit. In der Offensive sind wir einfach zu harmlos.
Mit Torres kam dann mehr Schwung nach der Pause und er war es auch, der den Führungstreffer erzielte. Dieser war hochverdient, denn Sandhausen wollte gar nichts.
Wir spielten auch ganz gut weiter, waren aber zu ungefährlich vor dem Tor der Gäste. Es passierte dann leider was dieser Woche das i-Tüpfelchen aufsetzte. Katastrophale Fehlerkette in der Defensive und der Ball war im Tor zum 1:1.
Eine sekundenlange Stille im Wildpark, alle hielten den Atem an und schauten entsetzt. Unglaublich wie man so ein Spiel nicht gewinnen kann.
War die Stimmung auf den Rängen vor dem Ausgleich schon nicht wirklich gut, so war konnte man es jetzt vergessen. Keiner konnte sich mehr aufraffen richtig Gas zu geben. Zu tief saß bei vielen wohl noch die Enttäuschung über die Niederlage im Pokal.
Wenn man sich unsere Aufstellung anschaut wird natürlich auch deutlich, dass wir großes Verletzungssorgen haben, zudem sind einige Spieler vollkommen ohne Form. Valentini hinten rechts ist nur ne Notlösung, der junge Max musste wieder links ran, Barry wird eingewechselt. Der KSC kommt auf dem berühmten „Zahnfleisch“ daher.
Warum unser Trainer in der 90.Minute noch Außenverteidiger für Außenverteidiger brachte sei hier nur als kuriose Randnotiz erwähnt. Vielleicht wollte er „Zeit von der Uhr nehmen“. Und warum spielt eigentlich Mauersberger nicht mehr?
Was so eine Woche kaputt machen kann ist schon sagenhaft.
Schade!

MaD

KSC-Sandhausen

KARLSRUHE SAGT NEIN ZU RED BULL

Die Botschaft dieser Woche aus Karlsruhe war deutlich. Das Produkt RB nimmt für uns nicht teil am Spielbetrieb. Auf Ultra1894 nahm Karlsruhe im Vorfeld des Spiels in Leipzig dazu Stellung:

http://ultra1894.de/bundesweite-kampagne-nein-zu-red-bull/#more-1256

http://ultra1894.de/rasenball-leipzig-ksc/

Ein Alternativprogramm wurde aufgelegt. Über 600 Fans schauten gemeinsam im Wildparkstadion unser Spiel auf einer Leinwand an. Es waren im Grunde genau die, welche sonst den KSC auch unter der Woche auswärts unterstützen. Mit dem Kauf eines „Traditionstickets“ konnten am Spieltag, aber auch schon zuvor alle KSC-Fans die eigene Jugend unterstützen.

http://ultra1894.de/alternativprogramm-ksc-produkt-rb/
http://ultra1894.de/bilder/202

Mit dem Verzicht auf das Auswärtsspiel in Leipzig traf die Szene eine schwere aber konsequente Entscheidung.
Das Nein zu RB im Fußball war und ist deutlich geworden. Auch heute im Heimspiel gegen Audi Ingolstadt wurde per Transparent dies noch mal sehr deutlich gemacht.

Die sportliche Situation stellt sich nach der „Englischen Woche“ leider weniger gut dar als erwartet. Spielten uns am Mittwoch in Leipzig noch Kimmich, Kaiser und Poulsen schwindlig, so war heute gegen Ingolstadt ein schlagbarer Gegner zu Gast, gegen den aber auch wenig passte.
Gegen RB war verwunderlich wie es uns nicht gelang während des Spiels die Taktik zu verändern. Die Abwehr stand hoch und wurde mehrmals einfach überlaufen bzw. mit Steilpässen auf den schnellen Poulsen ausgehebelt. Dabei wirkten unsere Verteidiger etwas „hüftsteif“.
Kein Vergleich zum Heimspiel gegen Nürnberg als wir dem „Glubb“ mit einem Offensivspektakel keine Chance ließen. In Leipzig kamen wir trotz Führung durch Miczanski nie ins Spiel. Wahrscheinlich ist Leipzig im Gegensatz zu Nürnberg einfach auch die um Längen bessere Mannschaft.

Alle waren auf die Reaktion im Heimspiel gegen Ingolstadt gespannt. Unser Trainer brachte für Kempe den jungen Max. Dessen Vater wird vielen noch in Erinnerung sein als Bundesligatorschützenkönig, welcher wie Kießling aus das Los der Nichtberücksichtigung im DFB-Dress gezogen hatte.
Wenn man den Vater schon gut kannte und nun der Sohn spielt, ist dies auch ein untrüglicher Hinweis darauf, dass man doch schon etwas länger Fußball schaut.
Max wird sich nur über Spielpraxis in der Liga zurecht finden. Heute war es eher nix. Nach vorne konnte er, anders als Kempe es meist tut, keinen Druck entwickeln, seine Standards waren immer nur halbhoch und hinten verlor er zu oft den Ball. Noch dazu die gelbe Karte aus der 5.Minute, welche ihn sicherlich ab und an hinderte besser auf den Ball zu gehen.
So war die linke Seite heute nur die Hälfte wert und dies können wir uns in der engen zweiten Liga leider nicht leisten.
Torres übersah dann zu allem übel in der ersten Halbzeit noch die besser postierten Yamada und Miczanski. Er versuchte es (wieder mal) selbst und da er im Abschluss kein „Apparat“ ist, stand bei uns die Null.
In einem typischen 0:0 Spiel verlängerte unser Verteidiger Gordon unglücklich eine Freistoßflanke unseres ehemaligen Spielers Groß zum 0:1 ins eigene Tor.
Es sollte das Tor des Tages sein. Dabei hatten wir noch Glück, dass wir nach wenigen Minuten nicht einen Elfmeter gegen uns bekamen und dass der Treffer von Lex in der 46.Minuten nicht gegeben wurde. Warum weiss wohl nur der Schiedsrichter. Damit hielt er den KSC natürlich im Spiel und kurz vor Schluß, eigentlich schon in der Nachspielzeit, hatten wir dann noch zwei ganz gefährliche Situationen im Ingolstädter Strafraum. Yabo und Yamada spielten sie allerdings nicht konsequent zu Ende.

