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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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punk

Gehobene Abendunterhaltung im Bottich

Im November 2012 als letztes Konzert im Bottich zu Pforzheim angekündigt war es gestern dann schliesslich das vorletzte. Nächsten Samstag spielen noch Tieflader und dann macht der Bottich bzw. Subkultura als Veranstalter dicht. Für manchen Pforzheimer wäre es auch das Allerletzte gewesen, hätte er sich gestern Abend zufällig in den Keller unterm Rathaus verirrt.

Nach einem Zwischenstopp im neuen Biergarten vor dem Sägewerk ging es die paar Meter zum Konzert um ja nicht die erste Band des Abends zu verpassen. Die Fürtter Prolls, an diesem Abend eigentlich die wahren Lokalmatadore. Und sie hatten sich wieder so einiges einfallen lassen. Wer sich fragte was die Kloschüssel auf der Bühne zu suchen hatte und schon Bedenken hochkamen was da wohl geboten wird, den konnte man beruhigen. So sieht eben mit einer Verlängerung aus Rohren das moderne Oi-Alphorn aus und die Töne hören sich dann doch etwas besser an als so manch andere.
Dass sich ein gewisser haariger Mensch auf der Bühne dann doch immer wieder nackig machen muss ist man ja fast schon gewohnt. Auch bei den Fürtter Prolls ließ er es sich nicht nehmen – oh diese Bilder in meinem Kopf……!!!

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Ferdich ab freuten sich schon Monate auf diesen Gig. Joker dem alten Schalker schien an diesem Tag als ehemaligem Spielführer von Nöttingen eh die Sonne aus dem Allerwertesten. Just kurz vor 18.30 Uhr zog Schalke den Oberligisten Nöttingen als Los in der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal. Aller Wahrscheinlichkeit nach könnte auch der Karlsruher Wildpark Austragungsstätte dieses Spiels werden. Da könnte man ja hinterher in KA etwas gemeinsam mit den Typen aus Mühlheim an der Ruhr starten. Warten wir das mal ab.
Von so einem Abend erwartet man sich als Band und Besucher immer etwas besonderes. Ob dies immer so klappt ist dann fraglich. Gewohnt gut spielten Ferdich ab ihre Lieder, aber so richtig knallte es halt nicht. Dem durchschnittlichen Ferdich ab Fan war der Bottich und die Bühne wohl zu groß. Die meisten hielten sich schwer im Hintergrund, zwar textsicher aber an tanzen war kaum zu denken. So richtig Stimmung war leider nicht, dabei wäre genug dörfliches Ferdich ab Potential am Start gewesen, aber dann traut man sich halt nicht so ganz wenn man die Gegend nicht so kennt…..!

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Onkel Micha lässt hier ausrichten, dass er sich eigentlich wie Bolle auf Ferdich ab gefreut hatte und ob der Nichtstimmung unter der Anhängerschaft etwas enttäuscht war. Trotzdem feierte er für sich jedes Lied, es war ja auch nach 15 Jahren wieder das erste mal, dass er die Combo live erlebte.
Video auch dementsprechend nur halb gut – Bild etwas verpixelt, Ton 1A:

Ob die Gegend bekannt ist oder nicht juckte dann aber keinen mehr als Die Lokalmatadore die Bühne betraten. Kaum zu beschreiben was dann passierte. Ein Chor mit über 150 Mitgliedern (….Mädchen waren auch darunter….haha) stimmte Lieder über dickte Titten und andere Körperteile im Intimbereich an, die Band fungierte praktisch nur als Dirigent und ließ die Seiten umblättern. Eine wogende und gröhlende Masse schob sich im Bottich vor und zurück, T-Shirts wurden ausgezogen, Bier übereinander geschüttet und viel Körperkontakt gesucht. König Alkohol wurde in verschiendensten Formen und Härtegraden besungen und auch live genügend (hoffe nur) oral zu sich genommen.
Eine Band die aber auch praktisch nur Hits hat, muss man eben auch gebührend abfeiern. Mit dem Steigerlied gings los mit dem Spruch „Schicht ist“ endeten 1 1/2 Stunden gehobene Abendunterhaltung Marke Mühlheim an der Ruhr.

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Und hier noch ein schönes „Vorher – Nachher“ Bild:

Anhang 1Anhang 2
Auch bezeichnend, dass der „Aufkleberkleber“ das Ding direkt auf die Klospülung gemacht hat.

