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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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Nachspielzeit mit Dennis Kempe und Rene Vollath

Im Sasbacher Kaffeesack versammelten sich am 26.04.2016 über 60 fußballbegeisterte Menschen um knapp drei Stunden der Plauderei mit den beiden KSC Spielern Dennis Kempe (Verteidiger) und Rene Vollath (Torwart) zu lauschen.

Sehr offen präsentierten sich beide und zeigten bei verschiedensten Themen ihre Emotionen. Der Abend verlief fernab standardisierter Interviews. Vom Umgang mit „bunten Kickschuhen“, über „Kicker-Noten“ bis zur „Relegation gegen den HSV“ war alles dabei was den Fußballfan mehr oder weniger interessiert.

Die beiden gaben Einblicke in ihre Karriere, ihr Verständnis von Fußball, sprachen über ehemalige Mitspieler und Trainer und das Standards dieses Jahr nicht zu den Stärken des KSC gehören.

Warum trinkt ein Torwart nach so ziemlich jedem Gegentor? Schaut man vlt. etwas neidisch auf ehemalige Jugendnationalspielerkollegen, welche die große Karriere gemacht haben? Wie war Uli Stielike als Trainer? Was erzählen sich gegenerische Mannschaften, wenn sie im Kabinengang darauf warten aufs Feld gelassen zu werden? Was hält Rene Vollath von Toni Schumachers Aussage, das kein Ball unhaltbar ist? Wie begegnet man dem Schiedsrichter Manuel Gräfe heute? Freut man sich auf den neuen Coach? Wie geht es den Spielern damit, dass die erfolgreiche Ära unter Markus Kauczinski nun zu Ende geht? Mauersberger wechselte in der Winterpause zu 1860 München, warum, was ist da passiert?

Um weit nach 22 Uhr beendeten wir den Abend und hätten noch so viele Themen gehabt. Es ist sensationell, wenn man Gäste wie Kempe und Vollath hat, die so authentisch sind und Lust haben in intimem Rahmen mit den Fans sich auszutauschen.

Die BNN hat auch etwas geschrieben und Bilder gibts ebenfalls auf der Seite der Supporters Karlsruhe:

https://www.supporters-karlsruhe.de/supporters/proudly-present/nachspielzeit-26042016.html

MaD

Nachspielzeit mit Kempe und Vollath


Ich freue mich auf einen tollen Abend mit unseren beiden Profis.

MaD

Torero ohohoho…..

Die Feierlichkeiten vor der Gegengeraden nach dem starken 2:1 Sieg gegen den alten Rivalen aus Nürnberg gingen mit einem Schaukampf unseres „Torero“ Manuel Torres und Willi Wildpark zu Ende.

Torres erzielte in der 86.Minute den Siegtreffer und belohnte eine starke kämpferische Leistung des KSC.

Nach einem Heimsieg sah es zunächst nicht aus. Nürnberg reiste mit einer Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Duisburg im Gepäck an und wollte diese wieder gut machen. Schließlich ist der FCN mitten im Aufstiegskampf zur 1.Bundesliga.

Nach zwei Minuten schlug Kerk einen Freistoß recht flach in unseren Strafraum. Thoelke fälschte diesen unglücklich zum 0:1 ins eigene Tor ab. Der Ball glitt Vollath durch die Beine.

Wer nun bei miesem Wetter mit einer Heimniederlage gerechnet hatte, machte diese Rechnung ohne unsere Mannschaft.

Der KSC steckte das frühe Gegentor schnell weg und hielt dagegen. Jonas Meffert gelang kurz vor der Pause mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze der Ausgleich. Unsere Mannschaft lieferte dem FCN auch in der zweiten Halbzeit einen großen Kampf. Fast hätte man denken können, es ginge für uns und nicht für Nürnberg um den Aufstieg.

Manuel Torres durfte im blau-weißen Trikot mal wieder von Beginn an auflaufen und belohnte sich selbst und seine Teamkameraden für eine starke kämpferische Leistung. Gouida flankte in der 86.Minute und unser „Torero“ drosch den Ball zum 2:1 ins Herz der Franken, die nun die zweite Niederlage in Folge kassierten.

