Suche

Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

Kategorie

Konzerte

Im Sommer in der Wuhlheide: Mein Konzert des Jahres 2025

Lange nichts mehr hier geschrieben, immer mal dran gedacht einen Text zu verfassen, dann kam das Leben, die eigene Trägheit oder einfach die beginnende Altersdemenz dazwischen.

Aber keine Sorge, das Feuer brennt noch, sowohl für den KSC, den Fußball mit all den Menschen welche das Erlebnis erst rund machen und natürlich für die Musik.

2025 ist viel passiert was Kraft gekostet und an den Nerven gezerrt hat. Es ist so manches geschehen was es nicht immer einfach machte das Leben von der heiteren Seite zu nehmen.

Natürlich gab es auch die Momente, die Kraft gaben, von denen man lange zehren kann. Begegnungen mit tollen Menschen, Momente mit meinen Freunden in der Kurve, Konzerterlebnisse die einfach beeindruckend waren. Das Leben mit all seinen Facetten eben.

Und schon bin ich gedanklich wieder im Sommer 2025, genauer gesagt am 19.Juli und zwar in der Wulheide in Berlin.

Feine Sahne Fischfilet gaben sich hier die Ehre anlässlich ihres größten eigenen Open Airs. Die Wulheide kannte ich schon von vielen Konzerten. U.a. war ich immer dort wenn Pearl Jam aufgetreten sind. Eine wunderbare Konzert Location im Osten der Hauptstadt.

Die Vorfreude war groß Feine Sahne in dieser besonderen Konzertstätte zu sehen. Bislang hatte die Band mich immer begeistert, egal wie groß oder klein der Rahmen war. Das kribbeln im kleinen Zeh zeigte mir aber schon Tage vorher an, dass dieser 19.07. etwas Besonderes werden würde.

„Anstellen ist etwas für Leute die Zeit haben“, sagte mir unlängst ein Freund aus der Kurve und so setze ich mit meinem Anhang sein Motto damals schon um und wir betraten ohne lange Wartezeit die Wuhlheide.

Monchi und Co. tauchten genau an diesem Einlass just in dem Moment auf und begrüßten die Menge.

Kaum drinnen an den Terrassen angekommen begegnete mir der erste „Allesfahrer“ aus Karlsruhe und es gab sofort einen beiderseitigen Redeschwall bis die Begleitungen zu einem Schattenplatz bzw. Getränkestand drängten.

Im weiten Rund tummelten sich viele aus meinem Fussballumfeld, welches doch sehr blau-weiß geprägt ist. Aber ich glaube es war jede Stadt und nahezu jede Ultragruppe an diesem Abend vertreten. Die Tätowierungen, Buttons, Shirts oder die Gespräche am Bierstand verrieten viel über die Herkunft und Freizeitgestaltung der Menschen. Das war schon sehr geil.

An diesem Abend spielte es keine Rolle wer mit welcher Kurve unterwegs ist, heute stand die Musik der Band aus MV für alle im Fokus.

Und dann kamen sie auf die Bühne mit einem Knall, der Vorhang fiel und die Wulheide explodierte. „Wir kommen in Frieden“, „Zurück in unserer Stadt“, „Alles auf Rausch“…….Halt mein Maul würde jemand an dieser Stelle wohl sagen.

Zwei Bier schon überm Kopf, Shirt angerissen und die Augen nicht mehr von diesem Spektakel lassen können stand ich da und wusste, dass mein kleiner Zeh vor Tagen schon Recht hatte.

Was für ein Abend dies doch jetzt schon war und noch geben würde.

Überall Rauch, Fackeln, Moshpits, egal ob auf den Stehplätzen oder den heute nicht vorhandenen Sitzplätzen. Alle am ausrasten!

Soweit haben sie es also geschafft die verrückten Jungs von der Ostsee. Irgendwie hielt ich für einen Moment inne, während das Konzert weiter lief und dachte an einen Abend im Mai 2013 in Pforzheim zurück. Feine Sahne traten dort vor ca. 70 Leuten im „Bottich“ auf.

Mein Berliner Freund David konnte leider nicht, animierte mich aber unbedingt hinzugehen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Band schon viele der Songs geschrieben, welche im Juli 2025 auch in der Wulheide ihre Wirkung nicht verfehlen sollte.

