Lukas Scherfig, Chandu Chodavarapu und Kasper Rasmussen parkten an diesem Donnerstag Abend ihre Mopeds direkt vor der Alten Hackerei in Karlsruhe. Mod-Punk erster Sahne sollte uns heute Abend wieder erwarten und so zogen Tosa und ich zu später Stunde noch los um der Hackerei einen Besuch abzustatten. Für einen Werktag war dort gut was los, kein Wunder bei der Aussicht The Movement live zu erleben. Zudem stand ab diesem Abend das ganze Wochenende im Zeichen von „6 Jahre Alte Hackerei“. Vielen Dank an Plüschi für diese Bar, diesen Club – du bist Punkrock!
„Stylomat“ war ich wieder mal geneigt auszurifen als Lukas und seine beiden Mitstreiter die Bühne betraten. Aber in den nächsten knapp 1 1/2 Stunden sollte es dann weniger um die Optik gehen. Die Anwesenden hatten Lust zu tanzen und The Movement lieferte dazu den Soundtrack. Während ich mich ganz vorne am Bühnenrand mit ein paar Gleichgesinnten anrempelte, stand die Meute wippend hinter und und feierte jeden Song ab. Der katastrophal schlechte Sound tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Leute kannten die Songs und sangen einfach über das Geknarze aus den Boxen drüber. Mr. Groove Chandu Chodavarapu sorgte zusammen mit Kasper Rasmussen am Schlagzeug dafür, dass es immer kräftig wummerte in der Hackerei, während Lukas für den schnellen aber immer sehr rhytmischen Gitarrensound sorgte. Seine Stimme würde ich sowieso aus hundert anderen heraushören. Sie ist der Soundtrack zu einem Bild auf dem noch Mopeds, Lederjacken, Sakkos, die eine oder andere Harrington, dünne Krawatten und top gestylte Mädchen zu sehen sind. Nach dem Konzert spielten sich noch „unglaubliche Szenen“ mit Lukas, „Ranzi“ und einer CD ab……..aber dies bleibt unter denen die dabei gewesen sind.
Jetzt wird es endlich Frühling, also holt den Roller raus, bindet die Krawatte um und holt euer Mädel ab – die Musik dazu haben The Movement schon längst geschrieben.
Geht doch nichts über ein gutes Menü am Samstag Abend. Im Pforzheimer Bottich bestand dies aus paDDELNoHNEkANU und eben Feine Sahne Fischfilet. Die Vorspeise verpasste ich leider und kam erst zum Hauptgang. Ich war total gespannt auf „Feine Sahne Fischfilet“, die ich wirklich erst richtig wahrgenommen habe, seit sie im Bericht des Verfassungsschutzes vom McPomm (…kann eine Band mit solch lustigem Namen so gefährlich sein – gleich mal hören was die für Mucke machen…*g) auftauchten und so auf einmal auch medial mehr präsent waren. Mittels Youtube hörte ich mich durch einige Lieder und war begeistert. Auch in meinem Umfeld kamen nun immer mehr Leute, die mit der Band aus Rostock etwas anfangen konnten. Ska, Streetpunk, Punkrock, egal wie man es nennen mag. Die Musik von Feine Sahne Fischfilet macht Spaß, geht in die Beine, wird mit Herz und Verstand gespielt und bleibt einem einfach im Ohr. Für mich textlich der legitime Nachfolger von …but Alive.
Es ist immer wieder erstaunlich wie man mit einer einzigen Trompete es schafft eine ganze Meute zum tanzen zu bringen. Kaum blies „Köbi“ in diese, fing der Bottich an sich zu bewegen. Nicht selten endete dies in herzhaftem Pogo, „Monchi“ mittendrin. Sein Mikro musste er dann mit einigen sangeswilligen teilen, die sich textsicher fühlten.
