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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

Monat

Dezember 2015

Moser rockt 2015!

Mit einem Heimsieg gegen Fürth wurde dieser Samstag eingeläutet, der ganz im Zeichen des Gedenkens an alle stand mit denen wir unseren Platz in der Kurve teilten und die viel zu früh von uns gegangen sind.

Unser Stadionverbotler durften heute auch mit in die Kurve und wurden sehr herzlich willkommen geheißen. Alles begann schon Morgens am Karlsruher Schloss mit einem Szenefoto und dem Marsch ins Stadion. Dort wurde minutenlang das neue Lied für unsere Ausgesperrten gesungen und bei allen Beteiligten große Gefühle erzeugt.

http://ultra1894.de/bilder/256

Das Spiel selbst war sehr wichtig für unseren KSC und wir waren erleichtert dass der Rückrundenauftakt erfolgreich war. Diamantakos führte mit seinem Tor unsere Farben zum Sieg.

So wichtig der Fußball und das Geschehen auf dem Platz auch ist. Wenn wir kurz inne halten und uns im Block, in der Kurve umsehen und die Lücken entdecken, die durch den Tod der langjährigen Weggefährten entstanden sind, dann wird vieles doch zur Nebensache.

Bertold Brecht brachte es mit seinem Zitat „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“ wunderbar zum Ausdruck was wir an einem solchen Abend fühlen.

Als wir schweigend an jenem kalten Dezembertag des Jahres 2006 zum Grab von Dominik Moser liefen um ihm die letzte Ehre zu erweisen und ich überall vertraute Gesichter sah, da war dieses Gefühl, dass man wirklich nicht vergessen wird, so lange die Kurve und die Menschen, welche diese ausmacht einen nicht vergessen.

In den Jahren danach verließen uns noch so manche treue KSC Fans. Menschen, welche die blau-weißen Farben in die Stadien trugen und für die der KSC und seine Kurve mehr war als nur Freizeitvergnügen. Es war Lebensinhalt.

Für Dominik, Melon´, Benny (HB98) und all die anderen aus Karlsruhe und den befreundeten Szenen ist dieser Abend. Es soll getanzt, gelacht und das Leben gefeiert werden. Sie alle hätten sich wieder wohl gefühlt im Karlsruher Fanprojekt an diesem 12.12.2015.

Unser Spieler Dominic Peitz war auch anwesend und verloste unter Mithilfe der lokalen Fußballmafia zwei KSC Trikots. Eines von sich selbst und das andere war von unserem langjährigen Verteidiger Martin Stoll. Alles für einen guten Zweck, wie der gesamte Abend Menschen zu Gute kommt, denen es im Leben nicht so gut geht wie den meisten von uns.

Schön zu sehen, dass die Resonanz in der Szene ungebrochen ist und auch wieder viele Freunde dabei waren. Unsere Berliner spielten an diesem Samstag in Darmstadt und schauten mit einer Abordnung zur Feier vorbei.

Für Musik war auch gesorgt. Will o´ the Wisp aus Pforzheim (https://www.facebook.com/willo.ska/) sorgten mit Ska für Bewegung in der Truppe und die verrückten Medassi aus Landshut begeisterten mit ihrer Interpretation von Reggae, Dancehall, Roots und Latin Rhythmen.

Zwei Mitglieder von Medassi beglückten uns noch mit ihrem Projekt Garopa! Afro-Punk geht so:

Danke an alle Organisatoren und an alle die kamen um an diesem Abend gemeinsam das Leben zu feiern! Gegen das Vergessen und für Zusammenhalt und Freundschaft!

Wir werden dieses Fest auch hoffentlich in vielen Jahren noch feiern und dann dort  Menschen treffen die man eventuell das ganze Jahr sonst nicht mehr sieht. Dieser Abend ist für uns und unsere Freunde mit denen wir unsere Liebe zum Fußball teilen und uns so viel verbindet.

http://ultra1894.de/fuer-immer-in-unserer-kurve/

MaD

Lemmy Kilmister 24.12.1945 – 28.12.2015

Danke Lemmy, dass du deinen Bass immer laut aufgedreht hattest für uns!

Folgt dem Rat seiner Bandkollegen:

„Spielt Motörhead laut, spielt Hawkwind laut, spielt Lemmys Musik laut. Habt einen Drink oder mehrere.“

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MaD

Song der Woche: Steakknife – Parallel Universe Of The Dead

Homepage: http://www.steakknife.org/

Facebook: https://de-de.facebook.com/steakknifemusic

Am 11.12.2015 durfte ich sie live in Karlsruhe nach K.I.Z sehen als wir einfach die Location wechselten und Steakknife in der Hackerei gerade den 3.Song spielten. Ein willkommener Stilbruch nach zwei Stunden Rap.  Die rauhen Gitarrenklänge waren „Urlaub für die Ohren“ um noch mal den Bogen zu den wirklich erstklassigen Berliner Rappern zu schlagen.

