Mit „Kunst Für Sich“ hat der Ratinger Rapper ein herrlich zeitloses Album an den Start gebracht. Tolle Texte und Beats, die mich an die ersten Platten von Blumentopf oder Massive Töne erinnern. Der Szene-Gänger des Deutschen HipHop/Rap mag mir verzeihen, ich bin eben eher ein Punkrocker und gehe vielleicht etwas zu naiv oder mit zu viel Unkenntnis an den HipHop heran um die Feinheiten heraus zu hören und genau die richtigen Vergleiche zu ziehen. Was ich aber genau sagen kann ist, dass Umse mich als MC live absolut beeindruckt hat. Die Zeit verging bei bester Stimmung im Kupferdächle wie im Flug. Zwischen 150 und 180 Leute werden es gewesen sein, die vom ersten Beat an mitmachten und sich dicht an der Bühne drängten. Kein Vergleich zu manchem hier schon erlebten Punk oder Hardcore Konzert als die Meute erst in der Mitte des Set warm wurde. Die wenigsten kamen aus Pforzheim. Umse zog Leute von Balingen, genauso an wie aus Südbaden. Spricht für ihn, wenn man soweit fährt. Nach über 1 1/2 Stunden war sein T-Shirt durchgeschwitzt und man bat zum Gruppenfoto auf der Bühne, welches in seinem Facebook-Account zu bewundern ist. Umse live rockt!
Das Album Of Hope And Aspiration der Stuttgarter Death-Metal Band May The Silence Fail erblickte vor kurzem das Licht der Welt und dies musste gebührend gefeiert werden. Der Stuttgarter Keller Klub erwies sich hier als prima Location, hatte er doch genug Platz für die über 200 erschienen Gäste und bot gleichzeitig die intime Atmosphäre, welche man für solch eine Party benötigt. Es war ein Heimspiel für die sympathische Band um die beiden Frontfrauen Sarina und Janina. Ich hatte, ganz vrone stehend, das Gefühl dass sie alle außer mir hier kannten. Immer wurde wurde gewunken, jemand zugelächelt und Hände geschüttelt. Das Publikum ließ sich auch nicht lange bitten. Ab dem ersten Ton wurde gemosht und jeder Song mitgesungen. Die Leute waren bestens vorbereitet und hatten sich den neuen Stoff der Band mehrmals durch alle Nüstern gezogen. So muss es sein! Überwältigt von der Resonanz wussten die beiden Mädels zwischen den Liedern als gar nicht was sie sagen sollten. Ein astreiner Sound begleitete die beiden Stimmen, die mal clean und mal mit mächtigen Growls aufwarteten. Eine perfekt aufeinander abgestimmte Band stand im Keller Klub auf der Bühne und belohnte sich mit diesem Konzert für die vielen Mühen welche es mit sich bringt, wenn man ein Album einspielt. May The Silence Fail lebt von seinen beiden Frauen am Mikro, sie machen einfach den Unterschied. Dabei spielen sie die Karte „Mädchen“ nicht allzu offen aus. Sie sind charmant und natürlich, was sie sehr sympathisch macht. Mal nimmt man ihnen bei ihren unterschiedlichen Parts die Rolle „gutes Mädchen, böses Mädchen“ wirklich glaubhaft ab, im nächsten Moment lassen beide dieses Bild durch ein herzliches Lachen platzen. Wo sonst ein ungewaschener Kerl die Growls übernimmt und eine Frau den melodischen Part, ist die Kombination bei May The Silence Fail eine, die ihnen das gewisse Etwas gibt. Diesen Vorteil wissen sie, vor allem live, zu nutzen. Musikalisch wartet Of Hope And Aspiration nicht unbedingt mit einer Hymne auf, welche einen nicht mehr los lässt, aber es ist durch und durch ein sehr gutes (Melodic-)Death-Metal Album, welches man über mehrere Tage nicht mehr vom Plattenteller nimmt. Die Soundmaschine des männlichen Teils der Band walzte die Besucher zuverlässig nieder, sie pressten uns zwischen Bühne und Theke mit ihren auf den Punkt gespielten Riffs, dem treibenden Schlagzeug und einem dunkel grollenden Bass. Es gab 1 1/2 Stunden kein Entkommen aus dem Keller Klub, aber um ehrlich zu sein wollte dies auch niemand. Im Gegenteil! Immer wieder erschallte ein lautes „Hey, Hey“ durch den Raum und viele Fäuste reckten sich in die Höhe. Alle wollten mehr!