Feine Sahne Fischfilet bieten ein breites Repertoire aus Songs, die nicht nur laut und schnell sind, sondern auch mal leisere, nachdenkliche Töne anschlagen. An diesem Abend im Bottich regierte aber eher der Spaß und spätestens bei „Komplett im Arsch“ tobte der Mob vor der Bühne und sicherlich wippte dann auch der letzte hinten in der Ecke mit dem kleinen Zeh. „Mit dir“, „Riot in my heart“ und „Geschichten aus Jarmen“ waren für mich die absoluten Höhepunkte einer gelungenen Show.
Danke an die Crew von Subkultura Pforzheim, die immer alles gibt um solch tolle Bands auf die Bühne zu bringen. Lasst euch nicht unterkriegen!
MaD
P.S. Im Anschluss traten noch Heiter bis Wolkig mit einem Playbackprogramm auf. Für alles gibt es eine bestimmte Zeit, für die Kölner wäre es an der Zeit ganz aufzuhören!
Seit 2007 begeistert mich diese Band. Yen benötigten nur einige wenige Songs, dargeboten auf einer kleinen Bühne, um mich in ihren Bann zu ziehen. Das lag natürlich (nicht) nur an der wirklich außergewöhnlich charismatischen Sängerin. Nein, die Band Yen ist einfach eine tolle musikalische Einheit. An einem Abend auf dem Gute Toene Festival in Pforzheim war mir schnell klar, dass ich hier etwas Besonderes sehe und vor allem: höre. Da war so viel Gefühl, Freude und Energie auf der Bühne – und das im Vergleich zu vielen anderen Band nicht im mindesten aufgesetzt und geheuchelt, sondern ehrlich. Das bestätigten sie auch gleich doppelt, und zwar in der gleichen Nacht, als sie den klitzekleinen Zeltplatz bis zum Morgengrauen musikalisch unterhielten.
Yen verstehen es auch auf „Into The Sun“ viel Gefühl mit schnellen, voll Power gespielten Instrumenten und toll gesungenen Liedern zu vereinen. „Black Waterfalls“ ist hierfür ein großartiges Beispiel: da bietet Frontfrau Yen-Hwei Bella mit einzelnen, fast ins Mikro gehauchten Worten schon den perfekten, gefühlvollen Einstieg – bis Chris mit seiner Gitarre ordentlich Gas gibt, die Rhythmus-Sektion um Steffen und Benny nachzieht und Yen-Hwei ihre Rockröhre auspackt. Am Ende wird das Ganze also tanzbar – und ich kann die rockende Menge vor der Bühne deutlich vor mir sehen.
Ein weiterer Höhepunkt ist für mich auch das musikalisch locker-leicht daherkommende „Redemption“. Die Botschaft ist zwar nicht sonderlich leicht, aber im Endeffekt vermittelt „Redemption“ genau die Art von Lebensfreude, die ich bei Yen seit jeher spüre.
Yen singen nach eigenen Angaben auf „Into The Sun“ u.a. von Revolution, Befreiung und Liebe. Letztere bekommt vor allem in den Songs „Nobody Loves Me (Like I Do)“, „L.O.V.E“ und „Emotional D.“ einen besonderen Platz. Drei gefühlvolle, aber nie eintönige Balladen am Stück, die mich zum andächtigen Zuhören und Augenschließen bewegen.
„Prelude II“ im Anschluss lässt diesen Part des Albums ausklingen, bevor bei „Tonight“ die Rockgitarre wieder ausgepackt wird – und Chris all seinen Saiten endlich freien Lauf lassen kann. Ein straighter Rocksong, der wegen seiner Intensität auf großen Bühnen ebenso funktioniert, wie auf kleinen. „On A Mission“ beginnt schließlich wie ein astreiner Heavy Metal Song aus den 80ern – so rollt die Gitarre regelrecht auf den Hörer zu. Das heißt: Kurz aufschrecken! Dann stoppt Yen die Walze abrupt mit ihrer unverkennbaren Stimme wieder. Mit „Fear“ endet die Platte dann eher ruhig. Angst muss man vor Yen also wirklich nicht haben – falls das je ein Thema war -, sondern höchstens davor, dass man von dieser, vor allem live großartigen Band nicht mehr loskommt. Also davor, dass es euch so geht wie mir.
