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Fußball

100 Jahre Stadion Brötzinger Tal

Am 07.September 1913 fand der 1.FC Pforzheim 1896 seine Heimat. Das Stadion Brötzinger Tal in Pforzheim! An diesem 07.09.1913 spielte der FCP, welcher auch liebevoll „Club“ genannt wurde gegen Phönix Alemannia Karlsruhe. Das Eröffnungsspiel des Stadions endete 1:1.

Mehrfach stand das Stadion schon vor dem Aus, aber nun wird es bald renoviert und bleibt dem Pforzheimer Fußball so weiter erhalten.

Viele „Schlachten“ hat das Stadion „Brötzinger Tal“ seitdem gesehen, selbst Franz Beckenbauer trat hier schon gegen den Ball. Aus meiner Erinnerung ragen hier vor allem Spiele in der Fußball Oberliga heraus. Damals war diese Liga noch direkt unter der 2.Bundesliga angesiedelt. Vor 5000-6000 Zuschauern gab es rassige Spiele gegen die langjährigen Konkurrenten SSV Reutlingen, SSV Ulm oder SV Sandhausen.
Im DFB-Pokal gelang dem FCP die eine oder andere Überraschung. So trotzte man Ende der 80er Jahre dem SV Werder Bremen ein 1:1 n.V. ab und erzwang ein Rückspiel an der Weser. Der Bundesligist VFL Bochum wurde mit 1:0 genauso geschlagen wie Zweitligist Saarbrücken (3:2).
Die Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga Anfang der 90er mit den Gegnern 1860 München, Hessen Kassel und Borussia Neunkirchen war auch ein Höhepunkt in diesem Stadion. Der FCP scheiterte knapp, erlebte aber mit dem Heimspiel gegen die Münchner Löwen wohl eines der emotionalsten Spiele seiner Vereinsgeschichte. Nach dem 1:0 durch Jürgen Pfirmann explodierte das Stadion Brötzinger Tal förmlich und die Pforzheimer Fans hatten den Aufstieg vor Augen. Kneisl und Co., samt den 2000 Löwen im Stadion hatten aber etwas dagegen und der Pforzheimer Torhüter Roger Essig den wohl schwächsten Tag seiner Karriere.
So wurde es nichts mit dem Aufstieg und mittlerweile gibt es den 1.FC Pforzheim 1896 nicht mehr.
Im Stadion Brötzinger Tal spielte an diesem Jubiläumstag der Fusionsverein 1.CfR Pforzheim gegen die zweite (!!!) Mannschaft von Walldorf. Eine 1:4 Niederlage vor geschätzten 100 Zuschauern – traurig.

Dieses Jubiläum ist für mich etwas Besonderes. In diesem Stadion sah ich mein erstes Fußballspiel. Im Alter von 7 Jahren nahm mich mein Opa mit und ich durfte, mit Wurst und Fanta gut versorgt, neben ihm auf der Tribüne Platz nehmen. Werde nie vergessen wie stolz er war, als er mich seinen „Kumpels“ vorstellte. Einer dieser Momente im Leben den man nie vergisst. Im Anzug und mit Hut, ließ er es sich trotz meiner Anwesenheit nicht nehmen während der gesamten Spielzeit dem Schiedsrichter und der gegnerischen Mannschaft lautstark zu sagen was er von ihnen hielt. Er lebte den FCP! Mit seiner Kohlenhandlung half er in den 50 und 60er Jahren dem Verein oftmals aus und beherbergte in seinem Haus im Arlinger auch schon mal Spieler (u.a. Nessmann) des Vereins. Er wäre sehr betrübt über das was mit seinem „Club“ geschehen ist.

Für euch heute im Stadion Brötzinger Tal in Pforzheim war

MaD

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Oh Pforzheim – deine Fusionen

Mittwoch, 04.09.2013 „Derby Time“ in Pforzheim. In der Verbandsliga Nordbaden treffen die beiden Fusionvereine Kickers Pforzheim und der CfR Pforzheim aufeinander. Auf Ergebnis (1:1) und Spielverlauf will ich hier gar nicht eingehen.
Es geht um die Zahl der Zuschauer. An diesem Abend war keine Bundesliga auf Sky und es war bestes Wetter. Die Vereine mit den meisten Mitgliedern im Fußballkreis traten gegeneinander an, es war vorher groß angekündigt.
Gekommen waren keine 2000 Zuschauer, keine 1500 und auch keine 1000. Es waren knapp (und dies mit viel gutem Willen) 700 Besucher!!!! Wie arm! So viele Mitglieder hat alleine der CfR!