Für euch im Smoking in der Oper war

MaD

Lecker Feine Sahne Fischfilet @Bottich Pforzheim

Geht doch nichts über ein gutes Menü am Samstag Abend. Im Pforzheimer Bottich bestand dies aus paDDELNoHNEkANU und eben Feine Sahne Fischfilet.
Die Vorspeise verpasste ich leider und kam erst zum Hauptgang. Ich war total gespannt auf „Feine Sahne Fischfilet“, die ich wirklich erst richtig wahrgenommen habe, seit sie im Bericht des Verfassungsschutzes vom McPomm (…kann eine Band mit solch lustigem Namen so gefährlich sein – gleich mal hören was die für Mucke machen…*g) auftauchten und so auf einmal auch medial mehr präsent waren.
Mittels Youtube hörte ich mich durch einige Lieder und war begeistert. Auch in meinem Umfeld kamen nun immer mehr Leute, die mit der Band aus Rostock etwas anfangen konnten.
Ska, Streetpunk, Punkrock, egal wie man es nennen mag. Die Musik von Feine Sahne Fischfilet macht Spaß, geht in die Beine, wird mit Herz und Verstand gespielt und bleibt einem einfach im Ohr. Für mich textlich der legitime Nachfolger von …but Alive.

Es ist immer wieder erstaunlich wie man mit einer einzigen Trompete es schafft eine ganze Meute zum tanzen zu bringen. Kaum blies „Köbi“ in diese, fing der Bottich an sich zu bewegen. Nicht selten endete dies in herzhaftem Pogo, „Monchi“ mittendrin. Sein Mikro musste er dann mit einigen sangeswilligen teilen, die sich textsicher fühlten.

Anhang 2Anhang 1

Feine Sahne Fischfilet bieten ein breites Repertoire aus Songs, die nicht nur laut und schnell sind, sondern auch mal leisere, nachdenkliche Töne anschlagen.
An diesem Abend im Bottich regierte aber eher der Spaß und spätestens bei „Komplett im Arsch“ tobte der Mob vor der Bühne und sicherlich wippte dann auch der letzte hinten in der Ecke mit dem kleinen Zeh.
„Mit dir“, „Riot in my heart“ und „Geschichten aus Jarmen“ waren für mich die absoluten Höhepunkte einer gelungenen Show.

Danke an die Crew von Subkultura Pforzheim, die immer alles gibt um solch tolle Bands auf die Bühne zu bringen. Lasst euch nicht unterkriegen!

MaD

P.S. Im Anschluss traten noch Heiter bis Wolkig mit einem Playbackprogramm auf. Für alles gibt es eine bestimmte Zeit, für die Kölner wäre es an der Zeit ganz aufzuhören!

Trash Zone in Trash City

30 Years of Trash, das Motto der lang ersehnten D.R.I. Tour, lockte viele ältere Herren in den kleinen Raum des Pforzheimer Kupferdächle. T-Shirts und Kutten die schon vieles erlebt haben, betraten diese für knapp 150 Besucher ausgelegte Location um Kurt Brecht und seine Mannschaft zu sehen. Schön, dass Spike Cassidy auch wieder in alter Form am Start sein kann. Wenn die Worte intim oder hautnah für ein Konzert zutreffen, dann an diesem Abend des 19.07. in Pforzheim. D.R.I. und das Publikum waren vom ersten Riff an eine Einheit und beide hielten 1 3/4 Stunden durch und dies trotz, der nach vielen Pogo-Einlagen und geschüttelten Haaren, schlechter Luft. Songs wurden persönlich bei Kurt oder Harald Oimoen gewünscht und mit viel Schulterklopfen abgefeiert. Bei der durchschnittlichen Länge von D.R.I. Songs kann man auch mal einige spielen an so einem Abend. Harald hatte sichtlich Spaß und bewegte seinen Bass mehrmals von der doch knapp 20cm hohen „Bühne“ herunter um im Moshpit seine Finger oder auch die Zunge eines Fans über die dicken Saiten zu bewegen.

D.R.I., eine Band die die Generationen von Skatern den Soundtrack geliefert hat und mit ihrer Mischung aus Hardcore, Punk, Metal im wahrsten Sinne des Wortes irgendwo Crossover ist. Gibt es diesen Stil überhaupt heute noch in der Form? Mit der Band sind auch ihre Fans dem „16jährigen Skater“ entwachsen, was aber der Stimmung keineswegs schadete. Im Gegenteil, die meisten holten an diesem Abend vor der Bühne noch mal alles aus sich heraus und hatten am nächsten Tag wohl gut mit Muskelkater, Nackenschmerzen und etlichen blauen Flecken zu kämpfen.

Die Spielzeit von knapp 1 3/4 Stunden ist auch nicht selbstverständlich und muss deshalb hier lobend erwähnt werden. Kurt war sichtlich am Ende vor den 5 Zugaben und hätte wohl am liebsten, im wahrsten Sinne des Wortes, das Handtuch geworfen. Aber über 100 gröhlende Fans ließen ihn aus dieser Nummer nicht raus.

Am Ende dieses intensiven schweißtreibenden Abends wurden Hände geschüttelt, Merchandising ohne Ende gekauft und viele Erinnerungsfotos fürs Familienalbum gemacht. Falls der Enkel irgendwann mal auf die Idee kommt und seinen Großvater fragt „Grandpa tell me a story, a real story“, dann hat Grandpa eine richtig gute auf Lager.

Für euch bei D.R.I. war OnkelMad

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