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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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Fußball

Landauer – Der Präsident

Mittwoch, 15.10.2014 um 20.15 Uhr in der ARD. Schaut euch diesen bewegenden, wichtigen und beeindruckenden Film über den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München an.

MaD

KARLSRUHE SAGT NEIN ZU RED BULL

Die Botschaft dieser Woche aus Karlsruhe war deutlich. Das Produkt RB nimmt für uns nicht teil am Spielbetrieb. Auf Ultra1894 nahm Karlsruhe im Vorfeld des Spiels in Leipzig dazu Stellung:

http://ultra1894.de/bundesweite-kampagne-nein-zu-red-bull/#more-1256

http://ultra1894.de/rasenball-leipzig-ksc/

Ein Alternativprogramm wurde aufgelegt. Über 600 Fans schauten gemeinsam im Wildparkstadion unser Spiel auf einer Leinwand an. Es waren im Grunde genau die, welche sonst den KSC auch unter der Woche auswärts unterstützen. Mit dem Kauf eines „Traditionstickets“ konnten am Spieltag, aber auch schon zuvor alle KSC-Fans die eigene Jugend unterstützen.

http://ultra1894.de/alternativprogramm-ksc-produkt-rb/
http://ultra1894.de/bilder/202

Mit dem Verzicht auf das Auswärtsspiel in Leipzig traf die Szene eine schwere aber konsequente Entscheidung.
Das Nein zu RB im Fußball war und ist deutlich geworden. Auch heute im Heimspiel gegen Audi Ingolstadt wurde per Transparent dies noch mal sehr deutlich gemacht.

Die sportliche Situation stellt sich nach der „Englischen Woche“ leider weniger gut dar als erwartet. Spielten uns am Mittwoch in Leipzig noch Kimmich, Kaiser und Poulsen schwindlig, so war heute gegen Ingolstadt ein schlagbarer Gegner zu Gast, gegen den aber auch wenig passte.
Gegen RB war verwunderlich wie es uns nicht gelang während des Spiels die Taktik zu verändern. Die Abwehr stand hoch und wurde mehrmals einfach überlaufen bzw. mit Steilpässen auf den schnellen Poulsen ausgehebelt. Dabei wirkten unsere Verteidiger etwas „hüftsteif“.
Kein Vergleich zum Heimspiel gegen Nürnberg als wir dem „Glubb“ mit einem Offensivspektakel keine Chance ließen. In Leipzig kamen wir trotz Führung durch Miczanski nie ins Spiel. Wahrscheinlich ist Leipzig im Gegensatz zu Nürnberg einfach auch die um Längen bessere Mannschaft.

Alle waren auf die Reaktion im Heimspiel gegen Ingolstadt gespannt. Unser Trainer brachte für Kempe den jungen Max. Dessen Vater wird vielen noch in Erinnerung sein als Bundesligatorschützenkönig, welcher wie Kießling aus das Los der Nichtberücksichtigung im DFB-Dress gezogen hatte.
Wenn man den Vater schon gut kannte und nun der Sohn spielt, ist dies auch ein untrüglicher Hinweis darauf, dass man doch schon etwas länger Fußball schaut.
Max wird sich nur über Spielpraxis in der Liga zurecht finden. Heute war es eher nix. Nach vorne konnte er, anders als Kempe es meist tut, keinen Druck entwickeln, seine Standards waren immer nur halbhoch und hinten verlor er zu oft den Ball. Noch dazu die gelbe Karte aus der 5.Minute, welche ihn sicherlich ab und an hinderte besser auf den Ball zu gehen.
So war die linke Seite heute nur die Hälfte wert und dies können wir uns in der engen zweiten Liga leider nicht leisten.
Torres übersah dann zu allem übel in der ersten Halbzeit noch die besser postierten Yamada und Miczanski. Er versuchte es (wieder mal) selbst und da er im Abschluss kein „Apparat“ ist, stand bei uns die Null.
In einem typischen 0:0 Spiel verlängerte unser Verteidiger Gordon unglücklich eine Freistoßflanke unseres ehemaligen Spielers Groß zum 0:1 ins eigene Tor.
Es sollte das Tor des Tages sein. Dabei hatten wir noch Glück, dass wir nach wenigen Minuten nicht einen Elfmeter gegen uns bekamen und dass der Treffer von Lex in der 46.Minuten nicht gegeben wurde. Warum weiss wohl nur der Schiedsrichter. Damit hielt er den KSC natürlich im Spiel und kurz vor Schluß, eigentlich schon in der Nachspielzeit, hatten wir dann noch zwei ganz gefährliche Situationen im Ingolstädter Strafraum. Yabo und Yamada spielten sie allerdings nicht konsequent zu Ende.