Der Bottich tanzte damals auch sehr ausgelassen und anschließend gab’s an der Bar bei Nico und seiner Crew noch Pfeffi mit Monchi und allen die nicht rechtzeitig weg konnten.

https://onkelmad.org/2013/05/01/lecker-feine-sahne-fischfilet-bottich-pforzheim-15813963/

Ein herrlicher Abend damals in kleiner Runde mit einer super sympathischen Band, der ich damals jede Weiterentwicklung nicht nur zugetraut, sondern sehr gegönnt hätte. Dass dies soweit gehen sollte, dass wir an diesem Juli Abend 2025 in der Wulheide stehen, hätte ich nicht gedacht.

Wieder gedanklich zurück in der Realität des Konzertes empfand ich dieses positive Chaos als umso schöner, ich hatte das tiefe Gefühl, dass ich es ihnen einfach gönne. (Wenn ich auch weiß, dass sie auf meine Gefühle hierbei nicht angewiesen sind.)

Bei „15 Jahre“ schmiss das Publikum gefühlt den sechsten Zylinder an und trat das Gaspedal voll durch. Wirklich niemand blieb da noch an seinem Platz. Es war ein wildes Treiben auf dem Rasen und Rängen und natürlich angeheizt von einer Band die Laune hatte.

Nach diesem Song hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass Monchi und Co. genauso staunten und fasziniert waren von dem was sie hier erlebten, ja sogar selbst veranstalteten.

Den ganzen Abend über wurden Fackeln angerissen und Rauchtöpfe gezündet. In der Intensität hatte ich dies vorher noch nie erlebt.

Die Ordner hatten es irgendwann auch aufgegeben. Das war auch gut so, denn trotz des ganzen anarchischen Chaos, den bunten wilden Leuten, Hools, Ultras, Punkers, was auch immer, es war eine friedliche wunderbare Stimmung, alle waren füreinander da und wenn es nur dazu da war einem das Bier übern Kopf zu schütten.

Bei den Songs „Zuhause“ und „Eine rauchen wir noch“, welche beide hintereinander gespielt wurden gab es viel Gänsehaut, Tränen und Umarmungen. So intensiv die Texte, aber auch die Ansagen von Monchi. Die Menschen sangen mit und fühlten es.

Neben all der Eskalation gab es eben auch die ruhigeren Momente, die alle in sich aufsogen.

Mit „Komplett im Arsch“ endete der Abend standesgemäß. Dieses Lied spielte ich auch gerne in den Jahren als DJ und wenn es nur für mich war, denn er knallte aus den Boxen in den kleinen Läden einfach immer rein.

An diesem Sommerabend war er nicht nur Party (nicht vergessen welch ernster Hintergrund in den Zeilen steckt), nicht nur der Song der jahrelang vielleicht der bekannteste der Band war, sondern der würdige Abschluss eines Abends, den niemand so schnell vergessen wird. Buchstäblich waren eh alle komplett im Arsch.

So entließen uns Feine Sahne Fischfilet in die Nacht, das Bier war alle an den Ständen und so machten die fliegenden Händler draußen ihr Geschäft. Mitten in der Dunkelheit im Wald trafen wir noch auf einen befreundeten Herthaner und quatschen uns fest. Ein schöner Zufall, welcher mein Konzert des Jahres 2025 abrundete.

MaD

NOFX – Final Tour 2024


Noch immer kommt es mir unwirklich vor, dass ich El Hefe, Fat Mike, Eric Melvin und Smelly nicht mehr als NOFX auf einer Bühne erleben darf.

Als Fat Mike beim letzten Deutschlandkonzert der Band am 09.06.2024 in der Zitadelle in Berlin-Spandau “we see us never again” sagte und die letzten Töne von “The Decline” erklangen, da hatte ich Tränen in den Augen. In den ganzen Emotionen lag und liegt aber vor allem viel Dankbarkeit für die tolle Musik von NOFX.

Als ich sie 1992 rund um die EP “The Longest Line” entdeckte war es sofort um mich geschehen. Mit “Punk in Drublic” 1994 hatten sie mich endgültig.

