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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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Musik

The Movement – live (Bottich Pforzheim 08.12.2012)

Ein Feiertag für alle Anhänger des Modpunk. The Movement zu Gast im Pforzheimer Club Bottich.
2010 formierte sich die dänische Band um Sänger und Gründer Lukas Scherfig neu und sie sind nach drei Jahren Pause endlich zurück.
Kein Bein blieb still stehen, als die dreiköpfige Band ihren coolen Endsiebzieger Punk-Sound so straight und direkt unters anwesende Volk brachte. Ein immer treibendes Schlagzeug legte zusammen mit diesem erdigen Bass am Samstag Abend im Bottich den Grundstein für den typische Sound von The Movement.

Kasper Rasmussen am Schlagzeug und Mr.Groove Chandu Chodavaraopu am Bass, dazu die die Stimme von Lukas Scherfig, welche man unter hundert anderen immer klar heraushören wird. 
Alle drei, wie immer, gut gekleidet wie sich dies für diese Szene gehört.Jeder Besucher machte den Eindruck, dass der Roller direkt vor dem Club steht und man gleich nach dem Konzert mit seinem Mädel auf dem Sozius losknattert.
Es herrschte eine beschwingte, fröhliche Atmosphäre, die mehr als die knapp 80 Besucher verdient gehabt hätte.

Bei Songs wie „Set me free“ und „I can hardly live without you“ fühlt man sich in die besten Jahre der 60er zurück versetzt. So lässig kommt dieser Sound daher und malt Bilder aus den Tagen als die Eltern der meisten Leser dieser Zeilen jung waren. 

Vom neuen Album „Fools like you“ wurden etliche Stücke gespielt. Ein Album solcher Qualität, hatte man sicherlich erhofft, aber vielleicht nicht erwartet. Jedes Stück kann einen noch so spärlich gefüllten Saal zum kochen bringen. Was im Bottich auch geschah.
Das großartige „Losing you“ lud herrlich zum mitsingen des Parts „I´m feel i´m losing you“ ein, was auch nach ein paar Bier noch prima bei allen funktionierte.
Trotz lässiger Stimmung, tanzbaren Hymnen und viel guter Laune kommt die Systemkritik bei The Movement nach wie vor nicht zu kurz. Spaß machen darf sie aber auch.

Und noch was zum nachdenken für alle: „Love – don´t wanna go there“.

Euer Mod-Mad

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Mitten im Leben von Ferdich ab – live aus dem Cafe Exil

Der Ralph, sein Bruder, der Christoph und sein Kolleg, sogar der wo bei seiner Geburt den Rahmen rausgerissen hatte, alle waren sie gekommen zur RTL Live Show am Samstag Abend „Mitten im Leben von Ferdich ab“.

 

Dürfen Priester eigentlich heiraten Papa? Ich glaub schon Bub, wenn sie sich lieben.

Hier werden Kinder mit ihren Fragen nicht alleine gelassen und der geneigte Zuschauer kann sich ein Beispiel daran nehmen wie man seine Kinder erzieht.

 

Auch über das Thema Einen auf dicke Hose machen wurde gesprochen. Es sitzen beispielhaft einer aus Bufallo, einer aus Nevada und ein Ukrainer in einer Bar. Sagt der aus Nevada: Schaut mal was ich alles kann. Nimmt zwei Bierdosen wirft sie hoch, zieht seinen Colt und schießt sie ab. Ich bin der Nevada Bill.

Der aus Bufallo wirft zwei kleine Münzen hoch, zieht seinen Colt und schießt sie ab. Ich bin, ihr werdet es auch schon gedacht haben, Bufallo Bill.

Was macht der Ukrainer? Er steht auf, öffnet seine Hose und die beiden anderen starren auf zwei riesige Sch***e! Ich bin Tscherno-Bill!!!

