Michael „Olga“ Algar, Duncan Redmonds und Tom Goober alias The Toy Dolls sorgten im ausverkauften Substage in Karlsruhe für einen Abend voller Jux und Tollerei.

Quietschfidel und kunterbunt präsentierte sich die, nur dem Alter nach, in die Jahre gekommene Punkband aus Sunderland, natürlich stilsicher mit Sonnenbrille.

The Toy Dolls konnten sich an diesem Abend auf ihre treue über die Jahre gewachsene Fanbasis verlassen. Alle waren gekommen um vielleicht die letzte Tour der Spaßpunker mitzuerleben, auch wenn diese „The Tour After The Last One“ hieß und so Raum für mehr offen lässt.

„Olga“ am Gesang und der Gitarre steht nunmehr seit über 30 Jahren auf der Bühne und ist die Konstante bei den Toy Dolls. Ein Entertainer vor dem Herrn und Meister der guten Laune, nicht unbedingt des wirklich guten Gesangs, aber dieser wird auch im allgemeinen total überbewertet.

Eher unterbewertet wird wohl das musikalische Können der drei Spaßmacher. Sowohl „Olga“, als auch Goober am Bass und The Amazing Mr. Duncan am Schlagzeug haben es richtig drauf. Nur so kann man den Spaß und die Knalleffekte auch voll ausleben.

P1050851(1)P1050863(1) Bierseelige Partystimmung erwartete die Band schon beim betreten der Bühne. Wenn man im Alter der Fangemeinde mal wieder an einem Freitag Abend das Haus verlassen darf, muss man es auch krachen lassen. Große Bier und kleine Schnäpse (in großen Bechern auf Tabletten) wurden im Umfeld des Verfassers in rauen Mengen serviert und versorgt. Dies beschleunigte sicherlich auch den Beginn der Tanzaktivitäten obwohl wir uns eher im hinteren Teil des Substage aufhielten. Einige Umstehende fanden dies nicht so prickelnd und wünschten uns sogar wortwörtlich und sichtlich ohne Spaß in Stimme und Mimik den Tod an den Hals, sollten wir sie noch einmal anrempeln. Ich vergaß, auf Punkkonzerten darf man nur in separaten Bereichen tanzen, mein Fehler.

Da dies natürlich nicht eingehalten werden konnte, zu gut spielten die Toy Dolls zum Tanz auf, ist wenigstens gewiss, dass diesen komischen Menschen der Abend gründlich verdorben wurde. Prima!

„Nellie The Elephant“ war für alle der endgültige Startschuss zur Party. Sie spielten es gleich im ersten Drittel des Sets und ab da gab es kein Halten mehr. Wie ein hakend schlagender Hase auf Amphetamin hoppelte die Menge durcheinander und so manches Bier fand eher den Weg auf mein T-Shirt als in die durstigen Kehlen der feiernden Meute. Textsicher und aus vollem Halse gröhlend ertappte man so manche sich in den Armen liegende Familienväter und solche dies es noch werden wollen.

Auf der Bühne gab es derweil viel zu sehen. Von angeklebten Brusthaaren über Konfetti aus der Kanone bis hin zu Gitarren der Marke ZZ-Top.

P1050858(1) Alles bekam ich aber gar nicht so richtig mit, vor lauter tanzen, trinken, lachen und die Spaßbremsen mit dem bösen Blick schupsen.

Und irgendwann war nach der x-ten Zugabe schon Schluss. Schade eigentlich und ich hoffe, dass es die nächste „The Tour After The Last One“ geben wird.

Wenn auch das Wort „Kult“ heutzutage inflationär gebraucht wird, kann man es doch sicherlich bedenkenlos im Zusammenhang mit dieser Band verwenden.

Euer MaD

Ein dickes Danke für diesen Abend geht an die gesamte „Portus Hardcore and Friends“ Bande und the amazing Daniel D., der extra den Gruppenabend seines Seminar in Freiburg schwänzte – verrückter Kerl.

Grüße auch an den Doc, Lars13, Matze2 und Rennrad Renglinger. Im Vorprogramm spielten übrigens „Radio Dead Ones“ aus Berlin. Eine tolle Liveband, die trotz der Krankheit ihres Sängers absolut überzeugen konnte. Leider kannten sie im Publikum nicht so viele, aber es gibt nach diesem Abend bestimmt einige die sie näher kennen lernen wollen. Ich konnte sie schon mal live sehen und schrieb damals dies:

http://onkelmad.blog.de/2011/09/25/radio-dead-ones-punkrock-berlin-11915136/