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Onkelmad – Portus Hardcore since 1975

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punkrock

WIZO – Tourabschluss (13.12.2014 LKA Stuttgart)

WIZO startete ihre Tour im Oktober im Stuttgarter LKA. Viele intensive Abende verbrachten sie auf größeren und kleineren Bühnen und schwupps standen sie schon wieder im LKA um die Tournee würdig zu beschliessen.
Die Sindelfinger um Sänger Axel wirkten keineswegs müde und bescherten den Besuchern im ausverkauften LKA einen astreinen abwechslungsreichen Abend.
Die Songsauswahl bestand aus einer guten Mischung älterer und neuerer Stücke. Mit „Punk gibts nicht umsonst“ haben WIZO feines neues Material am Start. Ganz im bewährten Stil mit viel Ironie und Witz, gepaart mit ernsten Gedanken wie z.B. im Song „Unpoliddisch“.
Das Trio betonte immer wieder wie toll und reibungslos die Tour verlaufen ist. Eine dufte Truppe war da wohl mit am Start, denen auch ausgiebig gedankt wurde.
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Zwischendurch ließen es WIZO dann mächtig krachen und das Publikum dankte es mit viel Applaus und sang nach Leibeskräften bei Liedern wie „Die letzte Sau“, „Kopfschuss“, „Gute Freund“ oder „Quadrat im Kreis“. Vor allem bei letztgenanntem Song ging das LKA richtig steil.
Von der neuen Platte spielten sie u.a. das vorher schon erwähnte „Unpoliddisch“ und auch „Ganz klar gegen Nazis“. Beide sind so aktuell wie sie nur sein könnten, wenn man die momentane Stimmung in unserem Land betrachtet. Hier scheint nach vielen Jahren eine Schamgrenze gefallen zu sein und der bei vielen Bürgern unterschwellig vorhandene Rassismus tritt offen zu Tage. WIZO und das Publikum bezogen an diesem Samstag Abend klar Position.
Dieses Publikum wurde mit den Songs auch älter. Viele Gruppen standen zusammen, die in dieser Besetzung auch schon in den 90er Jahre dabei gewesen sind.
Als das große Finale anstand und der Goldfisch namens Michael besungen wurde gaben noch mal alle Leute Gas und erst recht als „Kein Gerede“ angestimmt wurde.
Eine Gruppe Frauen Ende 30, welche schräg vor mir standen, reckten überschwenglich ihre Hände in die Höhe und sangen aus voller Kehle „….eine Revolution für den Frieden und die Freiheit….“. Da leuchteten Mädchenaugen und wahscheinlich waren sie in dem Moment wieder 16 und hatten einen tollen Abend in ihrem damaligen Jugendzentrum.
So erging es sicherlich vielen Besuchern des Konzertes. Die Lider von WIZO erinnern auch mich an die unbeschwerten Jahre der 90er als sie den Soundtrack für viele Fahrten und Feste lieferten.
Was sich bis heute auch nicht geändert hat ist das „Gelaber“ von Axel. So kostete dies früher schon viel Zeit und auch an diesem Abend wären locker 3-4 Lieder mehr drin gewesen. Geschenkt für den Tourneabschluss! WIZO 2014 sind live immer noch eine Bank.

MaD 

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Festival der Volxmusik – Abstürzende Brieftauben & Die Mimmis (30.10.2014)

