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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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pyro

KSC – SC Freiburg 0:1 (DFB-Pokal 3.Runde, 18.12.2012)

So viel Kampf, so viel Wille, so viel Leidenschaft und so knapp gescheitert. Das Scheitern gehört beim Fußball und speziell beim KSC einfach dazu. Wenn es dann vor 28.200 Zuschauern im ausverkauften Wildpark geschieht, nach zuvor 10 Pflichtspielsiegen in Folge und mit Toni Marschall im Vorprogramm, dann ist es immer noch bitter aber erträglicher.

Der 18.12.2012 sah einen großen Abend in Karlsruhe. Das Derby der beiden badischen Mannschaften lockte die Massen an, irgendwer grub auch Toni Marschall aus und dieser sang live im Stadion das Badnerlied. Nicht dass ich so etwas immer brauche, aber diese Art von Entertainment deutet zumeist große Fußballabende an.

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Wir spielten in Trikots, die man nur mit Sonnenbrille und viel Neurexan ertragen konnte. Unsere Marketingabteilung hatte den glorreichen Einfall unser Team in Trikots mit der Farbe Orange auflaufen zu lassen. Beim spontanen Blick aufs Spielfeld konnte das Auge dem Gehirn nicht sofort signalisieren wer denn nun der KSC sei. Ein paar hundert dieser Exemplare wurden doch tatsächlich verkauft. Da die aktive Szene dieses Trikot natürlich boykottierte ist es doch eine ganz stattliche Zahl. Bedenkt man aber wie viele Trikots verkauft worden wären, hätte unsere Marketingabteilung gemeinsam mit den Supporters ein Traditionstrikot in Blau-Weiß für dieses Spiel auf den Markt gebracht, dann ist es einfach wieder mal zu wenig. Ihr seid komische Leute ihr „Marketingexperten“!

Statt dessen verkaufte die Utraszene locker 3500 Bommelmützen in unseren Farben und hätte 10.000 verkaufen können, so groß war die Nachfrage. Ein schönes Bild gaben die Mützen im Stadion ab, von den Trikots war auf den Rängen zum Glück kaum etwas zu sehen.

Nach dem beide Fanblöcke während der ersten 12 Minuten und 12 Sekunden geschwiegen hatten, zeigte unsere Kurve eine kleine Trikot-Choreo. Dazu hielt die Gegengerade mitgebrachte Trikots in blau und weiß hoch. Dazu noch der Hinweis auf unsere Vereinssatzung in der genau die Vereinsfarben festgelegt sind. Freiburg zündete schön, sie hatten ja auch schon allen Grund zum jubeln. Schmid brachte Freiburg in Minute zwei in Führung und stellte damit schon früh den späteren Endstand her.

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Zwischen dieser zweiten Minute und dem Schlusspfiff lagen starke 90 Minuten, in denen unsere Spieler alles zeigten was sie die letzten Wochen stark machte. Nur mit dem Tore schießen klappte es leider nicht. Weder Gordon noch Hennings konnte gute Chancen nutzen. Am Ende aber Standing Ovations für eine Mannschaft aus Karlsruhe auf die man wieder stolz sein kann. Freiburg kam mit Glück und Geschick hier weiter und dies als Erstligist der sich momentan im oberen Drittel befindet. Christian Streich, der hemdsärmelige Trainer des SCF, kannte die große Leistung des KSC hinterher auch voll an. Er konnte sich bestätigt fühlen da er vorausgesagt hatte, dass dies ein harter Abend für seine Mannschaft werden würde.

Wir sehen uns 2013, dann hoffentlich mit dem krönenden Aufstieg! Danke Jungs für diesen Abend und für zuvor 10 Pflichtspielsiege in Folge!

MaD

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BFV-Pokal Viertelfinale

Gestern wurde das Viertelfinale des Badischen Vereinspokals ausgelost. Der Sieger dieses Wettbewerbs ist automatisch für die 1.Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert.

