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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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Konzerte

Blind Guardian – Liederhalle Stuttgart (01.05.2015)

Mit den Songs die fehlten, hätten Blind Guardian locker ein weiteres wunderbares Konzert spielen können. „Somewhere Far Beyond“, „Majesty“, „Traveller In Time“, „Welcome To Dying“, „Immaginations From The Other Side“, oder das starke „Time What Is Time“. Alleine diese kurze Aufzählung erinnert mich wieder daran wie lange es Blind Guardian nun schon und und wie viele tolle Alben und Songs sie geschrieben haben.
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Es war ein Abend, bei dem man erst merkte was alles noch hätte gespielt werden können, als nach über 2 Stunden der Vorhang fiel. Dass die Setlist auch einige Lieder des neuen Albums „Beyond The Red Mirror“ beinhalten würde war klar. Sie bauten die Stücke gezielt zwischen Klassiker ein und so tat es der Stimmung keinen Abbruch. Es ist eben wie so oft, die Fans wollen ein Best Of vorgetragen bekommen und jeder Song einer neuen Platte kostet einen Klassiker.
Hansi Kürsch und seine Mannen haben es nach all den Jahren noch wunderbar drauf eine Halle auf ihre Seite zu ziehen, sie zum mitsingen zu animieren und Stimmung bis in die letzte Reihe zu erzeugen.
Ein Chor aus über 2000 Leuten sang aus voller Kehle Lieder wie „Banish From Sanctuary“, „And The Story Ends“, „Mirror Mirror“ und natürlich das einzigartige „The Bard´s Song – In The Forest“.
Bei „Valhalla“ wollte die Meute gar nicht mehr aufhören den Refrain zu singen, bis die Band sozusagen eingriff und dem ganzen nach Minuten mit einem starken Gitarrenoutro ein Ende setzte. Gänsehaut pur und überall strahlende Gesichter.

MaD

Setlist:

1.  The Ninth Wave
2.  Banish From Sanctuary
3.  Nightfall
4.  Fly
5.  Tanelorn (In The Void)
6.  Prophecies
7.  The Last Candle
8.  Miracle Machine
9.  Lord Of The Rings
10.Bright Eyes
11.Twilight Of The Gods
12.And The Story Ends
Encore I
13.Into The Storm
14.Guardian Of The Blind
15.Valhalla
Encore II
16.Wheel Of Time
17.The Bard´s Song – In The Forest
18.Mirror Mirror

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Hertha, Madball, Umse und die Wörz

Die letzten Wochen waren arbeits- und ereignisreich. Wäre dies alles nicht genug, zog doch eine unnatürliche und penetrante Müdigkeit in meine Knochen und nistete sich dort ein. So habe ich den Schlaf eines Monats innerhalb einer Woche geschlafen und bin immer noch müde.
Wenn man spürt wie einzelne Finger müde und schlapp sind, wie jede Faser des Körper nach Ruhe schreit, sollte man dem einfach nachgeben. Habe ich getan und tue ich weiterhin. Reduzierung des Alltags auf schlafen, essen, trinken – es könnte schlimmeres geben.
Vor einige Tagen schaffte ich es aber immer noch zur Rebellion Tour ins Universum. Dieses war ausverkauft, was bei dem Line-Up nicht verwunderte.
Madball, Strife, Rise Of The North Star und Backtrack.
Madball IMadball III
Von Backtrack sah ich leider nur 3 Songs, die hatten es aber in sich.
Die unglaublich tolle Fotografin Martina Wörz hat den Abend im Bild fest gehalten. Genießt den Abend durch ihre Linse:

http://martinawoerz.tumblr.com/  – tolle Bilder! Kompliment!!!!!

