Sommer in Berlin, Seeed in der Wulheide, ein kühles Kindl in der Hand. Ihr werdet mir zustimmen wenn ich behaupte, dass es schlechtere Voraussetzungen für einen gelungenen Abend gibt.
Es war der Abend für den man sich vor einem Jahr die Karten sichern musste. Zuerst als das einzige Seeed Open Air in Berlin angekündigt, war es dann im Endeffekt „nur“ eines von vier. Aber an diesem Freitag Abend waren die Leute am Start, die sich zuerst die Karten gesichert hatten.
Man sollte meinen, dass dieses Gesamtpaket die Band dazu veranlassen würde ein Feuerwerk abzubrennen, etwas ganz besonderes zu bieten. Aber leider weit gefehlt. Es war exakt die selbe Show wie auf der Tour, selbst die Spielzeit blieb bei knapp 1,5 Stunden. Enttäuschend!
Peter Fox begründete es damit, dass in der Wulheide recht früh Schluss sein muss. Korrekt, nur warum nicht einfach früher beginnen? Beispiele dafür dass es geht gibt es genug. Exemplarisch sei nur mal Pearl Jam genannt, die immer weit mehr als zwei Stunden spielen.

Ihr wisst ja wie das mit den Abenden ist von denen man sich viel verspricht und diese Erwartungen dann nicht erfüllt werden….!
Alles in allem war es ok und für alle die Seeed auf dieser Tour zum ersten Mal sahen, war es bestimmt ein genialer Abend. Für mich und meine Begleiter (Grüße an die beiden Harlekins Berlin) war es ok. Seeed spielten alles was man hören will, animierten die Leute zum mitmachen, der „Harlem Shake“ wurde zelebriert und als einer meiner Höhepunkte schwenkten tausende von Leuten ein Kleidungsstück über dem Kopf, was ein tolles Bild abgab.
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„Schwarz zu blau“ gehört mittlerweile zum Standard Repertoire eines Konzertes von Seeed und dies mit Recht. Die Zuschauer sangen laustark und aus voller Kehle mit. Gemeinsam mit „Dickes B“ ist es eben der Song über die Hauptstadt und beide Lieder repräsentieren auch gut die Entwicklung die Seeed bzw. Peter Fox in den letzten Jahren nahmen.
Nicht überraschend war zu sehen wie die Fans vor allem die „alten“ Lieder mächtig abfeierten.
„Release“, „Music Monks“ oder „Ding“ seien hier exemplarisch genannt. Bei den neuen Liedern teilte sich das Publikum ganz klar in die „alles Mitsinger“ und „die alten Songs gefallen mir besser“ Leute. Ich persönlich gehöre zur letztgenannten Gruppe.

Wenn Seeed jetzt noch etwas an ihrer Spielzeit arbeiten, kann man sich auch getrost in den kommenden Jahren auf ihre Konzerte freuen.
MaD

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