Diese wunderbaren Melodien, der unverwechselbare Gesang und dieser spezielle Sound hatten es mir angetan. Punkrock zog mich schon länger in den Bann und mit NOFX hatte ich meine Helden entdeckt.


Unzählige Konzerte (unvergessen auch jene auf dem Bizarre Festival) folgten und auch zu Hause hörte ich sie in drei Jahrzehnten immer gerne (sehr laut) an, wenn ich auch nicht mehr jede Veröffentlichung kaufte. Wenn ich als DJ auflegte durfte ein NOFX Song nie fehlen.


Als sie ihren Abschied ankündigten kramte ich die alten Songs aus dem Archiv und beschäftigte mich auch mit ein paar Alben, denen ich nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte, z.B. “Wolves in Wolves Clothing”. Mittlerweile habe ich dies wohl 20x komplett durchgehört und bin begeistert. Auch einige andere Alben gibt es noch besser zu entdecken.


Das erste Mal live sah ich sie 1994 im Longhorn (heute LKA). Nach 30 Jahren schloss sich nun der Kreis. Es war mir eine Freude, dass ich zu meiner persönlichen Abschiedstournee zwei alte Freunde aktivieren konnte, die auch schon 1994 dabei waren.

NOFX legten eine wirklich spezielle Abschiedstournee auf. An jedem Spielort wurden mind. 2 Alben komplett gespielt inkl. Best Of.
Ich bin sehr glücklich, dass ich mit Eindhoven, Hamburg und Berlin drei Konzerte erleben durfte, die von der Setlist immer anders waren und für mich aber in ihrer Gesamtheit alles abbildeten was ich an NOFX liebe und live hören möchte.


So kam ich auch in den Genuss von “Don’t call me Scheiss” im Hamburger Docks, “Kill all the white men” in Eindhoven oder dem absoluten Überhit “Linoleum” bei allen drei Konzerten.
NOFX spielen aktuell noch die letzten Shows ihrer Final Tour. Für mich ist diese Tour schon zu Ende und eine meiner Lieblingsbands Geschichte.

So long and thanks for all the shoes!

MaD

Guns‘n‘Roses – Mannheim, 24.6.2018

Sonntag Abend zum Abschluss eines langen Musikwochenendes waren Guns‘n‘Roses angesagt. Um den Auftritt dieser außergewöhnlichen Band zu sehen brach ich das Southside Festival ab. Sollte sich dies lohnen?

Bei allem was man über Axel und Co. sagen und hören kann und wie oft er sich in den vergangenen Jahren auch zum Obst gemacht hat, es war ein sensationeller Abend.

3 1/4 Stunden eine musikalische Reise durch ihr ganzes Schaffen und vor der Bühne standen Jung und Alt, Metalfreak und SWR-Hörer, Mutter und Tochter, ergraute Freundescliquen mit bunten Cocktails und bierbäuchige Lederkutten. Diese Art des Rockkonzerts wird es irgendwann mal nicht mehr geben.

Was für tolle Musiker standen da auf der Bühne und wie viele wunderbare Songs haben diese Jungs geschrieben. Was Slash und Co. mit ihren Instrumenten machten war herausragend und alles saß auf den Punkt. Dazu ein Sänger der sichtlich Bock hatte und zu über 90% keine Wünsche offen ließ.

Das er ab und an mal stimmlich nicht mehr das bringen konnte wie man es gerne hätte (z.b. Sweet Child O Mine) ist geschenkt.

Da setzt sich Axel an das Klavier und zockt vor über 50.000 Leuten November Rain und Slash steht im Scheinwerferlicht und spielt den berühmten Gitarrrenpart und schwups war man wieder zurück in die 90er katapultiert.

Das 10 Minütige Gitarrensolo von Slash ließ uns mit offenem Mund vor der Bühne stehen. Ihm mal direkt auf die Finger sehen zu können war phänomenal.

Ich bin auch heute noch schwer begeistert.

29 Songs, schnelle und langsame, epische Balladen und zackige Kracher. Alle hatten das gewisse Etwas und die Gunners schafften es immer wieder aufs Neue das gesamte Publikum einzufangen und zu begeistern. Dies ist eine große Kunst und Axl, Slash und Co. spielten alle Karten dieser Kunst an diesem Abend in Mannheim aus.