Die gute alte Dame Hertha wollte auch noch unterstützt werden bei einem ganz wichtigen Spiel gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Die Berliner kämpften 90 Minuten und hatten durch Nico Schulz die Chance des Spiels. Leider vergab er, würde ja sonst auch nicht bei der Hertha spielen. Das wäre es gewesen. Ein Sieg mit unseren Freunden im Talkessel.
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Deren Kurve saht optisch wie immer gut aus, akkustisch an dem Abend aber mit viel Luft nach oben. Die Abstiegsnagst kriecht ihnen eben auch in jede Pore. Wenn der VFB in meinem 40.Lebensjahr wieder absteigen würde, hätte dies ja was.

Wenn man so zu Hause liegt freut man sich über jede Ablenkung, vor allem wenn die Post lang ersehnte Ware bringt. Vinyl meine Freunde flatterte mir ins Haus. Jakarta Records lieferten die Instrumentals zu Umse „Kunst für sich“. Produziert und unterschreiben von Deckah! Bäm!
Deckah

Passt auf euch auf, ich poste noch nen Song der Woche und geh dann wieder schlafen.

MaD

P.S. Karlsruhe sagt Nein zu Red Bull und einen Lügner erkennt man daran, dass er nicht die Wahrheit spricht!

The Subways – live im LKA Stuttgart (10.02.2015)

Der Höhepunkt eines für mich denkwürdigen 10.Februar 2015 sollte das Konzert von The Subways im LKA sein. Die Briten begeistern mich schon sehr lange, aber leider konnte ich sie bisher nie live sehen. Und wieder wäre fast etwas dazwischen gekommen, da ich beruflich den ganzen Tag in Mannheim steckte und es nicht klar war ob ich es rechtzeitig zum Konzert schaffen würde.
Machen wir es kurz. Wenige Minuten bevor The Subways die Stufen zur Bühne herunter kamen, hielt ich mein Bier in der Hand und blickte sehr entspannt und gleichzeitig doch etwas aufgeregt zur Bühne.
einer der Schwerpunkte des Abends lag auf dem Material der neuen Platte. Geschickt streuten Billy, Josh und Charlotte ihre Hits ein und so wurde der Abend zu einer einzigen Party.
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Das nicht ausverkaufte, aber doch sehr gut besuchte LKA feierte mit The Subways einen fröhlichen Abend. Es wurde getanzt, Arme in die Luft geworfen und Songs wie „Rock´n´Roll Queen“, „Oh Yeah“ oder „Shake! Shake!“ begeistert mitgesungen.
Charlotte hatte eine etwas angeschlagene Stimme an diesem Abend, dafür sang sie „Shake! Shake!“ trotzdem wunderbar und bewegte sich herrlich zum Rhytmus der Musik hinter ihrem Mikro.
Band und Fans einigten sich darauf, dass Zugaben gespielten werden, die Musiker dafür aber nicht extra von der Bühne gehen müssen. So waren es am Ende Netto 1 1/2 Stunden und 19 Songs mit The Subways am Ende eines für mich großArtigen Tages.

MaD

The Subways

„We don´t need money to have a good time“

Persistence Tour 2015 – Schlachthof Wiesbaden

EMP präsentierte die Persistence Tour in diesem Jahr und wartete mit einem hervorragenden Line-Up. Alte Helden wie Sick Of It All oder Ignite locken mich immer hinter dem warmen Ofen vor. Wenn dann noch so viel Lady-Power am Start ist mit Walls Of Jericho und All For Nothing, dazu mit Turnstile eine junge Band des Genre Hardcore die mächtig abgeht, ist der Abend eine Verpflichtung!

Die Runnung Order war mehr als verheissungsvoll:

SICK OF IT ALL 22:50 – 23:50
IGNITE 21:45 – 22:30
WALLS OF JERICHO 21:00 – 21:30
RYKERS 20:15 – 20:45
TURNSTILE 19:30 – 20:00
ALL FOR NOTHING 18:45 – 19:15
BROKEN TEETH 18:00 – 18:30

 

Rykers sah ich zuletzt auf dem Bizarre Festival Mitte der 90er. Im Hangar irgendwann weit nach Mitternacht. Es wurde schon hell, als wir den Hangar Richtung Zeltplatz verließen.