Wenn zu einem Derby in der Stadt zwischen diesen beiden Fusionsvereinen bei bestem Wetter und super Anstoßzeit nicht mal 1000 Zuschauer kommen, muss man wohl annehmen, dass es die Leute einfach nicht interessiert. Nicht mal die Mehrzahl der Vereinsmitglieder kann man hier aktivieren. Was die Parteien vor der Bundestagswahl befürchten ist hier schon Realität. Die eigenen Anhänger konnten nicht mobilisiert werden. Oder gibt es diese Anhänger vielleicht gar nicht?

Ohne Fusion wären zu der Begegnung zwischen Germania Brötzingen vs. Eutingen (beide jetzt Kickers Pforzheim) sicherlich 300-400 Leute zu erwarten gewesen. Beim Spiel 1.FC Pforzheim vs. VfR Pforzheim (beide jetzt CfR) mindestens 2000 und es wäre wirklich ein Derby gewesen!

Fußball ist Identifikation und Emotion, nicht Fusion!

Nur der FCP!

MaD

KSC – VfR Aalen 1:1 (01.09.2013)

Das Spiel gegen den Verein von der Ostalb fügte sich nahtlos in die Reihe der vergangenen Spiele in Sachen verlorene Punkte ein.
Stellen wir aber das Positive vorweg. Es war wieder ein Spiel unserer Mannschaft, welches sehr gut anzuschauen war. Da steht eine Truppe auf dem Feld die kicken kann und die kämpft. Es macht wirklich Spaß Peitzinho und Co. zu sehen.
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Als Nazarov recht früh zum 1:0 pfloggte war die Freude bei den knapp 15.000 Zuschauern groß. Leider konnte der KSC dann nicht nachlegen, sondern gab ein Stück weit das Spiel aus der Hand und prompt netzte Lechleiter in der 38.Minute zum Ausgleich.
Warum wir das Spiel ohne Not aus der Hand gegeben haben wird Kaucze mit seinen Mannen schon analysieren und sie werden die richtigen Schlüsse ziehen. Ihr seht, ich habe vollstes Vertrauen in alle Beteiligten.
Hälfte zwei sah dann ein Spiel auf ein Tor und zwar das Tor der Aalener. Aber Finger- und Fußspitzen diverser Gegenspieler verhinderten den Sieg.
Yabo und Alibaz trieben immer wieder an. Krebs war unermüdlich und Peitz rackerte um jeden Zentimeter, leider reichte es nicht zum verdienten Sieg.
Aalen hatte noch Glück bei einem Foul im Strafraum, aber der Schiri pfiff keine enge Situation für uns an diesem Nachmittag. An ihm lags nicht, aber selbst ohne blau-weiße Brille kann man sagen, dass es sehr einseitig war und er auch die Zeitschinderei der Schwaben gegen Ende nicht ahndete.
Sei es drum, sehr viel Pech gehabt aber gut gespielt und allen Zuschauern sicherlich Lust auf das nächste Heimspiel gemacht.
Die Aalener U14 prollte noch etwas am Zaun herum nach dem Schlusspfiff und war sicherlich froh, dass es diesen gab. Das schlimmste wäre wohl für die Buben gewesen, wenn oben das Tor zum Gästeblock offen gewesen wäre. Der Pöbel Mob war plötzlich ganz schön ruhig als keine Bullen mehr da waren. Und nach etwas „Backenfutter“ (…dieses Wort wollte ich schon immer mal schreiben, errinert so nett an glorreiche „Fan-Treff“ Zeiten…) sich dann gegen später nur mit Polizei wieder auf den Parkplatz getraut.B)
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Der Tag stand auch im Zeichen der Freundschaft. Der Freundschaft zwischen Hertha BSC Berlin und dem KSC, zwischen den Harlekins 98 und den Phönix Sons 99. Eine schöne Choreo zum 15jährigen Jubiläum der Berliner Brüder würde gezeigt und es ist schön zu sehen, dass diese Freundschaft lebt und immer weiter getragen wird.
Harlekins Berlin, meine Glückwünsche gehen in die Ostkurve der Hauptstadt. Geht weiter euren Weg, bleibt durch, lasst euch nicht verbiegen und geht steil für die Hertha.
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MaD

