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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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KSC – SCF 1:1 oder Manzon lässt den Wildpark beben

Das Spiel gegen den SC Freiburg ist keine alltägliche Begegnung. Dies zeigte schon die Zahl der Zuschauer (knapp 26.000) und das Medieninteresse in den Tagen davor.

Es ist ein Derby. Eines gegen den einstmals kleinen Nachbarn aus Südbaden, welcher sich in den letzten Jahren aber meist als überlegen zeigte in Sachen Ligazugehörigkeit. Aber zumindest bei mir kommt nicht dieselbe Derby-Stimmung auf, als wenn es gegen den VFB, den FCK oder den Waldhof geht.

Nun ist der SCF wieder mal in Liga zwei zu Gast und spielt dort erwartungsgemäß (Christian Streich sieht dies bestimmt anders) oben mit. Freiburg kam als Tabellenführer in den Wildpark.

Unsere Elf hatte sich in Heidenheim in letzter Sekunde belohnt und konnte heute an Kampf und Leidenschaft des letzten Spiels anknüpfen. Prömel und Peitz bekämpften im Mittelfeld sehr erfolgreich die spielstarken Freiburger. Hinten hielten Mauersberger, der wieder absolut der Alte ist, und Gulde dicht. Vollath stand heute für den am Meniskus verletzten Orle im Tor.

Freiburg zündete etwas Rauch und Fackeln zu Beginn und versuchte sich akustisch über 90 Minuten zu messen. Wenn es bei uns still wurde, waren sie auch tatsächlich zu hören. Zum guten Glück wurde es auf der Gegengerade nur selten still. Unsere Mannschaft gab auch durch ihre leidenschaftliche Spielweise keinen Anlass dazu. Dies spornte eher an noch lauter zu singen.

Eine sehr lustige Begebenheit spielte sich Mitte der ersten Hälfte ab. Nach „Steht auf für den KSC“ kam noch „Wer nicht hüpft der ist Freiburger“. Fast alle Zuschauer hatten sich schon wieder gesetzt. Nur die von der Szene eingeladenen Flüchtlinge in der A-Kurve nicht und so hüpften sie dort mit ihren Supporters-Schals zwischen all den anderen (sitzenden) Leuten munter drauf los. Und ja, Freiburger seid ihr wirklich nicht. Großartig!

Zurück zum Spiel. Freiburg hatte keine Torchance, der KSC dagegen mehrere gute Möglichkeiten. Peitz per Kopf, Hoffer im Nachschuss, Aufsetzer Nazarov. Freiburgs Keeper war in all diesen Situationen stark.

Überwiegend spielte sich alles im Mittelfeld ab und dort war der KSC einfach präsenter.

Dann gab es in der 89.Minute den dümmsten Eckball der letzten 10 Jahre gegen uns (Mauersberger köpfte vollkommen unbedrängt den Ball ins Aus) und Petersen köpfte zum 0:1 ins Tor. In eigentlich unmöglicher Körperhaltung und auch noch mit dem Kopf vom Tor wegschauend. Wie kann man sich nur so den Hals verrenken?!

Jetzt sah man auch wie viele Freiburger sich im Stadion befanden.

Auf unserer Seite schauten sich alle fassungslos an. So viel Pech kann man doch nicht haben.

Ich überlegte kurz ob ich nicht einfach gehen sollte. Der Frust saß tief.

Unsere Mannschaft nahm mir die Entscheidung ab. Sie rannten nach vorne, kämpften um jeden Ball und als Torres seine zweite Flanke schlug war klar was passiert. Im Fünfmeterraum standen zwei Speler in Blau-Weiß bereit. Vadim Manzon köpfte das Leder zum 1:1 ins Tor. Auf der Gegengerade gab es kein Halten mehr. Unbeschreiblicher Jubel bei allen die den KSC lieben.

Unser Team hat sich wieder in letzter Sekunde belohnt. An den Gedanken, dass wir ein Verein mit Comeback Qualität werden, muss ich mich erst gewöhnen.

MaD

 P.S. Nach dem Spiel ging es für mich noch in die Alte Hackerei zum Label-Fest von Backbite Records. Der Hunger wurde mit nem leckeren veganen Blumenkohl-Kartoffel Curry und Zimtschnecken gestillt. Dazu gabs gute Hardcore Mucke zum runterkommen nach dem nervenaufreibenden Spiel.