May The Silence Fail muss man einfach alles Gute wünschen. Ich hoffe sehr, dass sie mit ihrer Musik den Erfolg haben, welchen sie sich selbst wünschen. In diesem freundschaftlichen Rahmen der CD-Release Party fiel es dann auch nicht schwerwiegender ins Gewicht, dass ihr „Manager“ einen Auftritt hinlegte, der irgendwo zwischen „Bunter Abend Massenbachhausen“ und „Feuerwehrfest Knittlingen“ angesiedelt war. Weniger ist oft mehr und wenn sich jemand im Hintergrund hält und dort einen super Job macht ist dies doch auch viel wert.
Daumen hoch bzw. die Pommesgabel für May The Silence Fail!
Udo Jürgens wurde diese Tage bekanntlich 80 Jahre alt. Habe mir die Doku über sein Leben angesehen und auch den Film über seine Familiengeschichte „Der Mann mit dem Fagott“. Er genoß sein Leben in vollen Zügen, war den Frauen sehr zugeneigt und glaubte immer an sich und seine Musik. Vor allem auch zu einer Zeit als es einige andere nicht taten, war dies wichtig. Die „Kleingläubigen“, die ohne Visionen waren, wollten dass er Seemanslieder singt oder waren nur auf das schnelle Geld aus, indem sie ihm eine Komposition stahlen. Was für Narren die vermeintlichen Experten und Entscheidungsträger der damaligen Musikindustrie. Udo Jürgens wird heute meist auf „17 Jahr blondes Haar“ oder „Griechischer Wein“ reduziert. Bei letzterem vor allem, wenn der Faschingsmob voll ist und schon längst auf dem Tisch tanzt. (Dabei ist wahrscheinlich den wenigsten bewusst, dass dieses Lied von den Schwierigkeiten und Sorgen griechischer Gastarbeiter handelt.) Dabei hat er viel mehr zu bieten, vor allem inhaltlich. Die Musik an sich ist wie bei allem Geschmackssache. Jeder der mich kennt oder aufmerksam diesen Blog verfolgt weiss ja, dass ich eher auf andere Musik stehe. Was Udo Jürgens allerdings in einer Zeit, die dafür noch nicht reif war, textlich zu bieten hatte, nötigt mir Respekt ab. Manche Lieder, kamen gar einer Art Revolution gleich. Exemplarisch hierfür steht „Ein ehrenwertes Haus“ auf welches ich gleich noch eingehe.
Die Auseinandersetzung mit dem Leben, der Zweifel, das Aussbrechen wollen und es nicht können. Wer hatte diese Gedanken vielleicht nicht auch schon?! In seinem Lied „Ich war noch niemals in New York“ beschreibt er genau dies. Was wäre wohl gewesen, wenn der dort beschriebene Mann einfach weiter gegangen wäre, weg von Bohnerwachs und Spießigkeit? Weg von all seinen Zwängen? Einfach mal verrückt sein? Erkennt sich darin jemand wieder? In wem von euch wurde diese Sehnsucht auch schon wach?
In „Ein ehrenwertes Haus“ beschreibt er schön die Doppelmoral der damaligen Gesellschaft. Seine Freundin und er müssen ausziehen, da dieses Haus keine „wilde Ehe“ sehen möchte. Die Nachbarin oben empfängt aber gerne den Gasmann, die andere kümmert sich nicht um ihre Kinder, eine lügt wie gedruckt und es gibt natürlich auch jemand der seine Tochter schlägt. Das „ehrenwerte Haus“ war sich auch nicht zu schade es zu verhindern, das ein Ausländer einzieht. Diese Doppelmoral hat sich leider bis in unsere heutige Zeit gerettet und ist ausgeprägter denn je. Wer kennt sie nicht, die Bekannten, Nachbarn, Kollegen mit all ihren guten Ratschlägen und „Moralpredigten“. Bei ihnen selbst ist aber mehr als genug Dreck unterm berühmten Teppich. Den Zeigefinger heben, wenn andere laut Musik hören/machen, in einem Fußballstadion Pyro zünden oder eben den örtlichen Schützenverein Scheiße finden. Danach aber schnell nach Hause und die Frau gedroschen, sich im Internet an übelstem Shit aufgegeilt oder über den „Neger“ im Fernsehen hergezogen, der es wagt übers Mittelmeer auf einem überfüllten Boot nach Europa zu „reisen“. Die Beispiele mögen ersetzbar sein, die Botschaft bleibt. Genau dies hat Udo Jürgens hier schon vertont: Ein ehrenwertes Haus:
Komisch irgendwie, aber dieser Künstler und seine Geschichte haben mich irgendwie gefesselt.