Nach Abpfiff jubelten 57 Ingolstädter Auswärtsfans. Sie haben eine gute Mannschaft, die nun seit 16 oder 17 Spielen auswärts ungeschlagen ist. Sollten sie aufsteigen werden in Spielen gegen Hoffenheim oder Wolfsburg unheimliche Fanpotentiale aufeinander treffen. Da ist für Gänsehautstimmung gesorgt.

MaD

Striptease vorm Auswärtsblock (KSC – 1.FC Nürnberg 3:0, 22.09.2014)

Spiele gegen den Glubb aus Nürnberg haben immer ihre Brisanz und schrieben schon so manche Geschichte. Die heutige war vor allem etwas für die anwesende Damenwelt.
Der KSC startete im Gegensatz zum Bundesligaabsteiger Nürnberg sehr gut in die neue Saison. Beim Glubb brannte es schon vor dem Spiel, da die neu zusammengestellte Mannschaft unter Trainer Ismael keinen Ball trifft, zumindest nicht so, dass damit ausreichend Siege eingefahren werden können.
Nach wenigen Minuten war klar, dass es für die Franken um ihren unsympathischen Torhüter Schäfer auch bei uns eng werden würde. Der KSC spielte schnell nach vorne über unsere schnellen Torres, Yamada und Yabo und stand im Mittelfeld und der Abwehr so gut, dass es kaum Räume gab für Nürnberg.
Bei Ballbesitz immer schnell raus Richtung Flügel und in der Mitte versuchte sich flink Iljan Miczanski zu positionieren.
Javier Pinola, einer der wenigen Übriggebliebenen und Urgestein beim FCN, tat mir fast etwas leid. So schlecht sah er meist aus, wenn Torres oder Yabo ihn umkreisten und mit dem Ball schneller waren wie der Argentinier auch nur „Glubb“ sagen konnte.
Welches System die Franken spielten wurde mir bis zum Ende der ersten Halbzeit eh nicht klar. Selbst in Ballbesitz wusselten sie wild durcheinander wie ein Ameisenhaufen in den man einen Stock hineinsteckt. Fehlpässe gab es im Dutzend billiger, da niemand so lief wie es der passgebende Nürnberger gedacht hatte.
Yabo eröffente dann mit einer schönen Einzelleistung den Torreigen und krönte sich selbst mit dem Doppelpack zum 3:0. Yamada, unser kleiner Neuzugang aus Japan, durfte auch endlich jubelnd seinen Kamerade in die Arme fallen und sich als Torschütze feiern lassen. Damit belohnte er sich für gute Spiele im blau-weißen Trikot. Eine echte Bereicherung für unsere Mannschaft.
Die knapp 20.000 Zuschauer (davon ca.3000 aus Nürnberg) hatten ihren Spaß, so sie denn für den KSC die Daumen drückten. Im Nürnberger Block nahm man die Fahnen nach dem 3:0 vom Zaun, Support gab es vorher auch schon kaum. Ein komplett schweigender Auswärtsblock der Franken war auch ein Anblick den man nicht alle Tage hat. Wenn man selbst leidgeprüfter Fan eines Vereins ist, dem es nicht immer gut geht, kann man deren Gefühlslage nachvollziehen.
Wir feierten dagegen ausgelassen unsere Mannschaft, selbst als diese in Halbzeit zwei nur noch das Ergebnis sicherte und verwaltete. So schnell gingen ereignislose 45 Minuten auch schon lange nicht mehr vorbei. Das Repertoire an Liedern um zu feiern wurde ausgereizt und selbst La Ola konnte bedenkenlos gestartet werden.
Als gute Gastgeber bereiteten wir unseren Freunden aus Berlin, Straßburg und Graz einen unterhaltsamen Nachmittag.
Nach dem Schlusspfiff, während wir unsere Mannschaft vor der Gegengerade feierten, durften die Damen ihre Augen zum Gästeblock wenden. Dort zogen die Nürnberger Spieler fast blank, also zumindest im übertragenen Sinne. Sie gaben ihre Trikots zur sicheren Verwahrung den Ultras Nürnberg und liefen mit ihren gut durchtrainierten Oberkörpern den langen Weg zurück in die Kabine. So manches Frauenherz hat hier bestimmt höher geschlagen. War das viele Training die letzten Wochen und Monate zumindest für diesen Zweck nützlich.