Leider schafften wir es nicht zu Broken Teeth. Die Anreise machte hungrig und so aßen wir erst noch in der angrenzenden Bar zu Abend.
Ab All For Nothing waren wir im Schlachthof. Vorher sogar für kurze 10 Sekunden mal Backstage, aber das wäre eine andere Story.
Hielt sich das Publikum beim Female Fronted Hardcore aus Rotterdam doch noch sehr zurück, kam bei Turnstile etwas mehr Bewegung in die Meute. Direkt vor der Bühne sammelte sich eine recht junge Crowd und war sehr dankbar, dass Frontmann Brendan sich bei nahezu jedem Lied vorne am Gitter blicken ließ.
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Er gab weiter alles, obwohl er sich schon beim ersten Song sichtlich den Fuß verdreht hatte.
Das Publikum war dankbar und die Jungs aus Baltimore ernteten viel Applaus.
Die Rykers schafften es dann zum ersten Mal an diesem Abend den Schlachthof nahezu komplett in Bewegung zu bringen. Der Moshpit war oldschool, was nicht nur an den grauen Haaren der wohl genährten Männer lag. Kein Violent Dancing, sondern Pogo alter Schule und jedem der stürzte wurde aufgeholfen.
Zwischen den Songs pumpten einige dann doch sehr.
Walls Of Jericho waren an diesem Abend eine Macht. Welche eine Soundwand Sängerin Candace Kucsulain umgab. Obwohl klein an Körpergröße war ihre Präsenz auf der Bühne und vorne am Absperrgitter phänomenal groß. Sie nahm den Schlachthof für sich ein und wenn sie ins Mikro shoutete bließ es uns die Wollmütze vom Kopf (…interessanterweise hatten echt viele noch ihre Wintermütze auf, einige machten sogar Werbung für ein gewisses Presswerk…).
Das Video zeigt euch einen kleinen Ausschnitt von der genialen Stimmung beim letzten Song der Band aus Detroit:

Ignite gewohnt sympathisch. Sie machen immer Lust auf Urlaub am Strand mit Schirmchendrink und netten Leuten. Lagerfeuer in der Nacht und Knutscherei inbegriffen. Was für eine positive Ausstrahlung diese Band doch hat ist für mich unglaublich.
Immer auch auf der Seite der Guten. So durfte sich Amnesty International kurz auf der Bühne präsentieren und für ihren Infostand im hinteren Teil der Location werben.
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Viel zu schnell war die Zeit um und eigentlich war es bisher schon ein mehr als vollkommenes Line-Up.
Nun aber zeigte sich wer der wahre Headliner des Abends ist.
Sick Of It All betraten die Bühne und hatten das Publikum am haarigen Sack. Donnernder Applaus und überall freudige Gesichter als die Koller Brüder und Craig Setari über die Bühne fegten.
Pete Koller muss Sprungfedern in den Sneakers haben. So wie er umhersprang und dies über die komplette Stunde ist einzigartig. Sein Bruder freute sich sichtlich über die positive Resonanz des Publikums, aber ein klein wenig mehr könnte schon noch gehen. Und so kündigte er nach einer halben Stunde das Ende des Gigs an. Er begründete es damit, dass viele einfach nur rumstehen würden und dann können man ja auch aufhören.
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Zum Glück ließ er sich „überreden“ und gab der Meute von Lied zu Lied eine weitere Chance. Bei Sanctuary und Scratch The Surface war der komplette Schlachthof Tanzfläche. Nur an den Seiten konnten sich noch einige in „Sicherheit“ bringen. DNC von der neuen Platte wurde gefeiert wie ein Klassiker. Hier haben es Lou, Pete, Craig und Schlagzeuger Armand wohl wieder geschafft einen Song zu schreiben, der bei keinem Auftritt fehlen darf.
Sick Of It All hoben den Abend noch mal an in Sachen Intensität und Begeisterung für die Art von Musik, welche wir lieben. Hardcore is the best music, isn´t it?!

Dankbar
MaD

….und Grüße an Sepp und Flo!