Als die ersten Klänge von Paradise City erklangen reckten tausende Menschen jubelnd die Hände in die Luft und strahlten über das ganze Gesicht.

Danke dafür sagt

MaD

Napalm Death, Brujeria und Power Trip – live in Karlsruhe 

Noch immer habe ich den gestrigen Abend im NCO Club in Karlsruhe vor Augen und ein Rauschen im Ohr. Napalm Death waren der krönende Abschluss eines Abends der mit Power Trip einen musikalischen Höhepunkt schon vor 20 Uhr hatte. 

Die Metal Band aus Dallas spielte astreinen 80er Jahre Trash Metal, gespickt mit Punk- und Hardcorelementen. 

Brujeria mit Shane von Napalm Death am Bass (seinen Auftritt mit Lock Up habe ich leider verpasst) meinen es wohl wirklich ernst. Macheten, Vermummung und aggressives Gehabe auf der Bühne, wirkten auf mich irgendwie aufgesetzt und mitten in Karlsruhe an einem Abend im Mai lächerlich. 

Unsere Freunde aus Birmingham lieferten zum Abschluss eine typisch energiegeladene Napalm Death Show ab. Sänger Barney war es wichtig vor jedem Song die Botschaft desselben rüber zu bringen. 

Gewohnt klare Aussagen zur Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und musikalisch eine Reise durch über drei Jahrzehnte Bandgeschichte. Der Sound im NCO Club, dem ehemaligen Offizierkasino der U.S. Army, war druckvoll und hatte die richtige Lautstärke um die Härte von Napalm Death den zahlreich erschienenen Fans zielgerichtet in den Gehörgang zu blasen. 

Hier nun drei Live Songs (Life And Limb, Diktat und All Is Said And Done) vom Wacken Open Air 2009 um euch einen Eindruck zu verschaffen wie Napalm Death live klingen:

Homepage: http://napalmdeath.org/scum/

MaD

Doofgesagte Leben Länger….

Der Bucklige und Betzy sind zurück in den Clubs unseres Landes. Micro und Olli lassen sie als Abstürzende Brieftauben wieder lebendig werden und es wirkt so als wären sie nie weg gewesen und wir alle immer noch 16.

Am Freitag, den 20.01.2017 gastierten die Tauben aus Hannover mit ihrer „Doofgesagte Leben Länger“ Tour in Karlsruhe und sorgten in der Alten Hackerei für ein ausverkauftes Haus.

Die dritte Woche Dauerfrost am Stück sorgte dafür, dass schon weit vor Konzertbeginn alle dicht gedrängt vor der Bühne standen. Es wurde gelacht und getrunken. Diese Kombination ließ auf einen ausgelassenen Abend hoffen. (Ja ja ich weiß, es braucht keinen Alkohol um lustig zu sein….*g).

Da die Abstürzenden Brieftauben so eine arme Band sind und sich keinen richtigen Support Act leisten können, übernahm dies Schlagzeuger Olli. Er ist unter seinem Künstlernamen Jonny „Bocke“ Bockmist auch schon länger Solo unterwegs und sorgte an diesem Abend in der Hackerei für prächtige Stimmung. Ausgerüstet mit einer „Klampfe“ und viel Wortwitz langweilte er nicht nur die anwesenden Tauben Fans der ersten Stunde (= alte Leute Ü40) sondern auch den Brieftauben Nachwuchs. Er wurde leider zu leise ausgebuht! 😜😎

Als Micro und Olli mit „Das Grauen Teil Drei“ ihr Set eröffneten, sortierte sich das Publikum direkt vor der Bühne neu. Band und Fans waren ohne Berührungsängste sofort auf Betriebstemperatur.

Was dann folgte war ein Hit-Gewitter aus sehr alten und ganz neuen Songs. Ob „Pieke Punk“, „Frauke Halt´s Maul“ oder „Die Blumen Sind Für Sie Herr Polizist“ sie wurden genau so stürmisch gefeiert wie „Was Ich Nicht Mag“, „Hör Doch Bitte Wieder Auf“ und „Du Brauchst Es“.