Und was für ein Spiel haben wir in Aussicht in diesem Veirtelfinale:

Sieger aus Gartenstadt vs. Waldhof Mannheim – Karlsruher SC!!!!

Endlich ist wieder ein Derby gegen den Waldhof in Sicht. Drücken wir ihnen die Daumen, dass sie am 17.11. im Stadtderby gegen den unterklassigen Verein Gartenstadt gewinnen.

Alle Sicherheitsfanatiker haben eh schon Pipi auf der Stirn wegen diesem in Aussicht stehenden Viertelfinale. Es ist noch nicht terminiert wird aber ein Feiertag für alle Pyromanen und Groundhopper – so viel kann man glaube ich vorhersagen ohne ein Prophet zu sein.

Ick freu mir auf ein Derby beim Waldhof!!!

MaD

Mein persönliches Waterloo – Der KSC steigt ab in Liga 3

Knapp eine Woche ist es nun her, dass der KSC den bitteren Gang in die dritte Liga angetreten hat. Das Heimspiel gegen Jahn Regensburg war ein Spiegelbild der kompletten ziemlich verkorksten Saison. Nicht mal verloren ging das Relegationsrückspiel, aber aufgrund der Auswärtstorregelung steigt der KSC ab. Wieder kassierten wir zwei Treffer nach Standardsituationen und wieder waren wir offensiv nicht in der Lage uns aus klarer Feldüberlegenheit zwingende Torchancen zu erarbeiten.

Ich sehe Charalambous noch vor mir, wie er jubelnd nach dem 2:1 auf dem Zaun steht, uns die Faust entgegenstreckt, alles herausschreit und mit seinen Stollen meine Fahne durchlöchert. Da dachte ich noch, dass es tatsächlich wohl wieder reichen wird die Klasse zu halten, wie schon so oft.

Was danach folgte war furchtbar. Der schnelle Ausgleich durch Laurito und danach knapp 25 Minuten hilfloses Gekicke des KSC. Keine Torchance konnten wir uns erspielen. Selbst in den letzten 4-5 Minuten als wir zwei Leute mehr auf dem Platz waren gab es keinen Funken Hoffnung in Form einer Torszene mehr. Einzig der Freistoß von Rada sorgte noch mal für etwas Gefahr vor dem Tor der Oberpfälzer.

Beim Abpfiff herrschte fassungsloses Schweigen im weiten Rund. Trauer und Entsetzen machten sich breit im Wildpark, denn dieser Schlusspfiff war für den KSC ein Pfiff mit Folgen. Abstieg, kaum noch Fernsehgeld, Leistungsträger wie Groß verlassen den Wildpark, die zweite Mannschaft muss zwangsabsteigen etc.! Die Liste wäre fast beliebig fortsetzbar. „In jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne“ heißt es in einem Gedicht, in diesem erst mal nicht. Dem Abstieg ist nichts, aber auch gar nichts positives abzugewinnen.

Ich bin immer noch leer und traurig. Denke jeden Tag an diesen Abstieg. Es ist als ob ein guter Freund weggezogen ist. Danke an Sepp, Örni und Uli, dass ihr an diesem furchtbaren Abend neben mir gestanden seid.

Dies ist mein 4.Abstieg mit dem KSC und auch mein bitterster!
 