Ein normaler Montag Abend in Karlsruhe sieht so aus, dass sich über 300 Leute aus ganz Baden-Württemberg, der Pfalz und dem nahen Ausland (Belgier habe ich sogar gesehen) in der Stadtmitte einfinden und eine Hardcore Show erleben.
Die Jungs und ein paar Mädels nahmen den Club auseinander. Schon beim „Bollock-Punk“ von Angel Dust war richtig was los, was dann aber bei Expire und Turnstile abging war sensationell. Diese Art abzugehen ist nicht ganz mein Ding, deshalb hielt ich mich eher seitlich im Hintergrund und genoß die Show der Bands und der Meute.
Expire und Turnstile brachten ihre 7-8 Songs dermaßen auf den Punkt und nach knapp 35 Minuten waren nicht nur die Musiker platt. Großes Klasse was hier geboten wurde. Hier ein Eindruck:
Wenn eine Woche so beginnt, ist sie schon gerettet. Bane aus Worcester gaben sich in der Hackerei die Ehre und sorgten für volles Haus. Und es geschah etwas, was selten ist für diese Location. Gleich zu Beginn strömten alle Leute direkt vor die Bühne und es bildete sich sofort ein Pit der sich gewaschen hatte. Männer mittleren Alters flogen durch die Luft und ließen sich zu feinsten Hardcore-Punk Klängen durch die Gegend schupsen. Aaron Bedard war wie immer stilsicher gekleidet mit einem übergroßen Pulli. Er nutzte die komplette kleine Bühne, hilet das Mikro in die Crowd, redete zwischen den Songs viel von seinem Leben und seinen Erfahrungen und forderte alle auf mehr gegen Nazis zu tun. Seine Statements ernteten viel Applaus, waren sie doch sympathisch und ehrlich vorgetragen. Bane hatten großen Spaß, sie bekamen vor der Bühne ja auch allerhand geboten. Gut so Karlsruhe, bitte künftig mehr davon.
Danke Bane und ich hoffe doch, dass ihr noch mal wieder kommt!!!
MaD
P.S. Danke an die Veranstalter Lukas und Co. für diesen Abend!
In Pforzheims Landgebiet mausert sich ein Festival. Das Happiness ist wieder gewachsen und bot mit The Hives nun auch zum ersten Mal einen internationalen Top Act als Headliner auf. Schon Wochen bevor das Festival startete war es ausverkauft. 6500 Besucher pro Tag und immer noch ne Menge Platz auf dem Gelände, was auf weiteres Wachstum schliessen lässt. Ein abwechslungsreiches Programm mit vielen deutschen Bands und einer guten Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen. Das überwiegend sehr junge Publikum ging vor allem auf Acts wie Alligatoah und Marteria ab. Da wurde jedes Lied mitgesungen und kreischender Applaus folgte. Alligatoah baute sein Set wie ein Bühnenstück auf. Er ließ von einem Butler in einerm überdimensionalen Kochtopf ein Gebräu anrühren, welches zur Zugabe die Grundlage für „Willst du…..“ war. Das Publikum sang sich dabei heiser. Marteria bot eine tolle Show umrahmt von etlichen Bengalos als Höhepunkt zu „Bengalische Tiger“. Auch „Alles verboten“, „Kids (2 Finger an den Kopf) oder „Die Nacht ist mit mir“ durften nicht fehlen. Es ist immer wieder schön HipHop oder Rap live mit einer Band und Sängerinnen zu erleben.
Bands wie Marathonmann oder Callejon hatten es da schon schwerer. Vor allem letztere Band war eher heftige Kost, aber auch hier für fand sich ein Publikum. Marathonmann lieferten mit dem Album „Holzschwert“ ein starkes Debüt ab und haben nun mit dem Song „Die Stadt gehört den Besten“ einen richtigen Hit am Start. Eine tolle Stimmung mit einem wunderbar organisierten „Strohhochwurf“ des Publikums.