Bong – und da war es wieder 1990. So schnell kann das gehen, wenn man gerade die Alte Hackerei in Karlsruhe betritt zum Festival der Volxmusik. Alte Helden hatten zum Tanz geladen und die ergraute Meute war dem Ruf nach Zerstreuung gefolgt.
Endlich konnte sich auch Plüschi mal nicht beschweren, denn im Gegensatz zu den Hardcore Konzerten wurde an diesem Abend gut getrunken. Alte Fun-Punk-Schule eben, welche sich hier ein Stelldichein gab.
Ob Micro wollte oder nicht, die Geschichte mit meinem ersten Bandshirt musste er sich anhören. Standesgemäß zwischen Pissoir und Waschbecken.
Ich war 14, und mein erstes Bandshirt war von den Brieftauben. Beim Weser-Label bestellt, damals noch im Katalog. Pepe wird sich daran sicherlich erinnern, über seinen Briefkasten lief die Bestellung damals.
Jetzt war damals aber nicht 2014 und 14jährige wohnten noch im Jugendzimmer und Mama räumte da ab und an auf. Böse Falle, wie sicherlich einige bestätigen können.
So kam es wie es kommen musste, mein Shirt war irgendwann weg. „Sowas brauchst du nicht“ war die kurze und knappe Erklärung meiner Mutter und es musste nachgeordert werden. Dieses mal kamen die Shirts aber ganz hinten in den Schrank. Auch schlecht, wegen der Geruchsbelästigung nach mehrmaligem tragen.
Ihr seht, als 14jähriger hatte man es Ende der 80er, Anfang der 90er nicht leicht.
Aufmunterndes Nicken von Micro tröstete mich nun aber viele Jahre später über diesen tragischen Verlust hinweg.
Gegen später spielte er mit seinem neuen Schlagzeuger Olli ein tolles Konzert und die Toten Hosen haben völlig recht wenn sie singen, dass mit den alten Liedern auch die alten Gefühle wieder hochkommen.
Es war unglaublich was  Songs wie „Heute doof und morgen doof“, „Das Grauen kehrt zurück“, „Die Kuh“ oder „Konrad K.“ wieder an Jugenderinnerungen hervorgebracht haben. Super!
Das textsichere Publikum dankte es mit Party und Pogo und viel Applaus.

Die Mimmis machten auch Spaß. Fabsi (Gründungsmitglied der Band), Elf, Nici und Alex sind die aktuelle Besetzung der Band. Auf der Bühne versammelten sich Deutschpunklegenden einfach so unter der Woche in Karlsruhe und spielten als „Die Mimmis“ munter und lustig drauf los. Ein guter Mix aus alten und neuen Liedern. Auch hier interessant wie viele Lieder man wieder erkennt, die man glaubte vergessen zu haben. Ihre Platte „Fun-Punks Not Dead“ war an diesem Abend Programm!

Vielen Dank an alle Musiker für einen tollen Abend im Jahr 2014/1990!

MaD

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Broilers & 4 Promille live im Zenith München (05.04.2014)

