Suche

Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

Schlagwort

karlsruhe

Im Dunkeln ist gut munkeln

An jenem Freitag Nachmittag machten wir uns in mehreren Bussen der Ultragruppen auf den Weg in den Ronhof zu Fürth. Diese traditionelle Spielstätte wurde mittlerweile mit Dach und rundrum Verkleidung versehen und wirkt mittlerweile von außen betrachtet wie ein Einkaufszentrum oder Billig-Baumarkt der Marke B1.
Innen allerdings erste Sahne. Für die SpVgg Greuther Fürth genau richtig. Schön eng und genügend Stehplätze sind auch vorhanden.

Die Fahrt verlief bis auf einige heiße „Quizduelle“ unspektakulär, wie eben Auswärtsfahrten nach Fürth sein sollten. Mehr als rechtzeitg waren alle vor Ort, die Pizza schmeckte auch wieder und die Einlasskontrollen gingen zügig von statten.
Würden die Leute von der Pizzeria statt Warsteiner Dosen besser fränkisches Bier verkaufen, würden sie noch einen höheren Umsatz machen. Mal sehen wann sie dies umsetzen, hingewiesen darauf wurden sie an diesem Abend zur Genüge.

Fürth hatte eine nette kleine Choreo vorbereitet, wie man überhaut sagen muss dass sie das ganze Spiel über optisch überzeugen konnten. Da war immer Bewegung im Block, Fahnen wurden über 90 Minuten geschwenkt, aber akkustisch kam da gar nichts rüber. Typisch Fürth mag der erfahrene Auswärtsfan sagen, aber komisch ist das schon. Warum ist der Heimblock in keiner einzigen Minute des Spiels so laut, dass man ihn in diesem kleinen Stadion auf der anderen Seite hören kann?!
Ansonsten ist es einfach nett in Fürth. Wenn ich als Fan des Sportes Fußball dort leben würde, wäre der Besuch sämtlicher Heimspiele gebucht. Mit dem Fahhrad hin, zwei Tucher getrunken, irgendwo auf der Gegengerade einen Sitzplatz und gut wäre. Meine Leidenschaft würde da sicher nie entbrennen, aber zum Fußball gucken ist es prima.

Wir versuchten von Beginn an so laut als möglich unsere Farben nach vorne zu peitschen, aber schnell wurde klar, dass wir sie eher bei der Verteidigung unterstützen müssen. Fürth war mehr als nur überlegen, sie drängten uns gut hinten rein. Die KSC-Spieler warfen sich allerdings in jeden Schuß und kein Weg war ihnen zu weit. Was unsere Mannschaft läuferisch und kömpferisch abliefert ist Spitzenklasse. Zwei Chancen erwarbeiteten wir uns. Die eine wurde noch kläglich vergeben, weil Torres den Ball nicht quer legte im 16er, sondern es wie auf St.Pauli mit einem strammen Schuß aus spitzem Winkel aufs kurze Eck versuchte. Bei der zweiten Chance, legte Koen schön für Yabo auf und der erzielte per Kopf unser 0:1.

Fürth-KSC III

Danach dann wurde es dunkel. Mit einem vernehmbaren „Klickgeräusch“ ging das Licht im Stadion aus. Nur die VIP in ihrem Container saßen nicht im Dunkeln.
So etwas hatte ich noch nie erlebt in 22 Jahren Fußball. Hätte man doch „Licht“ dabei gehabt, wie nett wäre das gewesen….!
Handy-Taschenlampen gingen an und wir fingen an zu feiern. Alle wurden noch ausgelassener und der Lärmpegel stieg von Minute zu Minute.
Ich hatte nur Sorge, dass der Kick abgebrochen wird, schliesslich waren wir in Führung und auf ein Nachholspiel an einem Dienstag Nachmittag hatte auch keiner von uns Lust.
Nach knapp 15 Minuten gingen die Scheinwerfer dann wieder an und es konnte weiter gehen.
In der Zwischenzeit erreichten einen aus etlichen Teilen der Republik SMS. Alle wollten das selbe wissen. Warum gibts bei euch eine Spielunterbrechung?
Aber ich konnte eure „feuchten Träume“ nicht befriedigen. Keine Pyroshow war „schuld“.