Der heimliche Headliner des Festivals waren sicher Irié Révoltés. Was eine Stimmung diese Band wieder erzeugte. HipHop, Ska, Punk, alles gerührt und zusammengemixt. Eine unheimliche Mischung, welches jedes Festival zum toben bringt. Die Kids rasteten aus, wedelten mit ihren T-Shirts, hüpften und tanzten. Sie hätten ewig weiter spielen können. The Hives überzeugten mit einem soliden Best-Of Set. Unglaublich, diese Band in einem Dorf bei Pforzheim zu sehen. Knapp 1 Stunde inkl. Zugabe, dies war sicher ausbaufähig, aber sie mussten wohl schnell weg. Kaum waren die letzten Töne verklungen fuhr auch schon ihr Nightliner vom Hof. Sie boten trotzdem alles was man als Fan hören möchte. Es war nicht so viel los wie bei Irié Révoltés und der Altersschnitt vor der Bühne stieg auch sprunghaft. Es war schön „….mein Schatz“!
Bin gespannt auf die weitere Entwicklung des Festivals und die Bands im Jahre 2015.
MaD
Marathonmann: Callejon: Alligatoah: Marteria: Emil Bulls: Irié Révoltés: The Hives:
Was haben Alice in Chains, Airbourne und Kvelertak gemeinsam? Sie alle sind herausragende Bands ihres Genre und spielten gemeinsam in Basel auf dem Sonisphere Festival. Was sie aber wirklich vereinte an diesem Tag in Basel war die Tatsache, dass sie letztlich Vorbands für die große Show von Metallica waren. Der späte Nachmittag wurde gefüllt mit guter Rockmusik, die für die meisten den Hintergrund ihrer Gespräche lieferte. Erst als Metallica kurz vor 21 Uhr die Bühne betraten, kam richtig Stimmung in den St.Jakob-Park in Basel. Alice in Chains hauten großartige Lieder raus und fast niemand nahm davon Notiz. Bitter, aber eben Realität wenn Metallica danach noch zum Tanz bitten. Die Altmeister des Heavy Metal bekamen von den Fans ein tolles Set zusammengestellt. Persönlich hatte ich vergessen zu voten, aber außer Wherever I May Roam vermisste ich keinen Titel. Dieser stand immerhin noch live zur SMS-Wahl, unterlag aber Orion. Ich sparte mir die 80 Rappen für die SMS, aber viele hatten Spaß daran und tippten fleissig „B“ in ihr Handy. Über Sinn und Unsinn dieses SMS-Voting lässt sich trefflich streiten. Noch bei Tageslicht gingen Metallica mit Battery gleich richtig steil und legten mit Master Of Puppets nicht weniger spektakülär nach. Fäuste wurden gereckt und „Master“ aus tausenden bierseeligen Kehlen gen Bühne gebrüllt. Welcome Home (Sanitarium) und Ride The Lightning folgten bevor sie mit The Unforgiven erst mal etwas den Fuß vom Gas nahmen. Technisch brilliant und mit einem bombastischen Sound ausgestattet machten die vier Musiker in der Kurve Alarm in der normalerweise die Ultras des FC Basel dafür sorgen, dass es kracht und lärmt. Die Band hatte sichtlich Lust an diesem Abend Basel zu rocken. Immer wieder liefen die Musiker auf den beiden Stegen ins Publikum, klatschten ab und lachten entspannt. Kirks Gittarensolo mündete in das gefühlvolle Nothing Else Matters und er war sich der Wirkung durchaus bewusst als er die ersten Klänge dieses Liedes anspielte. Hatten ihm gerade noch alle andächtig gelauscht und auf die Finger geschaut wie sie über die Saiten flogen, so brachen nun alle in Jubel aus. James Hetfield hatte ansonsten über den ganzen Abend alle Fäden in der Hand, sprach viel mit den Fans und wirkte keineswegs gelangweilt als er dieses Best of Set vortrug, im Gegenteil. Da stand ein charismatischer Musiker, der weiss welches Privileg er durch seine Musik im Leben genießt. Am Freitag in Basel ließ er alle daran teilhaben. Als bei Sad But True der Himmel über Basel anfing zu blitzen und zu donnern, bekamen Metallica kostenlos Unterstützung für ihre Show. Besser hätte es kein Regisseur inszenieren können. Blitze zuckten über dem Stadion, es regnete in Strömen und Metallica drehten auf. Da standen sie im Regen von Basel und spielten nacheinander …And Justice For All, One und For Whom The Bell Tolls. Der Himmel donnerte und leuchtete dazu. Mit Enter Sandman gingen sie von der Bühne um nach knapp 3 Minuten wieder zur Zugabe und St.Anger zu erscheinen. Seek and Destroy beendete nach ca. 2 1/2 Stunden einen Abend mit Metallica der Hit an Hit reihte, seine eigene durch das Gewitter unterstützte Dramaturgie hatte, eine Band voller Lust am Live Gig zeigte und alle Fans mit einem Grinsen im Gesicht in den Regen entließ. Mich führte der Weg in die Bar du Nord um dort noch mit vielen Kolumbianern gemeinsam die letzten 30 Minuten des WM-Viertelfinals Brasilien-Kolumbien zu schauen. Danke an Daniel D. für den Abend und das Dach überm Kopf.