Nach Abpfiff jubelten 57 Ingolstädter Auswärtsfans. Sie haben eine gute Mannschaft, die nun seit 16 oder 17 Spielen auswärts ungeschlagen ist. Sollten sie aufsteigen werden in Spielen gegen Hoffenheim oder Wolfsburg unheimliche Fanpotentiale aufeinander treffen. Da ist für Gänsehautstimmung gesorgt.

MaD

Striptease vorm Auswärtsblock (KSC – 1.FC Nürnberg 3:0, 22.09.2014)

Spiele gegen den Glubb aus Nürnberg haben immer ihre Brisanz und schrieben schon so manche Geschichte. Die heutige war vor allem etwas für die anwesende Damenwelt.
Der KSC startete im Gegensatz zum Bundesligaabsteiger Nürnberg sehr gut in die neue Saison. Beim Glubb brannte es schon vor dem Spiel, da die neu zusammengestellte Mannschaft unter Trainer Ismael keinen Ball trifft, zumindest nicht so, dass damit ausreichend Siege eingefahren werden können.
Nach wenigen Minuten war klar, dass es für die Franken um ihren unsympathischen Torhüter Schäfer auch bei uns eng werden würde. Der KSC spielte schnell nach vorne über unsere schnellen Torres, Yamada und Yabo und stand im Mittelfeld und der Abwehr so gut, dass es kaum Räume gab für Nürnberg.
Bei Ballbesitz immer schnell raus Richtung Flügel und in der Mitte versuchte sich flink Iljan Miczanski zu positionieren.
Javier Pinola, einer der wenigen Übriggebliebenen und Urgestein beim FCN, tat mir fast etwas leid. So schlecht sah er meist aus, wenn Torres oder Yabo ihn umkreisten und mit dem Ball schneller waren wie der Argentinier auch nur „Glubb“ sagen konnte.
Welches System die Franken spielten wurde mir bis zum Ende der ersten Halbzeit eh nicht klar. Selbst in Ballbesitz wusselten sie wild durcheinander wie ein Ameisenhaufen in den man einen Stock hineinsteckt. Fehlpässe gab es im Dutzend billiger, da niemand so lief wie es der passgebende Nürnberger gedacht hatte.
Yabo eröffente dann mit einer schönen Einzelleistung den Torreigen und krönte sich selbst mit dem Doppelpack zum 3:0. Yamada, unser kleiner Neuzugang aus Japan, durfte auch endlich jubelnd seinen Kamerade in die Arme fallen und sich als Torschütze feiern lassen. Damit belohnte er sich für gute Spiele im blau-weißen Trikot. Eine echte Bereicherung für unsere Mannschaft.
Die knapp 20.000 Zuschauer (davon ca.3000 aus Nürnberg) hatten ihren Spaß, so sie denn für den KSC die Daumen drückten. Im Nürnberger Block nahm man die Fahnen nach dem 3:0 vom Zaun, Support gab es vorher auch schon kaum. Ein komplett schweigender Auswärtsblock der Franken war auch ein Anblick den man nicht alle Tage hat. Wenn man selbst leidgeprüfter Fan eines Vereins ist, dem es nicht immer gut geht, kann man deren Gefühlslage nachvollziehen.
Wir feierten dagegen ausgelassen unsere Mannschaft, selbst als diese in Halbzeit zwei nur noch das Ergebnis sicherte und verwaltete. So schnell gingen ereignislose 45 Minuten auch schon lange nicht mehr vorbei. Das Repertoire an Liedern um zu feiern wurde ausgereizt und selbst La Ola konnte bedenkenlos gestartet werden.
Als gute Gastgeber bereiteten wir unseren Freunden aus Berlin, Straßburg und Graz einen unterhaltsamen Nachmittag.
Nach dem Schlusspfiff, während wir unsere Mannschaft vor der Gegengerade feierten, durften die Damen ihre Augen zum Gästeblock wenden. Dort zogen die Nürnberger Spieler fast blank, also zumindest im übertragenen Sinne. Sie gaben ihre Trikots zur sicheren Verwahrung den Ultras Nürnberg und liefen mit ihren gut durchtrainierten Oberkörpern den langen Weg zurück in die Kabine. So manches Frauenherz hat hier bestimmt höher geschlagen. War das viele Training die letzten Wochen und Monate zumindest für diesen Zweck nützlich.

MaD

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