KSC – Fortuna Düsseldorf 1:1 (22.09.2015)

Nach dem Schlusspfiff waren auf Karlsruher Seite alle zufrieden. Nicht unbedingt nur wegen des Endergebnisses. Es war die Leistung der Mannschaft, der Kampf und die Leidenschaft. Sie kam zurück ins Spiel trotz des unglücklichen Treffers zum 0:1 (fliegt uns doch da ne 30m Freistoßflanke durch Demirbay ins lanke Eck – unglaubliches Pech!) und hatte über die gesamten 90 Minuten die besseren Torchancen. Erwin Hoffer muss drei Buden machen, dass er dann den Ausgleich erzielte ist eine schöne Sache.

Vor dem Spiel unterhielt ich mich am Clubhaus mit zwei Düsseldorfern. Beide hätten Hoffer gerne behalten. Warum? Nicht weil er wie am Fließband trifft, sondern weil er immer kämpft und vollen Einsatz bringt.

Genau deswegen bin ich froh, dass er nun bei uns spielt.

Mauersberger und Prömel waren für mich unsere Besten. Mit Prömel kann es was werden auf der 6er Position.

Mit Barry brauchen wir wohl noch Geduld. Talent ist unzweifelhaft vorhanden. Mal sehen ob er die nötige Einstellung mitbringt um ein richtig guter Spieler zu werden. Frisur und Facebook scheinen momentan wichtiger zu sein. Es würde mich freuen, wenn er sich bei uns weiterentwickelt und ein richtig guter Fußballer wird. Wir können dies ja gemeinsam beobachten liebe Leser.

Die für Auswärtsfans katastrophale Anstosszeit brachte es leider mit sich, dass aus Düsseldorf nur ca. 500 Leute am Start waren. Selbst für Heimfans ist 17.30 Uhr eine schlechte Uhrzeit. Es sind ja nicht alle arbeitslos. Fußball lebt von seinen Fans im Stadion und den Emotionen, nicht vom TV Zuschauer.

MaD

Ein Zebra hat Streifen und keine Punkte 

Es gibt Spiele vor denen man Angst hat. Vor manchen hat man Respekt und andere nimmt man auf die leichte Schulter. 

Ich hatte vor dem Spiel gegen den MSV Duisburg ehrlich gesagt fast schon ein wenig Angst. Die Chance endlich in der Saison anzukommen war sehr groß. Vor allem gegen einen Gegner den man damit auf Distanz bringen konnte und der wohl bis zuletzt gegen den Abstieg spielt. 

Die Zebras waren bis dato vieles schuldig geblieben. 

Als KSC Fan kennt man eine solche Situation und befürchtet das Schlimmste. 

Auf dem Feld war es kein fußballerischer Hochgenuss. In der ersten Halbzeit war Duisburg grottig und der KSC bemüht. Normalerweise geht man dann 0:0 in die Pause und einige Zuschauer pfeifen. An diesem Samstag Nachmittag gingen die Teams aber unter viel Applaus für die Heimmannschaft in die Kabine. Jimmy Hoffer traf nämlich in Minute 45 zum 1:0 für den KSC. Dieses Tor wirkte befreiend. In der zweiten Halbzeit war Duisburg immer noch grottig, aber der KSC nun souverän. Man musste keine Sorge haben, dass die Zebras aus dem Wildpark Punkte entführen. 

Gulde traf nach einer Standardsituation recht früh zum 2:0 und die Jungs aus der Fächerstadt spielten die Begegnung souverän zu Ende. 

Wie oft gab es solche Nachmittage schon an denen man einem furchtbaren Kick zusehen musste. Das favorisierte Team ist leicht überlegen, der Gegner bekommt nichts gebacken. Sie schaffen es aber nicht aus dem bisschen Überlegenheit ein Tor zu erzielen. Am Ende geht das Spiel 0:0 aus oder man hat Pech und in der 87.Minute wuchtet deren schlacksiger Stürmer, welcher vorher mehr über seine eigenen Füße gestolpert war als durch Torgefahr aufzufallen, eine missglückte Flanke zum 0:1 ins Tor. 