Fürth-KSC IIFürth-KSC IVFürth-KSC

Nach der Pause sahen wir ein Spiel auf ein, unser, Tor. Orle war fantastisch und wieder warfen sich alle 11 Karlsruher in jeden Schuß. Es hätte gut und gerne schon 3 oder 4:1 für Fürth stehen können. In den letzten 20 Minuten hatten wir noch einige Konter, aber wir spielten sie nicht zu Ende. Und dann passierte es doch noch. Fürth glich per Kopf zum 1:1 aus. Kurze Enttäuschung und jetzt begann das Zittern. Die Franken spielten nun auf Sieg und es wurden spannende 10 Minuten. Vor zwei Jahren hätten wir das Ding hier noch verloren mit der damaligen Mannschaft, heute holten wir den Punkt! Der KSC ist weiter dran an den vorderen Plätzen und mit dem Abstieg haben wir nichts zu tun. Letzteres ist und bleibt eh das primäre Ziel.
(Mittlerweile ist eine Woche vergangen und wir fuhren gestern einen 2:1 Heimsieg gegen Sandhausen ein. Damit steht für mich endgültig fest, dass der Abstiegskampf ohne den KSC statt findet.)

Für euch im Ronhof war euer
MaD

Fürth-KSC V

Loaded – Alte Hackerei (28.12.2013)

Plüschi bescheerte uns wieder einen Jahresausklang der besonderen Art. Loaded waren zu Gast. Die Streetpunkband aus Mannheim mit Nick am Mikro, Matze an der Gitarre und die nach alkoholfreiem Bier verlangende Julia an den Drums.
Ihre Mischung aus Punk, Rock´n´Roll und Ska kam wieder sehr gut an in der Hackerei. Das Publikum und Loaded sind hier mittlerweile auch schon aufeinander eingespielt.
Sehr viele textsichere Menschen standen im engen Korridor vor der Bühne, Arme wurden nach oben gereckt, Fäuste geballt und aus voller Kehle die Songs von Loaded mitgesungen.
Wer sich etwas mehr bewegen wollte, konnte schönen Rempeltanz direkt vor den Monitorboxen mitmachen.

Nick´s Stimme muss man einfach mögen. Sie hat absoluten Wiedererkennunsgwert und sticht auch noch bei den Mitsingparts aus dem Chor heraus.
Matze beherrscht seine Saiten richtig gut, was er auch immer wieder bei seiner anderen Band „Old Man Coyote“ beweist, deren Sänger gegen Ende auch noch ein Lied schmettern durfte. Diese Band ist übrigens auch live ein absoluter Genuß.

Ghosts and Ghettos war wieder einer der Höhepunkte. Die Band veröffentlichte zu diesem Lied auch ein Video, welches auch Livemitschnitte vom Konzert Ende Dezember 2012 in der Hackerei beeinhaltet.

Nach mehreren Zugaben und dem Spirit of 69 klang der Abend mit DJ-Mucke fröhlich aus.

P1070159(1)P1070168(1)P1070166(1)P1070157(1)

MaD – In Trouble

Gegen Karlsruh kann man mal verliern

Dieses unheimlich gute Fußballjahr 2013 sollte seinen krönenden Abschluss in Hamburg beim FC St.Pauli finden. Was kann es schöneres geben als bei Flutlicht im ausverkauften Millerntor zu stehen und den KSC im Spitzenspiel der 2.Bundesliga anzufeuern?! Es ging an diesem Abend immerhin um Platz 3.

Auf vielen verschiedenen Wegen reiste der KSC-Anhang an. Schon am Nachmittag traf man bekannte Leute auf dem (geilsten) Weihnachtsmarkt oder bei Omas Apotheke im Schanzenviertel.
Egal wie dieses Spiel sportlich ausgehen sollte, die KSC Fans hatten Lust die Mannschaft an diesem Abend bedingungslos anzufeuern und vor allem für dieses tolle Jahr 2013 zu feiern.
Die Enttäuschung der Vorwoche mit dem 3:3 gegen den FSV Frankfurt, nach 3:0 Führung wohlgemerkt, war längst überwunden.