Ein Chor aus knapp 200 Kehlen unterstütze die beiden Tauben nach Kräften und vorne wurde die Luft langsam dünner, denn die pogende Meute wurde nicht müde und ich selbst trug die Erinnerung an den Abend noch ein paar Tage mit mir rum. Am Samstag Morgen nach dem aufwachen wusste ich nicht ob mir die Rippen mehr weh tun als der linke Arm. Dem Schmerz folgte aber sogleich die lächelnde Erinnerung an einen glorreichen Abend, der als erste Zugabe „Das Grauen Kehrt Zurück“ bereit hielt und mit Rempeltanz bis in die letzte Reihe ausklang.

Für mich persönlich hielt der Abend noch eine Überraschung parat. Ein alter und sehr geschätzter ehemaliger Schulkollege tauchte überraschend in der Hackerei auf. Wir hatten uns über 20 Jahre nicht gesehen. Was ein Fest, vor allem als er mir eröffnete, dass er durch mich damals zu den Abstürzenden Brieftauben gekommen ist. Thorsten B. es war mir eine Freude!

MaD

 

The Lennons – Ein Abend unter Freunden

Das traditionelle Weihnachts-Konzert von Deutschlands ältester aktiver Punkband ist nicht nur musikalisch immer ein Höhepunkt  des Jahres. 

Freunde und Bekannte aus Nah und Fern kommen zurück in ihre Heimatstadt Pforzheim um die Tage mit ihren Familien zu verbringen. Für viele bieten The Lennons am ersten Feiertag eine willkommene laute Abwechslung von Familie, Stollen, Blockflöte und Co. 

So trifft man Menschen, mit denen man früher auf Tour war in steter Regelmäßigkeit, wenn Michael Hermann und seine Band zum Tanz bitten. 

Im Rockkeller Sakrema versammelte sich ein illustres, teils in die Jahre gekommenes Publikum um gemeinsam die Musik aus 35 Jahren Bandgeschichte der Lennons zu feiern und auf Armageddon zu warten. Wie lange es wohl noch dauert? 😎

Der Sound rumpelte schwer durch die alte Kegelbahn, während das Publikum die 0,5er Bierflaschen zu Liedern wie Paranoia, Fuck, Kristallnacht, Gewalt auf Video oder Claudia gen Holzdecke reckte und jedes Wort mitsang. 

Das Jahr 2016 bot leider viele Möglichkeiten um das Lied „Der König ist tot“ einem verstorbenen aus der Musikszene zu widmen. 

Just in dem Moment als die Nachricht vom Tod von Georg Michael durchsickerte, widmeten The Lennons dieses Lied dem großartigen Leonard Cohen. 

Wer von uns wäre nicht so gern wie Roland Kaiser oder Nackt unter Kannibalen?! An diesem Sonntag Abend durfte jeder für starke zwei Stunden sein was er wollte. In Erinnerungen schwelgen, gemeinsam mit alten Freunden singen, anstoßen und rumtoben. 

Ein Höhepunkt war wieder einmal einer der letzten Songs des Abends. Dschingis Khan animierte auch den ehemaligen Sänger von Never Trust A Hippie wieder zum Mikro zu greifen und The Lennons gesanglich zu unterstützen. In der Kombination gab es dies zuletzt vielleicht vor 15 Jahren. Genial!

Ein Stück weit ist die Zeit stehen geblieben bei The Lennons. Die alten Lieder lassen gedanklich unbeschwerte Tage unserer Jugend wieder aufleben. Selbst wenn man viele der Songs länger nicht gehört hat, fällt einem doch der Text sofort wieder ein, wenn Michael Hermann, Helmut Kuntschner, Gerhard Michaelis und Michael Wurster die ersten Töne erklingen lassen. 

Danke an The Lennons für Original Punkrock since 1981. 

MaD 


Grüße und danke für einen super Abend an Pepe, Tosa, Sandy, Manu, Guschd, Roger und die Kaufmanns. 

Diamond – Stick To Your Guns live

Für zwei Mottoabende kamen Stick To Your Guns live nach Karlsruhe in die Alte Hackerei. Am 16.08.2016 spielten sie ihr komplettes Album Diamond plus ein paar ausgesuchte Perlen.