MaD

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Ein fettes "HaHoHe – Hertha BSC" in Südbaden

Auswärts mit unseren Freunden von der Hertha im beschaulichen Freiburg. Die Harlekins hatten eine schöne Choreo für Fangerechte Anstoßzeiten vorbereitet, welche zu Beginn der zweiten Halbzeit gezeigt wurde.
(Sehr nette Theorie bzgl. der alten Forderung von ProFans zur Auswärtskilometerregelung von 300km gehört. Diese sollte nur Anwendung finden, wenn Vereine aus einer attraktiven Stadt in eine unattraktive fahren müssen. Im Beispiel Hertha BSC und Freiburg wäre dies dann so, dass Freiburg locker an einem Freitag in Berlin spielen könnte, da sie ja eh ein verlängertes Wochenende in der Hauptstadt einlegen für Touri-Programm. Was wollen aber Berliner in Südbaden? Eben! Deshalb muss dieses Spiel schön an einem Samstag statt finden.)
Freiburg mit einigen Spruchbändern und dem üblichen Support.
Laut wurde es nur bei den Toren zum 1:0 und 2:1. Der Berliner Block zollte als Gesamtheit dann doch etwas dem eher schlechten Spiel der eigenen Mannschaft Tribut.
Die letzten Minuten rissen den Abend dann aber doch noch heraus. Ronny machte seinen zweiten Treffer des Abends per Freistoß. Wir schrieben die 5.Minute der Nachspielzeit und der Freistoß war auch etwas umstritten. Die Herthaner störten die Mauer des SCF und Ronnys Schuß wurde noch unhaltbar zum 2:2 abgefälscht.
Im Block der Hauptstadt wurden nun keine Gefangenen mehr gemacht. Sensationeller Torjubel mit kollektivem Pogo und Bierdusche. Ein gefühlter Sieg begleitete unsere Berliner sicher nach Hause.
Apropos „sicher nach Hause“. Da unsere Autos auf wundersame Weise in der Halbzeit den Weg direkt vor den Gästeblock fanden, war die Abreise im Konvoi gesichert.

MaD

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P.S. Ein junger Mann aus KA durfte Jogi Löw vor Beginn des Spiels auch noch mitteilen, was er von seiner damaligen Trainertätigkeit beim KSC hielt.

Launiger Pokalabend auf dem Pforzheimer Holzhof

Zu Gast beim Fusionsverein CfR Pforzheim war der SV Waldhof Mannheim. Zwei Klassen trennten die Kontrahenten, das klassische David gegen Goliath Duell im Pokal eben.
Der Sieger des Badischen Vereinspokals nimmt an der DFB-Pokalrunde teil, deshalb ist dies für Vereine wie den Waldhof eigentlich extrem wichtig. Kurios dann immer wieder, dass man den vermeintlich schwächeren Verein etwas auf die leichte Schulter nimmt und die halbe Mannschaft schont.
Der 1.CfR Pforzheim ist ja mittlerweile nicht mal mehr eine Mischung aus dem guten alten 1.FC Pforzheim 1896 und dem VFR Pforzheim 1897. Neun (!!) Spieler der letztjährigen Oberliga Mannschaft des TSV Grunbach standen in der Startelf des CfR, der neue Sportkoordinatormanagerdirektor hat sie gleich alle mitgebracht. Grundbach spielt nun wieder Kreisklasse und hat das Abenteuer höherklassiger Fußball beendet.
Eigentlich wäre jetzt wieder Zeit beim CfR für einen neunen Vereinsnamen. Ich sage einfach wieder „Club“ wie schon früher beim FCP.