MaD

 

K.I.Z feiern den Weltuntergang (Karlsruhe Substage, 11.12.2015)

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Innerhalb kürzester Zeit war das Konzert der Berliner Rapper K.I.Z im Karlsruher Substage ausverkauft. Zurecht!

Der Ansturm auf das Substage war so groß, das wir uns zuerst in der Hackerei niederließen und dort ein paar Getränke nahmen.  Zum Konzert von Steakknife kamen wir etwas später eh wieder.

Als Eintrittskarte gab es ein Ausweisdokument der Republik „Taka Tuka“ und damit durfte man zur „Hurra, die Welt geht unter“ Tour einreisen. Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass die Welt untergeht? Eine Option wäre noch mal so richtig zu feiern. Diese Option zogen an diesem Abend alle im Substage Anwesenden, sprangen zu den Beats von K.I.Z auf und ab und sangen die Texte mit, welche meiner Oma die Stützstrümpfe ausziehen würden.

DJ Craft hatte sich hinter einem schweren Geschütz positioniert und feuerte seine Beats zielgenau ins Publikum. Schon beim ersten Song war Ausnahmezustand. K.I.Z und ihr Publikum benötigen keinerlei Anlaufzeit, von der ersten Sekunde an ist hier Vollgas angesagt. Urlaub fürs Gehirn eben.

Das Substage intonierte mit strahlendem Lächeln im Gesicht die Hook:

„Das ist der Sound für die echten Männer, die das hier hören wenn sie Pressluft hämmern. Für Nutten und Hausfrauen, das hier ist die Mucke zum Staubsaugen. Gähnende Leere hinter meiner Stirn, das hier ist Urlaub, Urlaub fürs Gehirn.“

Damit war die Marschroute für den Abend klar und es konnte sich voll und ganz den Lyrics von Tarek, Maxim und Nico hingegeben werden.

Eine simulierte Geburt entlässt Maxim aus dem Schoß einer Frau. Er steht mit Windeln und Kunstblut auf der Bühne und trägt den Song Käfigbett vor.

Die kleine Bühne lässt K.I.Z optisch nicht so viele Gestaltungsmöglichkeiten, aber ihre überdimensionalen Ebenbilder passen perfekt nebeneinander und blicken stoisch auf das Treiben herab. Im Publikum entledigen sich junge Männer ihrer Shirts und werden von den Musikern ins Rampenlicht gestellt. „Schaut euch diesen jungen Mann an, wie schön er ist.“

Zu einem Song besteigen die Rapper die Empore im Substage. Erhaben stehen sie nun weit über den Köpfen ihres Publikums. Als erfahrene Konzertbesucher haben wir uns gleich neben diesem abgesperrten Bereich platziert und sind nicht nur altershalber oben gestanden wie böse Zunge andeuteten.

Die Partei hatte auf der Empore einen Infostand an dem man nette junge Menschen in grauen Anzügen bewundern durfte. Wenn Die Partei in Deutschland den Kanzler stellt, soll ja K.I.Z am Brandenburger Tor auftreten, las ich bei Martin Sonneborn  auf Facebook, wenn ich mich nicht irre. Dies wäre sicherlich eine Show die nicht unbeachtet bliebe.

Hurra die Welt geht unter und Hurensohn waren nach zwei Stunden die letzten Songs und bedeuteten den würdigen Ausklang dieses in seiner Unwirklichkeit perfekten Abends. K.I.Z liefern eine krasse Show in Wort und Bild, ihre Lyrics sind zu heftig um keine Satire zu sein (hoffe ich) und die vier Musiker beeindrucken durch eine bärenstarke Bühnenpräsenz.

Wahrscheinlich war dies das letzte Mal für einige Zeit, dass man Tearek, Maxim und Co. in eher kleinem Rahmen erleben durfte. Bei ihrem Erfolg werden zukünftig größere Hallen gebucht werden müssen um den Weltuntergang zu zelebrieren.

MaD

 

 

Bane: Final European Tour (JuHa West,10.12.2015)

Um Bane ein letztes Mal zu sehen musste ich nach Häberle fahren. In der JuHa West sollte der letzte Vorhang einer 20jährigen Bandgeschichte für mich fallen.