„Into The Sun“ ist der Beweis dafür, dass es sich immer lohnt, ganze Alben auch am Stück zu hören und sich nicht nur einzelne Songs rauszupicken. Yen haben hier ein stimmiges Werk veröffentlicht. Mal laut, mal leise, nie beliebig – und mit ganzer Seele eingespielt.
Chris, der Perfektionist an der Gitarre, nahm sich per Mail etwas Zeit um noch einige Fragen zum Album und zu Yen im Allgemeinen zu beantworten:
Valve: Ihr habt nach längerer Zeit wieder ein Album aufgenommen. Wie war dein Gefühl als es vollbracht war?
Yen: Wir haben uns für das letzte Album ziemlich viel Zeit genommen, und vor allem ziemlich viel Energie reingesteckt. Das beste Gefühl war, das fertige Album in den Händen zu halten und darin rumzublättern, während die CD im Player rotiert. Da habe ich dann realisiert, dass die Platte wirklich fertig ist. Das war ein unglaublich befriedigendes Gefühl.
Valve: Wer schreibt bei euch hauptsächlich die Lieder und die Texte?
Yen: Die Texte kommen fast alle von Yen-Hwei Bella, bis auf ein bis zwei Ausnahmen, an denen ich noch mitgeschrieben habe. Die Songs entwickeln wir dann gemeinsam, zu Zweit (Yen-Hwei und Chris) oder Yen bringt schon einen fertigen Song mit, den wir dann gemeinsam arrangieren.
Valve: Hast du einen Favoriten auf „Into The Sun“ und wenn ja, welcher Song und warum?
Yen: Das ist schwer, da meine Favoriten ständig variieren. Im Moment ist es „L.O.V.E.“, da er so schön anders ist und eine krasse Stimmung in sich trägt.
Valve: Was kann man von Yen 2013 live erwarten?
Yen: Wir wollen wieder vermehrt Konzerte spielen, Clubs, Festivals, Sofakonzerte und an neuen Songs rumbasteln, denn die nächste Platte wird nicht so lange auf sich warten lassen.
Valve: „Into The Sun“ ist online in den einschlägigen Stores, als Download und natürlich im Plattenladen zum Kauf erhältlich. Wie sieht’s mit dir aus: Kaufst du noch Musik? Wie stehst du zu Streams?
Yen: Ich finde es immer noch spannend CDs zu kaufen, um dann im CD-Cover rumzublättern, während die Musik läuft. Um ehrlich zu sein habe ich Spotify und Co. noch nicht wirklich ausprobiert! Aber natürlich kaufe ich Musik. Und ich finde es selbstverständlich, dass man für Musik Geld bezahlt. Denn solange irgendwo für Leistung Geld bezahlt wird, sollte man das auch für Musik tun. Wenn ich morgen früh an der Tankstelle meinen Sprit gratis bekomme, beim Bäcker die Brötchen umsonst…, dann gibt es selbstverständlich auch unsere Musik für lau… Alles andere wäre nicht fair.
Michael Olga Algar, Duncan Redmonds und Tom Goober alias The Toy Dolls sorgten im ausverkauften Substage in Karlsruhe für einen Abend voller Jux und Tollerei.
Quietschfidel und kunterbunt präsentierte sich die, nur dem Alter nach, in die Jahre gekommene Punkband aus Sunderland, natürlich stilsicher mit Sonnenbrille.
The Toy Dolls konnten sich an diesem Abend auf ihre treue über die Jahre gewachsene Fanbasis verlassen. Alle waren gekommen um vielleicht die letzte Tour der Spaßpunker mitzuerleben, auch wenn diese The Tour After The Last One hieß und so Raum für mehr offen lässt.
Olga am Gesang und der Gitarre steht nunmehr seit über 30 Jahren auf der Bühne und ist die Konstante bei den Toy Dolls. Ein Entertainer vor dem Herrn und Meister der guten Laune, nicht unbedingt des wirklich guten Gesangs, aber dieser wird auch im allgemeinen total überbewertet.
