Da sind sie wieder, die drei Berliner, die mit ihrem Debüt 2010 doch für einiges Aufsehen gesorgt haben. Kotzreiz bieten nach wie vor alles, was man von Deutschpunk erwartet: Schnell, laut, aggressiv, maximal 3 Akkorde, punktgenau mitten auf den Solarplexus.

Die Thematik der zwölf Songs beschäftigt sich überwiegend mit dem, was einen Deutschpunker anno 2012 so umtreibt: Arbeit ist scheiße, vor allem an Montagen. Alk sollte immer genügend am Start sein, im Gegensatz zu Nazis. Die sollen natürlich raus.

Dabei gibt es mit „Punk bleibt Punk“ sogar eine Hymne, die auch vor 20 Jahren auf den legendären Samplern wie „Schlachtrufe BRD“ oder „Willkommen zur Alptraummelodie“ nicht hätte fehlen dürfen. Kotzreiz hätten sich damals ohne weiteres in eine so illustre Runde mit The Pig Must Die, Toxic Walls, Chaos Z, Maniacs, Daily Terror oder Die Dödelhaie eingereiht. Einzig die Gnade der späten Geburt verhinderte es. Ist dies ein Kompliment? Aber hallo – auf jeden Fall.

Wer auf Deutschpunk Marke der eben genannten Bands steht, kommt an Kotzreiz heute nicht vorbei. Da gibt es alles, was das junge oder jung gebliebene Deutschpunkherz begehrt. Selbst der verhassten Fahrscheinkontrolle – denn als Punker, der etwas auf sich hält, hat man ja keinen Fahrschein gekauft, da die erschnorrte Kohle für Pfeffi drauf ging – wird ein Lied gewidmet.

Gelernt hat man nach der CD auch etwas: Kotzreiz singen nicht über Dinge, die sie nicht verstehen. Dies sollten viele andere Bands auch mal beherzigen. „Tränen“ ist aus diesem Grund ein absoluter Anspieltipp.

Nach dem letzten Song „Raus“ sollte man sich noch etwas Zeit nehmen, um ein besonderes Schmankerl auf der Platte nicht zu verpassen. Ich sag nur – Prost! Die CD enthält übrigens ein limitiertes Poster-Booklet. Noch ein Tipp: Gleich aufhängen. Das Booklet ist nämlich so fett, dass ihr es eh nicht mehr zurück in den Schuber bekommt. Punk bleibt eben Punk!

OnkelMad

Natürlich auch hier erschienen: http://www.valve-magazine.net/reviews/36/3777-kotzreiz-punk-bleibt-punk-voe-1492012