Vor dem Spiel ließen wir es uns nicht nehmen noch die Fanräume des FC unter der Gegengerade zu besuchen. Noch nie bessere Räume für Fans gesehen. Großzügig gestaltet und vielseitig nutzbar. Eine lange Theke mit DJ-Pult runden das gute Gesamtbild ab. Betretbar sind die Räume ohne Eintrittskarte, während das Spiel läuft wird allerdings geschlossen. Von Fans selbst finanziert sind diese Räume auch. Wer dazu mehr wissen mag, kann unter http://www.fanraeume.de/ schauen.
Auch trotz klar erkennbarer Zugehörigkeit zum KSC, gab es keinen Stress und war jederzeit entspannt.

Mit einem Astra rein in den Block und erst mal geflucht. Was ist denn das hier für ein Matsch. Da bauen die ein tolles neues Stadion, aber im Auswärtsblock vermutet man sich in einer matschigen Zisterne. Zudem immer noch viel zu flach, so dass wir in den unteren Reihen so gut wie nichts sahen. Aber wir waren ja auch nicht zum Fußball schauen hier, sondern um unseren KSC zu feiern.

St.Pauli - KSC IIISt.Pauli - KSC

St.Pauli zu Beginn mit netter Choreo und Wunderkerzen, uns war optisch nichts erlaubt (oh du so toleranter FC St.Pauli).
Der KSC stand gleich unter Druck und Orle musste einige Male gut reagieren um einen Rückstand abzuwenden. Unser Support kam nur schleppend in Gang. Woran dies als liegt weiss man oft nicht so recht, denn eigentlich hatten ja alle Bock. Unser Block war natürlich auch gut gefüllt mit Hamburg-Touristen, aber so ergeht es ja fast jedem Club, der die Reise dorthin antritt. Da hat selbst Paderborn einen vollen Auswärtsblock zu bieten.
Im Laufe des Spiels wurde es aber besser, vor allem weil unser Bollwerk den Angriffen von St.Pauli stand hielt und bei uns die Hoffnung auf einen Glückstreffer wuchs. Man kennt dies ja. Macht ein Team nichts aus seinen Chancen, geht es oft nach hinten los.

So auch an diesem Abend. Ein blitzsauberer Konter über Alibaz und Hennings, verwertete Iljan Micanski zum 0:1. Wir flippten aus!
Die Verunsicherung der FC Spieler war nun fast zu greifen. Sie griffen planlos an und wir standen gut. Auch am Millerntor passierte das was in den meisten Stadien in solchen Situationen passiert, es wurde still. Wir schrien uns für den KSC dagegen die berühmte Seele aus dem Leib.
Den einen oder anderen Konter verdaddelten wir leider, aber in der 84. Minute schlug Torres dann zu. Aus spitzem Winkel schoß er den Ball ins kurze Eck, direkt unter die Latte. Keine Chance für Tschauner und in unserem Block flog alles durcheinander. Der Fisch war geputzt!
„Gegen Karlsruh kann man mal verliern“ schallte es durch das Stadion und die ersten Hamburger verließen dieses bereits.

Noch lange nach dem Spiel feierten wir die Mannschaft und den Trainer. Die Spieler waren schon längst in der Kabine, da waren wir immer noch da und sie kamen wieder. Teils mit Badelatschen und Handtuch bekleidet, trotteten unsere Kicker über den Rasen zu unserem Block und ließen sich feiern. Zu guter letzt kam noch Markus Kausczinski und holte sich einen hundertfachen hoch verdienten Applaus für die Gesamtleistung des Jahres 2013 ab.
Für solche Spiele lohnt es sich auswärts zu fahren, da bekommst du als Fan alles zurück was du über eine Saison hinweg gibst.

Die Nacht sollte auf dem Kiez dann noch teilweise etwas unentspannt werden. Die Beteiligten wissen was ich meine, alle anderen können sicher unter ultras.ws was drüber lesen. Nur kurz etwas dazu von mir: Wer mit Flaschen und Steinen auf Menschen wirft, ist das Allerletzte!

Wir zogen dann noch durch einige Clubs und Bars und genoßen diesen herrlichen Fußballabend in vollen Zügen, bevor wir in Altona hundemüde auf die Matraze fielen.