Eher unterbewertet wird wohl das musikalische Können der drei Spaßmacher. Sowohl Olga, als auch Goober am Bass und The Amazing Mr. Duncan am Schlagzeug haben es richtig drauf. Nur so kann man den Spaß und die Knalleffekte auch voll ausleben.
Bierseelige Partystimmung erwartete die Band schon beim betreten der Bühne. Wenn man im Alter der Fangemeinde mal wieder an einem Freitag Abend das Haus verlassen darf, muss man es auch krachen lassen. Große Bier und kleine Schnäpse (in großen Bechern auf Tabletten) wurden im Umfeld des Verfassers in rauen Mengen serviert und versorgt. Dies beschleunigte sicherlich auch den Beginn der Tanzaktivitäten obwohl wir uns eher im hinteren Teil des Substage aufhielten. Einige Umstehende fanden dies nicht so prickelnd und wünschten uns sogar wortwörtlich und sichtlich ohne Spaß in Stimme und Mimik den Tod an den Hals, sollten wir sie noch einmal anrempeln. Ich vergaß, auf Punkkonzerten darf man nur in separaten Bereichen tanzen, mein Fehler.
Da dies natürlich nicht eingehalten werden konnte, zu gut spielten die Toy Dolls zum Tanz auf, ist wenigstens gewiss, dass diesen komischen Menschen der Abend gründlich verdorben wurde. Prima!
Nellie The Elephant war für alle der endgültige Startschuss zur Party. Sie spielten es gleich im ersten Drittel des Sets und ab da gab es kein Halten mehr. Wie ein hakend schlagender Hase auf Amphetamin hoppelte die Menge durcheinander und so manches Bier fand eher den Weg auf mein T-Shirt als in die durstigen Kehlen der feiernden Meute. Textsicher und aus vollem Halse gröhlend ertappte man so manche sich in den Armen liegende Familienväter und solche dies es noch werden wollen.
Auf der Bühne gab es derweil viel zu sehen. Von angeklebten Brusthaaren über Konfetti aus der Kanone bis hin zu Gitarren der Marke ZZ-Top.
Alles bekam ich aber gar nicht so richtig mit, vor lauter tanzen, trinken, lachen und die Spaßbremsen mit dem bösen Blick schupsen.
Und irgendwann war nach der x-ten Zugabe schon Schluss. Schade eigentlich und ich hoffe, dass es die nächste The Tour After The Last One geben wird.
Wenn auch das Wort Kult heutzutage inflationär gebraucht wird, kann man es doch sicherlich bedenkenlos im Zusammenhang mit dieser Band verwenden.
Euer MaD
Ein dickes Danke für diesen Abend geht an die gesamte „Portus Hardcore and Friends“ Bande und the amazing Daniel D., der extra den Gruppenabend seines Seminar in Freiburg schwänzte – verrückter Kerl.
Grüße auch an den Doc, Lars13, Matze2 und Rennrad Renglinger. Im Vorprogramm spielten übrigens Radio Dead Ones aus Berlin. Eine tolle Liveband, die trotz der Krankheit ihres Sängers absolut überzeugen konnte. Leider kannten sie im Publikum nicht so viele, aber es gibt nach diesem Abend bestimmt einige die sie näher kennen lernen wollen. Ich konnte sie schon mal live sehen und schrieb damals dies:
Das Flagschiff des Punkrock schickt 16 sonnige Grüße aus Kalifornien, True North heißen die, und stammen von Bad Religion. 35 Minuten lang lässt uns die Band wissen, dass sie noch immer für schnellen und melodischen Punkrock par excellence steht. True North kann sich zurecht als einer der legitimen Nachfolger von Suffer sehen bzw. hören lassen.