Weitere Bilder:

All For Nothing:
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Rykers:
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Walls Of Jericho:
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Sick Of It All:
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The Lennons – Weihnachtspogo

Eine gute alte Tradition sollte man pflegen und so fanden sich viele Leute am 25.12. beim Weihnachtspogo der Lennons im Pforzheimer Sakrema ein.
Den Familienfeiern waren dieses Jahr einige alte Bekannte entkommen und so war neben Punkrock auch noch für unterhaltsame Gespräche gesorgt.
The Lennons lieferten den Soundtrack und mussten die Anwesenden nicht lange zum Tanz auffordern. Der Sound war prima, vor allem je näher man in der alten Kegelbahn der Bühne kam. Dies war vor Jahren hier noch anders. Ich errinere mich böse an Soundbrei deluxe bei dem man kein Wort verstand.
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Erst kürzlich als Support der Kassierer in Karlsruhe auf der Bühne (http://onkelmad.blog.de/2014/11/19/halli-galli-drecksaufest-kassierer-bitten-polka-15-11-2014-karlsruhe-stadtmitte-19733037/) und nun beim Heimspiel zu Weihnachten in Pforzheim. Musikalisch und textlich machen The Lennons einfach Spaß und sie geben immer Vollgas, egal wie groß die Location oder wie viele Leute anwesend sind.
Als Michael Hermann den Zugabeteil im weißen Bademantel einläutete und den Song „Der König ist tot“ Udo Jürgens widmete ging ein großartiger Abend im Chor der ausgelassenen Fans so langsam zu Ende. Bei „Claudia“ brachen noch mal alle Dämme und The Lennons wurden noch lautstark zu zwei weiteren Liedern genötigt.
Bei DJ-Mucke und vielen netten Gesprächen verging die Zeit dann wie im Flug und der Heimweg wurde erst im Morgengrauen bei Schneeregen angetreten.
Grüße an Andi, die aus Berlin zu Besuch war und mit mir noch mal die Erinnerung an das erste Konzert von Never Trust A Hippie in Taylors Home aufleben ließ. Legendär und lange her!

MaD

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WIZO – Tourabschluss (13.12.2014 LKA Stuttgart)

WIZO startete ihre Tour im Oktober im Stuttgarter LKA. Viele intensive Abende verbrachten sie auf größeren und kleineren Bühnen und schwupps standen sie schon wieder im LKA um die Tournee würdig zu beschliessen.
Die Sindelfinger um Sänger Axel wirkten keineswegs müde und bescherten den Besuchern im ausverkauften LKA einen astreinen abwechslungsreichen Abend.
Die Songsauswahl bestand aus einer guten Mischung älterer und neuerer Stücke. Mit „Punk gibts nicht umsonst“ haben WIZO feines neues Material am Start. Ganz im bewährten Stil mit viel Ironie und Witz, gepaart mit ernsten Gedanken wie z.B. im Song „Unpoliddisch“.
Das Trio betonte immer wieder wie toll und reibungslos die Tour verlaufen ist. Eine dufte Truppe war da wohl mit am Start, denen auch ausgiebig gedankt wurde.
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Zwischendurch ließen es WIZO dann mächtig krachen und das Publikum dankte es mit viel Applaus und sang nach Leibeskräften bei Liedern wie „Die letzte Sau“, „Kopfschuss“, „Gute Freund“ oder „Quadrat im Kreis“. Vor allem bei letztgenanntem Song ging das LKA richtig steil.
Von der neuen Platte spielten sie u.a. das vorher schon erwähnte „Unpoliddisch“ und auch „Ganz klar gegen Nazis“. Beide sind so aktuell wie sie nur sein könnten, wenn man die momentane Stimmung in unserem Land betrachtet. Hier scheint nach vielen Jahren eine Schamgrenze gefallen zu sein und der bei vielen Bürgern unterschwellig vorhandene Rassismus tritt offen zu Tage. WIZO und das Publikum bezogen an diesem Samstag Abend klar Position.
Dieses Publikum wurde mit den Songs auch älter. Viele Gruppen standen zusammen, die in dieser Besetzung auch schon in den 90er Jahre dabei gewesen sind.
Als das große Finale anstand und der Goldfisch namens Michael besungen wurde gaben noch mal alle Leute Gas und erst recht als „Kein Gerede“ angestimmt wurde.
Eine Gruppe Frauen Ende 30, welche schräg vor mir standen, reckten überschwenglich ihre Hände in die Höhe und sangen aus voller Kehle „….eine Revolution für den Frieden und die Freiheit….“. Da leuchteten Mädchenaugen und wahscheinlich waren sie in dem Moment wieder 16 und hatten einen tollen Abend in ihrem damaligen Jugendzentrum.
So erging es sicherlich vielen Besuchern des Konzertes. Die Lider von WIZO erinnern auch mich an die unbeschwerten Jahre der 90er als sie den Soundtrack für viele Fahrten und Feste lieferten.
Was sich bis heute auch nicht geändert hat ist das „Gelaber“ von Axel. So kostete dies früher schon viel Zeit und auch an diesem Abend wären locker 3-4 Lieder mehr drin gewesen. Geschenkt für den Tourneabschluss! WIZO 2014 sind live immer noch eine Bank.