Der Club also auf dem alt ehrwürdigen Holzhof gegen die Waldhöfer. Mit 300 Auswärtsfahrern hatten alle gerechnet, die Zeitung von gewaltbereiten Horden berichtet. Weder noch traf ein. Knapp 100 Mannheimer verloren sich hinter den Bauzäunen, nur ein kleiner Teil stand geschlossen.

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Um die 1500 Zuschauer waren anwesend, eine schöne Kulisse für ein launiges Spiel. Waldhof ging mit seiner ersten Chance nach gut 15 Minuten in Führung, aber schnell wurde klar, dass es jetzt nicht schon entschieden ist.
Der Club mit klaren Vorteilen im Mittelfeld. Sie gewannen mehr Zweikämpfe und Dominik Salz vorne jeden Kopfball. Vor allem Prediger brachte die Mannheimer immer wieder zum kochen, wenn er geschickt den Ball abschirmte oder direkt in den Fuß eines Mitspielers weiterleitete.
Zwischen diesen Aktionen musste er an der Seitenlinie viel trinken.
Dominik Salz war es auch schliesslich der noch vor der Pause das 1:1 erzielte. Lässig umkurvte er nach einem Steilpass den Torhüter und schob in Zeitlupe ein. Mannheim rüttelte wieder am Bauzaun und Salz lief davor Spalier.
In der zweiten Halbzeit war es ein offener Schlagabtausch wie man so schön sagt. Dem Club ging gegen Ende etwas die Puste aus und der Waldhof schnürte sie hinten ein. Salz (dieses Mal der Pforzheimer Torhüter) stand aber immer sicher und entschärfte alles was da auf sein Gehäuse kam.

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Der Holzhof sah heute Abend eine Verlängerung. Und die hatte es in sich. Pforzheim war sofort da, kämpfte und hatte das nötige Glück auf seiner Seite. Dominik Salz verlängerte aus dem Mittelfeld per Kopf zu Fabian Kuhn und dieser schlenzte den Ball aus halbrechter Position am schlecht stehenden Mannheimer Keeper vorbei ins Netz.
Die Haupttribüne stand komplett und war aus dem Häuschen.
Vor uns wurde Wein in klassischen „Viertelesgläsern“ auf dem Tablett serviert mit Zigarre in der Hand. Die alten Pforzheimer „Schmuckler“ wissen wie man lebt.
Drüben wurde wieder am Zaun gewackelt. Wieder vergebens. Sehr nett wie Mannheim dann die Haupttribüne des Holzhof (Durschnittsalter 65) mit einem „Ihr seid Scheiße wie der FCK“ eindeckte. Tosendes Gelächter wechselte sich mit ungläubigen „moine die Kaiserslaudern und kenne die die net leide“ Fragen ab.
Nach einem Dummheit (Ball wegschlagen) musste Dominik Salz nur ne Minute später mit gelb-rot vom Feld. Jetzt war es eine Abwehrschlacht.
Der Club meisterte dies aber toll. Sicherlich auch weil der Waldhof zu einfallslos war.
Am Ende wurden die Spieler des Club mit viel Applaus bedacht. Pforzheim feierte nach vielen Jahren mal wieder ein Fußballfest. Mit 2:1 schickte der von Eberhard Carl und Teo Rus trainierte Club den SV Waldhof Mannheim wieder nach Hause. Sensationell!

Im Publikum war viel Pforzheimer Fußballsachverstand aus Tagen der Goldstadt Brigade und der Pforzheimer Jungs anzutreffen. Sicherlich ein kleiner Mob von 20-25 Leuten wäre da zusammen gekommen, hätten man sie von ihren verstreuten Stehplätzen auf den Terassenstufen des Holzhof zusammengeholt.

MaD

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P.S. Meine Freude des Tages war meinen alten Herrn nach dem 2:1 freudestrahlend mit geballter Faust neben mit stehen zu sehen und seine Augen leuchteten! Ein großer Moment für mich.