Der erste in Liga zwei war irgendwie „eine neue Liga, ist wie ein neues Leben“. Der zweite unter Mithilfe des Totengräbers Jogi Löw stand schon Wochen vorher fest und war am letzten Spieltag mit dem Trauermarsch und der anschliessenden „Auferstehung“ in Halbzeit zwei gegen die Kickers schon verdaut.
Der dritte vor drei Jahren war vollkommen unnötig, aber irgendwie auch nach vielen verkackten Spielen nur mit einem resignierten Kopfschütteln meinerseits zu kommentieren.
Dieser hier lässt mich seit Montag kaum noch schlafen und geht mir an die Substanz – fuck!
Dabei hatte er sich lange angekündigt. Dieser Abstieg kam nicht über Nacht. Die letzten Jahre mit dem KSC waren mehr als schwierig und ich habe darüber hier schon oft geschrieben. Unser sportlicher Niedergang begann im Erfolg. Zu viele Fehler wurden in den zwei Jahren 1.Liga gemacht. Dann eine unglaubliche Farce im Umfeld um Management und Präsidium, katastrophale Mitgliederversammlungen, Kandidaten fürs Präsidentenamt die nicht mal in der C-Klasse gewählt werden würden, Trainerentscheidungen wie Rapolder die einem Tränen der Wut in die Augen treiben und sportliche Inkompetenz so weit das Auge reichte, dazu eine Spar- und Einkaufspolitik zu Beginn der Saison die dem ganzen die Krone aufsetzte.
(Hätte man das Geld, welches man im Winter ausgegeben hat im Sommer investiert hätten wir locker die Klasse gehalten – das war sehr teur bezahltes Sparen.  Eine Stadt die weiterhin zögert auf den Zug der modernen Fußballstadien aufzuspringen und eine Wirtschaft die den KSC nicht so unterstützt wie sie es könnte. Alle Beteiligten müssen sich nun im klaren werden ob man in Karlsruhe Profifußball will oder nicht. Wenn man ihn nicht will, dann nur immer weiter so. Der Klüngel in Karlsruhe kann sich diesen Abstieg auf die Fahne schreiben.
Spielern wir Groß und Terrazzino trauere ich nach, sie sollten die Zukunft des KSC sein. Einer Abwehr um Rada, Schiek und Charalambous wäre nächste Saison viel mehr zuzutrauen gewesen. Zu kurz spielten sie zusammen.
Unsere Offensive war ein Witz und deshalb möchte ich auch unseren Kapitän Iashvili nicht mehr sehen. Sein Name steht für mich für Mißerfolg.
Meine Hoffnung ruht auf unserem Trainer Kauczinski. Er scheint bei Spielern etwas bewirken zu können und der kennt den Markt im Amateurfußball. Auch bin ich froh, dass Oliver Kreuzer bleibt, denn a) drängt die Zeit, b) ist er ein erfahrener Mann und hat mit seinen Wintereinkäufen gezeigt, dass er was kann und c) ist er ein Karlsruher durch und durch.
Hoffentlich gelingt es diesen beiden eine Truppe zusammenzustellen die kämpfen kann und alle 36(!!) Spieltage für unsere Farben fightet. Alles was wir nun tun ist auf 1 Jahr ausgelegt. Wir müssen wieder hoch um nicht den Weg von Verein wie Offenbach zu gehen und in der 3.Liga sesshaft zu werden. Es ist ein Spagat, denn finanziell geht es uns nicht gut und wir wollen auch nicht versinken wie Waldhof Mannheim oder RW Essen. Ein schweres Jahr liegt vor uns allen.
Um eines klar zu sagen, es ist hier nicht der KSC oder die Mannschaft abgestiegen, sondern WIR sind abgestiegen. WIR die Mitglieder, WIR die Fans, WIR als der Verein, WIR als die Region.
Nun muss es aber weiter gehen. Ab morgen muss ein Ruck durch Karlsruhe gehen. Die Woche der Trauer ist vorbei!
„Immer weiter“ sagte schon unser Oliver Kahn und dies gilt jetzt erst recht für unseren KSC!
Ich sehe Charalambous noch vor mir, wie er jubelnd nach dem 2:1 auf dem Zaun steht……….!!!
Euer OnkelMad
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Groß egalisiert die Schwalbe

Nochmal mindestens 90 bange Minuten stehen allen bevor, die es mit dem KSC halten. War es gegen Frankfurt schon eines der nervenaufreibendsten Spiele die ich je erlebt habe, so waren es die Minuten in Regensburg zwischen dem irregulären 1:0 und dem Ausgleich durch Groß nicht minder.