Ausverkauftes Haus in der Hackerei und alle fieberten in dieser Mini-Location (180 Tickets!) dem Auftritt der Hardcore Band entgegen. Diamond ist das vierte Album der Band um Sänger Jesse Barnett und darauf befindet sich auch der Hit „We Still Believe!.

Diesen Song performen Stick To Your Guns schon sehr früh im Set, was die Hackerei ausrasten lässt. Die Crowd vor der Bühne ließ keine Zeit zum verschnaufen zu. Stagediver nutzen die Monitorbox zum Absprung in die Menge und wenn von der Bühne niemand kam, dann surfte sicher jemand aus den hinteren Reihen bis zu uns nach vorne. Dicht an dicht standen und schwitzen wir, feierten aber jeden Song ab.

Jesse Barnett baute zum Glück zwei politische Statements ein. In diesen Phasen konnte man sich wieder etwas zurecht ruckeln, Schuhe binden und nach seinen leuten schauen.

Als Opener fungierten Landscapes aus England. Ihr Hardcore ist sehr melodisch und emotional. Vor allem die ruhigen Phasen nahmen sie für mich ein. Ihr Album Modern Earth kaufte ich später am Merch und es läuft seitdem auf Dauerrotation im Auto.

Stick To Your Guns beendeten den schweißtreibenden Abend nach knapp 1 1/2 Stunden und niemand war böse, denn alle hatten sich dermaßen vorausgabt, dass es einfach gut war. Einige Jungs campierten im Auto auf dem Schlachthof Gelände um auch am nächsten Tag noch dabei zu sein. Zwei von diesem Exemplaren, die ihren Tag am Epple See verbrachten traf ich am Folgetag in Mo´s Plattenladen in der Karlsruher Oststadt wieder.

Dort stöberte auch Chris Rawson von Stick To Your Guns nach Platten. Er wurde fündig und wir laberten noch etwas über die erste Shwo, Karlsruhe und seine ehemalige Heimat Detroit. Ein angenehmer Zeitgenosse.

MaD

 

Endlich ein Date mit dem Boss

Am 17.06.2016 haben Bruce Springsteen und ich es endlich geschafft. Unsere Terminkalender ließen es zu, dass wir uns in München im Olympiastadion trafen. Irgendwie hatte ich es mir intimer vorgestellt, aber Bruce hatte noch weitere 56.999 Menschen zu unserem Date eingeladen.

Ich selbst und meine Begleiter nahmen irgendwo im weiten Rund Platz, während der Boss mit seiner E-Street Band die Bühne betrat und das Treffen musikalisch einläutet.

Wobei zum einläuten war ich ja noch gar nicht da, denn wir verquatschten uns in einem Müncher Burger Laden und nahmen nicht an, dass das Konzert auch wirklich um 19 Uhr starten sollte, wie es auf dem Ticket steht. Bei den Klängen von „Death To My Hometown“, Song Nummer 6, erreichten wir das Stadion. Die nächsten Songs waren zum ankommen. Die Stimmung war noch nicht überragend, alles groovte sich allmählich ein. Bruce sprach nicht viel zwischen den Liedern, er zählte den nächsten Song meist schon bei den letzten Akkorden an und weiter gings.

Bei „The River“ begann sich das Publikum zum ersten Mal so richtig zu bewegen. Tausende standen auf, erst leise und dann aus voller Kehle sangen sie den Refrain mit, sehr zur Freude von Bruce Springssteen und seinen Mitstreitern. Nun nahm das Konzert Fahrt auf, denn das Publikum blibe nun größtenteils stehen und feierte ein Happening, wie es nur bei wenigen Musikern möglich ist.

Die Bio-Lehrer a.D. um uns herum schwelgten in Erinnerungen und durchlebten mit geschlossenen Augen noch mal ihre Jugend und hier vor allem Ferien an der holländischen Nordseeküste.

Viele Familien waren auch am Start und mich rührte eine, welche direkt vor uns stand. Bei „Born To Run“ nahm der Vater seinen jugendlichen Sohn in den Arm und küsste ihn auf den Kopf. Dies unter den glücklich lächelnden Augen seiner Frau. Welche harmonischer Moment zum Soundtrack eines großen künstlers unserer Zeit.