Vor ausverkauftem Haus traten die Broilers im Münchner Zenith an. Die Band geht seit einer Weile mächtig durch die Decke, was sich an einer komplett ausverkauften Tour und einem Album (Noir) mit Bestplatzierung zeigte.
Vom Oi-Punk vergangener Tage ist wenig übrig geblieben, wir bewegen uns nun schon eher im Bereich Deutschrock, wenn auch mit mehr Punk als so manch andere Combo, die unter dieses Genre fallen würde.
Noch immer sind die Broilers aber live eine Bank und mit über 30 Songs und 2 1/2 Stunden Spielzeit kamen alle auf ihre Kosten an diesem Abend.
Sammy hat sichtlich Spaß an großen Hallen und gibt gerne den Entertainer. Spielfreudig, aber verbal etwas zurückhaltender präsentierten sich Ron und Ines, die beide aber auch auf der mittlerweile großen Bühne routiniert agieren.
Mit der Größe der Hallen und der Veränderung der Musik, wechselt auch etwas das Publikum. Man sah an diesem Abend im Zenith wenige „Rude-Boys“ oder „Skins“, eher „normales“ Publikum (….viele mehr als nur angetrunken und aggresiv….) und einige T-Shirts einer Band aus Südtirol.
Songs wie „Paul der Hooligan“ passen nicht mehr, obwohl viele mitsangen. Als Ines ins Mikro rief „wo sind die Hooligans?“ erhielt sie natürlich kein wirkliches Echo, ausser ein bierseeliges „Ööööhhhh“ aus vielen Kehlen, die aber diese Art Freizeitbeschäftigung nur aus den Medien kennen. Wenn man die große Bühne rocken will, dann muss man sich von einigen Dingen trennen und Szene eben Szene sein lassen.
Die Lieder der Broilers, vor allem die älteren, machen aber nach wie vor Spaß und die Band rockte das Haus gewaltig.
„Tanzt du noch einmal mit mir“, „An all den Schmutz“ oder „Nur die Nacht weiß“ waren Höhepunkte an diesem Abend.
Zwei Zugabeparts gab es mit jeweils vier Songs. „Meine Sache“ und „Blume“ hatten im Hauptteil noch gefehlt und wurden hier unter tosendem Beifall präsentiert.
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Die Broilers positionierten sich auch mehr als deutlich gegen Nazis an diesem Abend. Sogar 2x stellten sie klar wo sie stehen. Ein Verkaufsstand mit Anti-Nazi Klamotten rundete hier das Bild ab.
Sammy sprach auch über die sehr gespaltene Meinung der gewachsenen Fangemeinde zum neuen Album Noir. Aber hier wird man wohl nicht mehr so richtig zueiander kommen denke ich. Die Broilers haben sich durch die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen aus Düsseldorf auf die großen Bühnen gespielt und sollen dies nun auch genießen. Gönnen wir es ihnen, denn wie viele Szene bzw. Underground Bands spielen sich den Hintern wund und haben nie die Chance von ihrer Musik zu leben. Die Broilers werden dies können.
Einige der alten Fans werden diesen Weg nicht mitgehen, aber das „Deutschrockpublikum“ fängt die Düsseldorfer sanft auf, man muss sich also keine Sorgen machen.
Leider verpassten wir 4Promille fast komplett, da wir im Augustiner Biergarten etwas zu lange verweilten bei Haxe, Schweinebraten und ein paar Bier. Aber „Ich werd mich ändern“ konnten wir gerade noch abfeiern. Immerhin!
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MaD

The Porters meets Portus (Irish Pub, 22.02.2014)

Wenn man über The Porters liest, dass ihr Stil am treffendsten mit der Aussage „The Pogues meets Social Distortion“ zu beschreiben ist, dann kann man dies nach einem Konzert der Band durchaus unterstreichen. Am Vorband des geschichtsträchtigsten Tages der Stadt Pforzheim spielten Volker und Irish Pete mit ihren Porters im Irish Pub und begeisterten mit ihrer eigene Art des Folk-Punk.
Man stellt dies immer gerne heraus, dass eine Band ihren ganz eigenen Stil hat und oft trifft es ja nicht unbedingt zu, aber hier kann man dies guten Gewissens sagen. Straighter Punkrock, rockige Elemente und immer wieder Silke´s Violine, welche die Melodien genau richtig in den kräftigen Sound der Band hinein bringt. Bei Andy muss man immer aufpassen, welches Instrument er gerade spielt.
So wechselte er ständig zwischen Keyboard und Mandoline. Gehrke war an diesem Abend eher der „Unsichtbare“. Ist der Mann hinter den Drums eh oft am wenigsten wahr zu nehmen, so war dies im beengten Irish Pub noch mehr als sonst der Fall. „Irish Pete“ mit seinem breiten Kreuz versteckte in quasi hinter sich. Nach dem Konzert hatten Gehrke und ich noch eine kleine Begegnung. Er so: Na…. Ich so: War ganz nett…. Er wieder: Immerhin  ….beide hatten wir ein fettes Grinsen im Gesicht.
 