Genau so ein Spiel hätte es werden können. Dank Jimmy Hoffer wurde es ein souveräner und sehr wichtiger Heimsieg. Was hätten die Zebras auch mit den Punkten anfangen wollen?! Sie haben nun mal Streifen! 

Einzig die Verletzung von Daniel Gordon trübt den Spieltag. Gute Besserung Daniel! Wir brauchen dich!

MaD 

FSV Frankfurt – Karlsruher SC 1:2 oder Der beste KSC den es je gab

„Eigentlich wollte ich ja nicht nach Frankfurt fahren, aber mein Verein braucht mich jetzt.“ Diese Nachricht auf dem Handy sagte viel über die Gemütslage des Verfassers aus und sprach in der Woche vor dem Spiel vielen aus dem Herzen die es mit Blau-Weiß halten.

Am Bornheimer Hang versammelten sich letzten Freitag Abend die treuen Fans des Karlsruher SC und sie einte eine Frage: „Was erwartet uns heute?“

Die Viererkette wurde völlig durcheinandergewirbelt. Sallahi verteidigte hinten links und Neuzugang Grischa Prömel auf der rechten Abwehrseite, dazu stand Jan Mauersberger neben Gulde in der Innenverteidigung. Gerade noch ein Verkaufskandidat und nun ein Hoffnungsträger. Willkommen zurück auf dem Platz Jan!

Und endlich stand auch wieder Peitz in der Startelf. Meine Theorie ist ja, das wir in Reutlingen mit Peitz von Beginn an, nicht verloren hätten. Dort fehlte uns der konsequente Abräumer im Mittelfeld, heute war er präsent und zeigte wie wichtig er ist.

Nach ein paar Sekunden waren alle Gedankenspiele Makulatur und eine lähmende Stille trat im Auswärtsblock ein. Halimi schoss zum 1:0 ein, unsere Abwehr bekam einfach den Ball nicht aus dem Strafraum und der Neuzugang des FSV nutzte dies eiskalt aus.

Was dann folgte war sehr schön anzusehen. Die Mannschaft kämpfte sich zurück ins Spiel. Die Abstimmung in vielen Bereichen stimmte nach wie vor nicht, aber nach dem Gegentor waren alle da und wollten das Spiel drehen. Hoffer ging vorne auf alles drauf was sich bewegte. Barry und Torres machten Druck von der Seite und im Mittelfeld begann Yamada zu zeigen, dass er den Tick besser ist als die meisten Spieler der 2.Bundesliga.

Die Mannschaft belohnte sich selbst durch den Ausgleich. Hoffer und Barry setzten die Abwehr des FSV unter Druck und der Österreicher erzielte sein erstes Tor für unsere Farben.

Das 1:2 erzwang Erwin“die Maschine“Hoffer in der 2.Halbzeit. Wieder setzte er einen Abwehrspieler des FSV unter Druck, dieser wurde dann vom eigenen Torwart noch angeschossen und unser Sieg war perfekt.

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Der Torjubel nach diesem Treffer zeigte auch klar, dass die Mannschaft will. Alle Spieler kamen vor den Block und ballten die Fäuste. Vielleicht war es auch gut, dass unter der Woche mal miteinander geredet wurde.

Eine großartige Mannschaftsleistung, die durch viel Kampf geprägt war, aber auch zeigte wie ballsicher die Jungs sein können und was sie technisch drauf haben. Als Peitzinho vor unserem Block den Ball mit der Hacke einem Mitspieler in den Fuß spielte, jubelte unser Block völlig verzückt auf und ich rief laut Richtung Spielfeld „Der beste KSC den es je gab“. Großes Gelächter neben mir, aber es war einfach der „Zauber des Augenblicks“ der mich dazu verführte.

Nach dem Schlusspfiff dezenter und angemessener Jubel der Mannschaft und des Blocks. Zu großen Feiern kann es im Laufe der Saison sicherlich noch kommen. An diesem Abend waren einfach alle nur erleichtert.

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Noch ein Wort zum FSV: Wirklich ein nettes Stadion, angenehme Leute die zum FSV gehen und ein Hauch von Fußball pur ohne viel „Schnick Schnack“. Gefällt mir immer wieder gut. Warum aber die dann doch überschaubare Szene beim FSV nicht zusammen steht, ist mir ein Rätsel. So viel kann euch doch nicht trennen. Oder doch?