Epitaph, und damit das hauseigene Label von Brett Gurewitz (Gitarre, Gesang), durfte True North auf den Markt bringen. Bad Religion bleiben sich also auch hier treu: Mit Ausnahme von 4 Alben veröffentlichten sie alle Alben über ihren Gitarristen Gurewitz. Was ist noch beim Gleichen geblieben? Sie sind weiterhin bissig, sozialkritisch und anklagend in den Lyrics, melodisch und schnell in ihrer Musik. Brooks Wackerman trommelt vom Allerfeinsten und verleiht dem Album damit noch immer diesen typischen Bad Religion Sound, den man überall sofort heraushört.
Schöne Tempowechsel, mehrstimmiger Gesang und natürlich, die klare Stimme von Greg Graffin komplettieren diese 35 Minuten pure Bad Religion, bei denen Melodien wie eh und je im Vordergrund stehen. Sie holen alles, was die Band ausmacht, aus sich heraus, innerhalb dieser halben Stunde. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Songs ursprünglich mindestens alle eine Minute länger geplant waren. Dann brachten sie Graffin, Gurewitz und Jay Bentley (Bass) bei der Produktion auf den Punkt. Die schnelle, treibende Hymne True North leitet Punk ohne Qualitätsverlust ein. Kein Song unter den 16 fällt hier ab. Bad Religions typische Gitarrenriffs an allen Ecken und Enden, der passende stimmliche Einsatz aller Bandmitglieder. Nein, hier gib’s nichts zu meckern. Bad Religion steht drauf, Bad Religion ist drin. Genau das mag der langjährige, oder auch jeder neu hinzugekommene, Fan hören.
Dept. Of False Hope bietet wunderschöne Midtempo Parts, bei denen kein Fuß und kein Genick still halten können. Mit Fuck you setzen Bad Religion noch ein klares Statement für oder gegen, so vieles, was in 30 Jahren Band und Weltgeschichte passiert und ihnen begegnet ist. Zurecht sagte Greg Graffin: Sollte irgendeine Band einen Song mit diesem Titel haben, dann sind das wir.
Fazit: 35 Minuten True North mit 16 Grüßen aus Kalifornien auf Repeat und ab dafür!
Rage Against The Machine! Das lauteste politische Manifest aus Rock, Rap und Funk welches je geschrieben wurde. Auch 20 Jahre später ist es so aktuell wie am ersten Tag. Die Themen mit denen sich die Menschheit auseinandersetzt sind immer noch die selben und die Probleme sind eher schlimmer geworden.
Zack de la Rocha schrieb vor 20 Jahren Texte gegen das System aus Korruption und Menschenverachtung. Er schrieb Texte für einen menschlicheren Umgang miteinander. Wie kein Zweiter verstand er es zudem diesen Texten Leben einzuhauchen, durch seine unnachahmliche Art zu rappen und durch das kongenialeZusammenspiel mit Tom Morello. Dieser entlockt seiner Gitarre nicht nur Riffs, sondern auch Effekte welche man bis dato nur von DJs kannte.
Tim Commerford und Brad Wilk komplettieren eine Band, die wütend die Bühnen aller Kontinente in eine Kampfzone gegen die Herrscher dieser Welt verwandelt. Diese beiden gaben der Wut den nötigen Groove.
Remastered kommen die 10 Statements gegen das System zum 20jährigen Jubiläum des Albums wieder auf den Markt.Schön in einer Box mit Livemitschnitten und den Original Videos zu Bombtrack, Killing In The Name und Freedom. Auch eine CD mit Demos befindet sich in der Box. Interessant, da sich diese Songs so nicht auf dem Album befunden haben und auch der Sound von Rage Against The Machine etwas anders klingt, da Morellos Gitarre nicht so präsent ist.
Dieses Album ist damals wie heute musikalisch und inhaltlich ein Meilenstein. Zeitlos und bedeutungsschwer, wenn man den Blick auf die Finanzmärkte richtet und knapp 1 Milliarde Menschen die Hunger leidet.
Diese Platte zu remastern wäre nicht nötig gewesen und technisch ist es auch nicht spektakulär anders oder sogar besser als damals. Allein die Tatsache dieses Schmuckstück des Crossover der frühern 90er wieder in den Fokus der Musikwelt gerückt zu haben war es aber wert.