Deutsche Meisterschaft der Wohnungslosen im Straßenfußball 2014

Karlsruhe war der Gastgeber einer ganz besonderen Meisterschaft. Wohnungslose Menschen spielten in Sichtweite des Schlosses den Deutschen Meister 2014 im Straßenfußball aus.
Aus dem ganzen Land waren Sozialträger mit ihren Mannschaften angereist. Mitmachen konnte jeder der aktuell wohnungslos ist, es in den letzten Jahren war oder vom Straßenzeitungsverkauf lebt.
Über 20 Teams spielten den Sieger aus. Ob sie nun aus Kiel, Saarbrücken, Hamburg, Berlin oder Frankfurt kamen. Sie alle wollten gewinnen, Spaß haben, Tore schießen und auf dem Platz alles geben. Wenn der knarzige Lautsprecher die Mannschaften aufforderte sich zur nächsten Partie bereit zu machen, hörte sich dies dann so an: Ocker Beige Berlin gegen Acht auf Kraut, Rue 66 gegen Kontrollverlust oder Hannibals Erben gegen Jugend hilft Jugend.
Nein, dies war keine reine gute Laune Veranstaltung. Da wurde alles gegeben und mit Leidenschaft gekämpft. Wie zur Zeit in Brasilien, nur eben alles etwas kleiner, etwas weiter weg von der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Vielleicht etwas ehrlicher dafür?!
An diesen beiden Tagen im Juni (20./21.) trafen Typen aufeinander deren Lebensgeschichte Bücher füllen würde. Diese Geschichten sind leider nicht von nur von „Eitel Sonnenschein“ geprägt. Sie alle haben einiges überwunden oder sind gerade dabei dies ernsthaft zu versuchen.
Es gab auch richtig gute Fußballer in den Reihen der Wohnungslosen die für das eine oder andere „Zunge schnalzen“ im Publikum sorgten und schöne Tore erzielten.
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Die Kluft im Leistungsvermögen war teilweise schon enorm. So gab es auch schon mal ein 15:0 oder mehrere Endergebnisse mit 5-6 Toren Unterschied. Als es dann aber in die Endrunde ging und die besten Teams den Sieger ausspielten war es sehr spannend. Bei allem Engagement und Kampf war es stets fair.
Am Ende triumphierte Jugend hilft Jugend aus Hamburg und verwies den Kompasshof Augsburg auf Platz 2.
Aus allen Team wurden noch Spieler ausgewählt, die als „Deutsche Nationalmannschaft“ zur Weltmeisterschaft der Wohnungslosen nach Chile reisen.
Dieser „Homeless World Cup“ wird u.a. von der UN und der UEFA mitfinanziert.
Wie gut geht es doch unserem Land, dass wir solche Veranstaltungen für Menschen durchführen können, die eher am Rande der Gesellschaft zu Hause sind. Es zeigt uns auch deutlich wie schnell es gehen kann, dass wir selbst in einer Notlage sind. Wie beruhigend zu wissen, dass es Institutionen gibt, die allen die Hilfe wollen zur Seite stehen.
Veranstaltet wurde das Turnier von der Diakonie Karlsruhe, der Heimstiftung Karlsruhe und dem Arbeitskreis Wohnungslosenshilfe in Karlsruhe gemeinsam mit Anstoß! e. V.! Mit vielen ehrenamtlichen Helfern konnten diese zwei Tage erfolgreich gemeistert werden. 

Mehr zum Thema gibt es hier:
http://www.sozialsport.de/deutsche-meisterschaften/160-pm-deutsche-strassenfussballmeisterschaft-in-karlsruhe-2014.html

Für euch am Spielfeldrand stand
MaD

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Deutsche Meisterschaft der Wohnungslosen im Straßenfußball

An zwei Tagen am kommenden Wochenende spielen Teams aus ganz Deutschland einen Deutschen Meister aus. Das besondere an den Fußballern ist, dass sie keine Wohnung haben. Homeless People, Obdachlose, Wohnungslose, wie auch immer man sie nennt, an diesen beiden Tagen sind sie einfach nur Fußballer und spielen für ihr Team.
Sie werden Tore schiessen, Chancen vergeben, jubeln und sich aufregen. All das was gerade in Brasilien geschieht, passiert auch am 20./21.06. auf dem Karlsruher Schlossplatz.

Die offizielle Eröffnung ist am Freitag um 10 Uhr auf dem Schlossplatz.