MaD

P.S. Den Abend könnte man auch so zusammenfassen: „Mit Mürre und Pedro in Spanien gewesen und dort zwei Bier getrunken, die Martin Löffler bezahlt hat, obwohl Simone gar nicht weiß warum“!

Aufstiegsspiel zur 3.Liga: Kickers Offenbach – 1.FC Magdeburg 1:3

Das Hinspiel in Magdeburg endete 1:0 für den FCM und so versprach dieses Rückspiel spannend zu werden. Der OFC musste zwar einen Rückstand aufholen, dies war aber nicht unmöglich und Magedeburg konnte sich auf diesem knappen Hinspielergebnis nicht ausruhen.
Ausruhen wollten sich auch beide Fanlager nicht. Prall besetzte Blöcke, die weit vor Spielbeginn schon besetzt waren, zeugten von der Motivation beider Seiten.
Der „Block U“ tauchte sich zu Beginn ganz in Blau und beflaggte mit der „Block U 1.FC Magdeburg“ Fahne den Zaun. Und genau darum ging es heute auch, um den 1.FC Magdeburg. Der 1.FC Magdeburg sollte endlich aufsteigen in den Profifußball.
Die Mitmachquote lag dementsprechend im Auswärtssektor auch bei 100%. Laut und fanatisch supporteten die Magdeburger ihre Mannschaft.
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Offenbach übernahm auf dem Feld das Kommando und der Bieberer Berg ging ekstatisch mit. Der unangefochtene Meister der Regionalliga Südwest ging dann auch verdient mit 1:0 in Führung. Vor mir umarmten sich Männer weit jenseits der 50 und hatten Tränen in den Augen. Anspannung fiel erst mal von ihnen ab.
Das sind genau die Geschichten, welche solche Spiele schreiben. Für mich absolut nachvollziehbar und ich erahne auch wie man sich im Magdeburger Block beim Führungstreffer der Heimelf gefühlt hat. Wollte in dieser Situation nicht mit den Jungs tauschen.

Auf dem Platz machte der FCM alles richtig. Sie blieben ruhig. Ihre Stärken sind vor allem bei Standards und das diese kommen würden war klar. Der OFC agierte in der Folge nicht mehr unbedingt so geordnet wie in den Anfangsminuten, ließ nun Magdeburg etwas mehr Platz.
Der „Block U“ hatte dann seinen großen Moment. Magdeburg erzielte den Ausgleich. Während die Herren vor mir, die sich gerade noch in den Armen lagen mit fahlem Gesicht da saßen, kannte der Jubel im Auswärtssektor keine Grenzen.
Nur Minuten später die Entscheidung. Das 1:2 für den FCM bedeutete praktisch den Aufstieg, so ging man auch in die Pause.
Auf Seiten des OFC war man schon jetzt geschlagen. Keiner versprühte mehr Zuversicht, überall geknickte Anhänger. Auch auf Seiten der Fans gab man auf. Die Einpeitscher standen zu Beginn der zweiten Hälfte nicht mehr vorne vor dem Block. Die älteren Männer vor mir waren bereits weg.
Es sang, feierte und schrie nur der 1.FC Magdeburg. Und dies mit solch einer Intensität, dass ich fast nur den diesen Block anschaute und nicht mehr dem Spiel folgte. Es machte so viel Spaß zu sehen wie alle, wirklich alle, sich dort am Support der eigenen Mannschaft beteiligten.
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Nach dem 1:3 verließen dann die Offenbacher so langsam das Stadion. Manche auf dem regulären Weg, andere wiederum wollten über den Rasen laufen. Bei bestem Wetter zogen sie die Sturmhaube in Vereinsfarbe über und getreu dem Motto „Sieg oder Spielabbruch“ rannten sie aufs Grün. Sieg war nicht mehr möglich, Spielabbruch lag noch drin.
20 Minuten dann Scharmützel mit der Staatsmacht auf dem rasen und vor dem Block. Magdeburg schaute interessiert zu und war diszipliniert. Bei diesem Spielstand vielleicht auch nicht weiter verwunderlich, aber trotzdem hatte ich etwas Sorge, dass es auch dort einige Unbesonnene gibt, die sich nicht zurückhalten können. Zum Glück nicht und so konnte der „Block U“ den größten Erfolg der letzten Jahrzehnte gemeinsam feiern.
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Viele im Auswärtsblock haben sicher noch bessere Zeiten des 1.FC Magdeburg erlebt, die jüngeren Fans kennen den Profifußball nur aus der Sportschau. Ich freue mich für die Magdeburger und hoffe, dass sie die Klasse in der Dritten Liga halten können. Gerade den älteren Fans werden die meisten Duelle ja eh bekannt vorkommen. Mit „Scheiß Dynamo“ stimmte man sich schon mal auf eines der heißesten Spiele der kommenden Saison ein.