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The Porters hatten keinen ganz leichten Stand. So waren extra wegen ihrem Auftritt sicherlich nur knapp 30 Leute gekommen und so galt es das restliche Publikum im Pub für sich zu gewinnen. Dies gelang aber im wahrsten Wortsinn „spielend“. Spätestens ab dem Mike Ness Cover „Cheating at Solitaire“ hatten sie alle auf ihrer Seite. Wenn man die Augen schloss, hörte man Mike Ness. Entweder das Lager tat seine Wirkung oder die Stimmen ähneln sich wirklich so sher. Apropos Lager Beer. Stimmung kam erst so richtig ab Mitte des Sets auf, als dann einige gut geladen waren. Leute, als Fan des vorglühens kann ich euch sagen, das hätte uns an dem Abend alle weiter gebracht. Erst als die Franzosen, welche direkt vor der Bühne standen betrunken waren trauten sie sich auch was. Aber dann richtig! Gleich Mikro geschnappt und selbst gesungen.
Die Laune im Pub stieg und The Porters mussten zur Zugabe mehrmals antreten.
Über zwei Stunden unterhielten sie uns mit Folk-Punk, der im Endeffekt aber zum Glück mehr Punk als Folk ist. Die einprägsame Stimme von Volker, die sympathische Art mit dem Publikum zu kommunizieren von Basser Irish-Pete und selbst der lässig hinterm Mischpult lehnende bandeigene Soundmensch bleiben doch sehr positiv in Erinnerung.

Man hätte sich noch mehr Leute gewünscht, die extra wegen The Porters den Weg in den Irish Pub gefunden hätten und mehr Pogo wäre auch prima gewesen. Aber geschenkt, auch so war es ein toller Abend dank The Porters. Wir sehen uns hoffentlich mal wieder Folks!

MaD
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The Sensitives & Old Man Coyote (Rockstüble Pforzheim, 06.10.2013)

Als ich mir im Netz Lieder von The Sensitives anhörte, fühlte es sich an wie wenn diese aus der Zeit stammen als die guten alten Across The Border noch das Land mit ihren Konzerten unsicher machten. Diese Mischung aus Folk und Punk wie ich sie bisher nur dort gehört hatte. Der Punk steht dabei, vor allem live, immer im Vordergrund. So war ich mehr als gespannt auf das Trio aus Schweden, welches an diesem Sonntag Abend zusammen mit der Karlsruher Band Old Man Coyote im Pforzheimer Rockstüble auftreten sollte. Ein kleiner Raum, der nur knapp 50 Leuten Platz bietet, mit einer netten Bar und etwas unheimlich gestalteten Wänden.

Old Man Coyote machten den Anfang und ließen dem Punk´n´Roll seinen Lauf. Schöne schnelle Gitarrenparts, Refrains zum mitgröhlen und eine Band die trotz der überschaubaren Zahl an Besuchern Spaß hatte (oder ihn zumindest glaubwürdig vorgaugelte *g). Wenn der Sänger einer Band schon ein Shirt von Minor Threat trägt, haben sie eh schon so viel Kredit, das wird dann auf jeden Fall immer ein guter Abend.

The Sensitives spielten danach ein verkürztes Set, bei dem sie aber Songs aus beiden bisher erschienenen Alben vorstellten. Boredom Fighters und Poetry As Hollow As It Can Be kann ich nur jedem ans Herz legen, der auf eine gesunde Mischung straighten Punkrock, gespickt mit Folkelementen steht. Live präsentierten sie an diesem Abend alles eine Nummer schneller als auf Platte was beim Publikum sehr gut ankam. Vor allem „How The Fuck“ oder auch „Kill You Another Day“ kamen sehr gut an. Beide tanzbar und mit einem schönen Refrain zum mitsingen. Paulina am Bass und Gesang, Anton hinter seinem Schlagzeug und Sänger, Gitarrist und Komponist Martin machten an diesem Abend richtig Lust auf mehr Punk, mehr Folk und mehr Schweden.

Netter Spruch des Barkeepers zum Abschluss: „Herzlichen Glückwunsch Jungs, ihr habt gerade einen Kasten Bier getrunken.“ Grüße an Tosa und Hannes!