 

Auch sportlich ging es wieder zu. Das Massenphänomen Fußball beherrschte weite Teile dieses Abends. Der gemeine Dorfkicker geht 1x im Jahr  auf eine Musikveranstaltung und verlässt dazu sogar heimische Gefilde. Wenn der Trainer auf der Bühne steht, noch dazu im Elvis-Look, wird das heimische Oktoberfest mit zünftiger Blasmusik geschwänzt und statt dessen in der Stadt den ganzen Abend lautstark irgendein „Achim Zündel(?)“ abgefeiert. Mitten im Leben von Ferdich ab scheint dieser Mensch ein zentrale Rolle zu spielen. „Es gibt nur ein Achim Zündel(?)“ gehört aber vlt. auch zum Standardrepertoire sämtlicher Fußballer der Landesliga abwärts. „Mitten im Leben von Ferdich ab“ wird dies noch eingehend recherchieren.

Diese Lobgesänge konnten erst durch das allseits beliebte Lied „Michel“ gestoppt werden, bei dem sich Menschen aller Gesellschaftsschichten und Altersgruppen in den Armen lagen. Der ausm Maihälden und der aus Remchingen. So etwas gibt es nur hier meine Damen und Herren.

 

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„Der Mann vom Musikladen“ schien mit „Elvis“ persönlich bekannt zu sein, was natürlich durchaus Sinn macht. „Mitten im Leben von Ferdich ab“ stellt hiermit fest, dass die bundesdeutsche Musikindustrie sehr eng miteinander vernetzt ist. Leider gibt es den Musikladen schon länger nicht mehr, was wiederum die Frage warum Elvis nichts dagegen unternommen hat und seine gespielten Witze lieber hier verschenkt? Auch der örtliche Musikalienhändler hielt sich hier sehr bedeckt.

 

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Saiteninstrumente, so lehrt uns dieser Abend, sind per se gefährlich. „Seppl“ musste stark blutend die musikalische Darbietung unterbrechen. Die nächste Innenministerkonferenz wird darüber entscheiden müssen, ob nach Bengalos im Stadion, den Fußballfans im allgemeinen nun auch Gitarrensaiten an Gitarren verboten werden.

Ach ja, wer nicht kegelt und trotzdem lautstark den Keglergruß „Gut Holz“ fordert, der steht wirklich „Mitten im Leben von Ferdich ab“ und wird „Dein langes Haar“ tief in „Käsesahne“ tauchen. Also Vorsicht!

„Mitten im Leben von Ferdich ab“ berichtete live aus dem Cafe Exil in Pforzheim.

Ihr Lausejunge

MaD

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Seeed – Stuttgart (04.12.2012)

Das dicke B schickte am 04.12. eines seiner fettesten Kinder in den Süden. Seeed sind unterwegs um die Republik zu animieren endlich mal wieder die Hüften zu schwingen. Die Hans-Martin-Schleyer Halle in Stuttgart war an diesem Abend der Ort um zu hüpfen, zu tanzen und sich die ungelenke Hüfte auszurenken.

Peter Fox fügte sich wieder nahtlos ein in die Reihen seiner großartigen Band, obwohl er sicherlich der einzige ist den nach seinem Soloausflug jeder in der Halle mit Namen kannte. Wie problemlos dieser Ausflug für Seeed aber wohl war und ist sah man daran, dass mit „Schwarz zu Blau“ und „Alles neu“ zwei seiner Songs performt wurden. Vor allem bei ersterem flippte die Halle komplett aus und der Chor war gefühlt bis in die Weinberge am oberen Talkessel hörbar. Apropos Weinberge. Peter Fox äußerte sich des öfteren sehr positiv über die sehr schöne Landschaft und das er es sich gut vorstellen könnte auch hier zu leben. Wobei sein größeres Anliegen dabei sicherlich immer noch ist den Einheimischen ihre Gegend zu schmackhaft zu machen, dass sie nicht alle nach Berlin ziehen.