Kurzzeitig vergrub ich wieder die Hände in meinen Hosentaschen, schaute nervös mehrmals auf die Uhr, konnte kaum noch aufs Spielfeld blicken, bis uns Pascal Groß erlöste. Was für ein Jubel im Block, welch emotionale Befreiung. Dies sind die Spiele welche Fußball ausmachen. Spiele in denen es um Alles geht, um die Existenz. Die Leute hüpften wie wild durch die Gegend, lagen sich in den Armen oder erklommen den Zaun. Was ein geiles Gefühl als die Mannschaft wild entschlossen und die Fäuste in die Luft reckend auf unseren tobenden Block zugerannt kam. Die wollten, ja die wollen diese Spiele gegen Jahn Regensburg gewinnen!!

Ein starker gemeinsamer Auftritt von Mannschaft und Fans war es an diesem Abend. Lautstark unterstützen wir von Beginn an und die Mannschaft kämpfte. Zugegeben war es spielerisch nix, aber der Einsatz stimmte. Nach vorne war es definitiv (mal wieder) zu wenig, aber hinten brannte ausser bei Standardsituation im wesentlichen nichts an.
Dass Jahn Regensburg ein reguläres Tor nach einer Ecke aberkannt wurde, sei an dieser Stelle erwähnt, macht den Elfmeterpfiff vor deren 1:0 aber nicht besser.

Vor dem Spiel hätte ich ein Unentschieden mit Auswärtstor unterschrieben und deshalb bin ich zufrieden. Mit unsere neuen Heimstärke sollten wir es schaffen den ersten Sieg eines Zweitligisten in der wieder eingeführten Relegation gegen den Drittligavertreter einzufahren.
Mit dem Zuspruch, den wir der Mannschaft nach dem Abpfiff auf dem Platz gaben, sollten sie nochmal daran erinnert werden, dass wir zu 1894% hinter ihr stehen.
(Kompliment hier an die Ordner für ihre Besonnenheit.)

Aber es ist der gleiche Wille wie am Freitag dafür erforderlich. Wir wollen, die Mannschaft hoffentlich auch! Ich bin nervös, es kribbelt und ich sehne den Abpfiff dieser Saison herbei, verbunden mit dem Klassenerhalt.

Alle die Lust haben, sind herzlich eingeladen am Montag gemeinsam vom Fanprojekt aus zum Stadion zu laufen. Der Marsch in den Wildpark soll unsere letzte Schlacht für diese Runde einläuten – seid dabei!

Euer OnkelMad

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Danke für den Support Basti:
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Als Pforzheimer kennt man den Anblick eines Hochhauses direkt am Platz an dessen Fenstern sich viele Leute tummeln. Bei uns ist es mittlerweile leider Geschichte:
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DANKE AN ALLE FREUNDE AUS BERLIN, GRAZ UND STRASBOURG FÜR EURE UNTERSTÜTZUNG!
AM DIENSTAG SIND WIR ALLE HERTHANER!

Auf zum Sturm der Regensburg

Die Oberpfalz war das Ziel und die Mission Relegationsplatz wurde erfolgreich absolviert. Dieser Nachmittag gegen die Frankfurter Eintracht kostete mich aber bestimmt die Hälfte meiner noch vorhandenen Nerven. 
Jeder von uns wusste wie es bei 1860, Aue und Cottbus steht und so war klar, dass ein Tor der Eintracht wahrscheinlich den direkten Abstieg bedeuten würde und dies für unseren Verein ungeahnte Folgen hätte.
Ihr könnt euch denken wie man sich da fühlt, wenn es wieder einen Freistoß und wieder eine Ecke gibt und dies kurz vor dem Abpfiff.
Da fliegen Bälle in unseren 16er und jeder könnte das Aus für uns bedeuten.
Die letzten 10 Minuten wurde aus frenetischem Support ein Zittern und Bibbern. Allen sah man die Anspannung an, es wurden Hände in den Hosentaschen vergraben, Blicke vom Spielfeld abgewendet oder die Hände vors Gesicht gehalten.
Nervlicher Ausnahmezustand in Karlsruhe!

