Spiele gegen den Glubb aus Nürnberg haben immer ihre Brisanz und schrieben schon so manche Geschichte. Die heutige war vor allem etwas für die anwesende Damenwelt.
Der KSC startete im Gegensatz zum Bundesligaabsteiger Nürnberg sehr gut in die neue Saison. Beim Glubb brannte es schon vor dem Spiel, da die neu zusammengestellte Mannschaft unter Trainer Ismael keinen Ball trifft, zumindest nicht so, dass damit ausreichend Siege eingefahren werden können.
Nach wenigen Minuten war klar, dass es für die Franken um ihren unsympathischen Torhüter Schäfer auch bei uns eng werden würde. Der KSC spielte schnell nach vorne über unsere schnellen Torres, Yamada und Yabo und stand im Mittelfeld und der Abwehr so gut, dass es kaum Räume gab für Nürnberg.
Bei Ballbesitz immer schnell raus Richtung Flügel und in der Mitte versuchte sich flink Iljan Miczanski zu positionieren.
Javier Pinola, einer der wenigen Übriggebliebenen und Urgestein beim FCN, tat mir fast etwas leid. So schlecht sah er meist aus, wenn Torres oder Yabo ihn umkreisten und mit dem Ball schneller waren wie der Argentinier auch nur „Glubb“ sagen konnte.
Welches System die Franken spielten wurde mir bis zum Ende der ersten Halbzeit eh nicht klar. Selbst in Ballbesitz wusselten sie wild durcheinander wie ein Ameisenhaufen in den man einen Stock hineinsteckt. Fehlpässe gab es im Dutzend billiger, da niemand so lief wie es der passgebende Nürnberger gedacht hatte.
Yabo eröffente dann mit einer schönen Einzelleistung den Torreigen und krönte sich selbst mit dem Doppelpack zum 3:0. Yamada, unser kleiner Neuzugang aus Japan, durfte auch endlich jubelnd seinen Kamerade in die Arme fallen und sich als Torschütze feiern lassen. Damit belohnte er sich für gute Spiele im blau-weißen Trikot. Eine echte Bereicherung für unsere Mannschaft.
Die knapp 20.000 Zuschauer (davon ca.3000 aus Nürnberg) hatten ihren Spaß, so sie denn für den KSC die Daumen drückten. Im Nürnberger Block nahm man die Fahnen nach dem 3:0 vom Zaun, Support gab es vorher auch schon kaum. Ein komplett schweigender Auswärtsblock der Franken war auch ein Anblick den man nicht alle Tage hat. Wenn man selbst leidgeprüfter Fan eines Vereins ist, dem es nicht immer gut geht, kann man deren Gefühlslage nachvollziehen.
Wir feierten dagegen ausgelassen unsere Mannschaft, selbst als diese in Halbzeit zwei nur noch das Ergebnis sicherte und verwaltete. So schnell gingen ereignislose 45 Minuten auch schon lange nicht mehr vorbei. Das Repertoire an Liedern um zu feiern wurde ausgereizt und selbst La Ola konnte bedenkenlos gestartet werden.
Als gute Gastgeber bereiteten wir unseren Freunden aus Berlin, Straßburg und Graz einen unterhaltsamen Nachmittag.
Nach dem Schlusspfiff, während wir unsere Mannschaft vor der Gegengerade feierten, durften die Damen ihre Augen zum Gästeblock wenden. Dort zogen die Nürnberger Spieler fast blank, also zumindest im übertragenen Sinne. Sie gaben ihre Trikots zur sicheren Verwahrung den Ultras Nürnberg und liefen mit ihren gut durchtrainierten Oberkörpern den langen Weg zurück in die Kabine. So manches Frauenherz hat hier bestimmt höher geschlagen. War das viele Training die letzten Wochen und Monate zumindest für diesen Zweck nützlich.

MaD

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