Für euch mit dem KSC beim FC St.Pauli war
MaD

St.Pauli - KSC IISt.Pauli - KSC IV

Im Sonderzug zum Auswärtssieg

Am letzten Freitag im November bestiegen wir in Karlsruhe den Sonderzug zum Spiel bei Fortuna Düsseldorf. Essen und Getränke für knapp 400 Leute wurde verladen, die Musikanlage angeschlossen und schon konnte es losgehen. Es war ein durstiger Zug und wir hatten zeitweise alle Hände voll zu tun um die Getränke schnellstmöglich in die Becher umzufüllen. Unser erster längerer Halt war ausgerechnet in Mannheim am Waldhof. Beakm aber wahrscheinlich kaum jemand mit, zu beschäftigt waren alle mit singen, trinken oder eben arbeiten.
Als wir in Düsseldorf am Flughafen einfuhren empfing uns schon das übliche Empfangskomitee mit Kamera und Helm.
Busse standen bereit um uns in Stadion zu kutschieren. Unser Bus schaffte den Weg nicht ganz, der Fahrer des Gelenkbusses nahm eine Straßenecke mit und blieb stehen. Die letzten paar hundert Meter also zu Fuß durch den Regen bis zur Mehrzweckarena. Ein Charme wie beim Discounter, aber es war wenigstens trocken.
Sicher 1000 KSC-Fans hatten es Freitag Abend nach Düsseldorf geschafft. Für viele lockte nach dem Spiel auch noch die Altstadt. Laustark und dieses mal auch mit optischem Feuerwerk wurde unsere Mannschaft unterstützt. Diese gab auf dem Platz einiges an uns zurück und so sprang der sinnbildliche Funke von den Rängen auf den Platz über. Auf Düsseldorfer Seite gab es eine Choreo zum Jubiläum des Supporters Club.

P1070064(1)P1070073(1)P1070068(1)

Koen van der Biezen versiebte nach gut einer Viertelstunde die große Chance zur Führung aber Alibaz machte es kurz darauf besser und ballerte vom 16er den Ball unhaltbar für Rensing ins Tor. Riesenjubel auf unserer Seite und dies war auch der Moment als die Stimmung im Stadion kippte. Es war unruhig, kaum noch Support und die ersten „Büskens raus“ Rufe wurden laut. So ein Spiel darfst du dann nicht mehr aus der Hand geben und der KSC tat dies auch nicht. Immer defensiv sehr sicher wurde agiert und Düsseldorf nicht zu viel Raum gelassen. Nach dem Ausraster von Bolly gegen unseren Philip Klingmann und der daraus resultierenden roten Karte vergoldete Peitz dies mit dem Kopf zum 2:0. Die Messe war hier gelesen und der ganze Block stimmte laustark in den „Büskens raus“ Chor mit ein. Der KSC entlässt wieder Trainer, hatten wir lange nicht. Überall in unserem Block flammten im wahrsten Sinne des Wortes die Emotionen auf und es wurde gefeiert.
 
P1070090(1)SchalparadeP1070097(1)

Die Mannschaft kam glücklich lachend an den Zaun und auf dem Zaun wurde „Die Nummer 1 am Rhein“ Tapete entrollt. Ein herrlicher Abend, der dann im Zug feucht-fröhlich zu Ende ging. Mit einer Stunde Verspätung kamen wir wieder in Karlsruhe an. Kompliment an die Organisatoren des Zuges und die vielen fleissigen Hände. Wenn alle zusammen arbeiten, lässt sich eben einiges bewegen. Ob auf dem Rasen, auf den Rängen oder in einem Sonderzug.

Der KSC ist wieder da! Hurra!

MaD

Nachspielzeit: Unsere Innenverteidiger

Nur zwei Tage nach Valencia folgte die nächste Nachspielzeit. Dieses mal in Wallis Fanartikelladen zu Gast unsere Innenverteidiger Jan Mauersberger und Daniel Gordon.
Wallis Laden war gut gefüllt, es gab sogar Pasta für alle und die beiden Spieler präsentierten sich als sehr sympathische Gesprächspartner.
Unsere beiden Moderatoren lockten aber auch so einiges aus ihnen heraus und so kam heraus dass Mauersberger sogar beim CL-Dinner der Bayern in London war und dies wirklich recht zufällig. Wer wissen will wie so etwas passieren kann, der sollte zukünftig die Nachspielzeiten besuchen.
Gordon und Mauersberger standen sich schon mal in einem A-Jugendfinale um die Deutsche Meisterschaft gegenüber. Gordon für den VFL Bochum, Mauersberger für den FC Bayern.
Seit sie ca. 7 Jahre alt sind begegnen sie sich immer wieder. Viele sah man irgendwann nicht mehr aber „dieses Gesicht blieb“ so Gordon über seinen Kumpel Mauersberger und nun sogar nebeneinander im gleichen Verein.
Kompliment an unsere beiden Moderatoren was sie so an Fragen zusammengetragen hatten. Auch auch ein großes Kompliment an die beiden Spieler, die sich sehr gelöst präsentierten und es so nicht nur ein reines Fragen- und Antwortspiel war, sondern eine schöne Gesprächsrunde.