Der Beginn des Tages war auf dem Marktplatz und gegen elf Uhr trat man den Marsch zum Wildpark an. Auch hier war bei vielen die Anspannung schon greifbar.
Das Spiel begann mit laustarker Anfeuerung auf Karlsruher und einer sehr schönen Pyroshow auf Frankfurter Seite. Da ließen sich die Hessen nicht lumpen und packten einiges an Rauch und Feuer aus. Prima Ding, bis auf die Raketen und die Richtung Platz entsorgten Bengalos.
Der KSC legte sehr gut los, war von der ersten Minute an präsent und stand dem designierten Aufsteiger auf den Füßen. Dann die sensationelle 9.Minute. Iashi und Schiek spielen sich rechts herrlich durch. Schiek dringt in den Frankfurter Strafraum auf Höhe des Fünfmeterraumes ein, legt den Ball in die Mitte und unser Zypriote Charalambous versenkt den Ball im Netz. Befreiender, fanatischer Jubel im Wildpark.
Irgendwann Mitte der ersten Hälfte war klar, dass auf München Blau kein Verlass sein würde. Aachen führte mit 2:1 bei 1860, was mir aber vorher schon fast klar war. Ist eben mittlerweile (leider) ein Scheißverein.
Der KSC war weiter engagiert und stand defensiv sehr sehr gut. Zugeben muss man aber auch, dass die Frankfurter nix wollten. Sie hatten mehr Spielanteile aber drängten nicht wirklich auf den Ausgleich. Zum Glück!
So brachten wir 70 Minuten über die Runden bis Schiek bei einer Ablage im eigenen Strafraum Idrissou den Ball auf dem Silbertablett servierte, dieser das Mahl aber verschmähte und wir noch mal mit dem Schrecken davon kamen. Auch die Jacke meines Freundes „Örni“ überlebte es zum Glück, als ich reflexartig in dieser Situation daran wie wild zog. Was ich damit erreichen wollte – keine Ahnung.

Als dann die Ordnungskräfte kurz vor Ende der Partie mit mehreren Hundertschaften auf der Aschenbahn einzogen war klar, dass der Schiri hier nicht mehr lange nachspielen lassen und sicherlich auch keine strittige Situation mehr gegen den KSC pfeifen würde. Es war vollbracht und nun war Showtime. Es zogen die Pferde der Spanischen Hofreitschule ein, im Sattel die stolze Schweizer Garde und vollführten Pferdedressurreiten im Stiele des Dr.Reinhard Klimke auf „Ahlerich“. Die Frankfurter „Chaoten“ waren fasziniert, ja hingerissen und schmolzen vor Verzückung ob dieser grazielen Vorstellung dahin. Hätten sie Blumen zur Hand gehabt, hätten sie die Aschenbahn in ein Blumenmeer verwandelt.
Danke an den Steuerzahler, dass er diesen kulturell und sportlich wertvollen Glanzpunkt finanziert hat. (Oder hätte deswegen jemand einen Rüffel verdient?)

Nun also auf nach Regensburg! Wir sind guter Dinge, gehen wir doch gestärkt aus dieser Partie hervor.

Danke an eine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft (….was bitte war denn mit euch in Aachen los….?), danke an unsere Freunde aus Berlin, Graz und Straßbourg. Vielen Dank an Hiroshi, der wohl die weiteste Anreise mit seiner Familie hatte.

Alle auf nach Regensburg!!!