MaD
Setlist: 1. Battery 2. Master Of Puppets 3. Welcome Home (Sanitarium) 4. Ride The Lightning 5. The Unforgiven 6. Creeping Death 7. Lords Of Summer 8. Sad But True 9. Fade To Black 10. …And Justice For All 11. One 12. For Whom The Bell Tolls 13. Whiskey In The Jar 14. Nothing Else Matters 15. Enter Sandman 16. St. Anger 17. Orion 18. Seek & Destroy
Merauder aus New York spielten Metalcore als es diesen noch gar nicht gab. Schon Anfang der 90er Jahre verquickten sie klassischen Hardcore mit Metal. Fast alles was man bei anderen Bands mit härterer Gangart liebt findet sich hier wieder. Schnelle Gitarrensoli, dumpfer Bass, klassische Mid-Tempo Songs, dann wieder melodiöse Parts. So sehr Merauder andere beeinflussten, hier vor allem Hatebreed oder Heaven Shall Burn, so ließen sie es im Laufe der Jahre auch zu, dass sie offen für viele Spielarten der härteren Musik wurden. Vielleicht auch dadurch bedingt, dass Merauder keine Band im eigentlichen Sinne mehr ist. Durch die vielen Wechsel der Bandmitglieder kamen immer wieder neue Ideen und neue Einflüsse. Dies ist nicht unbedingt schlecht, erklärt aber warum auch die Alben von Merauder nicht eine klare Linie oder Handschrift tragen. Knapp 25 Jahren sind sie nun unterwegs, haben mit allen Szenegrößen gespielt und waren zur Matinee-Show nun in Karlsruhe. Sicher über 100 Leute waren in die Alte Hackerei gekommen um die New Yorker zu sehen. Es eröffneten die beiden lokalen Bands Strike Back und Diversion. Beide mit Potenzial, vor allem von den Jungs von Diversion (Bandmitglieder von Strike Back sind hier auch dabei) ist noch einiges zu erwarten. Der gesamte Auftritt wirkt reifer, der Sound ist fetter. An der Bühnenpräsenz ist noch zu arbeiten, es entstehen zwischen den Songs oft lange Pausen bei denen die Musiker alle mit dem Rücken zum Publikum gen Schlagzeug schauen. Aber alle beiden Bands sehr sympathisch und mit durchaus Potential. Bin gespannt wie es bei beiden weiter geht. Respekt auch an den Sänger von Strike Back, der später Merauder vor der Bühne gut abfeierte. War Charge aus Schottland sollte dann mal so richtig für Merauder anheizen. Auch noch eine sehr junge Band, die aber schon einiges an Konzerterfahrung mitbringt. Sie hatten Lust vor diesem Publikum zu spielen und zeigten es trotz des eher (mal wieder) verhaltenen Moshpits (…wenn man von Moshpit überjaupt reden will…). Merauder legten dann mächtig los und endlich kam auch etwas mehr Bewegung in die Hackerei. Letztlich blieb es aber auch hier wieder beim Versuch einiger weniger Leute (Gruß an den Doc, Lars13 und Jens) Leben in die Bude zu bringen. Karlsruhe ist auch zur Matinee-Zeit eher zurückhaltend, da kann auf der Bühne stehen wer will. Jorge Rosado weiß wie man die Meute bei Laune hält. Er erzählt fast pausenlos zwischen den Songs seine Stories, sorgt so für viel Gelächter und eine lockere Stimmung. Bei „Life Is Pain“ lohnt es sich für ihn endlich das Mikro in die Besucher zu halten. Etliche Herren shouten den Song mit. Auch die Schotten sind darunter. Sie hatten wohl so richtig Bock auf Merauder und wollten diese nicht nur als Support-Act unterstützen. Auch hier endet das Set schon recht schnell. Die Hackerei fordert noch laustark nach Zugabe und bekommt diese auch. Irgendwie sympathisch wie sich die Band kurz berät was sie spielen wollen. Da stehen gestande Musiker und strahlen ins Publikum als wäre dies einer der größen Auftritte ever, dabei standen sie mit allen Größen des Hardcore-Genres schon auf der Bühne.