Dieser Sieg ist auch gut für die Stimmung rund um den KSC. Seit Wochen geht es nicht mehr wirklich um etwas und so eine Saison droht dann auch mal einzuschlafen. Positiv die Spielzeit zu beenden ist wichtig mit Blick auf die kommende Runde, wo es doch einige Veränderungen geben wieder. Gegen den FCN war es das drittletzte Heimspiel unseres Erfolgstrainers Markus Kauczinski. Tomas Oral übernimmt ab 01.07. seinen Job.

Im Hintergrund wird diese Saison schon fleißig geplant und Siege helfen dabei um Spieler für den KSC zu begeistern.

Ein noch viel wichtigeres 2:1 gelang übrigens unsere U19 beim FC Bayern München. Im Abstiegskampf aus der A-Jugend Bundesliga haben sie damit ihren guten Trend der letzten Wochen bestätigt.

MaD

Gegen Montagsspiele in der 1. und 2. Fußball Bundesliga

An den Montagabend in der 2. Liga hat sich der Fußballfan schon gewöhnt. Nur diesmal findet ein Spiel erstmals nicht um 20.15 Uhr, sondern schon um 18.30 Uhr statt. Die 2.Liga darf im Rahmen der weiteren Zerstückelung der Spieltage für das „Premiumprodukt“ Bundesliga zum Vorspiel antreten.

Dem TV sei Dank, gibt es am Montag, den 02.05.2016, mit Vor- und Nachberichterstattung starke fünf Stunden Fußball zu sehen – wohlgemerkt vor dem Fernseher!

Wir aber wollen Fußball im Stadion sehen, unseren Verein anfeuern und gemeinsam mit Freunden mitfiebern. Darüber hinaus wird an besagtem Montag selbst für viele KSC-Fans der Gang ins Stadion aufgrund der frühen Anstoßzeit aus beruflichen Gründen nur schwer pünktlich möglich sein – von den Auswärtsfans völlig zu schweigen.

Immer mehr Geld soll durch Fernsehverträge in den Fußball gepumpt werden, um noch teurere Mannschaften gegeneinander antreten zu lassen und noch mehr dem Event zu huldigen.

Dabei geht die Leidenschaft und die Stimmung verloren, die den Fußball ausmacht. Schauen wir nach England, dann sehen wir was Spieltagszerstückelung bedeutet.

Wollen wir das in Deutschland auch? Reicht es nicht aus, ein Spiel am Freitagabend zu haben, fünf Partien am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr, eines um 18.30 Uhr und noch zwei Begegnungen am Sonntag? Früher gab es einen Termin am Wochenende, an dem Bundesliga lief, noch vor zehn Jahren gab es lediglich zwei und heute sind wir schon bei fünf.

Soll der Montag nun auch regulärer Spieltag der Fußball-Bundesliga werden, mit dem Effekt, dass die 2. Liga dann immer als Appetithäppchen am Spätnachmittag fungiert? Soll Fußballfans eventuell der Besuch mancher Spiele bewusst erschwert werden, damit sie, falls sie das Spiel ihrer Mannschaft dennoch verfolgen wollen, notgedrungen zum Kunden vom Pay-TV werden müssen?

Wir sagen NEIN!

Keine weitere Zerstückelung der Bundesliga-Spieltage!

Wir sind nicht bereit, den Fußball vollständig auf dem Altar des Geldes zu opfern! Die jetzigen Anstoßzeiten sind gerade für die Fans der Zweitligisten schon scheiße genug! Für uns ist Fußball Samstag 15.30 Uhr!

Die Stimmung in den Stadien macht den Fußball aus und ein Spiel macht auch vor dem TV nur wirklich Spaß, wenn es im Stadion laut und emotional ist.

Wir werden unsere Stimme 60 Minuten lang nicht erheben um zu demonstrieren, wie der Fußball der Zukunft aussehen kann, wenn DFB, DFL und andere Bonzen den Fußball zum Event für Börsenmakler und Sektschlürfer machen wollen.

Ab der 60. Spielminute werden wir dagegen zeigen was den Fußball ausmacht und unseren KSC wie gewohnt lautstark anfeuern.

ULTRA1894

SC Freiburg – Karlsruher SC 1:0 (21.03.2016; 24.000 Zuschauer)

Beim Abpfiff jubelte die Mehrheit im ausverkauften Freiburger Schwarzwaldstadion und deren Trainer Christian Streich machte einen Luftsprung. Nach einem hart umkämpften Match hatte der SCF mit 1:0 knapp die Nase vorn. Der Karlsruher SC war mindestens ebenbürtig und lieferte dem Aufstiegsaspiranten einen harten Fight.