P1070056(1)P1070055(1)

MaD

Nachspielzeit: 20 Jahre Valencia

Am Abend nach dem Dresden Spiel stand ein weiterer Höhepunkt an. Im KSC-Clubhaus ließen wir gemeinsam mit Edgar“Euro-Eddy“Schmitt und Jörg Dahlmann das 7:0 gegen CF Valencia aus dem Jahr 1993 Revue passieren.
Nachspielzeit Valencia

Die beiden stehen stellvertretend für das was an jenem Dienstag Abend in Karlsruhe passierte, als ein Stadion bei den vier Toren von Euro-Eddy förmlich abhob und Jörg Dahlmann diesem Spiel mehr als nur seine Stimme lieh. Noch 20 Jahre später verbindet man ihn genauso mit dem Spiel wie die Mannschaft des KSC die damals auf dem Platz stand und das Trainergespann um Winnie Schäfer. Beide machten sich an diesem Abend im Fußball unsterblich und werden überall mit diesem Spiel in Verbindung gebracht. Welchem Fußballer und welchem Reporter ist so etwas schon vergönnt? Edgar Schmitt stellte dem Publikum die Frage wer sich an das Halbfinale der Champions-League zwischen Dortmund und Real Madrid erinnern könne und das Ergebnis des Hinspiels wüsste. Die Reaktionen waren sehr zögerlich. Das es wohl irgendwie mit drei oder vier zu eins für Dortmund ausging wurde getippt. Passierte da sonst noch etwas außergewöhnliches? Keiner kam drauf. Lewandowski schoß alle vier Tore! So schnell lebig ist die Zeit geworden. Nur Monate später wissen dies viele Fußballfans nicht mehr. Dankbar für das 7:0 und dass man ihn und den KSC noch heute damit in Verbindung bringt ist Edgar Schmitt. Dieses Spiel war ein Geschenk. Für ihn und für den KSC. Auch 20 Jahre später noch ist der KSC in Europa über diesen einzigartigen Sieg bekannt. Edgar Schmitt wurde an diesem Abend zum Star. Zum Glück aber zu einem bodenständigen und nahbaren. Wir sahen zum Teil an diesem Abend auch einen sehr nachdenklichen Euro-Eddy, der die meisten seiner Kämpfe außerhalb des Platzes ausgetragen hat und damit dem Fußball an sich wieder den richtigen Platz im Leben einräumte. Diesen Kampf abseits des Platzes hatte Jörg Dahlmann auch schon. Bei ihm war es der Darmkrebs wie er gerne offen zugibt. Seitdem engagiert er sich in der Prävention und war deshalb sehr positiv gestimmt als ich ihn vor der Veranstaltung fragte ob man ihn darauf ansprechen darf. Es war ein sehr launiger Abend mit zwei tollen Typen in Plauderlaune. Sie kennen sich eben auch gut, sind befreundet und spielten sich verbal die Bälle oft selbst zu. Viele meiner Fragen konnte ich abhaken, da die beiden es beim munter drauf los plaudern schon gesagt hatten. Super Ding! Jörg Dahlmann war an jenem Abend 1993 mehr Fan als Reporter. Einige Zeit später jubelte er mit der KSC-Mannschaft in der Kurve im Olympiastadion in Rom und einige der Spieler von damals waren auch auf seiner Hochzeit eingeladen. Man kann sagen, dass dieser sensationelle Sieg damals ihn und den KSC zusammengeschweisst hat. Valencia IIIValencia II