Beide Vereine, Offenbach und Magdeburg, spielten eine tolle Saison. Sie wurden beide Meister ihrer Liga und doch steht ein Verein am Ende mit leeren Händen da. Dies ist ungerecht und muss geändert werden. Die Meister ihrer jeweiligen Ligen müssen aufsteigen.

Die beiden Bilder, welche jetzt noch folgen, zeigen sehr schön wie eng Freud und Leid, Sieg und Niederlage an diesem Nachmittag beieinander lagen.

MaD

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Karlsruher SC – SV Darmstadt 98 0:1 (11.05.2015)

Nach solch einer Niederlage sollte man die sozialen Netzwerke für Tage meiden. Ich nehme es mir immer wieder vor, riskiere dann doch einen Blick und bekomme das große Kotzen.
„Greti und Pleti“ sondern hier ihren geistigen Dünnschiß ab. Es ist die Rede von „nicht gekämpft“, „die wollen doch gar nicht aufsteigen“, „denen ist der KSC egal“. Es geht bis zu Beleidigungen einzelner Spieler. Von taktischen Aspekten wollen wir gar nicht erst anfangen. Auch hier wissen alle alles besser.
Diese Art „Shitstorm“ geht mir immer sehr nahe und ich würde gerne dem einen oder anderen „KSC-Fan“, welcher sich hier so gebärdet, die Löffel langziehen.
Da wird ein ganz armes Würstchen hinter seinem Bildschirm ganz groß und meint sich sowohl im Ton als auch in der Sache absolut vergreifen zu können. Eine Unart unserer Zeit und nicht zu akzeptieren.

Wie viel Schönes bot doch dieses Fußballspiel am Montag Abend. Zwei Traditionsmannschaften treffen unter Flutlicht aufeinander. Eine Choreographie (www.ultra1894.de) über die komplette Gegengerade, die mit viel Leidenschaft für unseren Verein und Zeiteinsatz angefertigt wurde. Toller Support, ein dramtisches Spiel um Platz zwei in der Liga und Spieler beider Vereine die alles gaben.
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Der KSC trat offensiv mit zwei Spitzen an und somit war die Marschrichtung eindeutig. Als das Gebälk des Gästetores nach 5.Minuten wackelte, hätte Gordon unsere Farben fast in Führung geköpft.
Minuten später war klar, dass es eine enge Kiste werden würde. KSC versuchte viel spielerisch zu lösen, dies ist einfach die Stärke der Mannschaft. Dabei kommt der Kampf und die Laufbereitschaft nicht zu kurz, beides ist nur nicht ganz so offensichtlich erkennbar wie bei Teams die nur kämpfen.
Dies macht Darmstadt 98 seit Monaten sehr erfolgreich. Kaum konstruktiver Spielaufbau dafür wird der Vollbart angelegt, das Messer zwischen die Zähne genommen und losgerannt. Dirk Schuster, unser alter Held, hat hier ganze Arbeit geleistet und sich mehrfach geklont.
Irgendwie ist dieses Team in einer Zeitschleife hängen geblieben und rennt immer noch um Leben und Tod wie vor einem Jahr in der Relegation in Bielefeld. Ein modernes Fußballwunder, leider wurde der KSC an diesem Abend auch nur Zeuge davon und konnte es nicht stoppen.
Der älteste Trick den Darmstadt auf Lager hat funktionierte. Nach einer Ecke für den KSC, konterten sie uns einfach über den schnellsten Mann der Liga aus. Heller sprintete über den ganzen Platz, Yamada den einen Schritt dahinter. Er hatte dann noch die Chuzpe und legte einfach im Strafraum quer. Kempe schob ein. Ausgerechnet Kempe, der Bruder unseres linken Verteidigers. Solche Geschichten schreibt auch nur der Fußball.
Über 4.000 Darmstädter rasteten aus. Selbst auf der Haupttribüne hatten viele davon Platz genommen.
Wo kommen die eigentlich alle plötzlich her? In der Regionalliga war Darmstadt tot in Punkto Zuschauer, in Liga 3 war der Schnitt auch bestenfalls als „ok“ zu bezeichnen und nun ist jeder Lilien Fan. Das Wort „Erfolgsfan“ hat hier eine neue Heimat gefunden.