Unsere Abschlussschwäche und etwas Pech verhinderte leider, dass wir zur Pause führten. Eine sehr engagierte Leistung in Halbzeit Eins hätte durch ein Tor gekrönt werden müssen. Defensiv ließen wir wirklich nichts zu. Unsere Spieler jagten die Freiburger über das ganze Feld und setzten sie unter Druck. Der SCF konnte so nie sein schnelles Spiel über Grifo, Abrashi und Petersen aufbauen.

Nach der Pause sah dies leider ganz anders aus. Freiburg kam in Hochspannung aus der Kabine und drückte den KSC in die eigene Hälfte. Vollath, der Pfosten und eine weiterhin engagierte Defensive hielten lange das 0:0. Nur Entlastung gab es einfach zu wenig und der Ball befand sich zu oft an unserem Strafraum. Bitter, dass es ausgerechnet nach einer Standardsituation passierte. Frantz köpfte das 1:0 für Freiburg und die Breisgauer somit an die Tabellenspitze.

Es blieb so bis zum Schlusspfiff und wir hatten nicht wirklich eine Großchance zum Ausgleich, obwohl wir uns in den letzten 15 Minuten nochmal bemühten nach vorne zu spielen.

Sallahi war es dann vorbehalten für meine Szene des Spiels zu sorgen. Es war schon in der Nachspielzeit als wir einen Einwurf auf Höhe des Freiburger 16er bekamen. Alle Mann nach vorne, Sallahi winkte sie eifrig heran und war total heiß auf den Einwurf, wir natürlich auch. Die Freiburger positionierten sich alle im eigenen Strafraum, einer davor in Richtung von Sallahi. Dieser drehte den Ball in seinen Händen, rief noch mal alle KSC Spieler an, nahm kurz Anlauf und…….warf den Ball dem ersten Freiburger Spieler genau an den Kopf. Puh……unglaublich dämlich.

So feierte Freiburg den Sieg und wir trotz der Niederlage unsere Mannschaft als sie nach dem Spiel an den Block kam. Das war unterm Strich gut was der KSC an dem Abend unter Flutlicht bot und live in alle Wohnzimmer übertragen wurde. Auch unsere Kurve überzeugte voll und ganz. Eine sehr hohe Mitmachquote, auch auf den Sitzplätzen. Zu Beginn erklang ein überragend lautes „Asozialer Karlsruher SC“ zu dem der ganze Block hüpfte. Über die gesamten 90 Minuten war Action im Auswärtssektor. Optisch war leider nichts möglich, da der ach so tolerant und alternativ daherkommende SC Freiburg selbst Schwenkfahnen verbot. Natürlich aus Sicherheitsgründen wie man sich denken kann. *kopfschüttel und Augen verdreh*

Fußball in Freiburg hat durch die Lage des Stadions für mich immer noch seinen besonderen Reiz. Raus aus der Straßenbahn und zu Fuß zwischen den Häusern durch zum Stadion laufen. Das Flutlicht strahlt durch die kleinen Straßen, in den Häusern sieht man Leute durchs Fenster die gerade den Fernseher auf den Sportkanal geschaltet haben um das Spiel zu schauen. Viele haben wohl Gäste, den reichlich mit Bier und Knabberei gedeckten Tischen nach zu urteilen. Von überall strömen Menschen in die gleiche Richtung.

Das Stadion ist klein und stimmungsvoll. Man ist eng am Spiel dran, dieses Stadion ist alles andere als einer dieser Arenen, welche überall aus dem Boden sprießen. Hier weiß man, dass man gerade sein Team in Freiburg unterstützt.

2500 Karlsruher unterstützen an diesem Montag Abend den KSC im badischen Derby. Der Auswärtsblock war stets Herr im Stadion, denn die Heimkurve brachte außer „Südbaden“-Rufe und „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ nicht so viel zu Stande. Dazu sind es dann einfach zu wenige, die sich da hinterm Tor versammeln. Das Publikum als Ganzes ist beim SC aber top. Es geht bei den Spielszenen gut mit und es herrscht eine oldschool „Bratwurst&Bier“ Atmosphäre.

Der Auswärtssektor ist leider der schlechteste in der Liga. Von so gut wie keinem Standort aus, sieht man das komplette Spielfeld. Der Zaun rundum den Block ist bis hoch oben zum Stadiondach dicht. Noch etwas höher wäre es nicht gegangen Sicherheitsfuzzis? Schon mal was von „Einfallswinkel und Ausfallswinkel“ gehört, wenn man wirklich seinen Bierbecher werfen wollte?