MaD 

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Halli Galli Drecksaufest oder Die Kassierer bitten zur **********Polka (15.11.2014 Karlsruhe, Stadtmitte)

Ich sollte auch mal was für Mädchen schreiben wurde mir gesagt. Immer nur Fußball, Fußball, Fußball bekam ich nach meinem letzten Blogbeitrag zu hören.
Natürlich kann ich auch was für Mädchen schreiben und was bietet sich da besseres als an als ein Konzertbericht. Kultur, noch dazu Musik kommt immer gut an. Here we go:

Die (übermächtigen) Kassierer gaben sich in unserer schönen Fächerstadt die Ehre. Mit über 400 Besuchern war die Stadtmitte ausverkauft und machte in kürzester Zeit der Saunalandschaft des Europabades schwer Konkurrenz, wobei es in regelmäßigen Abständen zu Bieraufgüssen in Form von fliegenden Gerstenkaltschalen in Plastikbechern kam.
Im Vorprogramm spielten The Lennons aus Pforzheim. Die Band spielt seit 1981 Punkrock Marke „Franz Kafka im Kostüm von Alice Cooper“ und sie ist damit die älteste Punkband in Deutschland, welche durchgehend aktiv war und ist. Die Mannen um Sänger Michael Hermann sind sich wirklich treu geblieben und spielen astreinen Deutschpunk mit absoluter Feiergarantie. 
Die Masken fallen hier schneller als man „Claudia“ rufen kann und schon blickt einem die nächste Fratze entgegen.
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„Wer lieben will muss leiden“, „Der König ist tot“, „Paranoia“ und nicht zuletzt die schon genannte „Claudia“ bieten feinsten Punkrock der frühen Achtziger Jahre, welcher auf eingängige Melodien setzt, die allen voran Helmut Kuntschner mit seiner Gitarre bestens zelebriert.
 