Der KSC drückte Darmstadt in den letzten 20 Minuten komplett in die eigene Hälfte. Das Spielglück war uns leider nicht hold. Selbst ein Kullerball in Minute 90, nach einem tollen Antritt von Yabo wurde vom Lilien-Verteidiger noch kurz vor der Linie geklärt, obwohl dieser sich eher planlos ums sich selbst drehte und eigentlich gar nicht wusste was er da tat.

Unser starkes Team hat alles gegeben. Es fehlte ein Quentchen Glück, ein wenig Qualität sicherlich auch, ansonsten ist dem Team um Kapitän Orlishausen nichts vorzuwerfen. Ein bitterer Abend für uns alle war es trotzdem. Schön wie die Gegengerade den sichtlich niedergeschlagenen Mannen Beifall und Respekt zollte.
Ach ja, die Saison ist noch gar nicht vorbei. Sechs Punkte sind noch zu vergeben. So doof es klingt, alles ist noch möglich und dann will ich die Internet-Hetzer hören, wenn wir es doch noch schaffen aufzusteigen.

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Danke KSC, das wir überhaupt in die Lage gekommen sind, dieses Spiel um einen direkten Aufstiegsplatz zu erleben. Dem voraus ging nämlich eine bärenstarke Saison.

MaD

P.S. Darmstadt in Liga 1 ist mir dann trotzdem allemal lieber als diese ganzen Wolfsburgs, Hoffenheims und wie die Langweiler alle heißen.

VfR Aalen – KSC 2:2 (05.04.2015)

In der Woche vor dem Spiel bekam der Abstiegskandidat Aalen am grünen Tisch wegen Lizenzvergehen zwei Punkte abgezogen. Dies machte ihre Lage nur spannender. Behielten sie doch ihren 16.Tabellenplatz, rückten aber in Punkten wieder näher an Aue und St.Pauli heran.
Die Erfahrung zeigt, dass solche Negativerlebnisse zusammenschweißen und das berühmte „jetzt erst recht“ Gefühl wecken können. In Aalen war es wohl so. Sie rannten und kämpften um ihr sportliches Überleben. Da hätte man nicht denken können, dass diese engagierte und ballsichere Mannschaft eigentlich gegen den Abstieg spielt.
Die Energieleistung nach zweimaligem Rückstand zurück zu kommen kann ihnen weiteren Auftrieb geben.