So ging ein Abend in Freiburg dann zwar ohne Punkte zu Ende, aber trotzdem in der Gewissheit einen richtig guten Support abgeliefert zu haben für ein hart kämpfendes Team des KSC.

Herzliche Blau-Weiße Grüße gehen raus an unseren ehemaligen Sozi, der sich nun in Freiburg durchschlagen muss und an meinen privaten Fahrdienst „Sepp-Car“. 

MaD

P.S. Einwechslung Peitz – Foul- gelbe Karte – Foul – gelb/rot – Platzverweis. Osterurlaub um ne Woche verlängert – läuft! Immer weiter Peitzer!!!!

  

 

Trainer des Jahres 2015: Markus Kauczinski – Kein Scherz

Als ich gestern Abend die Nachricht bekam, dass unser Trainer Markus Kauczinski den Trainerpreis des deutschen Fußballs erhielt, erfüllte mich dies mit großer Freude und Zufriedenheit.

Es ist eine tolle Auszeichnung für unseren Coach und auch für den Karlsruher SC. Was Kauczinski seit dem Abstieg in die 3.Liga im Jahr 2012 mit dem KSC erreicht hat ist überragend und wäre in der Saison 2014/2015 fast mit dem Aufstieg in die Erste Bundesliga gekrönt worden.

Es sind aber nicht nur die letzten Jahre als Profitrainer, welche diesen Preis mehr als rechtfertigen. Über viele Jahre war „Kaucze“ für die U-Mannschaften des KSC verantwortlich. Er entwickelte viele junge Talente weiter und war so einer der wichtigsten Menschen in einem Ausbildungsverein wie dem KSC. Der Aufstieg mit der A-Jugend in die Bundesliga war einer seiner größten sportlichen Erfolge.

Seine langjährige Treue zum Verein zahlte dieser zurück, indem er es ihm ermöglichte den Trainerschein zu machen um im Profifußball arbeiten zu können. Nach mehrmaliger Interimstätigkeit bekam er vom KSC im März 2012 das Vertrauen die Erste Mannschaft zu übernehmen.

Dies war ein Gewinn für alle. Er schaffte es den Verein sportlich zu stabilisieren und wieder in die 2.Bundesliga zurück zu führen. Hakan Calhanouglu (inzwischen bei Bayer Leverkusen) war hierbei ein wichtiger Baustein. Kauczinski gelang es dieses Jahrhunderttalent in der so wichtigen Drittligasaison beim KSC zu halten und damit den Aufstieg maßgeblich positiv zu beeinflussen.

Menschlich überragend fand ich seine Reaktion nach der verlorenen Relegation 2012 gegen Regensburg. Er besorgte einen Kasten Bier und ging mit diesem zur gerade abgestiegenen Mannschaft in die Kabine. Keine Vorwürfe, keine Brandreden, einfach nur für die Jungs da sein in der Situation.

Markus Kauczinski formte ein gutes Team aus erfahrenen und jungen Spielern und bereitete uns damit sehr viel Freude über die Jahre. Aus den beim KSC gegebenen Möglichkeiten machte er enorm viel, er wird uns fehlen in der Zukunft.

Konnte es eine bessere Wahl geben als den Trainer des Karlsruher SC?

Wer dieses Interview mit ihm liest, wird die Frage mit einem klaren „Nein“ beantworten:

http://www.dfb.de/news/detail/preistraeger-kauczinski-dachte-erst-an-einen-scherz-141508/

(Achtung: Dieser Link führt zu einer dubiosen weltweit operierenden Organisation, welche in allerlei windige Geschäfte verstrickt ist und wie in einer Parallelgesellschaft üblich sogar über eigene Gerichte verfügt. Außerdem wird „Unparteiischen“ wie Manuel G. hier eine Plattform geboten um aktiv über das Schicksal von Sportvereinen zu entscheiden. Klick auf eigenes Risiko!)

Herzlichen Glückwunsch Markus!

MaD

 

 

Fortuna du…..tolle Auswärtsfahrt

Freitags quer durch die halbe Republik ist keine Angelegenheit für die Vergnügungssteuer anfällt. Die Verkehrssituation war wie befürchtet und so schafften wir es gerade mal so rechtzeitig zum Anpfiff ins Rheinstadion äh pardon in die Mehrzweckhalle Esprit Arena.