Einige Spruchbänder muss man nicht kommentieren:

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Hertha BSC Berlin – Hamburger SV 1:0 (24.08.2013)

Pech für den HSV in doppelter Hinsicht an diesem Samstag Nachmittag. Als im heimischen Volksparkstadion die Uhr auf glatte 50 Jahre Bundesligazugehörigkeit zusteuerte musste der Club auswärts antreten und konnte diese Feierstunde nicht zu Hause begehen.
Dann das Pech an diesem Tag auf einen Berliner Torwart zu treffen der sämtliche Großchancen vereitelte und so den Berliner Sieg erst ermöglichte.
Auf Seiten der Hertha gab es über die Ostkurve eine große Choreo mit dem Spruch „Erstklassig seit 1892“ und vielen blauen und weißen Pappen, die den Schriftzug „Hertha“ ergaben. Sehr imposant. (Bilder http://www.hb98.de)
Die Hamburger zeiten ein Transparent mit der Aufschrift „Bundesliga Urgestein“ und hatten viele Fahnen zum Intro im Einsatz.
Zu Beginn der zweiten Häfte zündeten sie noch etwas Pyro, was bei der einsetzenden Dunkelheit ein tolles Bild abgab.
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Stimmlich waren die ca. 6000 HSV-Anhänger nicht zu vernehmen, was am weiten Rund des Olympiastadions gibt. Zudem war die Ostkurve an diesem Tag so unglaublich laut, dass es selbst in einem engeren Stadion schwierig geworden wäre die Gäste zu hören.
Berlin ist heiß auf Liga 1, das merkte man die gesamten 90 Minuten über. Es gab kaum Ruhephasen in Sachen Support. Der Stimmungskern vor den beiden Vorsängern machte mächtig Alarm und die Ostkurve ließ sich nicht lange bitten. Dies lag sicher auch am guten Spiel der Hertha an diesem Tag.
Ramos machte dann knapp 20 Minuten vor Ende der Partie auf Vorlage von Schulz das verdiente 1:0 und ein unglaublicher Jubel brach los. Ab diesem Zeitpunkt feierte die Ostkurve durch bis zum Abpfiff.
Der Saisonstart ist der Hertha gelungen!

Meine Glückwünsche gehen an die Harlekins Berlin für 15 Jahre Ultra!

MaD

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Lehrgeld bezahlt…….

Nach dem Schlusspfiff des Zweitligaspiels KSC – Greuther Fürth waren sich alle einig. Die junge Mannschaft unseres Aufsteigers hatte hier und heute mächtig Lehrgeld bezahlt. Wie überlegen man doch ein Fußballspiel gestalten kann und trotzdem mit 1:2 als Verlierer dasteht.

Wir waren Fürth in so ziemlich allen Belangen überlegen, die Truppe ist marschiert und wir erarbeiteten uns Torchancen. Am Ende schoß Fürth 2x auf das Tor von Orle und dies reichte zum Sieg. Es war jetzt kein Festival an klaren Torchancen für uns, dazu stand Fürth defensiv auch mehr als ordentlich. Die Chancen die wir allerdings hatten nutzten wir nicht. So setzte Koen sogar alle Gesetze der Physik außer Kraft und verwertete die Kopfballvorlage von Mauersberger nicht zum 1:0, dbei stand er nur 1m vor der Linie. Aber der Ball ging über das Tor! Shit happens!

Vitzthum erzielte dafür mit einem Schlenzer oder war es nur eine mißlungene Flanke aus knapp 45m das Tor zur Führung für den KSC. Diese hatte Bestand bis zur 75.Minute als Fürth nach einer Ecke ausgleichen konnte. Ein Konter brachte mit deren zweitem Torschuß gar den Sieg. Wenn wir also schon so richtig fett Lehrgeld bezahlen mussten, dann hoffe ich dass dieses Geld gut angelegt ist.

Nichts desto trotz macht es Spaß dieser Mannschaft zuzuschauen. Die haben Lust auf dem Platz alles zu geben. Yabo ist bisher als absoluter Glücksgriff zu bezeichnen und unsere Defensive steht wie in Liga 3 ganz sicher. Aus dieser starken Defensive heraus spielen wir einen guten Ball nach vorne. Alibaz rechts und Krebs, der endlich den Fußball auch wieder für sich entdeckt hat, auf links nehmen die Gegner gut in die Zange. Weiter so KSC, dann werden wir in dieser Runde eine Menge Spaß haben.