Seeed, 1998 in Berlin gegründet, haben mittlerweile so viele gute Songs. Es passen einfach nicht alle in einen Rahmen von knapp 1 3/4 Stunden. Ok, man könnte länger spielen und sich nicht ewig zur Zugabe bitten lassen, aber so what. Der ultimative Dancehall Contest durfte natürlich nicht fehlen und so schüttelten drei Damen aus den vorderen Reihen mächtig ihren Speck auf der Bühne und das Publikum krönte die Siegerin mit tosendem Applaus.

Die Zeit verflog nur so zwischen Songs wie „Dickes B“, „Dancehall Caballeros“ oder „Release“. Überhaupt spielten sie sehr viele ältere Stücke bei denen das Publikum sich als sehr textsicher zeigte. Dazwischen nicht so viel Gelaber, was auch angenehm war und vor allem ein sehr fetter Sound rundeten einen äußerst gelungenen Abend ab. Was hier an Energie freigesetzt wurde von Band und Publikum würde wahrscheinlich ausreichen eine Kleinstadt über den Winter zu bringen.

Für euch bei Seeed war MaD

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Mit Udo Lindenberg auf Tour – Ein Roadmovie von Hannes Rossacher (VÖ 26.10.2012)


Im Jahre 2006 hatte Deutschland sein Sommermärchen, im März 2012 sorgte Udo Lindenberg mit seiner Tour für ein Frühjahrsmärchen. Ein Märchen aus Party und Likörchen!
On the road mit Udo ist eben kein Lehrerausflug mit Stadtführung in Schwäbisch Gmünd. 
Wer das Glück hatte und ein Konzert live miterleben durfte, der wird bestätigen welcher Aufwand betrieben wurde und wie Udo seine Reise durch die Zeit inszenierte. Zeppelingondel, Vampir im Sarg, aufwendige Lasershow, Akrobatik und vieles mehr. Bevor also Zeit für Party und Likörchen war, musste hart gearbeitet werden.

Hannes Rossacher zeigt in seinem Roadmovie „Mit Udo Lindenberg auf Tour – Deutschland im März 2012“ was hinter den Kulissen abging um diese Wochen im März zu musikalischen Festwochen werden zu lassen. Die Tour kann chronologisch mitverfolgt werden und so bekommt jeder einen Eindruck welchen Marathon Udo hier abgeliefert hat.

Wer kennt schon die Stylisten, die Techniker oder den Koch? Hier lernt man sie kennen die helfenden Hände im Hintergrund ohne die so ein Zirkus nicht funktionieren würde. Professionell und äußert akribisch tun sie ihre Arbeit und man merkt mit wie viel Freude sie Udo begleiten.

Hannes Rossacher hat einen äußert unterhaltsamen Film gebastelt, der uns auch Udo näher bringt. Man sieht einen gelösten, lockeren Udo Lindenberg, der bei seiner Crew und allen Mitwirkenden auf der Tour eine unheimliche Achtung genießt. In vielen Statements wird deutlich wie sehr der Künstler und Mensch Udo Lindenberg geschätzt wird. Die Aussagen alter Freunde wie Peter Lohmeyer oder Jan Delay zeigen dies ebenso wie das Interview mit Udos Schwester. Vor allem dies ist eine sehr persönliche Note dieses Films.

Die Party kommt aber bei Udo nicht zu kurz und so lässt der Film erahnen wie viel Spaß alle auf der „Ich mach mein Ding“ Tour hatten und das sicherlich das eine oder andere Likörchen verkostet wurde. Wer Udo Lindenberg liebt, mit ihm mal Backstage einen Likör nehmen möchte und sich an 120 Minuten Rock´n´Roll Tourleben anno 2012 erfreuen kann, dem sei dieser Film von Hannes Rossacher wärmstens empfohlen. 