In den letzten Jahren lohnte sich dieser Trip immer, denn die Punktausbeute des KSC ließ sich sehen. Darauf hofften wir auch an diesem Spieltag um das Thema Abstieg endgültig zu beerdigen. Bei einer Niederlage und gleichzeitigem Sieg von 1860 München (…die tatsächlich auch gewannen…) wäre der Abstand auf den Relegationsplatz nur sieben Punkte gewesen. Und Relegation liegt uns nachweislich ja sehr gut – Nicht!

Für die Fortuna ging es um sehr viel, den sie steckt tief im Abstiegsstrudel. Über 20.000 Zuschauer waren gekommen, der Auswärtsblock mit knapp 600 Karlsruhern für einen Freitag gut gefüllt.

Das Spiel lief schon als ich den Block betrat und ich positionierte mich direkter hinter unserem Vorsänger. Davor noch die Schwenker, so war sichergestellt, dass ich vom Spiel nicht viel sehen werde. Die Erfahrungen aus den letzten Partien ließen jetzt auch nicht vermuten groß was zu verpassen.

In der Halbzeit und auch nach dem Spiel wurde mir von Düsseldorfer Großchancen berichten und wie gut Vollath diesen und jenen Ball gehalten, ja gar an den Pfosten gelenkt habe. Ich hätte geschworen, dass die Fortuna nicht einmal gefährlich vor unser Tor gekommen sei und dies hätte ich zu Hause jedem mit einem forschen „Hey, ich war schließlich im Stadion“ auch gesagt. Es war wohl anders und mein Stehplatz gut gewählt, denn ich hasse Torchancen für den Gegner.

Ein neues Lied hatten wir auch am Start und in Halbzeit zwei wurde es zum ersten Mal von uns gesungen. Der Text ging vorher durch die einschlägigen Portale.

ICH FOLG DIR UM DIE GANZE WELT
ICH GEB FÜR DICH MEIN LETZTES GELD
ICH SCHREI SO LAUT ES NUR GEHT
BIS ES JEDER VERSTEHT
DAS IST LIEBE DIE NIE VERGEHT

Ab Minute 2 gibt’s den neuen Song:

Wenn wir diese Saison eines können, dann auswärts aus wenigen Gelegenheiten viele Tore und Punkte machen. So war es auch in Düsseldorf. Nach einer Standard Situation für Düsseldorf trieb Yamada den Ball nach vorne und schickte Diamantakos, der wiederum im Fortuna Strafraum den Ball von der Torauslinie zurück auf Yamada legte und dieser lässig zum 0:1 vollendet.

Fünfzehn aufregende Minuten bis zum Schlusspfiff standen uns noch bevor, zum Glück sah ich so gut wie nichts davon und konnte mich aufs singen und feiern konzentrieren.

Unser Team hatte sich den Applaus und die La Ola mit dem Block mehr als verdient. Heute hat die Mannschaft wieder gesehen wer sie wirklich unterstützt und das Pfiffe wirklich nur von ein paar „Hampelmännern“ im Wildparkstadion zu erwarten sind.

Die Saison kann nun in Ruhe ausklingen und die kommende Spielzeit mit dem neuen Trainer Tomas Oral geplant werden.

Wir feierten noch länger im leeren Stadion und sangen für unsere Sektion Stadionverbot. Schön zu sehen wie viele Leute sich daran beteiligten. Bis aus dem Nichts über die Gegengerade ca. 50 Düsseldorfer angerannt kamen um uns zu besuchen. Nach Austausch von Nettigkeiten am Zaun traten sie dann auch recht schnell wieder den Rückzug an. Irgendwie sinnbefreit diese Aktion, die aber unserer Siegesfeier ein Ende setzte.

Düsseldorf ist für den KSC immer eine Reise wert. Ich hoffe mal sie die Liga halten, ich würde nämlich gerne wieder kommen.

MaD

P.S. Glückwunsch zu 17 Jahre Ultra in Karlsruhe, 17 Jahre Phönix Sons!

   
 

Gulde und die Hampelmänner

Interviews mit Spielern, vor allem kurz nach dem Abpfiff, sind meist langweilig. Immer die gleichen Stereotypen und Floskeln um nicht zu sagen Phrasen.