Die Ereignisse rund um die Südkurve München bewogen die Gegengerade den betroffenen Fans ihre Unterstützung via Tapete zu bekunden. Kämpfen Südkurve München!!

KSC-Fürth

MaD

Deutschland-Paraguay 3:3

Deutschland-Paraguay

Unterhaltsames Spiel auf dem Betzenberg mit einem tollen Publikum Marke „Horst Horstmann“ und dem Kegelclub „Alle Trölf“. So war dann auch die „Stimmung“. Es wurde munter die eigene Mannschaft ausgepfiffen und zwischendurch war es auch mal so still wie wenn der FC Bayern zu Hause spielen würde (….durchhalten Schickeria!!!!).

MaD

DFB-Pokal 1.Runde: KSC – Wolfsburg (03.08.2013)

Erste Runde im DFB-Pokal an einem Samstag Abend um 20.30 Uhr. Diese Uhrzeit war wie ein Geschenk. Statt bei tropischen Temperaturen am Nachmittag durfte unsere Mannschaft zur besten Fußballzeit unter Flutlicht gegen den Bundesligisten antreten.
Jeder Fan hatte während des Tages Zeit um sich an den See zu legen, zu grillen oder die Plautze auf den Balkon zu legen.
Am Abend dann alles für Karlsruh´!

Die Betriebsmannschaft des VW-Konzerns trat mit seiner A-Mannschaft an, die man so auch beim Bundesligaauftakt erwarten kann. Allen voran der kleine Brasilianer Diego. Ohne ihn wäre diese Truppe nur biederes Mittelmaß. Dieser kleine Ballkünstler stach aber heraus. Jeder Angriff lief über ihn, seine Ballbehandlung ist perfekt und leider schoß er auch noch das vorentscheidende 0:2.

Unser KSC kämpfte war aber zu passiv in der ersten Halbzeit. In dieser fiel auch das 0:1, so eines der Marke „kann man kriegen, muss man aber nicht“.
Letztlich gaben ganz wenige Szenen den Ausschlag. Die These „hätte Krebs das Ding gemacht…..“ wurde nach dem Spiel wohl in sämtlichen Karlsruher Kneipen ausführlich besprochen. Und in der Tat genau das war die Chance zum Ausgleich und praktisch im Gegenzug schoß Diego das 0:2. Schade!
Wie unsere Mannschaft dann aber wieder zurück kam und nach vorne spielte war sensationell und Alibaz belohnte unsere Farben mit dem Anschlusstor in der 90.Minute. Letztlich schoß uns Schäfer dann nur 30 Sekunden später endgültig raus, aber in diesen Sekunden kochte der Wildpark noch mal so richtig.
Überhaupt war die Stimmung einzigartig. Ein brechend lauter oldschool Support der Gegengerade. Hört es euch einfach selbst an:

Trotz Niederlage und bitterem Pokalaus erlebte Karlsruhe einen tollen und stimmungsvollen Fußballabend. Unsere Mannschaft und unsere Kurve machen einfach Spaß und Lust auf mehr!

MaD

BFV-Pokal 2013: SV Waldhof Mannheim – Karlsruher SC 0:2 (23.03.2013)

Bevor die neue Saison wieder beginnt kommt hier noch eine kleine Rückschau auf den fußballerischen Höhepunkt der letzten Saison. Im Viertelfinale des Badischen Vereinspokals trafen wir auf den alten Rivalen Waldhof.
Die Vorfreude und Spannung vor diesem Spiel war riesengroß. Es war einfach der Höhepunkt der Saison und wir steuerten mit unserer erfolgreichen Mannschaft siegessicher darauf zu. Als ich zuletzt mit dem KSC hier war schoßen uns Labbadia und Melkam zu einem wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt in LIga zwei. Kuntz war damals Trainer des SV Waldhof.
10 Jahre liegt dieser Fußballabend (17.4.2003) zurück und er denkt mir noch als wäre es gestern gewesen. Lustig, dass für viele Anhänger beider Seiten dieses Aufeinandertreffen im BFV-Pokal das erste richtige Match gegeneinander war, während meine Generation schon einige hitzige Derby ausgefochten hat.