OnkelMad

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Die Auswärtsspielsperre des DFB – oder warum alte Männer nicht immer auch weise sind

Gedanken eines Fußballfreundes aus Frankfurt:

 

In Fussballdeutschland herrscht Angst und Schrecken. Mörderische Mobs von gewalttätigen und barbierenden Ultra Banden ziehen Wochenende für Wochenende quer durch die Republik und schaden dem Ansehen Deutschlands in der Welt, zumindest aber dem deutschen Fußball.

 

So geschehen z.B. beim Spiel der Frankfurter Eintracht in Düsseldorf. Pyrotechnik wurde gezündet (hierzulande ein schweres Verbrechen), das Spiel Montags abends zur Prime Time in Sport 1 musste später angepfiffen werden.

 

So nicht, dachten sich die hohen Herren vom DFB und beantragen einen Ausschluss der Frankfurter Fans beim Auswärtsspiel bei Union Berlin.

Mal abgesehen davon, dass sich die Verantwortlichen der Eintracht in diesem Punkt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, war die Idee des DFB klar:

Über eine Kollektivstrafe für die gesamte Fanszene der Eintracht das Denunziantentum in den Kurven weiter fördern, dafür sorgen, dass die „sogenannten Fans“, die mit 18 in der Schule damit prahlen, ein Stadionverbot bekommen zu haben, weiter aus dem Kreis der Fans ausgeschlossen werden.

 

Prima, sagt sich der DFB, jetzt greifen wir durch, und alles wird gut.

 

Und dann kommt der Montag abend, Sport 1 überträgt in die deutschen Haushalte, und was passiert?

Schon vor Beginn des Spiel begrüßt der Stadionsprecher von Union die mitgereisten Fans der Eintracht mit den Worten: „Psst, eigentlich dürft ihr gar nicht hier sein!“

Zum Einlaufen der Mannschaften sieht man über seinen Flatscreen sehr gut eingeblendet ein Plakat mit einer deutlichen Botschaft an eben diese alten Herren, die meinen, sie können das Fanverhalten in deutschen Kurven über Strafen reglementieren.

 

Die ersten Minuten des Spiels laufen, bis auf das Banner sind keine weiteren Aktionen erkennbar, auch scheinen sich nur sehr wenige Eintrachtler in Berlin eingefunden zu haben.

Spätestens mit dem ersten Tor aber wir klar und deutlich, dass, entgegen aller Planungen vom DFB, doch eine stattliche Anzahl von Fans aus Frankfurt im Stadion angekommen sind. Der Gästeblock wird geentert, sogar Banner werden gehängt, darunter das Ultras Banner. Die Gruppe der Fans, die der DFB nicht haben möchte, schon gar nicht die Frankfurter.

Begleitet werden diese Aktionen mit vernehmbaren Parolen der Heimkurve.  

Und dies setzt sich dann letztendlich das ganze Spie über fort. Über Sport 1 und Sky sind die von beiden Fanlagern vorgetragenen Parolen an den DFB gut zu vernehmen.

Und was vorher unvorstellbar war, passiert: Ultras beider Mannschaften vereinen sich für die neunzig Minuten gegen einen gemeinsamen Gegner: den DFB.

Keine Ausschreitungen, im Gegenteil, tolle Fußballatmosphäre. Berliner organisieren Tickets für Gästefans, die zum Dank nach den abgelaufenen 90 Minuten ein kräftiges „Eisern Union“ ins Stadionrund werfen.

 

Der DFB hat sich ein Eigentor geschossen. Das wievielte eigentlich?

 

Die Einsicht, dass Fanausschlüsse nicht den „gewünschten Erfolg“ bringen, kommt schnell. Fanausschlüsse sind kein Teil der Strafen mehr, die der DFB gedenkt, zu verhängen.

Gleichfalls wird betont, dass über andere Wege nachgedacht werden muss, um Randalierer und Störenfriede des Fußballs von diesem fernzuhalten.