Seid dabei, wenn auch nur mal für ne Stunde.  

http://www.sozialsport.de/deutsche-meisterschaften/159-strassenfussball-dm-am-20-21062014-in-karlsruhe.html

Für euch am Ball
MaD

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DFB-Pokalfinale 2014: Borussia Dortmund – Bayern München 0:2 n.V.

Geschrieben und gesagt wurde über diese Finale vom 17.Mai 2014 in Berlin schon viel. War er drin der Kopfball von Hummels oder nicht (wobei wir uns das „oder nicht“ eigentlich paren können)? Benötigen wir nun die Torlinientechnik oder warum ist das Geschrei denn jetzt wieder so groß wo doch die Vereine diese selbst unlängst ablehnten?
Was von diesem Finale blieb war eine lästige und leidige Diskussion. Nach dem Spiel im Stadion und den Kneipen, über alle TV-Sender mehrere Tage lang, dann mit den Kollegen Montags auf der Arbeit. Jeder wusste es besser, hatte es schon immer gesagt und wenn er was zu entscheiden hätte, dann…..ja dann….!

Stimmungsvoll war es auf alle Fälle. So ein Pokalfinale ist schon etwas besonderes. Dieser Stimmung beim Einmarsch der Mannschaften mit dem Pokal, kann man sich kaum entziehen. Ebenso die Feier danach, wenn das siegreiche Team den Pokal in den Nachthimmel des Berliner Olympiastadions streckt.

Beide Fanlager hatten eine Choreo vorbereiten. Der BVB war etwas im Vorteil wegen der geschlossenen Kurve. Optisch war beides sehr gelungen. Da ich recht nah am Bayern Block meinen Platz auf der Haupttribüne hatte, konnte ich deren Choreo und Spruchbänder nicht gut im Bild fest halten.
Akkustisch lag Dortmund vorne. Die Mitmachquote war einfach höher. Die Schickeria war über 120 Minuten unermüdlich, aber vor allem die Blöcke jenseits des Tores machten kaum mit. Esrt nach dem Führungstor durch Robben hatte der FCB die Hoheit.
Der Großteil der Bayern Anhänger blieb aber stumm über weite Strecken. Ein Spiegelbild der Arena, aber großes Kompliment an den Block mit der Schickeria. Abwechslungsreich, laut und immer in Bewegung, hat mir gut gefallen.

Nachdem der Sieg feststand, das Spiel abgepfiffen war und alle auf die Siegerehrung warteten, breitete sich eine Stille im weiten Rund aus. Aus den Boxen lärmte die Musik und ja es wäre schwer geworden dagegen anzusingen. Das sich aber beim FCB so gar nichts tat, verwunderte mich und ist nur erklärbar, dass es eben nichts mehr besonderes ist diesen Titel zu gewinnen.
Erst als sich die Bayern-Spieler anschickten die Medallien und den Pokal entgegen zu nehmen sangen die Bayern-Anhänger wieder.
Wenn ich mir vorstelle, dass mein KSC diesen Pokal gerade gewonnen hätte, ich glaub wir wären „durchgedreht“ im Block.

Der Tag in Berlin klang noch in Kreuzberger Kneipen aus.
Danke an die Crew vom Core Tex Shop, Hertha-Badekappe und Mongo vom HSV für einen lustigen Nachmittag. An das Team vom „Kuchen-Rausch“ für ein geniales Frühstück und natürlich an meine Mitfahrer und unseren „Local“ in Berlin.

MaD

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Relegation ist Angst, Adrenalin und der ultimative Kick

Nein, zu beneiden waren sie alle nicht. Weder die Spieler auf dem Rasen noch die Zuschauer auf den Rängen. Die Relegation frisst einen auf, wenn der eigene Verein am Abgrund steht.
Wie gut konnte ich die Gefühle der Fans des HSV und der Arminia nachvollziehen. Aus ihren Gesichtern sprach die nackte Angst. Als Fürth den Ausgleich erzielte und auf den Siegtreffer gegen den HSV drängte, waren die Augen bei vielen Hamburgern leer. Andere schrien sich ihre Angst einfach weg, laut und kreischend in den Fürther Abendhimmel.
Einen Tag später griff auf der Bielefelder Alm die Panik um sich, als die Lilien aus Darmstadt die Heimelf quasi überrante.
Das alte Ehepaar tat mir so leid, wie er seiner Frau aufmunternd einen Klaps gab und sie dabei nur stur geradeaus schaute. Die Kurve hinterm Tor, die verzweifelt anfeuerte und doch wusste, dass hier gerade das eigentlich unmögliche geschah.
Auf der anderen Seite spritze den Darmstädter Fans das Adrenalin aus allen Poren. Menschen in Ekstase, nach diesem Spiel für immer vereint in dieser Erfahrung, dieser absoluten Extremsituation.