Der Mannschaft war bewusst was dieses Derby für uns bedeutet und war aufgefordert entsprechend konzentriert zu agieren.
Mit dem Zug ging es dann in Kurpfalz. Ein kleiner Zwischenstopp bei Schwetzingen musste auf offener Strecke eingelegt werden, da mehrere Mannheimer, Brauschweiger und Frankfurter Gleisarbeiter eine Wochenendschicht einlegten. Nettes Begrüßungskommando was nicht unbedingt den Zündstoff aus dieser Partie nahm.

Was in Mannheim folgte war wieder Mal ein Gänsemarsch vom Bahnhof zum Stadion. Kennt man natürlich alles schon, aber es ist immer wieder lästig. Begelietet von massig Polizei und pöbelnden Mannheimern erreichten wir kurz vor Spielbeginn endlich das Stadion.
Jetzt kam der Auftritt des „Sicherheitssprechers“ der über Mikrowagen verlauten ließ, dass wir alle in Kleingruppen ins Stadion eingelassen werden. Ja ne is klar! 15 Minuten vor Spielbeginn will der Typ knapp 2000 Karlsruher nach 2 Stunden Fußmarsch in Kleingruppen ins Stadion lassen. Der letzte wäre dann wahrscheinlich beim Abpfiff drin gewesen.
Die erste „Kleingruppe“ ging dann schon mal los, was allerdings der Polizei gar nicht gefiel. Mehrere hundert Zugfahrer schafften es aber die Absperrung am Eingang zu überwinden. Was jetzt kam war lebensgefährlich. Die Polizei knüppelte auf alles drauf was sich am Eingang befand und sprühte wahllos mit Pfefferspray um sich. Von hinten drückte die Masse und vorne wurden Leute gequetscht. Schaute man den jungen Polizisten in die Augen (mehr sah man auch nicht wegen dem Socken aufm Kopf), war teilweise Panik erkennbar. Wer zum Geier befiehlt so einen Einsatz? Frauen und Kinder wurden genauso behandelt wie der vermeintliche „Gewalttäter Sport“ – immer drauf mit dem Knüppel und Pfefferspray in die Fresse.
Als man endlich drin war kesselten Polizisten eine Gruppe ein. Hinter ihnen der Zaun, davor vogelwilde Beamte die dermaßen unter Adrenalin standen, dass nicht klar war, was als nächstes passieren würde. Die Gruppe KSC Fans hob sogar die Hände um zu signalisieren, dass von ihnen keine Gefahr ausgehen würde. Zudem wurden sie am Eingang ja gerade durchgelassen. Ein älterer, nicht vermummter, Beamter rannte herbei und schrie auf seine Kollegen ein, dass sie aufhören sollte und die Leute durchlassen. Erst jetzt senkten diese den Knüppel und man hatte das Gefühl sie wären gerade in die Realität von diesem Vorgesetzten zurückgeholt worden.
Auf dem Weg zur Kartenkontrolle saßen überall am Rand Leute die mit den Folgen des Pfeffersprays zu kämpfen hatten. Aber dies waren alles keine Hools, Ultras oder auch nur annähernd gewaltbereite Leute. Da saßen Frauen und Jugendliche und wussten wahrscheinlich gar nicht was ihnen hier gerade passiert war. Die erstgenannten waren ja eh schon mit der ersten „Kleingruppe“ ins Stadion gelangt.
Die Waldhof Ordner winkten uns dann teilweise einfach durch. Sie schüttelten nur den Kopf und gaben dem einen oder anderen noch ein „die spinnen doch“ mit auf den Weg.

Jetzt konnte es endlich losgehen. Beide Seiten hatten Choreos vorbereitet, es knisterte vor Spannung in der Luft. Beim Einmarsch der Teams präsentierten beide Szenen ihr Material und es war äußerst gelungen.
Bilder von der KSC-Choreo gibt es hier: http://ultra1894.de/bilder/ – „Diese Farben, dieser Verein, werden euch immer überlegen sein“ war unser Motto.
Die Waldhöfer präsentierten sich als Underdog und bissige Hunde, umrahmt von fettem Rauch. Kompliment, sah gut aus!