Fällt der Name Pip Hancox denkt man unwillkürlich an die Psychobilly-Band Guana Batz. Seine Stimme, sein Charisma, seine Energie prägten diese Band. Nun leiht er einer neuen Band Namen und Stimme, und möchte mithilfe seiner Wurzeln viele Spielarten des Rock’n’Roll miteinander verbinden. Ob er damit Erfolg hat, erfahrt ihr hier.
„Vegas Lights“ heißt das Baby – und es groovt und scheppert an allen Ecken und Enden. Schöne Bassläufe von Jonny Bowler (er war zusammen mit Hancox auch bei Guana Batz am Start), raue Gitarren zu netten Melodien und immer wieder die sehr präsente Stimme von Pip Hancox. So richtig Laune will allerdings irgendwie nicht aufkommen. Zu sehr verzetteln sich Hancox in den unterschiedlichsten Stilen. Es gibt keinen roten Faden, der sich durch das Album zieht. Merkt man beispielsweise dann, wenn man neben Rock’n’Roll-Klängen verdächtigerweise auch das eine oder andere Mal Country-Gitarren heraushört. Vor allem bei „Bleed“ fühlt man sich eher im Saloon, als in einem verrauchten Kellerraum, wo die Leute am „wrecken“ sind.
Viel Positives gibt es daher nicht unbedingt zu berichten. Das düstere „Ellinore“ allenfalls kann gemeinsam mit dem Blondie-Cover „Call me“ überzeugen. Vor allem ersteres lässt einen dann auch wirklich nicht mehr los: Treibende Gitarren, von Gino Meregilliano entfesselt, und die Düsternis in Hancox‘ Stimme lassen den Song wie eine Wand aus den Boxen kommen – man wird beim Hören schier zerschmettert. Eine Perle dieses Albums.
Und sonst? Nun, auch der Titeltrack „Vegas Lights“ vermag noch aus der Liedermenge herauszustechen – eine schöne Ballade, bei der die tolle Stimme des Sängers wieder sehr gut zur Geltung kommt. Ansonsten kann man die Songs aber blind auf die Alben verschiedenster Rock’n’Roll-Bands verteilen – sie würden dort keine Spuren hinterlassen.
Der musikalische Ausklang des Jahres 2012 hätte besser nicht sein können. Die Mannheimer Loaded spielten in Karlsruhe zum Rempeltanz auf. Eine voll besetzte Alte Hackerei feierte die Streetpunkband gut ab. Diese gab wie immer mächtig Gas und zeigte vom ersten Takt an, welche Freude ihnen so ein Auftritt macht. Nach über 500 Liveauftritten ist keine Spur von Müdigkeit bei dem Trio zu spüren.
Bis jeder der Anwesenden seinen Platz vor der Bühne gefunden hatte, dauerte es etwas. Als sich das Publikum aber endlich in Tänzer und Zuseher sortiert hatte gab es kein Halten mehr. Nick und Julia merkte man dabei an wie viel Spaß sie dabei hatten zu sehen wie ihr Publikum ihre Lieder feierte.
Seit den 90er Jahren begeistern Loaded europaweit alle denen Bands wie Dropkick Murphys, Cock Sparrer, The Clash oder auch The Pogues nicht fremd sind und die sich auch noch auf Ska einigen können. Dabei schaffen sie es immer wieder eine richtige „Wohlfühlatmosphäre“ zu erzeugen. Ihre Art aufzutreten und mit so viel Leidenschaft auch kleinste Bühnen zu rocken macht einfach Laune.
Gute 1 1/2 Stunden spielten Loaded ihre Art des Streetpunk und ließen sich am Ende vom beigeisterten Publikum noch zu einigen Zugaben bitten. Was gibt es besseres als das Jahr mit Loaded, ein paar Bier, Freunden und dem Song „Spirit of 69“ ausklingen zu lassen?!