Dabei ging er an das Rückspiel gar nicht so euphorisch ran. Valencia war Tabellenführer in Spanien und hatte eine tolle Mannschaft. Das nach dem Tor von Schmitt in Valencia zum 3:1 kurz vor Schluss evtl. doch noch eine Chance bestünde war ihm schon klar, aber die ganz große Hoffnung hatte er nicht. Ganz anders dagegen Edgar Schmitt. Schon nach seinem Tor in Spanien sagten sie in der Kabine dass „wir sie im Wildpark weghauen“. Warum war sich die KSC-Mannschaft da so sicher? Euro-Eddy sagte, dass er nach seinem Tor in die entsetzten Gesichter der Gegenspieler geschaut und die bedrückende Stille im Stadion gespürt hätte. Da war klar, dieses Ding ist zu drehen. Auch als im Rückspiel Valencia zu Beginn gute Chancen hatte war ihm nicht Bange. „Selbst wenn die in Führung gegangen wären, hätten wir sie gepackt“ so Edgar Schmitt. Und was für einen Charakter dann unsere Mannschaft an den Tag legte. Nach ihrem Sieg machten sie sich Gedanken wie es ihren Kollegen wohl in der Heimat ergehen würde. „Uns war klar, dass so ein Ergebnis dort einiges auslösen kann. Das wünscht man keinem Fußballer“ erzählte Euro-Eddy. Überhaupt prach er sehr gut über viele ehemalige Kollegen. Auch die Wichtigkeit des Trainers Schäfer beim Erfolg der damaligen Mannschaft sollten wir alle nicht unterschätzen. „Der ließ uns in Ruhe“, das war ihm ganz wichtig. Ob wir dann hoch stehen oder früh drauf gehen, dass besprachen wir kurz mit Manni Bender, Schütte und Wolfgang Rolff auf dem Platz. Wie geil und heute unvorstellbar. Valencia I

Noch viel mehr dieser Anekdoten auch abseits des Valencia Spiels wurden in zwei Stunden von Schmitt und Dahlmann zum Besten gegeben. Jörg Dahlmann durfte mit Fritz Walter mal einen Gang durchs Berner Wankdorf Stadion machen, bei dem dann beiden die Tränen kamen. Überragend! Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Abend und es war mir eine sehr große Freude daran aktiv mitwirken zu dürfen. Euer MaD

Derby!? – Das geht so!

Lust auf Derby? Zubereitungszeit: 90 Minuten (+3)

Zutaten:
Örtliche Nähe der beiden Traditionsvereine
Über viele Jahre gewachsene Abneigung der Fanlager
1 DFB-Pokalfinale in Berlin in den 90igern
1 Polizeizelt auf dem Bahnsteig
2 Nahverkehrszüge
6.000 Karlsruher Fans
Vermummte Riot-Police im Gästebereich
1 Dorf
1 Berg
35.000 Bauern

Außerdem:
Derbychoreo der Heimmannschaft (wenn keine zur Hand, tut es auch ein Spruchband)
Schmähgesänge national und international
Feier des Gäste Anhangs mit der Mannschaft nach glücklich erkämpftem Punkt

Achtung:
Keine Taschentücher bei einem richtigen Derby verwenden!

Zubereitung:
Die Fans des Gastvereins treffen sich zu früher Stunde am heimischen Hauptbahnhof. Sammeln auf dem Vorplatz und Unterredung mit der Polizei bezüglich des Zeltes für Ganzkörperkontrollen.
In der Zwischenzeit Vorbereitung alternativer Anreise zum Derbyort.
Nach schnellem Abbau des Polizeizeltes, Einstieg in die Nahverkehrszüge.
Im Dorf des gastgebenden Vereines sammeln sich derweil die Bauern zum Empfang des Gastes am Bahnhof. Kleidung rot! (Menschen mit Magenproblemen sollten das Terrain meiden; Gefahr von Brechreiz!)
Ankunft des Gästemobs am Bahnhof immer mit laustarken Gesängen Anti des Heimvereins. Sammeln vor dem Bahnhof und geschlossener Marsch auf den Berg.
Unterdessen bäuerliches Feuerwerk hinter Polizeikette. Kann man zum garnieren der Ankunft des Gastes so machen.