Gemeinsam mit den Bands Tausend Löwen unter Feinden, WolfXDown und Backtrack begingen die Herren aus Worcester, Massachusetts ihren Abschied in Süddeutschland. Ein Line-Up welches keine Wünsche offen ließ. Auch ohne Bane wäre ein Konzertbesuch an diesem Abend Pflicht gewesen.

Alle drei Bands mögen es mir bitte nachsehen. So gut ich die Shows auch fand und vom ersten bis zum letzten Song genossen habe, dieser Abend gehörte Bane alleine. In dem Wissen dass es die letzte Show sein wird, welche ich besuchen darf, galt meine ganze Aufmerksamkeit dem Moment als Aaron Bedard und seine Mitstreiter die kleine Bühne im Jugendzentrum im Westen Stuttgarts betraten.

Das Publikum rückte zusammen, bildete einen verschworenen Haufen um jeden einzelnen Song in dieser knappen Stunde abzufeiern und einer Band zu danken, die mit ihren Liedern und ihrer Einstellung Herz und Sinn ansprach. Einer Botschaft die sich für ein Miteinander aussprach, für eine Welt ohne Kommerz, Neid und Ungerechtigkeit. Für eine Welt in der sich jeder mit Respekt und Achtung begegnet.

So wie an diesem Abend. Bane und die Konzertbesucher wurde eine Einheit. Die Musiker lieferten den energiegeladenen Soundtrack für die Show welche mit oldschool Pogo und Stagediving ihren Lauf nahm. Wen man fiel wurde man aufgehoben nur um sich sofort dem nächsten auf einen zu fliegenden Stagediver gegenüber zu sehen. Zweimal landete der selbe Typ direkt auf mir, ich sah ihn jedes Mal zu spät kommen.

Aaron bedankte sich dafür, dass er im Punk und Hardcore eine Familie finden durfte. Nach schweren Zeiten in seiner Jugend fing ihn die Szene auf und gab ihm ein zu Hause. In seiner kleinen Dankesrede brachte er auch zum Ausdruck was es doch für ein unglaubliches Geschenk sei, dass so viele Menschen der Musik von Bane zuhören und diese lieben.

Wer diesen emotionalen Abend mit einem Streifzug durch zwei Jahrzehnte Bandgeschichte miterlebt hat, dem ist klar warum Bane, die von Aaron Dalbec als Projekt ins Leben gerufen wurden, so viele musikalische Freunde haben.

Songs wie Can We Start Again, Calling Hours oder Final Backward Glance lassen niemanden still stehen und sind herausragende Beispiele für das Genre welches Bane so wunderbar vertraten in den Jahren.

Das letzte Mal gemeinsam ins Mikro brüllen, die Bühne zu entern, im Gewühl der Szene vor der Bühne unterzugehen, jeder nahm alles mit was dieses Konzert zu bieten hatte.

Thank you for the Music!

Danke Bane für tolle Songs und wunderbare Shows. Bleibt euch treu.

MaD

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Diese Fotos sind von Martina Wörz und mit ihrer freundlichen Genehmigung darf ich sie veröffentlichen.

Danke Martina!

Home: http://www.martinawoerz.de/

Facebook: https://www.facebook.com/MartinaWoerzPhotography/

 

 

Song der Woche: Rage Against The Machine – Sleep Now in the Fire

Homepage: http://www.ratm.com/

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Rage_Against_the_Machine

Laut.de-Biographie: http://www.laut.de/Rage-Against-The-Machine

Albumbesprechung: https://onkelmad.org/2013/01/27/rage-against-the-machine-xx-20th-anniversary-special-remastered-voe-23-11-15470035/

 

Rage Against The Machine! Das lauteste politische Manifest aus Rock, Rap und Funk welches je geschrieben wurde. Auch 20 Jahre später ist es so aktuell wie am ersten Tag.

MaD

 

The Subways (02.12.2015 Karlsruhe Substage)

Vor dem nicht ausverkauften Substage gelang es mir zum Glück noch eine Karte los zu werden. Ich bot einige Euro unter dem VVK-Preis an und trotzdem wollte jemand noch richtig den Preis runter handeln. Angefeuert von einem Freund, der „handel den Preis runter“ quer über den Vorplatz brüllte. Meine Andeutung die Karte lieber zu zerreißen als sie hier zu verramschen wirkte wohl glaubwürdig und so kam der Deal zu meinen Konditionen (billiger als VVK und AK) zu Stande. Bei professionellen Schwarzhändlern verstehe ich es ja, wenn Leute bis aufs Messer handeln, aber nicht wenn einfach ne überzählige Karte zu einem mehr als fairen Preis verkauft wird.