Der KSC ging vor knapp 2000 mitgereisten Fans schnell durch Hennings in Führung. Super heraus gespielt über Valentini und Miczanski, vollendete Hennings in bester Torjägermanier.
Der Jubel war groß und ich gebe zu, dass auch ich dachte wir könnten nun etwas fürs Torverhältnis tun.
Weit vorbei an der Realität, denn Aalen übernahm nun die Initiative und tauchte überraschend oft gefährlich vor unserem Tor auf. Mit Glück und Orle überstanden wir Halbzeit 1 dann aber ohne Gegentor.
Anhang 1
Die Stimmung bei uns war eher dürftig in der Pause, denn viele sahen das Unheil schon kommen. Gjasula verwandelte kurz nach der Pause einen Elfmeter sicher zum 1:1 und Aalen kam erneut.
Dass Miczanski auf Torres Vorlage zum 1:2 für den KSC traf, kam eher überraschend, wurde von uns aber frenetisch gefeiert. Jeder kannte die Zwischenstände in Ingol- und Darmstadt und da Lautern am Vortag gewonnen hatte war ein Sieg wichtig.
Kaum war der Jubel verebbt, flatterte die Kugel abermals ins Tor. Gjasula traf zum Ausgleich. Wie genau, bekam ich leider nicht mit.
Danach quälte sich das Spiel dem Ende entgegen. Die Einwechslungen von Peitz und Nazarov brachten nichts und Torchancen blieben Mangelware.
Ein Punkt in Aalen ist eigentlich nicht so schlecht. Nur die anderen gewannen eben alle und dies ist bitter. Zudem sind wir diese Runde ja eher auf die 3er in der Fremde angewiesen, da wir zu Hause zu oft nur die Punkte teilen.
Bei einer Mannschaft, die mit dem berühmten Rücken zur Wand steht, ist es am Saisonende immer schwierig.
Die Mannschaft ließ sich heute leider niederkämpfen.
Wille, Leidenschaft und Kampf ist ihr grundsätzlich nicht abzusprechen. Zu oft haben es die Jungs schon gezeigt diese Saison.

Wie schrieb gestern ein Freund via WhattsApp: Noch 7 Spieltage und wir auf Platz 4. Objektiv betrachtet genial und Grund zur Euphorie….aber nicht bei uns. Komisch.

Warum eigentlich nicht? Wer darauf eine Antwort hat, teile sie bitte mit.

Aus eigener Kraft können wir mindestens Platz 3 locker erreichen. Siege müssen dazu natürlich her. Lasst uns gegen St.Pauli und Sandhausen 6 Punkte einfahren. Gegen Darmstadt zu Hause an diesem Montag Abend im Mai, da möchte ich Platz 3 erklimmen.

Ich bin total heiß auf die kommenden Spiele, lasst uns die Leute in und um Karlsruhe mobilisieren. Es geht um den Aufstieg unseres Sport-Clubs. Tun wir alles dafür um diese tolle Mannschaft zu unterstützen.

MaD

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FC Heidenheim – Karlsruher SC 0:1 (13.Februar 2015) oder Heidenheim ist Feld, Wald, Wiese

„Und am Ende gewinnt der KSC!“ Diese „Weisheit“ hatte auch an diesem Freitag Abend im eiskalten Heidenheim seine Richtigkeit. Der FCH spielte über weite Strecken mutig nach vorne und hatte viele hochkarätige Torchancen, aber der Treffer von Rouwen Hennings genügte dem KSC zum wichtigen Auswärtssieg.
Dieser war vielleicht etwas glücklich, aber auch hart erkämpft. Unsere Spieler spulten viele Kilometer ab, stopften Löcher im Mittelfeld, warfen sich auf dem harten Boden in jeden Zweikampf und bei Ballbesitz versuchten sie immer schnell nach vorne zu spielen.
Heidenheim hatte in Schnatterer mal wieder seinen besten Spieler, er war überall und zog den Ball magisch an. So ganz aus dem Spiel nehmen konnten wir ihn nicht, aber wir nervten ihn mit vielen kleinen Fouls und dass wir meist zu zweit ihn anliefen.

Der Weg zum Stadion war für ein Auswärtsspiel im deutschen Profifußball fast schon abenteuerlich. Zu dritt erklommen wir einen Waldweg, der uns direkt hinter den Auswärtsblock brachte. Vorbei an Feldern, ging es über einen komplett verschneiten Weg den Berg hoch. Das Flutlicht war von weitem schon zu sehen, unsere Sneakers schlurften über den eisigen Boden und wir versuchten nicht den Berg wieder runter zu rutschen.
Fast schon idyllisch war es, kein Laut zu hören und ausser uns so gut wie niemand unterwegs. Vor uns mussten diesen Weg schon eine Handvoll Leute genommen haben, wenn man die Autos auf dem kleinen Parkplatz mal als Anhaltspunkt nimmt.
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Zu Spielbeginn zeigte Heidenheim eine nette kleine Choreo. Ich mag diesen kleinen Verein, der beweist, dass mit einer guten Strategie, breiter regionaler Unterstützung und sportlicher Kontinuität Profifußball jenseits der Konzerne organisiert werden kann. Der Support hinter dem Tor war auch ok, ansonsten ist man auch hier von „Hexenkessel“ meilenweit entfernt, aber dies ist ja auch ok, muss ja nicht.
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Die letzten 10 Minuten wurde für uns noch mal zur Nervenprobe. Zu wenig Entlastung und gleichzeitig zu viel Druck der Heimmanschaft. Als Grimaldi noch völlig frei stehend das Aluminium traf, hielten wir im aufziehenden Nebel alle kurz die Luft an. Orle klärte noch mal eine gefährliche Situation in der Nachspielzeit und dann war es geschafft.
Mit der Einwechslung von Peitz traf Kauczinski an diesem Abend eine wichtige Entscheidung. Durch seine unorthodoxe Spielweise und seinen Kampfgeist brachte er Heidenheim im Mittelfeld oft um den Ball. Er war genau richtig an diesem kampfbetonten Abend.