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Akkustisch ging es dann auf beiden Seiten rund. Das war Derby pur! So viel Rivalität lässt sich nicht künstlich erzeugen, das muss wachsen und zwischen dem Waldhof und dem KSC ist sie über die Jahre richtig gewachsen. Das war Fußball pur mit allen Emotionen. Weit weg vom sog. „modernen Fußball“, weg von den „Klatschpappen Fans“ mancher Bundesligisten. Wer hier und heute unter den knapp 15.000 Zuschauern war, der wusste warum und der wollte kein Event.
Der KSC tat sich schwer. Die Mannheimer hielten mit viel Leidenschaft dagegen und hatten auch die größeren Chancen. Nicht auszudenken wenn der SVW in Führung gegangen wäre und die Möglichkeit dazu war da.
Gerade zum richtigen Zeitpunkt gingen wir dann in Führung. Ohrenbetäubender Jubel brach los auf unserer Seite. Unglaublich welche Emotionen hier freigesetzt wurden.
Ich muss offen zugeben, dass ich einen Torjubel auch gerne auf Mannheimer Seite gesehen hätte, einfach um zu erleben was dort dann los gewesen wäre.
Halbzeit zwei läutetetn wir mit Pyro ein und Mannheim zeigte noch das eine oder andere Spruchband. Akkustisch brach der Waldhof dann leider etwas ein, was sicherlich auch mit dem 0:2 zusammen hing, welches wir wieder zum psychologisch sogenannten günstigen Moment erzielten.
Die zweite Hälfte ging nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen klar an den KSC.

Wir feeirten unsere siegreiche Mannschaft schön ab und machten uns dann wieder auf den zweistündigen Fußmarsch gen Bahnhof. Die Mannheimer versuchten immer wieder an den Tross heran zu kommen. Die Polizei musste hier echt ran umd ies zu verhindern. Waldhof & Friends ließ sich nicht so leicht durch Knüppel beeindrucken und startete immer wieder Angriffe.
Ein wahrer oldschool Fußballnachmittag endete dann mit ein paar Bier in einer Kneipe und zumindest ich ließ den Tag für mich eher ruhig Revue passieren. Was ich an diesem Tag erlebt hatte, erleben andere Leute in ihrem ganzen Leben nicht. Super Ding!
Ich hoffe darauf, dass der Waldhof den Sprung in den Profifußball wieder schafft. Solche Derbys machen den Fußball aus!

MaD

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Hessen Kassel – Holstein Kiel 1:2

Das Rückspiel in der Aufstiegsrelegation zur 3.Liga führte mich nach Kassel zu den Löwen. Im Hinspiel hatte Kiel mit 2:0 gewonnen was die Sache für Kassel fast schon unmöglich machte. Diret neben der so langsam verfallenden Eishalle des ehemaligen Meister der DEL, den Kassel Huskies, liegt das wunderschöne Aue-Stadion. Ein Schmuckkästchen, dass mehr als nur 4.Liga verdient hätte. Ein Witz, dass dieses Spiel überhaupt statt finden musste. Beide Clubs hatten ihre Ligen gewonnen, waren Meister und stiegen trotzdem nicht direkt auf. Eine Regel die dem Vernehmen nach keiner gut findet, aber welche momentan von niemandem geändert wird. Warten wir mal ab bis zur nächsten Spielklassenreform. Diese wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen, bei den vielen Insolvenzen bzw. Lizenzentzügen. Alleine in der Liga von Kiel stiegen zwei Vereine vorher aus, was eine Meisterschaft eigentlich ad absurdum führt.

17.000 Zuschauer hatten sich an diesem 02.06. in Kassel eingefunden, darunter knapp 2000 aus Kiel. Beide Fanlager hatten optisch einiges vorbereitet.

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P1060250(1)P1060254(1) Was dann passierte war oldschool. Kiel schon vor dem Abpfiff am Spielfeldrand, einige meinten beim Platzsturm bis zu Kassel durchrennen zu müssen, diese ließen sich nicht bitten und kamen auch aufs Feld. Nicht nur freundlich begrüßten sich die Protagonisten. Der „Watschenwald“ lässt grüßen. Lustig war der Typ, der sich als „Ihr Sicherheitsverantwortlicher“ versuchte Gehör zu verschaffen. Er wies immer wieder darauf hin, dass die Fans doch eigentlich „eine Freundschaft“ haben.

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Mitten in diesen ganzen Trubel gab der Stadionsprecher das Ergebnis aus Lotte bekannt und nannte RB Leipzig schlicht Brause Leipzig! Sehr coole Aktion!

Kiel feierte noch ziemlich lange unten auf dem Platz, irgendwann hatte sich auch alles beruhigt und es war Zeit für knapp 5 Stunden Irrfahrt auf verstopften Autobahnen.

MaD

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