MaD

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Cherry Bomb & 4Promille (Bottich, 15.03.2013)

Wenn ich gerade schon dabei bin den ereignissreichen März aufzuarbeiten, dieser Konzertabend war bisher der Höhepunkt im Musikjahr 2013.
Party pur im ausverkauften Bottich in Pforzheim. Mit Cherry Bomb aus Potsdam und den Düsseldorfern 4Promille hatte Subkultura ein Knallbonbon gebucht.
Kurzhaarige, Langhaarige und Bunthaarige hatten sich versammelt um einen legendären Clubabend zu erleben.
Punk´n´Roll aus Potsdam war angesagt und ich muss zugeben dass Cherry Bomb mich einfach umhauten.
Ich wartete an diesem Abend im März 2013 eigentlich gespannt auf die Hauptband, da ließen es die so Potsdamer mächtig knallen und hauten mir Songs wie „Lovers“ oder „Part Of Me“ um die Ohren. Ich wollte mitsingen, dem Sänger das Mikro entreißen und gröhlend durch die verdutzte Menge toben, aber ich kannte den Text nicht. Shit!
Bei „Teenage Kicks“ (Coverversion; Original von The Undertones) war es dann endgültig aus, es musste getanzt werden.
So begeistert hat mich selten eine Band von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Kompliment nach Potsdam!

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Nach einer kurzen Pause betraten  4Promille die kleine Bühne und das Publikum drängte sich dicht an dicht davor. Die nächsten knapp 1 1/2 Stunden sollten wenige Wünsche offen lassen. Die wieder vereinigte Combo (ohne Gründer Volker Grüner) spielte einen schönen Mix aus ihrer Bandgeschichte. Viele englische Songs waren auch darunter, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat.
Welche Songs alle hören wollten war ja klar und 4Promille verstanden es gut diese wohl dosiert in ihrem Set zu platzieren um immer wieder Stimmungshöhepunkte zu erzeugen. Melly hatte den Laden eh im Griff und die Jungs hingen an ihren Lippen.
„Träume sterben“, „Jeder hat sein Kreuz zu tragen“, „Popeye der Seemann“, „Jenny“, „Rob A Bank“ waren nur einige der Songs, die euphorisch abgefeiert wurden und gefühlt wollte jeder mal ans Mikro.
Eine friedliche ausgelassene Party war es im Bottich, welche dann bei „Ich werd mich ändern“ ihren absoluten Siedepunkt erreichte, wer hätte es gedacht.
Mit „Qualle“ und einem fetten Pogo beendeten 4Promille nach mehreren Zugaben ihr Set. Was folgte war eine feucht-fröhliche Party mit DJ Beschallung und beiden Bands an der Bar und etwas zu viel Pfeffi.
Eine denkwürdige Nacht ging im Morgengrauen in einem Taxi gen Heimat zu Ende.

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MaD

 

The Movement @Alte Hackerei Karlsruhe (02.05.2013)

Lukas Scherfig, Chandu Chodavarapu und Kasper Rasmussen parkten an diesem Donnerstag Abend ihre Mopeds direkt vor der Alten Hackerei in Karlsruhe.
Mod-Punk erster Sahne sollte uns heute Abend wieder erwarten und so zogen Tosa und ich zu später Stunde noch los um der Hackerei einen Besuch abzustatten.
Für einen Werktag war dort gut was los, kein Wunder bei der Aussicht The Movement live zu erleben. Zudem stand ab diesem Abend das ganze Wochenende im Zeichen von „6 Jahre Alte Hackerei“. Vielen Dank an Plüschi für diese Bar, diesen Club – du bist Punkrock!

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„Stylomat“ war ich wieder mal geneigt auszurifen als Lukas und seine beiden Mitstreiter die Bühne betraten. Aber in den nächsten knapp 1 1/2 Stunden sollte es dann weniger um die Optik gehen. Die Anwesenden hatten Lust zu tanzen und The Movement lieferte dazu den Soundtrack.
Während ich mich ganz vorne am Bühnenrand mit ein paar Gleichgesinnten anrempelte, stand die Meute wippend hinter und und feierte jeden Song ab.
Der katastrophal schlechte Sound tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Leute kannten die Songs und sangen einfach über das Geknarze aus den Boxen drüber.
Mr. Groove Chandu Chodavarapu sorgte zusammen mit Kasper Rasmussen am Schlagzeug dafür, dass es immer kräftig wummerte in der Hackerei, während Lukas für den schnellen aber immer sehr rhytmischen Gitarrensound sorgte. Seine Stimme würde ich sowieso aus hundert anderen heraushören. Sie ist der Soundtrack zu einem Bild auf dem noch Mopeds, Lederjacken, Sakkos, die eine oder andere Harrington, dünne Krawatten und top gestylte Mädchen zu sehen sind.
Nach dem Konzert spielten sich noch „unglaubliche Szenen“ mit Lukas, „Ranzi“ und einer CD ab……..aber dies bleibt unter denen die dabei gewesen sind.