Nach Anpfiff lässt man das ganze nun 90 Minuten kochen und schmeckt es ab mit gegenseitigen Schmähgesängen. Vorsicht bei der Zubereitung:
Auf Heimseite sollte eigentlich eine Choreographie gezeigt werden und keine sinnlos dämlichen Spruchbänder.
Es ist darauf zu achten, dass im Gästebereich fanatisch angefeuert wird, wenn es schon auf Heimseite dermaßen leise ist, dass der Gast fast peinlich berührt wird.
Sollte auf Heimseite die gesamte Kurve nur bei eigenen Toren erwachen und auch nur 1 Lied kennen, ist Vorsicht beim servieren eines Derby geboten. Man könnte sich lächerlich machen.
Während des Kochvorgangs wäre es gut, wenn der Gast aus heiterem Himmel jeweils den Ausgleich zum 1:1 und 2:2 erzielt und die Heimmanschaft beste Chancen liegen lässt. Dies trägt zur weiteren Aufheizung der Derbyatmosphäre bei.
Nach Beendigung des Kochvorgangs wird das Derby mit einer Feier im Gästeblock abgeschmeckt.

Tipp: Wer „Kaisers Lautern auf altem Betze“ nicht mag, der sollte viel Blau-Weiß aus Karlsruhe hinzugeben und kräftig umrühren.

Euer Chefkoch
MaD

Lautern - KSC IIILautern - KSC IIILautern - KSC IVLautern - KSC VLautern - KSC

The Sensitives & Old Man Coyote (Rockstüble Pforzheim, 06.10.2013)

Als ich mir im Netz Lieder von The Sensitives anhörte, fühlte es sich an wie wenn diese aus der Zeit stammen als die guten alten Across The Border noch das Land mit ihren Konzerten unsicher machten. Diese Mischung aus Folk und Punk wie ich sie bisher nur dort gehört hatte. Der Punk steht dabei, vor allem live, immer im Vordergrund. So war ich mehr als gespannt auf das Trio aus Schweden, welches an diesem Sonntag Abend zusammen mit der Karlsruher Band Old Man Coyote im Pforzheimer Rockstüble auftreten sollte. Ein kleiner Raum, der nur knapp 50 Leuten Platz bietet, mit einer netten Bar und etwas unheimlich gestalteten Wänden.

Old Man Coyote machten den Anfang und ließen dem Punk´n´Roll seinen Lauf. Schöne schnelle Gitarrenparts, Refrains zum mitgröhlen und eine Band die trotz der überschaubaren Zahl an Besuchern Spaß hatte (oder ihn zumindest glaubwürdig vorgaugelte *g). Wenn der Sänger einer Band schon ein Shirt von Minor Threat trägt, haben sie eh schon so viel Kredit, das wird dann auf jeden Fall immer ein guter Abend.

The Sensitives spielten danach ein verkürztes Set, bei dem sie aber Songs aus beiden bisher erschienenen Alben vorstellten. Boredom Fighters und Poetry As Hollow As It Can Be kann ich nur jedem ans Herz legen, der auf eine gesunde Mischung straighten Punkrock, gespickt mit Folkelementen steht. Live präsentierten sie an diesem Abend alles eine Nummer schneller als auf Platte was beim Publikum sehr gut ankam. Vor allem „How The Fuck“ oder auch „Kill You Another Day“ kamen sehr gut an. Beide tanzbar und mit einem schönen Refrain zum mitsingen. Paulina am Bass und Gesang, Anton hinter seinem Schlagzeug und Sänger, Gitarrist und Komponist Martin machten an diesem Abend richtig Lust auf mehr Punk, mehr Folk und mehr Schweden.

Netter Spruch des Barkeepers zum Abschluss: „Herzlichen Glückwunsch Jungs, ihr habt gerade einen Kasten Bier getrunken.“ Grüße an Tosa und Hannes!

MaD

The SensitivesOld Man CoyoteThe Sensitives IIThe Sensitives IVThe Sensitives VIThe Sensitives V

Longboard Open Karlsruhe 2013

Am wahrscheinlich letzten richtig schönen Tag des Jahres 2013 holte Jung und Alt wieder das lange Brett raus und es ging hoch aufs Parkdeck um sich waghalsig in die Tiefe zu stürzen oder aber nur lässig oben etwas zu cruisen.
Tolle Atmosphäre herrschte wieder. Der Wettbewerb an sich gerät da aus meiner Sicht heraus etwas in den Hintergrund – zu Recht. Alle genoßen an diesem 03.Oktober den Tag in Karlsruhe.

Hier gehts zur Homepage: http://www.longboard-open.de/

Bilder und Videos werden dort demnächst zu sehen sein.

LO

MaD

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