Am 10.02.2015 hatte ich The Subways am Ende eines denkwürdigen Tages zuletzt gesehen und auch im Substage sollten sie alle Erwartungen erfüllen. Entspannt von der Bar aus verfolgte ich den gute 1 1/2 stündigen Auftritt, der alle Hits bot und nicht so sehr auf die neue Platte fixiert war als noch in Stuttgart im LKA damals.

Charlotte hatte das Vorprogramm auch von der Bar aus verfolgt, so stand sie nur 2 Meter neben mir. Ab und an kam jemand und wollte ein Foto machen oder sich von ihr die Eintrittskarte signieren lassen. Gut gelaunt erfüllte sie alle Wünsche. Unglaublich wie diese zarte Person auf der Bühne mit ihrem Instrument umgeht und über die komplette Spielzeit in Action ist.

Die gesamte Band verbreitet so viel gute Laune und Lebensfreude, dies wirkt sich auf das Publikum einfach aus und steckt an. Die Menschen tanzten, es wurde mitgesungen und als sich Billy kopfüber in die Menge hechtete, wurde er mit offenen Armen empfangen.

Songs wie „Shake!Shake!“, „Oh Yeah“ oder „We Don´t Need Money To Have A Good Time“ luden das Publikum geradezu zum mitsingen und tanzen ein. 20 Songs spielten sie an dem Abend und nach jedem dachte man, dass es nun doch an der Zeit wäre für den Hit, der die Band bekannt gemacht hat. Wir musste warten bis zum Ende, aber es lohnte sich.

„Rock´n´Roll Queen“ war an diesem Abend die letzte Zugabe. Darauf hatte nicht nur ich gewartet und so stieg der Lärmpegel schon bei den ersten Klängen der Gitarre mächtig an.

Traditionell gibt es bei The Subways die Zugaben ohne dass die Band vorher von der Bühne geht, dies behalten sie sich hoffentlich bei wenn dadurch ein Song mehr am Abend für die Fans ihrer Musik heraus springt.

MaD

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Refused – Wiesbaden Schlachthof 04.12.2015

Nach kurzem Aufflackern von Refused im Jahre 2012 mit etlichen Festivalauftritten sind sie 2015 nun zurück mit einem neuen Album (Freedom) und einer Clubtour.

2012 durfte ich sie auf dem Greenfield Festival in der Schweiz erleben und dieses Konzert machte so unglaublich Lust auf diesen Abend im Wiesbadener Schlachthof. Meine Erwartungen und Hoffnungen sollten keineswegs enttäuscht werden. Im Gegenteil, das Konzert von Refused war nicht mehr und nicht weniger als mein Konzert des Jahres 2015.

Dennis Lyxzén und seine Mitstreiter betraten dem Anlass entsprechend im Anzug die Bühne und nahmen uns mit in eine Welt des Punkrock und Hardcore, die uns die Wurzeln vieler Bands und Genres aufzeigte.

„Can I Scream“ wurde zum Motto dieses Abends und der Schlachthof ließ sich mitreißen von den tollen Riffs, den unglaublichen Tempowechseln welche David Sandström am Schlagzeug erzeugte und der Energie von Lyxzén, der teils wie ein Derwisch über die Bühne fegte. Ausgelassen feierte das Publikum jeden Song, alle tanzten und direkt vor der Bühne nahmen sich wildfremde Menschen nach Songs wie „Destroy The Man“, „The Shape Of Punk To Come“, „Summerholidays vs. Punkroutine“ und dem Höhepunkt „New Noise“ in den Arm, klatschten ab und schauten sich glückselig an.

Das politische Statement zu dem Horror von Paris viel kurz und knapp aus. Dennis Lyxzén sagte sinngemäß, dass wenn wir aufhören Musik zu machen, sie gewinnen werden.

Dies liebe Freunde von solchen Abenden mit Refused wollen wir alle nicht!

Das perfekte Zusammenspiel der Band, die Energie und Freude die alle ausstrahlten und die unglaubliche Lust auf die Musik von Refused, welche das in die Jahre gekommene Publikum mitbrachte, geben mir Hoffnung, dass es nach „Freedom“ noch weitere Lieder und Alben und mehr Abende wie diesen von und mit Refused geben wird.

MaD

P.S. Grüße an Daniel D.!

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Song der Woche: BANE – Final Backward Glance

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Bane_(Band)

Facebook: https://www.facebook.com/banecentral/

Danke Bane!

MaD

 

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