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Jetzt wird es endlich Frühling, also holt den Roller raus, bindet die Krawatte um und holt euer Mädel ab – die Musik dazu haben The Movement schon längst geschrieben.

MaD

Lecker Feine Sahne Fischfilet @Bottich Pforzheim

Geht doch nichts über ein gutes Menü am Samstag Abend. Im Pforzheimer Bottich bestand dies aus paDDELNoHNEkANU und eben Feine Sahne Fischfilet.
Die Vorspeise verpasste ich leider und kam erst zum Hauptgang. Ich war total gespannt auf „Feine Sahne Fischfilet“, die ich wirklich erst richtig wahrgenommen habe, seit sie im Bericht des Verfassungsschutzes vom McPomm (…kann eine Band mit solch lustigem Namen so gefährlich sein – gleich mal hören was die für Mucke machen…*g) auftauchten und so auf einmal auch medial mehr präsent waren.
Mittels Youtube hörte ich mich durch einige Lieder und war begeistert. Auch in meinem Umfeld kamen nun immer mehr Leute, die mit der Band aus Rostock etwas anfangen konnten.
Ska, Streetpunk, Punkrock, egal wie man es nennen mag. Die Musik von Feine Sahne Fischfilet macht Spaß, geht in die Beine, wird mit Herz und Verstand gespielt und bleibt einem einfach im Ohr. Für mich textlich der legitime Nachfolger von …but Alive.

Es ist immer wieder erstaunlich wie man mit einer einzigen Trompete es schafft eine ganze Meute zum tanzen zu bringen. Kaum blies „Köbi“ in diese, fing der Bottich an sich zu bewegen. Nicht selten endete dies in herzhaftem Pogo, „Monchi“ mittendrin. Sein Mikro musste er dann mit einigen sangeswilligen teilen, die sich textsicher fühlten.

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Feine Sahne Fischfilet bieten ein breites Repertoire aus Songs, die nicht nur laut und schnell sind, sondern auch mal leisere, nachdenkliche Töne anschlagen.
An diesem Abend im Bottich regierte aber eher der Spaß und spätestens bei „Komplett im Arsch“ tobte der Mob vor der Bühne und sicherlich wippte dann auch der letzte hinten in der Ecke mit dem kleinen Zeh.
„Mit dir“, „Riot in my heart“ und „Geschichten aus Jarmen“ waren für mich die absoluten Höhepunkte einer gelungenen Show.

Danke an die Crew von Subkultura Pforzheim, die immer alles gibt um solch tolle Bands auf die Bühne zu bringen. Lasst euch nicht unterkriegen!

MaD

P.S. Im Anschluss traten noch Heiter bis Wolkig mit einem Playbackprogramm auf. Für alles gibt es eine bestimmte Zeit, für die Kölner wäre es an der Zeit ganz aufzuhören!

The Toy Dolls – Substage Karlsruhe 01.03.2013

Michael „Olga“ Algar, Duncan Redmonds und Tom Goober alias The Toy Dolls sorgten im ausverkauften Substage in Karlsruhe für einen Abend voller Jux und Tollerei.

Quietschfidel und kunterbunt präsentierte sich die, nur dem Alter nach, in die Jahre gekommene Punkband aus Sunderland, natürlich stilsicher mit Sonnenbrille.