Nun ist alles möglich. Die nächsten Wochen mit den direkten Duellen gegen Ingolstadt und (Scheiss)Kaiserslautern werden zu Endspielen. Davor gilt es am Führungsduo dran zu bleiben und die Heimspiele gegen Bochum und RedBull siegreich zu bestreiten. Immer weiter KSC! 

MaD

Hinter euren Zäunen:

Anhang 3Anhang 1

KSC – FSV Frankfurt oder Seepferdchen im Wildpark

Bei strömendem Regen war der FSV Frankfurt am 19.12.2014 zu Gast im Wildpark. Die 57 Gästefans und unsere beiden Jungs auf dem Zaun machten an diesem Abend ihr Seepferdchen. Mindestens bis auf die Knochen waren alle nass.
In der A-Kurve verloren sich noch eine handvoll Leute im Regen, im A1 und A4 drängten man unters Dach.
Die Party zum Jahresabschluss nahm auf dem Rasen ihren Lauf. So überlegen wie der KSC den FSV herspielte, das war schon eine Demonstration. Wir spielten wunderbar Fußball und die Abschlussquote stimmte auch.
Rouwen Hennings nagelte den Ball per Fernschuß zum 1:0 ins gegnerische Tor und Reinhold Yabo erhöhte wenig später auf 2:0.
In unserem Block nahm die Party auch Fahrt auf. Solch eine Feierstimmung war schon lange nicht mehr. Ausgelassen tobte alles durch die Gegend, es wurde laut supportet und überall strahlten die Gesichter. Manchen merkte man auch schon an, dass an diesem Abend noch steil gegangen werden sollte. Schließlich gabs im Fanprojekt noch eine Jahresabschlussparty, andere gingen auch noch auf Kneipentour durch die Stadt.
Vielleicht waren die ChiKAs neben mir gar nicht betrunken, vielleicht waren sie ja Manuel Neuer?!
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Hennings klaute dem Frankfurter Torwart Klandt kurz nach der Pause elegant den Ball und schob lässig zum 3:0 ein. Solch ein Tor sieht man auch nicht alle Tage und die Feierei steuerte unaufhaltsam ihrem Höhepunkt entgegen.
Nazarov per Elfmeter zum 4:0 und nun stimmte der Wildpark tausendfach in unser „Europapokal-Lied“ ein. In mehreren Intervallen und mit immenser Laustärke wurde mit diesem Lied unsere Mannschaft für ein tolles Fußballjahr 2014 gefeiert.
Sie fingen sich noch das 4:1, was einige erst nach dem Abpfiff mitbekamen, so vertieft war man im Singen dieses sensationellen Liedes.
Alle die damals schon dabei waren hatten bestimmt wieder die Bilder dieser Schlachten vor Augen. Mir ging es jedenfalls so.
Der KSC ließ sich nicht lumpen. Erst taten die Spieler so als ob sie nur kurz zum winken kommen würden, erste ungläubige Pfiffe ertönten schon. Dann drehten sie um und machten kollektiv den „Diver“ um danach mit der Gegengerade zu feiern!
Im Clubhaus angekommen traute ich meinen Ohren nicht. Siegestrunken und glücklich sangen alle „Oh wie ist das schön“. Ja, so etwas hat man auch im Clubhaus des KSC „lange nicht gesehen“.

Danke an unsere Mannschaft für ein (fast) perfektes Fußballjahr 2014!

MaD

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