 MaD

Natürlich auch hier erschienen: http://www.valve-magazine.net/reviews/61/4224-mit-udo-lindenberg-auf-tour-ein-roadmovie-von-hannes-rossacher-voe-26102012#1

Die Toten Hosen – Exklusiv (Heidelberg Halle 02, 08.11.2012)

SWR3 hatte geladen und 700 Glückliche waren gern gekommen. Die Toten Hosen wärmten sich in Heidelberg in sehr kleinem Rahmen für die anstehende Tour auf. Durch Los, mit viel Glück und sicherlich auch einige mit Vitamin B (dazu kannten sich mir in den ersten Reihen einfach zu viele) kam man in den Genuß knapp 2 Stunden Campino und Co. hautnah live zu erleben.

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Die Aufregung an diesem Tag wuchs Stunde um Stunde. Was würden sie spielen? Geht es eher steif zu? Geben sie Vollgas? Bringen sie auch alte Lieder? All diese Gedanken waren sicherlich bei allen verflogen als mit „Ballast der Republik“ der erste Song erklang. „Altes Fieber“ wurde dann von 700 Menschen mitgesungen und jetzt schon war klar, dass dieser Abend etwas ganz Besonderes wird.

Den Hosen war anzusehen wie sehr sie Bock hatten und Campino gab die Rampensau wie eh und je. Ob bei Rock am Ring, in großen und kleineren Hallen oder hier vor einem handverlesenen Publikum, Campino gibt einfach Gas. Da machte es auch nichts, das er nicht immer ganz textsicher war bzw. die Band sich auch das eine oder andere mal verzockte. „Die Saison beginnt und ihr seid ja besser vorbereitet als wir“ oder „Ich lass die Jungs später noch zwei Stunden ums Stadion laufen“ waren nur einige von Campinos Reaktionen auf solche Mißgeschicke – alle nahmen es mit Humor. Dazu war die Atmosphäre fast schon freundschaftlich zu nennen und solche Kleinigkeiten machten das ganze eher noch lustiger.

„35 Jahre“, „Reisefieber“, „Sekt oder Selters“ – es tat gut in Erinnerungen zu schwelgen um dann bei „Hier kommt Alex“, „Wünsch dir was“ und „Tage wie diese“ den ersten Teil des Sets nach 21 Liedern lauthals mitgröhlend zu beenden.

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Acht weitere Lieder sollte das euphorische, fahnenschwenkende, tanzende Publikum in der Halle02 geboten bekommen. Zugegeben, es war nicht zu 100% ein typisches DTH Publikum. Da waren auch einige darunter, denen man dann doch ansah, dass sie sonst eher andere Locations und vlt. auch Bands bevorzugen. Sicher war es aber auch für sie ein Erlebnis. Die Stimmung war trotzdem phantastisch.

Mit „Schönen Gruß, auf Wiederseh´n“ endete der zweite Zugabeteil, bevor sie, sozusagen als Rausschmeißer, noch die  Fußballhymne „You´ll never walk alone“ anstimmten. Schals wurden in die Luft gereckt, die Fahnenschwenker bestiegen breite Schultern und während das Licht anging sang der Chor in Halle02 dieses wunderbare Lied aus voller Kehle.

Ein unvergeßlicher Abend in Heidelberg, der Stadt in der die Hosen 28 Jahren nicht mehr spielten, fand so ein tolles Ende.

http://www.valve-magazine.net/konzertberichte/25-konzertberichte/4158-die-toten-hosen-8112012-in-heidelberg-in-halle02

MaD

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Und hier noch ein paar Videos:

You´ll never walk alone:

Setlist:

  1. Ballast der Republik
  2. Altes Fieber
  3. Auswärtsspiel
  4. Alles was war
  5. Zwei Drittel Liebe
  6. Du lebst nur einmal (vorher)
  7. Die Moorsoldaten
  8. 35 Jahre
  9. Bonnie & Clyde
  10. Rock Me Amadeus
    (Falco cover)
  11. Das ist der Moment
  12. Das Mädchen aus Rottweil
  13. Europa
  14. Pushed Again
  15. Schrei nach Liebe
    (Die Ärzte cover)
  16. Reisefieber
  17. Steh auf, wenn du am Boden bist
  18. Sekt oder Selters
  19. Hier kommt Alex
  20. Wünsch DIR was
  21. Tage wie diese
  22. Encore:
  23. Draußen vor der Tür
  24. Keine Macht für niemand
    (Rio Reiser cover)
  25. All die ganzen Jahre
  26. Freunde
  27. Encore 2:
  28. Vogelfrei
  29. Schade, wie kann das passieren?
  30. Schönen Gruß, auf Wiederseh’n
  31. You’ll Never Walk Alone
    (Gerry & The Pacemakers cover)

Pipes And Pints – Found And Lost (VÖ 05.11.2012)

Die Jahreszeit für Bands wie Pipes And Pints beginnt gerade erst. Es wird früh dunkel, regnerisch, neblig und die Jungs treffen sich vorm Spiel im Pub auf ein paar Bier bevor es zum Fußball geht.

Was vor dem Spiel noch leise im Hintergrund erklingt, wird nach dem erhofften Heimsieg der Soundtrack siegestrunkener Punkrocker.

„Found And Lost“ liefert den Soundtrack für einen Abend, den man so schnell nicht vergessen wird und von dem man nicht weiß wie er endet.

 

„She´s The One“ macht den Anfang mit einem schönen Dudelsackpart um dann im nächsten Augenblick zu explodieren. Spätestens jetzt weiß jeder wo er bei Pipes And Pints gelandet ist.

Trinkfeste und tanzwütige Jungs und Mädels prosten sich zu, entern Stühle und Tische und singen den Refrain von „One Connection“ aus vollem Herzen.

Singalong Parts gibt s mehr als genug auf dieser Platte, die beim hören Lust auf das Live-Erlebnis machen.

Plätschert ein Song wie „Found and Lost“ anfänglich etwas dahin, so wird spätestens beim Chorus klar, dass auch dieser Song in den Clubs einen mehrstimmigen Besucherchor zum Angriff auf die Mikros der Musiker bewegen wird.

Da heißt es dann für Vojta den Dudelsack in Sicherheit zu bringen, den er auf „Found and Lost“ ansonsten sehr gezielt zum Einsatz bringt. Pipes And Pints verstehen sich als Punkrock Band und so ist der Dudelsack wohl dosiert. „Found And Lost“ macht keine richtige Pause. Ob bei „Her Life And Thougths“, „Blackhearted Douts” oder “Fear Is Just A Feeling” um nur einige exemplarisch zu nennen, spätestens beim Refrain ist Action angesagt.

Rotziger mehrstimmiger Gesang, ein Gitarrenbrett, Singalong Parts ohne Ende, Dudelsack – wem dies gefällt, der ist bei Pipes And Pints richtig und erst recht live.

„Apropos live“: Am 23.11.2012 in Pforzheim im Bottich – seid dabei!

MaD

http://www.valve-magazine.net/reviews/36/4147-pipes-and-pints-found-and-lost-voe-5112012 

Fools Garden – Who Is Jo King (VÖ 12.10.2012)

Da sich bisher niemand unterm Zitronenbaum erhängt hat, dürfen Fools Garden auch 2012 noch Platten machen – sehr gute noch dazu. Klingt nach bösem Scherz? Ach was! Wer will schon Witze über eine der erfolgreichsten deutschen Pop-Rock-Bands machen? Eben. Wir nicht. Stattdessen lieber ein Bericht übers neue Album.

Wer ist diese Band, die man als eine der erfolgreichsten ihres Genres bezeichnen kann und um die es so ruhig geworden ist? Fools Garden aus Pforzheim sind’s, die 1995 mit dem Song „Lemon Tree“ einen echten Welthit gelandet haben. Der Zitronenbaum wurde in den meisten Ländern Europas, aber auch in Asien mehrfach ausgezeichnet und noch heute kann Fools Garden dort wie da auf eine treue Hörerschar zählen.