The Toy Dolls konnten sich an diesem Abend auf ihre treue über die Jahre gewachsene Fanbasis verlassen. Alle waren gekommen um vielleicht die letzte Tour der Spaßpunker mitzuerleben, auch wenn diese „The Tour After The Last One“ hieß und so Raum für mehr offen lässt.

„Olga“ am Gesang und der Gitarre steht nunmehr seit über 30 Jahren auf der Bühne und ist die Konstante bei den Toy Dolls. Ein Entertainer vor dem Herrn und Meister der guten Laune, nicht unbedingt des wirklich guten Gesangs, aber dieser wird auch im allgemeinen total überbewertet.

Eher unterbewertet wird wohl das musikalische Können der drei Spaßmacher. Sowohl „Olga“, als auch Goober am Bass und The Amazing Mr. Duncan am Schlagzeug haben es richtig drauf. Nur so kann man den Spaß und die Knalleffekte auch voll ausleben.

P1050851(1)P1050863(1) Bierseelige Partystimmung erwartete die Band schon beim betreten der Bühne. Wenn man im Alter der Fangemeinde mal wieder an einem Freitag Abend das Haus verlassen darf, muss man es auch krachen lassen. Große Bier und kleine Schnäpse (in großen Bechern auf Tabletten) wurden im Umfeld des Verfassers in rauen Mengen serviert und versorgt. Dies beschleunigte sicherlich auch den Beginn der Tanzaktivitäten obwohl wir uns eher im hinteren Teil des Substage aufhielten. Einige Umstehende fanden dies nicht so prickelnd und wünschten uns sogar wortwörtlich und sichtlich ohne Spaß in Stimme und Mimik den Tod an den Hals, sollten wir sie noch einmal anrempeln. Ich vergaß, auf Punkkonzerten darf man nur in separaten Bereichen tanzen, mein Fehler.

Da dies natürlich nicht eingehalten werden konnte, zu gut spielten die Toy Dolls zum Tanz auf, ist wenigstens gewiss, dass diesen komischen Menschen der Abend gründlich verdorben wurde. Prima!

„Nellie The Elephant“ war für alle der endgültige Startschuss zur Party. Sie spielten es gleich im ersten Drittel des Sets und ab da gab es kein Halten mehr. Wie ein hakend schlagender Hase auf Amphetamin hoppelte die Menge durcheinander und so manches Bier fand eher den Weg auf mein T-Shirt als in die durstigen Kehlen der feiernden Meute. Textsicher und aus vollem Halse gröhlend ertappte man so manche sich in den Armen liegende Familienväter und solche dies es noch werden wollen.

Auf der Bühne gab es derweil viel zu sehen. Von angeklebten Brusthaaren über Konfetti aus der Kanone bis hin zu Gitarren der Marke ZZ-Top.

P1050858(1) Alles bekam ich aber gar nicht so richtig mit, vor lauter tanzen, trinken, lachen und die Spaßbremsen mit dem bösen Blick schupsen.

Und irgendwann war nach der x-ten Zugabe schon Schluss. Schade eigentlich und ich hoffe, dass es die nächste „The Tour After The Last One“ geben wird.

Wenn auch das Wort „Kult“ heutzutage inflationär gebraucht wird, kann man es doch sicherlich bedenkenlos im Zusammenhang mit dieser Band verwenden.

Euer MaD

Ein dickes Danke für diesen Abend geht an die gesamte „Portus Hardcore and Friends“ Bande und the amazing Daniel D., der extra den Gruppenabend seines Seminar in Freiburg schwänzte – verrückter Kerl.

Grüße auch an den Doc, Lars13, Matze2 und Rennrad Renglinger. Im Vorprogramm spielten übrigens „Radio Dead Ones“ aus Berlin. Eine tolle Liveband, die trotz der Krankheit ihres Sängers absolut überzeugen konnte. Leider kannten sie im Publikum nicht so viele, aber es gibt nach diesem Abend bestimmt einige die sie näher kennen lernen wollen. Ich konnte sie schon mal live sehen und schrieb damals dies:

http://onkelmad.blog.de/2011/09/25/radio-dead-ones-punkrock-berlin-11915136/

 

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