Und genau deshalb muss diese Relegation wieder abgeschafft werden. Es ist die extremste aller Situation für alle Fans die wirklich mit Herzblut zu ihrem Verein stehen. An diesen Abenden stehen Existenzen auf dem Spiel. In zwei Spielen wird über das Schicksal von Vereinen und letztlich Menschen (Angestellte auf den Geschäftsstellen; Physiotherapeuten; Trainer etc.) entschieden.
In der 120.Minute am 19.05.2014 war Arminia Bielefeld Zweitligist. Finanziell an der Kante, aber mit Perspektive. 1 Minute und 20 Sekunden später tat sich die Erde auf und der Verein, die Mannschaft war abgestiegen und geht somit einer ungewissen Zukunft entgegen.

Diese Extremsituation provoziert auch extreme Reaktionen. Einige verkriechen sich, andere weinen in aller Öffentlichkeit bitterlich und schämen sich keiner Träne. Im „normalen“ Alltag undenkbar. Einige setzen das gerade erlebte in Wut um. Letzteres ist sicherlich die schlechteste von allen Reaktionen, aber sie ist normal, wenn man bedenkt in welcher Anspannung man in den zwei Spielen und den Tagen dazwischen war.
Die Relegation ist ein moderner Gladiatorenkampf, am Ende hebt oder senkt sich der Daumen.

Ein Abstieg nach 34 Spieltagen gipfelt eher selten in derlei Achterbahnfahrten. Meist kommt er erwartet und viele Fans sind dann auch froh, wenn es endlich vorbei ist.
Drei Teams gehen runter, drei Teams gehen rauf. Alle können sich darauf einstellen. Wenn dann am Ende die Hoffnung wieder lebt und man trotzdem absteigen muss, ist dies umso schmerzhafter.
Selbst erlebt mit meinem KSC.

Diese Relegation ist bitter-süß. Süß nur, wenn man so aufsteigt wie Darmstadt 98. Im Hinspiel zu Hause mit 1:3 unterlegen und dann diese Sensation in der letzten Minute der Verlängerung geschafft – 2:4, bäm! Sie werden es nie vergessen!

Für die TV-Anstalten und die Vermarktung ist dieser Showdown bares Geld wert, für alle Fans der beteiligten Vereine kann es die Hölle sein. Dies beginnt schon an den Tagen zuvor. Der Magen macht sich bemerkbar, die Gedanken lassen einen in der Nacht nicht zu Ruhe kommen. Der Arbeitstag geht nicht um, das Bier im Stadion schmeckt nicht. Wie werden wir auftreten, können wir es schaffen, was wenn nicht?
So eine Woche saugt einen aus!

Obwohl vor allem das Spiel Bielefeld vs. Darmstadt alle bot was man an Fußball so liebt, bin ich gegen diesen ultimativen Kick!
Die Geldmaschine rollt einfach weiter, noch ein paar Euros mehr wurden eingespielt, zurück bleiben die Verlierer.
Und die Gewinner sind auch nicht wirklich immer die strahlenden Sieger. Was der HSV in beiden Spielen bot war Slapstick und zum jubeln gab es gewiss wenig Anlass. (Gut, dass die Raute nicht abgestiegen ist.)

MaD

P.S. Glückwunsch geht nach Darmstadt, willkommen zurück nach so vielen Jahren. Karlsruhe hat euch vermisst.
Dirk Schuster, wir freuen uns für dich!
Bielefeld, Dresden – kommt bald wieder. Ich spiele lieber gegen den schwarz-gelben Mob, als gegen Aalen oder Ingolstadt.
HSV,  entscheide weise am Sonntag und rauf dich endlich zusammen.

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