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stimmungsboykott

Ein Sieg der Fankultur

Sechzig Minuten schwiegen die Fans im Wildpark beim Spiel am 02.05.2016 gegen den SV Sandhausen, dann brach der Sturm auf der Gegengeraden los und unser KSC schoß den SVS mit 3:0 aus dem Stadion.

Der Protest gegen Montagsspiele in der 1. und 2. Bundesliga wurde von allen an diesem Montag beteiligten Fangruppen mitgetragen. Unser großer Konkurrent aus dem Talkessel im Osten fuhr sogar gar nicht erst zum Abstiegsgipfel nach Bremen. Davor habe ich Respekt, denn ich weiß wie es ist, wenn es um alles geht.

Über den Protest wurde schon viel geschrieben. Hier der Link, damit ihr euch, so fern noch nicht geschehen, darüber informieren könnt:

https://onkelmad.org/2016/04/15/gegen-montagsspiele-in-der-1-und-2-fussball-bundesliga/

Für den KSC ging es sportlich nicht mehr um alles, aber dennoch will man jedes Spiel gewinnen und für den Verein geht es auch darum sich bestmöglich in der Abschlusstabelle zu platzieren.

Wir ließen den L-Block geschlossen und trapierten dort einen überdimensionalen Krankenschein, flankiert von Spruchbändern gegen die weitere Zerstückelung der Spieltage und organiserten keinen Support.

Eine Stunde lang war es still im Wildpark vor knapp über 13.000 Zuschauern. Man hörte die Kommandos der Spieler auf dem Feld und sah einen Kick der nicht unbedingt Werbung für den Profifußball machte. Es juckte mich in den Beinen, denn ich hatte das Gefühl, dass ich da unten auf dem Feld auch noch mithalten könnte an dem Abend.

„Zum Glück sehen wir sonst wegen der Fahnen nicht alles vom Spiel“ sagte die Augenbrauen hochziehend mein Sitznachbar und grinste verschmitzt.

Nach einer Stunde waren alle heiß auf Support und der L-Block füllte sich in sekundenschnelle. Vollgas zu geben war nun für jeden Ehrensache und so brachial laut hatte ich den L-Block schon lange nicht mehr erlebt. Wie ein Weckruf für die Mannschaft war dies und nun gab es nur noch eine Richtung auf dem Spielfeld. Der KSC stürmte das gegnerische Tor und erzielte nur sieben Minuten nach Beginn unserers Supports durch Diamantakos das 1:0.

Prömel und wieder Diamantakos  ließen die Treffer zum 2:0 und 3:0 folgen. Das vorletzte Heimspiel unseres Trainer Markus Kauczinski wurde so zum Fest und nach dem 3:0 stimmten wir „Oh wie ist das schön“ an. Hatten wir so auch schon lange nicht mehr.

Fußball lebt von den Emotionen auf den Rängen und der Stimmung. Der Unterschied war klar erkennbar und so wie es in der ersten Stunde war will das ernsthaft niemand haben. Ob die weitere Zerstückelung der Spieltage aufzuhalten ist, ist fraglich. Wir versuchen allerdings unseren Teil dazu bei zu tragen, dass der KSC nicht irgendwann Dienstags um 11 Uhr spielt, weil um 13 Uhr der FC Bayern gegen Leverkusen antritt um auch am anderen Ende der Welt die TV-Zuschauer zu bedienen.

Gegen den Kommerz, gegen den modernen Fußball!

MaD

KSC – SC Freiburg 0:1 (DFB-Pokal 3.Runde, 18.12.2012)

So viel Kampf, so viel Wille, so viel Leidenschaft und so knapp gescheitert. Das Scheitern gehört beim Fußball und speziell beim KSC einfach dazu. Wenn es dann vor 28.200 Zuschauern im ausverkauften Wildpark geschieht, nach zuvor 10 Pflichtspielsiegen in Folge und mit Toni Marschall im Vorprogramm, dann ist es immer noch bitter aber erträglicher.

Der 18.12.2012 sah einen großen Abend in Karlsruhe. Das Derby der beiden badischen Mannschaften lockte die Massen an, irgendwer grub auch Toni Marschall aus und dieser sang live im Stadion das Badnerlied. Nicht dass ich so etwas immer brauche, aber diese Art von Entertainment deutet zumeist große Fußballabende an.

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Wir spielten in Trikots, die man nur mit Sonnenbrille und viel Neurexan ertragen konnte. Unsere Marketingabteilung hatte den glorreichen Einfall unser Team in Trikots mit der Farbe Orange auflaufen zu lassen. Beim spontanen Blick aufs Spielfeld konnte das Auge dem Gehirn nicht sofort signalisieren wer denn nun der KSC sei. Ein paar hundert dieser Exemplare wurden doch tatsächlich verkauft. Da die aktive Szene dieses Trikot natürlich boykottierte ist es doch eine ganz stattliche Zahl. Bedenkt man aber wie viele Trikots verkauft worden wären, hätte unsere Marketingabteilung gemeinsam mit den Supporters ein Traditionstrikot in Blau-Weiß für dieses Spiel auf den Markt gebracht, dann ist es einfach wieder mal zu wenig. Ihr seid komische Leute ihr „Marketingexperten“!

Statt dessen verkaufte die Utraszene locker 3500 Bommelmützen in unseren Farben und hätte 10.000 verkaufen können, so groß war die Nachfrage. Ein schönes Bild gaben die Mützen im Stadion ab, von den Trikots war auf den Rängen zum Glück kaum etwas zu sehen.

Nach dem beide Fanblöcke während der ersten 12 Minuten und 12 Sekunden geschwiegen hatten, zeigte unsere Kurve eine kleine Trikot-Choreo. Dazu hielt die Gegengerade mitgebrachte Trikots in blau und weiß hoch. Dazu noch der Hinweis auf unsere Vereinssatzung in der genau die Vereinsfarben festgelegt sind. Freiburg zündete schön, sie hatten ja auch schon allen Grund zum jubeln. Schmid brachte Freiburg in Minute zwei in Führung und stellte damit schon früh den späteren Endstand her.

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Zwischen dieser zweiten Minute und dem Schlusspfiff lagen starke 90 Minuten, in denen unsere Spieler alles zeigten was sie die letzten Wochen stark machte. Nur mit dem Tore schießen klappte es leider nicht. Weder Gordon noch Hennings konnte gute Chancen nutzen. Am Ende aber Standing Ovations für eine Mannschaft aus Karlsruhe auf die man wieder stolz sein kann. Freiburg kam mit Glück und Geschick hier weiter und dies als Erstligist der sich momentan im oberen Drittel befindet. Christian Streich, der hemdsärmelige Trainer des SCF, kannte die große Leistung des KSC hinterher auch voll an. Er konnte sich bestätigt fühlen da er vorausgesagt hatte, dass dies ein harter Abend für seine Mannschaft werden würde.

Wir sehen uns 2013, dann hoffentlich mit dem krönenden Aufstieg! Danke Jungs für diesen Abend und für zuvor 10 Pflichtspielsiege in Folge!

MaD

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