Dennoch war es längere Zeit ruhig um Peter Freudenthaler und Co. Jetzt präsentieren sie mit „Who Is Jo King“ ein Album, welches zwar nicht ganz typisch für Fools Garden bisheriges Schaffen ist, aber trotzdem ziemlich gut in ihre Vita passt. Frische, eingängige Melodien, gefühlvolle Momente, mitreißende Parts – vor allem bei dem einen oder anderen Refrain -, zeichnen „Who Is Jo King“ nämlich aus.

Die Platte ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, ein Album als Gesamtwerk zu betrachten und sich nicht nur einzelne Songs herauszugreifen. Sonst würden Songs wie „Who Is Jo King“ oder „Don‘t Speak“ (zurecht?!) völlig untergehen. So aber bilden sie den jeweiligen Opener für das nachfolgende Stück.

Mit „Innocence“, „How Do You Feel“ und „Someday“ haben es Fools Garden geschafft, wunderbar eingängige Melodien mit starken Gitarrenparts zu verbinden und so drei rockige Popsongs geschrieben, die in jedem Stadion der Welt funktionieren. Alle drei Songs sind auf den Punkt produziert, ohne Schnick-Schnack. Einfach gute, handgemachte Musik. Von „Innocence“ gibt es sogar eine Version mit dem Filmorchester Babelsberg. Wer auf solch eine Kombination von Pop- und Orchestermusik steht, kommt hier definitiv voll auf seine Kosten.

Die Refrains aller drei eben genannter Lieder gehen einem ziemlich schnell ins Ohr, und nutzen sich dort auch nach vielfachem Hören nicht ab. Im Gegenteil. Was, wenn nicht das, ist es, das Musik dieses Genres auszeichnet? Allerdings bekommen das nicht sehr viele deutsche Bands  hin – Fools Garden auf „Who Is Jo King“ bilden da eine echte Ausnahme.

Und à propos Ausnahmen: Was das Album besonders macht, sind die Ausnahmelieder. „Water“ beispielsweise ist Peter Freudenthalers verstorbenem Vater gewidmet. Das lässt aus einem einfachen, ruhigen Song einen besonderen werden, da ihm diese persönliche Note innewohnt. Bei „She“ hört man Freudenthaler beinahe schreien und Claus Müller an den Drums hat in einigen Sequenzen die Möglichkeit, sich mal so richtig auszutoben. Dann gleitet der Song wieder in ruhiges Fahrwasser, untermalt mit Streichern.

„Who Is Jo King“ ist ein rundum stimmiges Popalbum mit einigen rockigen Elementen aus dem Hause Fools Garden, wie es eigentlich besser nicht sein könnte. Für alle Freunde des Megasellers „Dish Of The Day“ ist dieses Album der legitime Nachfolger.

MaD

Natürlich auch hier erschienen: http://www.valve-magazine.net/reviews/71-pop/4066-fools-garden-who-is-jo-king-voe-12102012

Der W – III (VÖ 19.10.2012)

Der W holt zum Schlag aus – und trifft. Mit „III“ liefern Weidner und seine Band das, worauf all diejenigen stehen, die harten deutschen Rock zu schätzen wissen. Dabei hat er aus dem Baukasten für erfolgreiche Rockmusik viele gute Einzelteile herausgeholt und zu einem stimmigen Ganzen zusammengebastelt.

Das heißt? Raue Gitarren, keine Experimente, einige düstere Songs, komplex geratene Texte und eine Power, die Weidner schon immer zu eigen war.

Der begnadetste Sänger ist Stephan Weidner sicher nicht, aber in jedem Song hört man, wie sehr er überzeugt ist von dem, was er da tut, wie sehr er sich reinhängt. Mit „Kafkas Träume“ und „Vergißmeindoch“ hat Der W gute Balladen geschrieben, während wiederum bei „Mordballaden“ die Wut in seiner Stimme sehr gut zur Geltung kommt. Wut? Ja, die ungespielte Wut auf unsere Gesellschaft, die Habgier und den überall vorherrschenden Betrug.