Um kurz vor 22 Uhr betraten dann Die Kassierer die Bühne. Bedenkt man die Tatsache, dass sich im Wattenscheider Gemeinderat alle Abgeordneten von der NPD bis zu den Grünen einig waren, dass Sänger Wolfgang „Wölfi“ Wendland in der Stadt keine Konzerte mehr veranstalten darf, dann erhält man vom Ausmaß des Abends in etwa eine Vorstellung.
Unbeschreibliche Szenen spielten sich ab. Wohl dem der da nicht nüchtern war. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich die Stadtmitte in eine von Sinn und Verstand absolut befreite Zone. Zu Hits wie „Sex mit dem Sozialarbeiter“, „Besoffen sein“, „U.F.O.“, „Das schlimmste ist wenn das Bier alle ist“ oder „Blumenkohl am Pillemann“ zogen sich Bandmitglieder und Teile des Publikums nackt aus und Schlagzeuger Volker Kampfgarten demonstrierte zusammen mit Guitarerro Nikolaj Sonnenscheiße wie man bis zum Hals……….nein ich schreibs jetzt hier nicht nieder, ist ja für Mädchen die Konzert-Review.
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Es wurde auch das Geheimnis gelüftet dass der wirkliche technische Fortschritt im Sauerland generiert wird, wo man bereits teleportieren kann. Trotz dieser technischen Errungenschaft, benötigt Wölfi immer noch seine Zettel um die Lyrik fehlerfrei wieder geben zu können. Warum die Texte lernen, wenn man sie eh aufgeschrieben hat.
Die von Entsetzen, Ratlosigkeit und zeitweise blanker Panik gezeichneten Blicke der beiden Bühnensecuritys werde ich so schnell nicht vergessen.
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Im Publikum tummelte sich an diesem Abend eine Mischung aus Studis und Mallorca-Feierpublikum. Da hat der Auftritt im Circus HalliGalli wohl nachhaltig gewirkt. Kaum Punker waren am Start, dies war vor einigen Jahren noch anders. Ein Typ mit einem „Milf Hunter“ Shirt machte sich komplett zum Obst, als er vor und auf der Bühne den „Dicken“ markierte, sich dann aber partout nicht ausziehen wollte und nur kurz sein T-Shirt hob. Wölfi belächelte ihn nur mitleidig.
Mit „Partylöwe“ kam zum Ausklang noch mal so richtig Schwung in die Bude, es flogen die Bierbecher und alle die noch stehen konnten sangen lauthals mit. Auch die anwesenden Mädchen. Hier schliesst sich der Kreis wieder.

Nach dem Konzert gings dann noch in die KSC und Südstadtkneipe Milano, wo bis 3 Uhr morgens Fußballgeschichten ausgetauscht und der Abend gemeinsam „verarbeitet“ wurde. 
Eine Frage blieb allerdings unbeantwortet: Klaut man bei einem Länderspiel eine Fahne wie die „Ruhestörer“ oder macht man dies nicht? Vielleicht aus Respekt sogar?! (Oder macht es überhaupt „Sinn“ ne Fahne zu klauen? Wäre auch mal ein Ansatz!)

Der Flo und der MaD

P.S. Grüße an die Crew und „das Schlimmste“ ist ja an diesem Abend nicht eingetreten

 
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Linkin Park live (04.11.2014 Stuttgart)

Was soll man über eine fast perfekte „American Rock-Show“ schreiben? Vielleicht nur so viel, dass nichts dem Zufall überlassen wurde. Der Sound sehr gut war, die Songauswahl ließ keine Wünsche offen, das Zusammenspiel der Musiker (und selbst ihre Laufwege auf der Bühne) waren perfekt aufeinander abgestimmt und die Lichtshow zu jedem Ton passend reguliert.
Trotzdem dass dies so glattgebügelt und massentauglich aufbereitet war, kam die Band sehr sympathisch rüber. Sie gingen auf ihr Publikum offen zu, strahlten Spielfreude aus und waren sehr präsent auf der Bühne.
Die Zuschauer hatten mit einem Rock-Publikum nichts zu tun. Das war SWR3-Land pur. Familien mit Kinds im Teenager Alter und gut situierte Paare plus ein paar „Altrocker“.
Dementsprechend war auch die Stimmung. Von einer „amazing crowd“ waren wir weit entfernt. Stefanie Tücking allerdings hätte sich pudelwohl gefühlt.
Musikalisch allerdings fühlte ich mich sehr gut unterhalten, vor allem Stücke wie Numb, One Step Closer, Bleed It Out oder Burn It Down sind klasse und wurden von Linkin Parl excellent vorgetragen.
1 1/2 Stunden ohne viel Reden gingen wie im Flug vorbei. Linkin Park spielten einfach ein Lied nach dem anderen. Nur 1x widmeten sie einen Song irgendjemand und nach den ersten 5 Songs bat Joe Hahn, dass die Leute auf den Sitzplätzen sich doch bitte erheben mögen. Die allermeisten taten dies dann auch. Sehr lustig anzusehen, aber gut nichts anderes hatte ich erwartet. War ja schliesslich auch wegen der Band da und nicht wegen den anderen Leuten.

