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Konstantin Wecker – 40 Jahre Wahnsinn (Kulturhaus Osterfeld, 01.08.2015)

Konstantin Wecker, der als Liedermacher viele Generationen bewegte und auf verschiedenste Art und Weise erregte oder sogar aufregte, bescherte den ca. 1000 Besuchern im Innenhof des Kulturhauses Osterfeld in Pforzheim einen wunderschönen Abend.

Er kam nicht alleine, sondern brachte drei herausragende Musiker mit. Fany Kammerlander, Johannes Barnikel und Wolfgang Gleixner. Sie sorgten mit den verschiedensten Instrumenten (u.a. Gitarre, Keyboard, Piano, Cello, Akkordeon, Trompete) für die ansprechende Untermalung der Texte und Gedichte von Konstantin Wecker.

Dieser war an diesem lauen Sommerabend einfach in Stimmung. Es machte ihm sichtlich Spaß dem mitgehenden Publikum seine Sichtweise der Dinge durch Lieder und Ansprache zu vermitteln. Er ist und bleibt ein politischer Mensch, bezog wieder klar Stellung für Frieden und Humanismus und forderte alle Zuhörer auf die Griechen nicht ihrem Schicksal zu überlassen. Wenn er auch zugab, dass bei diesem Thema auch sein Publikum zutiefst gespalten ist.

Neben der Politik und seiner Gesellschaftskritik ist er ein herausragender Texter und seine Liebeslieder gehen zu Herzen. Vor allem als er seine Gefühle in dem Lied „Für meinen Vater“ vor uns ausbreitete, waren viele der Anwesenden den Tränen nahe.

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Mit 65 Jahren ist Konstantin Wecker immer noch auf der Bühne zu Hause. So sicher und doch spielerisch leicht wechselt er zwischen Texten und Gedichten von Brecht oder Kästner zu seinen eigenen Liedern und spielt dazu Klavier als hätte er nie etwas anderes getan.

Wecker hat solch eine Textschärfe, das man sich nicht nur „berieseln“ lassen kann, sondern ihm wirklich die Aufmerksamkeit schenken muss um etwas von dem Abend zu haben.

Als er singend durch das Publikum geht, erhebt sich das Osterfeld und applaudiert dem Künstler sehr wohlwollend und voller Anerkennung. Es hatte etwas sehr Feierliches als er durch die Reihen schritt.

„Die Gedanken sind frei“ sangen an diesem Abend 1000 Menschen gemeinsam mit Wecker und Fany Kammerlander, teilweise sogar ganz ohne Begleitung der Musiker. Dieser schöne Chor rührte Wecker sichtlich, so dass er das Lied immer weiter in die Länge zog.

Man kann nur hoffen, dass diese Gedanken die Sängerinnen und Sänger in die richtige Richtung lenken. Themen über die man sich Gedanken machen sollte gibt es genug. Konstantin Wecker gab genügend Anregungen an diesem herrlichen Samstag Abend.

MaD

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Hannes Wader – Nah dran (VÖ 24.08.2012)

 

Sechs Jahre dauerte es ehe Hannes Wader in nun reifem Alter mit einem neuen Album um die Ecke kommt.

Was wir alle schon wussten wird uns nach erstmaligem Hören von „Nah dran“ noch deutlicher. Hannes Wader ist nichts menschliches fremd. Im Gegenteil! Er versteht es auf der einen Seite ein Loblied auf das Leben und seine Genüsse zu singen, aber auch ernste Themen wie den Tod nicht auszublenden.

Gewohnt ironisch, mit schwarzem Humor gespickt, augenzwinkernd und (fast) nie den Zeigefinger hebend, führt Hannes Wader uns durch seine 12 Lieder.

Musikalisch geht es dabei sehr abwechslungsreich zu. Vom Volkslied bis hin zu Reggae und Country-Klängen zeigt sich Hannes Wader sehr stilsicher.

Dabei ist nicht jede Melodie auch wirklich von ihm. Durch seine eigene Art des Vortrages und seine Texte macht er aber selbst Pete Seegers 68er Hymne „To everything there is a season – Turn, turn, turn“ zu „seinem“ Lied.

Sehr zu Herzen geht der Nachruf auf seinen verstorbenen Freund Franz-Josef Degenhardt mit dem Lied „Alter Freund“.

Das Leben ist endlich und Hannes Wader setzt sich mit dem Gedanken an (seinen!?) Tod in „Lied vom Tod“ auseinander. Dies tut er auf eine Art und Weise, die einen nicht nur nachdenklich werden lässt, sondern darüber hinaus noch zum schmunzeln anregt und sicherlich an den Punkt bringt das Leben mit all seinen Genüssen zu lieben, so lange man es noch kann.

 

Hannes Wader nimmt uns in „Nah dran“ mit auf eine kleine Reise durch unser eigenes Leben. Er erzählt Geschichten in denen sich jeder von uns wiederfindet. Er fordert uns aber auch auf etwas zu tun. In „Was keiner wagt“ wird uns zur Melodie von Konstantin Wecker klar, dass wir manches Mal einfach verpflichtet sind etwas zu sagen oder zu tun, wenn es so niemand tut. Warum? Weil es eben richtig ist! Und auch das ist Hannes Wader. Er bezieht klar Stellung in der Gesellschaft, tut dies aber nicht in aufdringlicher Art und Weise, sondern mit Witz und Charme.

Die Frage ob Nordseekrabben erst durch die halbe Welt kutschiert werden müssen, bis sie „frisch“ auf unseren Tisch kommen, darf in „Mahlzeit“ eben auch mal gestellt werden.

 

„Nah dran“ macht Freude, lädt ein das Leben zu lieben, bringt uns zum schmunzeln, aber auch zum nachdenken und sollte in Gesellschaft eines guten Rotweins gekostet werden.

 

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