 

Erstaunlich ist, das der DFB auf die naheliegendste Möglichkeit, Einfluss zu nehmen nicht kommt: Mit den entsprechenden Gruppen ein einen, ehrlich gemeinten, Dialog zu treten.

 

Die Aktionen und Gespräche rund um das Thema Pyrotechnik legalisieren haben gezeigt, dass der DFB nicht ernsthaft an einer kritischen Auseinandersetzung mit den betroffenen Gruppierungen interessiert ist.

Auch bei den Themen Stadionverbote, Datei Gewalttäter Sport oder fanfreundliche Anstoßzeiten zeigt sich, dass der DFB nicht bereit ist, genau auf die Fans zuzugehen, die die Seele des Vereins ausmachen.

 

Nur das wäre aber der Hebel, um die festgefahrenen Fronten etwas aufzuweichen, um wieder Bewegung in die Situation zu bringen.

 

Doch wie verfährt der DFB: Man werde prüfen, ob gegen den Verein Union Berlin und evtl auch gegen die Frankfurter Eintracht eine Strafe verhängt wird, wegen Nichtumsetzung des Fanausschlusses.

 

Das alte Männer nicht immer auch weise sind, zeigen die Reaktionen von Seiten des Fußballverbandes.

Mit der fehlenden Bereitschaft, auf die Ultras, auf die Kurven zuzugehen, schwindet die Chance, für beide Seiten tragbare Ergebnisse zu erzielen.

 

Das es aber über 1000 Personen gibt, die sich von einer sinnlosen Strafe nicht abhalten lassen, ihren Verein an einem Montagabend 550 km weit weg zu unterstützen, dass sich Fußballfans zweier Vereine gemeinsam gegen einen Verband stellen, der die Zeichen der Zeit nicht erkennt (erkennen will), das ist die andere Seite der Medaille.

 

Es ist Zeit, umzudenken, Herr Niersbach.

 

Der Fußball lebt durch die Kurven.

In der Vergangenheit

In der Gegenwart

In der Zukunft

 

BS-Basti

 

 

Ultras, Pyrotechnik und Gewalt – alles im aktuellen Sportstudio

Der Fankongress tagte am letzten Wochenende zwei Tage in Berlin um sich über verschiedene Themen der Fankultur auszutauschen. Auch über die oben genannten.

Das aktuelle Sportstudio griff parallel dazu die (polemischen und undifferenzierten) Diskussionen der letzten Wochen auf, um mit einer ausgewogenen Gesprächsrunde zur Meinungsbildung beizutragen.

Mein Kompliment an die Fanvertreter Jannis Busse (Initiative:Pyrotechnik legalisieren! Emotionen respektieren!) und
Philipp Markhardt (ProFans). Stark wie sie sich live vor einem Millionenpublikum präsentiert haben. Mit guten Argumenten, nie um eine Antwort verlegen, immer sehr sachlich – stark!!!  
Souverän wie gewohnt auch Michael Gabriel von der Koordinierungsstelle Fanprojekte. Jonas Gabler, dessen Buch „Die Ultras: Fußballfans und Fußballkulturen in Deutschland“ ich nur empfehlen kann, legte auch sehr diffenrenziert seine Sicht der Dinge dar. 

Kompliment auch an das ZDF. Die Sendung war sehr gut vorbereitet. Es wurden die richtigen Fragen gestellt und versucht die Themen objektiv zu betrachten. Stark auch ein Herr Spahn, bei dem nach dieser Sendung vielleicht aber auch klar ist, warum er ehemaliger Sicherheitsbeauftragter des DFB ist.
Der Manager der Mainzer outete sich als Bengalozünder und Uli Hoeneß sogar als Pyroma. Herrlich ! 🙂

Verschafft euch nun aber selbst ein Bild und schaut euch die Sendung entweder in der ZDF-Mediathek an oder folgende Youtube Clips:

Hoffe ihr hattet viel Spaß bei eurer Meinungsbildung.

Euer OnkelMad

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