Hier die Setlist:

Intro
Guilty All The Same
Given Up
Points Of Authority
One Step Closer
Blackout
Papercut
Rebellion
Runaway
Wastelands
Castle Of Class
Leave Out All The Rest/Shadow Of The Day/Iridescent – Medley
Robot Boy/Joe Hahn Solo
Burn It Down
Waiting For The End
Final Masquerade
Wretches And Kings/Remember The Name
Numb
In The End
Faint

Zugabe:

Lost In The Echo
New Divide
Until It´s Gone
What I´ve Done
Bleed It Out

  • Und ein paar gute Bilder gelangen auch noch:

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MaD

Festival der Volxmusik – Abstürzende Brieftauben & Die Mimmis (30.10.2014)

Bong – und da war es wieder 1990. So schnell kann das gehen, wenn man gerade die Alte Hackerei in Karlsruhe betritt zum Festival der Volxmusik. Alte Helden hatten zum Tanz geladen und die ergraute Meute war dem Ruf nach Zerstreuung gefolgt.
Endlich konnte sich auch Plüschi mal nicht beschweren, denn im Gegensatz zu den Hardcore Konzerten wurde an diesem Abend gut getrunken. Alte Fun-Punk-Schule eben, welche sich hier ein Stelldichein gab.
Ob Micro wollte oder nicht, die Geschichte mit meinem ersten Bandshirt musste er sich anhören. Standesgemäß zwischen Pissoir und Waschbecken.
Ich war 14, und mein erstes Bandshirt war von den Brieftauben. Beim Weser-Label bestellt, damals noch im Katalog. Pepe wird sich daran sicherlich erinnern, über seinen Briefkasten lief die Bestellung damals.
Jetzt war damals aber nicht 2014 und 14jährige wohnten noch im Jugendzimmer und Mama räumte da ab und an auf. Böse Falle, wie sicherlich einige bestätigen können.
So kam es wie es kommen musste, mein Shirt war irgendwann weg. „Sowas brauchst du nicht“ war die kurze und knappe Erklärung meiner Mutter und es musste nachgeordert werden. Dieses mal kamen die Shirts aber ganz hinten in den Schrank. Auch schlecht, wegen der Geruchsbelästigung nach mehrmaligem tragen.
Ihr seht, als 14jähriger hatte man es Ende der 80er, Anfang der 90er nicht leicht.
Aufmunterndes Nicken von Micro tröstete mich nun aber viele Jahre später über diesen tragischen Verlust hinweg.
Gegen später spielte er mit seinem neuen Schlagzeuger Olli ein tolles Konzert und die Toten Hosen haben völlig recht wenn sie singen, dass mit den alten Liedern auch die alten Gefühle wieder hochkommen.
Es war unglaublich was  Songs wie „Heute doof und morgen doof“, „Das Grauen kehrt zurück“, „Die Kuh“ oder „Konrad K.“ wieder an Jugenderinnerungen hervorgebracht haben. Super!
Das textsichere Publikum dankte es mit Party und Pogo und viel Applaus.

Die Mimmis machten auch Spaß. Fabsi (Gründungsmitglied der Band), Elf, Nici und Alex sind die aktuelle Besetzung der Band. Auf der Bühne versammelten sich Deutschpunklegenden einfach so unter der Woche in Karlsruhe und spielten als „Die Mimmis“ munter und lustig drauf los. Ein guter Mix aus alten und neuen Liedern. Auch hier interessant wie viele Lieder man wieder erkennt, die man glaubte vergessen zu haben. Ihre Platte „Fun-Punks Not Dead“ war an diesem Abend Programm!

Vielen Dank an alle Musiker für einen tollen Abend im Jahr 2014/1990!

MaD

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