Manuel Gulde, der Immenverteidiger des KSC, machte hier nach dem Heimspiel gegen den SC Paderborn endlich mal eine rühmliche Ausnahme und sagte seine ehrliche Meinung. Er bezeichnete die Teile des Publikums als „Hampelmänner“, die bei jedem Rück- oder Querpass schon nach wenigen Minuten pfeifen.

Gegen die vom „Tiger“ Stefan Effenberg (wurde kurz nach der Begegnung entlassen) trainierten Paderborner tat sich der KSC schwer. Die Gäste standen kompakt, gingen konsequent auf den Ballführenden und machten die Räume eng. Die Spieler des Karlsruher SC fanden keine Mittel um ein ordentliches Offensivspiel auszuziehen. Da wenig Bewegung im eigenen Spiel war, mussten die Defensivspieler oft den Ball in der eigenen Hälfte quer spielen oder er ging sogar zurück zu Torwart René Vollath.

Teile des Publikums gingen schon nach 10 Minuten an diese Aktionen auszupfeifen. Auch auf der Gegengerade (diese besteht ja nicht nur aus dem Fanblock) konnten sich einige Zuschauer nicht zurück halten.

Im eigenen Stadion die eigene Mannschaft schon nach wenigen Minuten auspfeifen ist großer Sport. Die Rechtfertigung wird immer wieder daraus gezogen, dass man schließlich bezahlt habe und Leistung erwarten könne. Im Internet vertraten auch einige die Meinung, dass ihr Chef sie auch anschnauzen würde, wenn die Arbeitsleistung nicht stimmt.

Was stimmt hier alles nicht?

Nun, jeder von uns wird sicher bestätigen das es auch im Büro, im Verkauf oder im Handwerk nicht gerade zur besseren Leistung beiträgt, wenn der Chef ab 10 nach 7 neben einem steht und uns auspfeift und vlt. sogar noch beschimpft.

Wie definieren die „Hampelmänner“ eigentlich Leistung? Ist Leistung nur dann gegeben wenn man gewinnt und mindestens um den Aufstieg mitspielt?

Wie kommt man dazu Menschen auszupfeifen nur weil man ein paar Euro Eintritt bezahlt hat? Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Oder benutzt man dies nur als Ventil um endlich mal gegenüber anderen die berühmte Sau raus lassen zu können, weil man im Alltag sonst selbst meist derjenige ist der „ausgepfiffen“ wird?

Ist es der Reflex des „Wutbürgers“?

Warum will man überhaupt etwas (hier: KSC) auspfeifen, was man liebt?

Was will man denn erreichen? Wahrscheinlich dass die Mannschaft auf dem Platz eine Lösung findet gegen das gegnerische Team.

Würde dieses Ziel nicht besser erreicht werden, wenn man die Mannschaft unterstützt und anfeuert? Sicherlich!

Bei knapp 11.000 Zuschauern in einem Spiel unter der Woche zu einer völlig bescheuerten Anstosszeit („17.30 darauf Scheiss ich“ – lautete mal ein Spruchband unserer Kurve) kann man doch davon ausgehen das dies der harte Zuschauerkern des KSC ist und alle den Verein lieben. Wenn dem so ist und alle zu 100% zum KSC stehen, dann zeigt dies auch und feuert unser Team an und pfeift es nicht aus.

Hut ab Manuel Gulde, das musste auch mal von einem Spieler gesagt werden.

Das Spiel endete übrigens 0:0 und war grottig bis zum Schluss.

MaD

Wasser marsch zum 2:2

Karlsruhe liegt zwar am Rhein, aber dass Wasser von der Waldstadt aus quer durch die Stadt fließt und Gulli-Deckel als Sprudelbecken anmuten, ist neu.

Nach einem Wasserrohrbruch sank der Druck in den Leitungen und fast ganz Karlsruhe hatte am 20.02.2016 vormittags kein Wasser. Wäre nicht weiter bedenklich gewesen, wenn nicht um 13 Uhr das Spiel des KSC gegen Eintracht Braunschweig beginnen sollte.

Ich sah schon Hunderte von Männern rund ums Stadion und auch im Innenbereich stehen und ihr Bier „wild“ entsorgen. Die Cops hätten ihre Stadionverbotsbilanz ganz easy aufbessern können. Ein Jahr wäre bei jedem dieser „Wildpinkler“ bestimmt drin gewesen. Sie hatten Pech! Eine Stunde vor Spielbeginn schoss das nasse Gold wieder aus den Hähnen und das Spiel, welches kurzzeitig sogar auf der Kippe stand, konnte angepfiffen werden.