„The Rising“, „Thunder Road“, „Land Of Hope And Dreams“ waren nach zwei Stunden die letzten drei Stücke, bevor das Konzert so richtig begann, denn zur ersten Zugabe erklang „Born In The USA“ und das Olympiastadion war on fire.

„Born To Run“ folgte auf dem Fuß und die Fans sangen, klatschten begeisert in die Hände, warfen wild die Arme nach oben und wussten für einige Takte wahrscheinlich nicht wirklich ob sie Männlein oder Weiblein waren.

Der Boss war danach voll in seinem Element. Er tanzte mit einer Frau, anlässlich ihres 40.Hochzeitstages auf der Bühne und um ihr Glück wollkommen zu machen, griff sie dem Traum ihrer schlaflosen Nächte an den Hintern.

„Dancing In The Dark“ wurde unterstützt durch einen kleinen Jungen und aich ein kleines Mädchen bekam noch seinen großen Auftritt. Zum Glück konnte der Bub nicht wirklich Gitarre spielen, sonst wäre alles etwas zu inszeniert gewesen.

Als Bruce Springsteen ganz alleine auf der Bühen leise „For you“ auf seiner Gitarre anstimmte, verließen wir das Oly um auf dem besten Weg aller Wege (Danke Armin) zum geilsten Parkplatz ever (Doc – du bist der Geilste) zu gelangen.

MaD

Hier gehts zur Setlist: http://www.setlist.fm/setlist/bruce-springsteen/2016/olympiastadion-munich-germany-7bfe767c.html

P.S. Der Tag wird mir wegen eines Erlebnisses von lieben Menschen mit einem Durchgeknallten auch so noch länger in Erinnerung bleiben! Gut, dass euch allen nix passiert ist. Love!


 

 

Lionheart – The Final Stomp

Lionheart gaben sich am 13.07.2016 das letzte Mal die Ehre in Karlsruhe. Bevor sie sich dem Leben mit Job und Familie widmen und es dieses eben nicht mehr zulässt zu touren, sollte die Alte Hackerei Songs wie „LHHC“, „Brother´s Keepers“, „Bury me“ oder „Rest in Power“ hören.

Auf 180 Tickets war die Show limitiert und wie nicht anders zu erwarten ausverkauft. Immer wieder erstaunlich wie viele bekannte Gesichter man anlässlich solch eines Konzertes trifft und irgendwie ist keiner so wirklich überrascht den jeweils anderen dort zu treffen. Die HC-Gemeinde in Karlsruhe und Umgebung ist eben doch übersichtlich, wenn sie auch gewachsen ist in den letzten Jahren.

Den Hauptteil des Abends vertrieben wir uns im Biergarten – Grüße an Carsten von Dog Track – diesem Umstand fiel auch die Vorband zum Opfer.

Obwohl aus Oakland im Sonnenstaat Kalifornien kommend, klingen Lionheart nicht nach Müßiggang und Easy Living. Die dicke Hose springt einem fast buchstäblich entgegen, die Lyrics sind durchsetzt mit klaren Ansagen was einem die anderen alles mal können. Ihre Riffs spielen Lionheart auf den Punkt, sind musikalisch mehr als tight und Songs wie „Bury me“ oder „LHHC“ sind Killer und bringen jede Show zum kochen.

Dankbar für die Gelegenheit Lionheart noch mal live erleben zu können, ging das Publikum gut mit während den Songs und die Show hätte richtig derbe werden können, wenn Lionheart nicht zwischen den Liedern immer ewig Pause gemacht hätte. Der Hackerei den Rücken zugedreht laberten sie miteinander und es vergingen gefühlte Ewigkeiten bis es weiterging. Eine komische Stille machte sich breit und ich hatte das Gefühl, dass es danach immer wieder fast von Null losging. Abschlusstour und eine ausverkaufte Show in einem kleinen Laden, da hätte man als Band wesentlich mehr raus holen können.

Nichts desto trotz waren die knapp 60 Minuten musikalisch ein dickes Brett und als zum Schluss „LHHC“ erklang und alle „Welcome To The Westcoast“ sangen, fand der Abend ein mehr als versöhnliches Ende.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Lionheart_(Band)

MaD

P.S. Danke Flo – war wichtig!

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