„Gespräche mit dem Mond“ ist ein Song, der für Tiefgang und etwas Melancholie sorgt. Dass es auch einfacher geht – und ohne Texte, über die man sich Gedanken machen sollte -, und dass Der W auch gerne live mal eine große Meute vor sich gröhlen sehen will, dafür steht „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“. Dieses Lied kann man sich gut als Opener auf der anstehenden Tour vorstellen, um die erste Energie aus dem Kessel der wartenden Fans zu lassen.

Und à propos live: Mit „Lektion in Wermut“ ist ihm ein absoluter Kracher gelungen, der vor der Bühne sicherlich für viel Bewegung im Publikum sorgen wird. Sobald man „Wermut“ mit „Demut“ ersetzt, wird dann übrigens auch wieder ein Text draus, der nachdenklich macht und in dem gewissermaßen viel Wahrheit steckt.

„Kampf den Kopien“ ist ein typischer „In die Fresse“-Song, wie wir ihn aus der Feder von Weidner schon oft gehört haben. Anscheinend lässt ihn seine ehemalige Band eben doch nicht los – er verteilt beinahe anmutig eine Ansage an diejenigen, die sich daran versuchen wollen noch etwas vom Erfolg früherer Tage abzubekommen.

Wer auf den anderen Frankfurter Bub „Wirtz“ steht, wird „III“ von Der W mögen. Fazit? Rockmusik auf Deutsch, die sich hören lassen kann.

MaD

Natürlich auch hier erschienen: http://www.valve-magazine.net/reviews/44/4042-der-w-iii-voe-19102012

Ektomorf – Pforzheim, Bottich (21.10.2012)

“Don´t be shy, this is a metal show“! Mit diesen Worten erreichte Zoli genau was er wollte. Die kleine aber feine Meute im Pforzheimer Club Bottich legte ab dem dritten Song los, alle kamen direkt vor die Bühne und die Metalshow von Ektomorf begann.

 

Überraschend wie viele Leute auch beim neuen Material von Ektomorf absolut textsicher waren. „Black Flag“ erwies sich als absoluter Killer. Haare und Fäuste flogen durch die Luft und die ersten Körper durch den Raum.

Jetzt wurde gemosht und jeder Song den Ektomorf rausfeuerten gefeiert. So schnell hatte es selten eine Band geschafft Stimmung in einen Laden zu bekommen, der eher mäßig gefüllt war. Aber direkt an der Bühne war davon nichts zu merken, da ging es derb ab. Es war jetzt ein Gefecht bei dem beide Seiten scharf schossen. Die Energie aus dem Moshpit nahmen Ektomorf auf und feuerten sie in Form fetter Riffs und groovigen Bässen wieder zurück.

Zoli klatschte Hände ab und erfreute sich an diesem Publikum, welches aus dem Nichts einen bis dato (3 Vorbands – nur so war das Gesamtpaket erhältlich!!!) lahmen Abend, ins Gegenteil verkehrte. Ektomorf hatten sichtlich Spaß, ließen es sich aber auch nicht nehmen zu erwähnen, dass sie damit nicht unbedingt gerechnet hätten.

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Ektomorf haben ihre ganz große Zeit sicherlich hinter sich. Nach einigen Umbesetzungen in der Band ist Zoli nun eigentlich die Band. Live sind sie aber immer noch eine Bank, da sie mit Songs wie „Outcast“, „Last Fight“, das oben erwähnte „Black Flag“ oder „I Know Them“ absolute Metalperlen im Gepäck haben. Wer Sepultura und Soulfly mag, liegt auch 2012 bei Ektomorf genau richtig. Eine tolle Show von Ektomorf und dies hautnah.


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Für euch im Bottich war
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