Die 12.500 Zuschauer sahen ein lebhaftes Fußballspiel mit zwei Teams auf Augenhöhe. Es ging hin und her, war umkämpft, es fielen Tore und die Spannung blieb bis zum Schlusspfiff erhalten. Das Pendel hätte in den letzten Minuten noch zu Gunsten beider Mannschaften ausschlagen können, aber beste Torchancen wurden vergeben.

Dabei spielte der Karlsruher SC fast 30 Minuten in Unterzahl, da sich Sallahi die gelb-rote Karte abholte. Wenn man beide Situationen die zu den Karten führten anschaut, dann war dies viel zu hart. Etwas mehr Fingerspitzengefühl von Seiten des Schiris wäre absolut angebracht gewesen.

Wir lagen zu diesem Zeitpunkt mit 1:2 zurück, drehten dann aber auf und spielten mutig auf den Ausgleich. Das Team belohnte sich durch Diamantakos, der eine Torres Hereingabe im Fünfmeterraum zum Ausgleich nutzte. In der Woche hat der griechische Stürmer einen festen Vertrag bis Mitte 2019 bei uns unterschrieben. Der Leihvertrag mit Olympiakos Piräus wurde aufgelöst. Eine feine Sache!

Im weiteren Verlauf vergab Torres die große Chance zum 3:2. Er machte alles richtig als er sich am 16er durchsetzte und aufs lange Eck zielte. Der Ball ging leider wenige Zentimeter am Pfosten vorbei ins Aus.

Braunschweig scheiterte einmal an Vollath, der eine gute Leistung im Karlsruher Tor bot, und ansonsten am eigenen Unvermögen. Da der KSC mit offenem Visier agierte, hatten die Gäste oftmals sogar die Gelegenheit zum Konter, ließen diese aber ungenutzt.

Braunschweig ging nach 20 Minuten durch einen tollen Schuss von Boland in Führung. Er tanzte Krebs an der Strafraumgrenze aus und der Ball flog links oben (vom Schützen aus) in den Knick.

Torres nutzte dann einen Handelfmeter zum Ausgleich. Hatte dabei aber mehr Glück als Verstand. Der Elfmeter war vollkommen unplatziert geschossen und der Braunschweiger Torwart hatte noch die Hand dran. Vor der Ausführung gab es wieder Diskussionen im Team, wer denn nun schießen darf. Das hatten wir doch schon mal. Nazarov ist zurecht unser Schütze Nummer eins, leider spielt er meist nicht von Beginn an. Jetzt stritten sich Valentini und Torres. Das muss geregelt werden und ist Aufgabe des Trainerteams. „Es schießt wer sich am besten fühlt“ – so ein Quatsch.

Braunschweig ging nach einer Ecke abermals in Führung. Zu einem, wie man so schön sagt, psychologisch ungünstigen Zeitpunkt, nämlich in der 46.Minute. Apropos Eckbälle. Ungefährlicher als der KSC kann man bei eigenen Standards ja nicht agieren. Diese Bälle kann man auch gleich an den Gegner zurück spielen. Eine große Schwäche in dieser Saison.

Der Braunschweiger Auswärtsblock war einigermaßen gut gefüllt. Der Ultraorientierte Teil versammelte sich hinter einem großen Banner, alle in Schwarz gekleidet. Es war immer Bewegung und sie sangen komplett durch. Das Spiel gab ja auch allen Grund dazu. Der Block war schön oldschool beflaggt.

Auf unserer Seite herrschte auch gute Stimmung, vor allem nach dem mutigen Auftritt ab dem Zeitpunkt als wir auf dem Feld in Unterzahl agierten. Bei den Spruchbändern ging es u.a. wieder um bzw. gegen den DFB und seine willkürlichen Strafen:

„Geldstrafen für Spruchbänder mit beleidigendem Inhalt? Fick dich DFB!“

Dieser korrupte Laden mit seinen Steuerhinterziehern ist ein Fall für die Justiz. Die Vereine dürfen sich die Geldstrafen nicht mehr bieten lassen.

So kann es weiter gehen. Der KSC ist in der Rückrunde noch ungeschlagen und im gesicherten Mittelfeld. Nutzen wir die Zeit zur Trainer- und Spielersuche für die kommende Runde.

MaD

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