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Gulde und die Hampelmänner

Interviews mit Spielern, vor allem kurz nach dem Abpfiff, sind meist langweilig. Immer die gleichen Stereotypen und Floskeln um nicht zu sagen Phrasen.

Manuel Gulde, der Immenverteidiger des KSC, machte hier nach dem Heimspiel gegen den SC Paderborn endlich mal eine rühmliche Ausnahme und sagte seine ehrliche Meinung. Er bezeichnete die Teile des Publikums als „Hampelmänner“, die bei jedem Rück- oder Querpass schon nach wenigen Minuten pfeifen.

Gegen die vom „Tiger“ Stefan Effenberg (wurde kurz nach der Begegnung entlassen) trainierten Paderborner tat sich der KSC schwer. Die Gäste standen kompakt, gingen konsequent auf den Ballführenden und machten die Räume eng. Die Spieler des Karlsruher SC fanden keine Mittel um ein ordentliches Offensivspiel auszuziehen. Da wenig Bewegung im eigenen Spiel war, mussten die Defensivspieler oft den Ball in der eigenen Hälfte quer spielen oder er ging sogar zurück zu Torwart René Vollath.

Teile des Publikums gingen schon nach 10 Minuten an diese Aktionen auszupfeifen. Auch auf der Gegengerade (diese besteht ja nicht nur aus dem Fanblock) konnten sich einige Zuschauer nicht zurück halten.

Im eigenen Stadion die eigene Mannschaft schon nach wenigen Minuten auspfeifen ist großer Sport. Die Rechtfertigung wird immer wieder daraus gezogen, dass man schließlich bezahlt habe und Leistung erwarten könne. Im Internet vertraten auch einige die Meinung, dass ihr Chef sie auch anschnauzen würde, wenn die Arbeitsleistung nicht stimmt.

Was stimmt hier alles nicht?

Nun, jeder von uns wird sicher bestätigen das es auch im Büro, im Verkauf oder im Handwerk nicht gerade zur besseren Leistung beiträgt, wenn der Chef ab 10 nach 7 neben einem steht und uns auspfeift und vlt. sogar noch beschimpft.

Wie definieren die „Hampelmänner“ eigentlich Leistung? Ist Leistung nur dann gegeben wenn man gewinnt und mindestens um den Aufstieg mitspielt?

Wie kommt man dazu Menschen auszupfeifen nur weil man ein paar Euro Eintritt bezahlt hat? Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Oder benutzt man dies nur als Ventil um endlich mal gegenüber anderen die berühmte Sau raus lassen zu können, weil man im Alltag sonst selbst meist derjenige ist der „ausgepfiffen“ wird?

Ist es der Reflex des „Wutbürgers“?

Warum will man überhaupt etwas (hier: KSC) auspfeifen, was man liebt?

Was will man denn erreichen? Wahrscheinlich dass die Mannschaft auf dem Platz eine Lösung findet gegen das gegnerische Team.

Würde dieses Ziel nicht besser erreicht werden, wenn man die Mannschaft unterstützt und anfeuert? Sicherlich!

Bei knapp 11.000 Zuschauern in einem Spiel unter der Woche zu einer völlig bescheuerten Anstosszeit („17.30 darauf Scheiss ich“ – lautete mal ein Spruchband unserer Kurve) kann man doch davon ausgehen das dies der harte Zuschauerkern des KSC ist und alle den Verein lieben. Wenn dem so ist und alle zu 100% zum KSC stehen, dann zeigt dies auch und feuert unser Team an und pfeift es nicht aus.

Hut ab Manuel Gulde, das musste auch mal von einem Spieler gesagt werden.

Das Spiel endete übrigens 0:0 und war grottig bis zum Schluss.

MaD

KSC – Paderborn 4:0 oder das weiße Ballett ist zurück

Wenn man aus Niederlagen immer so lernt und dann so zurück kommt, können wir auch gerne öfter mal verlieren. Ok, letzters muss jetzt dann doch nicht unbedingt sein, denn mich wurmen alle 5 Saisoniederlagen, jede auf seine Weise.
Aber als Aufsteiger sind 5 Niederlagen bisher, echt ein Luxusproblem.
Der Gegner an diesem strahlend schönen Sonntag war Paderborn. Eine eingespielte Mannschaft, welche um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielt. Insgesamt ein starkes Kollektiv ohne wirklichen „Star“, sieht man mal von Meha ab, der ein Freistoßschütze der Extraklasse ist.

Endlich über 15.000 Zuschauer im Wildpark und da Paderborn nicht wirklich viel dazu beitrug, waren dies die knapp 3.000, welche schon die ganze Saison fehlten. Ausgerechnet nach diesem Grottenkick in Aalen finden sie wieder den Weg in den Wildpark. Versteh wer will?!
Kaczinski wechselte auf drei Positionen und so wurde Alibaz und Yabo mal eine Pause gegönnt. Beide haben über die ganze Saison gesehen absolut ihre Leistung gebracht und vor allem Yabo ist für mich sowieso der Spieler der Saison.
Dazu kam noch, dass Gulde in der Innenverteidigung Gordon ersetzte.
Schwertfeger und Krebs fügten sich gut ein und jeder machte die paar Schritte mehr, die sie in Aalen vergessen hatten. Wir spielten druckvoll nach vorne, kämpften im Mittelfeld um jeden Ball und hatten dann das Glück früh in Führung zu gehen. Torres schlug mal wieder zu. Überhaupt war er wieder der Torres von den letzten Spielen der Hinrunde.

KSC-Paderborn

Paderborn war bemüht, aber konnte nicht mal unsere wilden Abwehraktionen nutzen. Orle machte den Neuer, aber hatte Glück.
In meinem letzten Blogbeitrag schrieb ich, dass meine Hoffnungen auf Nazarov ruhen. Ich freute mir ein Loch in den Bauch als er zwei wunderschöne Tore erzielte und mit seinem direkt verwandelten Freistoß sogar Meha die Schau stahl. Koen van der Biezen trug sich auch noch in die Torschützenliste ein und so zockten wir Paderborn mit 4:0 ab. Es ist unglaublich schön als Aufsteiger schon jetzt im März nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu habe.

Nach 24 Spieltagen haben wir 10 Siege, 9 Unentschieden und nur 5 Niederlagen auf dem Konto.
Oft genug habe ich jeden Wochentag die Tabelle angeschaut in den vergangen Jahren und wir standen auf Platz 16 oder 17 und ich überlegte woher denn bloß die noch benötigten Punkte kommen könnten um nicht abzusteigen. Es ist eine Wohltat für die Augen die Tabelle anzuschauen – danke an das weiße Ballett!!!

MaD

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